Sebastian Thor„Gransys liegt fast hinter uns, Rook“.
Die Wiesen hatten das grüne Lachen längst verloren. Daraus wurde ein schiefes Grinsen mit knochigen, verdrehten Bäumen vor herrisch aufragendem Felsmassiv. Man hatte das Gefühl, die Natur duckt sich ängstlich weg vor der Kette aus blassgrauen Steinen.
Trotz aller Ecken und Kanten ein gutes, unterhaltsames Abenteuer.Fazit„Wir sind jetzt weiter nördlich, Rook, siehst du das?“
Rook antwortete nicht. Schaute nur von den abfallenden Klippen auf das Meer runter. In der Ferne ragen die abweisenden Mauern Gran Sorens auf, die Mauern der Hauptstadt. Hatten wir vor Stunden hinter uns gelassen. Rook war ein willenloser Vasall, immer hilfsbereit und selbst dann noch sklavisch meine Maschine, wenn ich ihn kräftig packte und von den Klippen trat.
Er brach sich mehrfach mindestens alle Knochen, stand danach aber gleich wieder auf. Ich hatte fast den Eindruck, er wolle sich für das peinliche Missgeschick entschuldigen, klopfte seine Kleidung von oben bis unten ab. Rook war stets da. Und kam immer wieder. Wie ein treuer Hund. Nur weniger süß mit seinem rotbraunen Oberlippenbart.
Ich werde diesen Bart trotzdem vermissen, denn einen solchen Tod hatte Rook nicht verdient.
Wir waren unterwegs, nichts Böses im Sinn, als uns ein Rudel Wölfe ansprang. Hunderte Helden in hundert anderen Reichen können ein Lied davon singen, und meist ist es wohl ein Ständchen der Langeweile. Wölfe, eh? Felliges Kruppzeugs zum unverhohlenen Draufkloppen, bis es kracht und spritzt und saftig nach allen Ecken überschwappt. Etwas für Anfänger, die sich erste Sporen verdienen müssen.
Wölfe und andere Tiere sind noch das Harmloseste auf eurem Weg.Als uns die Nacht einholte, nutzten die schnellsten Beine nichts. Sie ist ab und zu vielleicht eine gute Geliebte, aber keine gute Verbündete, vor allem wenn vor uns der Hexenwald liegt. Monster sind in der Dunkelheit aggressiver, zahlreicher und stärker. Das wusste auch Rook. Trotzdem kam für ihn jede Hilfe zu spät. Die Wolfshauer glitten durch seinen Brustkorb und zottelten an ihm. Seine Beine schleuderten herum wie bei einer Stoffpuppe. Dann war Ruhe für einen Moment.
Zehn Minuten danach holte ich mir einen neuen Mitläufer.
Rook ist einer meiner Begleiter, abgerichtet zum Gehorchen und darauf getrimmt, seinem Meister bis in den Tod zur Seite zu stehen. Eingepfercht in ein Trio aus schlagkräftigen und schießwütigen Rückendeckern, die sich an Vasallensteinen rekrutieren lassen.
Klingt nach altmodischem Party-RPG mit taktischem Einschlag, ist aber meist vor allem eines: chaotisch. Neben einem Hauptvasallen, der wie mein Hauptcharakter aufsteigt und stärker wird, kann man auch zwei Hilfsvasallen anheuern. Die steigen nicht auf. Luschen. Werden bald von jemand anderem ersetzt, der des Weges kommt und sich mit Schild und Schwert anbiedert. Solange er robuster ist als einer der beiden, ist er an Bord. Versprochen.
Entsprechend niedrig ist die Motivation, Kopf und Kragen für sie zu riskieren oder die Marschroute mit ihnen bis zum Ende zu beschreiten. Passiert ja eh nichts weiter. Stirbt einer von ihnen, kann ich ihn an einem Vasallenstein wieder dazuholen. Oder mir jemand Tüchtigeres suchen. Gewöhnt euch an diesen unpersönlichen Behördengang. Je früher, desto besser.
Die Weite der Landschaften ist super, aber die Pop-ups sind echt übel. Teils tauchen Objekte und relevante NPCs erst einen Meter vor eurer Nase auf.„Wir teilen diese Straßen mit Händlern, Wachen und anderen Leuten“
Und ich teile sie mit drei Begleitern, die mir hinterhertrotten und in einer Tour plappern. Willkommene Gesellschaft sieht anders aus, aber besser als nichts. Trotzdem konnte ich mir ein beeindrucktes »Guck-mal« nicht verkneifen, da sich Capcom anfangs herumdrückt um den Eindruck der roboterhaften Mitläufer. Obwohl sie genau das sind.
Geraten wir an eine Weggabelung, wird das ebenso mit einem kurzen Satz kommentiert wie eine einladende Höhle oder die derzeit aktivierte Quest. Nicht diskutiert. Nicht erörtert. Ihr könnt nie Dialoge mit den Vasallen führen, keinen netten oder bösartigen Anführer mimen, der sie führt und ihnen eine Richtung gibt. Nichts davon.
