Geht es um Rollenspiele, haben es die Japaner so richtig gut. Denn im Lande der aufgehenden Sonne erscheinen ständig Hits, die hierzulande erst einige Monate oder sogar Jahre später – wenn überhaupt – in den Ladenregalen stehen. Genau so ein Fall trifft auch bei Dragon Quest XI zu, das hierzulande mit dem Untertitel „Streiter des Schicksals“ erscheint. Seit Juli 2017 ist das JRPG schon erhältlich und wurde nun auch in englischer Sprachausgabe und mit entsprechenden Untertiteln für jede andere Sprache für den europäischen Markt lokalisiert. Und wie sich einmal mehr zeigt, ist dies auch dringend nötig. Denn hier erwartet euch eines der besten JRPGs, die es je gegeben hat.

Die treuen Begleiter des Helden von Dragon Quest XI:

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Die Verkaufszahlen von über drei Millionen auf der PS4 und dem 3DS seit dem Launch sind eigentlich schon Aussage genug. Doch im großen Test zu Dragon Quest XI lest ihr, warum das Spiel von Square Enix so gut geworden ist, was es zu einem der besten seines Genres macht und warum es trotzdem für so manchen Spieler doch noch ein RPG sein wird, das er außen vor lässt. Macht euch bereit für eine große Reise. Denn diese werdet ihr mit Dragon Quest XI unter Garantie erleben.

Dem Helden steht eine lange und beschwerliche Reise bevor. Werdet ihr ihm helfen?

There and back again

Zugegebenermaßen beginnt Dragon Quest XI ganz klassisch, was vielleicht den ein oder anderen in den ersten Stunden abschrecken könnte. Als eigens benannter Held beginnt ihr eure Reise auf dem Kontinent Erdria. Von großen Königreichen über kleine Dörfer bis hin zu den gigantischen Seen und Ozeanen herrscht Frieden. In dieser Idylle keimt aber auch eine Unruhe auf. Eine Bedrohung, die natürlich nur ihr als Held abwenden könnt. Tja, ich hatte ja versprochen, dass es klassisch bleibt.

Doch davon sollte man sich nicht ins Boxhorn jagen lassen. Hier erwartet euch keine 0815-Geschichte, die es auf jedes RPG-Storyboard der letzten 20 Jahre geschafft hat. Hier bekommt ihr Höhen, Tiefen und alles dazwischen geboten. Im Gegensatz zu anderen Genrevertretern wie Ni No Kuni ist nämlich trotz des niedlichen Looks definitiv Platz und Potenzial für Tragik und ernste Themen. Und im Vergleich zu Final Fantasy XV bekommt ihr tatsächlich auch eine nachvollziehbare und verständliche Geschichte geboten, deren Protagonisten mehr als nur eine Dimension haben. Das schlagende Herz von Dragon Quest XI ist die Story, die auch nach etlichen Stunden immer wieder dazu animiert, den Controller in die Hand zu nehmen.

Seinen gerechten Anteil an dieser Faszination trägt auch die Spielwelt Erdria bei, die in Hülle und Fülle mit interessanten Ecken gespickt wurde. Egal, ob ihr in Städten unterwegs seid, die allesamt ein eigenes Thema haben oder euch auf dem Land durch eisige Gebiete, tropische Waldgebiete oder felsige Höhen schlagt: Ihr fühlt euch dabei immer mittendrin in dieser atmenden und lebendigen Welt und wollt sie unbedingt vor dem Bösen schützen. Die PS4-Power tut der Dragon Quest-Reihe gut und lässt sie grafisch richtig aufblühen.

Städte, Außenareale und Dungeons sind allesamt wunderschön und mit Liebe zum Detail gestaltet.

Allein reisen ist langweilig

Die Welt rettet sich natürlich nicht ohne die Hilfe von ganz besonderen Freunden. In Dragon Quest XI steht euch nach und nach ein immer größeres Team zur Verfügung, deren Mitglieder allesamt eigene Antriebe, Stärken und Schwächen mit sich bringen. Um Spoiler zu vermeiden, werde ich mich auch an dieser Stelle mit Details zurückhalten. Dennoch sei gesagt, dass die Truppe gut miteinander harmoniert. Hier gibt es keinen Totalausfall und ihr werdet allesamt noch lange aufgrund ihrer Macken und humorigen Einlagen während der Zwischensequenzen in Erinnerung behalten.
Selbiges gilt übrigens auch für die Nebencharaktere, die euch auf dem Weg unter die Nase kommen. Auch, wenn einige Bösewichte eher dünne Motivationen aufweisen. Aber das lässt sich bei einer solchen Fülle von Geschichten innerhalb der Hauptquest nicht vermeiden. Zum Glück fällt es im Spiel selbst nicht großartig ins Gewicht, während wir den nächsten Boss zunächst durch den Dungeon jagen und dann endlich vermöbeln. Und da wären wir auch schon beim nächsten Thema.

Inhaltsverzeichnis:

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