Sie sind einfach immer da. Schnattern durcheinander. Von ihnen hat niemand etwas Wichtiges auf dem Herzen, sie dienen nur als Stichwortgeber. Und das eine Zeitlang recht ordentlich – es gibt eine ganze Menge unterschiedlicher Sprüche. Irgendwann hat man sie alle gehört, jeden Einzeiler verdaut, und dann sind sie nur noch laufende Äxte aus Pflichtgefühl.
von Capcom
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Super geschrieben. So ziemlich alles erwähnt und doch gut "beleuchtet".
Besonders gefällt mir die Stelle, an der die Vasallen (bezüglich Kampf -"alle druff") erklärt werden... Ich hab Tränen gelacht :D
Das Spiel hat seine Makel, davon sogar einige. Aber insgesamt macht es einfach Spaß.
Ich mag den Kampf, die Welt, die Ästhetik. Quests und Story leiden leider an der gleichen Belanglosigkeits-Krankheit wie in Reckoning. Dabei sind die Charaktere gar nicht mal uninteressant, sie kommen nur leider viel zu kurz. Ich würde gerne mehr über Julien erfahren als seine 3 Szenen. Ich würde gerne mit Mercedes mehr zu tun haben als die zwei Story-Missionen und die lumpige Eskort-Mission.
Müssen Story oder Gameplay immer auf Kosten des jeweils anderen Gut sein? Mal sehen ob es ein Sequel oder vielleicht weiteren - guten - DLC gibt und sich das womöglich bessert.
die Xbox360 demo hat mir ansonsten richtig gut gefallen, aber mittelmäßige grafik (die mir eigentlich reichen würde!) in verbindung mit einer auflösung weit unter HD-ready und den dicken balken...wundere mich das da kein test drauf eingeht, mir aber schon einige leute bestätigt haben, das die balken definitiv auch in der vollversion vorhanden sind!
gerade in einem spiel mit mehreren begleitern und bildschirmgroßen gegnern, leidet dadurch die übersicht extrem!
...oder sollte es sich auch noch um die verschwunden geglaubten "Pal-Balken" handeln? das wäre ein armutszeugniss für Capcom! einfach lieblos hingeschludert!
Habe als Schurke nur zwei versuche gebraucht bis ich den Dreh raushatte. Echsen sind sehr empfindlich gegen Eis! Meine Begleiterin hat mir zur richtigen Zeit meine Dolche verzaubert und dann gings ruckzuck.
Darauf geb ich nix. Die würden sich ja selber torpedieren, wenn sie eine ankünden würden, bevor das Spiel draussen ist (Verkäufe würden sinken, weil viele warten). Von daher würds mich nicht wundern, wenn doch plötzlich noch eine kommt.
Jeder der mal wieder eine Herausforderung sucht und es ab kann selbst die Grundfunktionen selbst zu entdecken wird seinen Spaß an diesem Spiel haben.
Ich stimme mit allen Schwächen zu, bei anderen Spielen würde es mich sogar vielleicht zum aufhören bewegen. Trotzdem macht mir das Spiel fast so viel Spaß, wie ich ihn zuletzt bei Dark Souls hatte.
Einfach drauf loslaufen, etwas erleben und Spaß haben. Keine Komfortfunktion um sich nervige Passagen zu erleichtern. Man findet am Wegesrand oft nette "kleine" Monsterchen von denen man weiß, dass man nicht die geringste Chance hat. Mit einer Schnellreisefunktion würde man diese spaßigen, manchmal knackigen Begegnungen alle nicht erleben. Trotzdem versucht man bis zum letzten Lebenspunkt seinen Vasallen aufzuhelfen, einen riesigen Wirbelsturm heraufzubeschwören oder nicht von dem Troll, auf dessen Rücken man gerade sitzt, begraben zu werden.
Die ersten 10 Stunden waren bisher vom Unterhaltungswert ziemlich gut, da müsste nurnoch die Technik mitspielen. (Evtl. auch das Vasallensystem verbessert werden, obwohl es mir mit seinem Chaos irgendwie schmeichelt)
Warum kommen nichtmal andere Entwickler auf die Idee, eine so atmosphärische, wundervoll düstere Nacht/Dunkelheit einzubauen? Man tappt in einem hektischen Kampf unabsichtlich in etwas tieferes Wasser, die Lampe erlischt und plötzlich sieht man die Gegner nurnoch als Silhouetten die um einen herumtanzen und mit Hieben bedecken. Ist doch viel schöner, als eine Nacht bei der man noch die Mauer in 20 km Entfernung perfekt erkennen kann.
PS: Die Echsen im Brunnen fand ich eigentlich recht einfach und am Anfang schaffbar, in Gran Soren fand ich das bei den Vasallen schon viel knackiger (weswegen ich das wohl erstmal ruhen lasse)
Will ne Pc- Version :(
Die aber von den Entwicklern schon von vornherein ausgeschlossen wurde...