Die Dragon-Ball-Saga geht nach fast auf den Tag genau einem Jahr in die nächste Runde und hat sich einiges vorgenommen. Ob Namco Bandais Knallbuntgeknüppel mit all seinen angekündigten bahnbrechenden Neuerungen auch einschlagen kann? Mal gucken.

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi - Character Creation TrailerEin weiteres Video

Für den Dragon-Ball-Z-Fan ist natürlich vorrangig am wichtigsten: Wie authentisch haben die Entwickler das Gefühl der Serie in das Spiel übertragen? Hier muss ich den Entwicklern ein großes Kompliment machen. Es beginnt bei der Introsequenz, die mit der guten alten Titelmelodie sofort ein heimisches Gefühl aufkommen lässt. Ihr habt die Wahl zwischen der japanischen und der englischen Sprachausgabe, die jeweils mit den Originalsprechern besetzt sind und perfekt das Dragonball-Feeling unterstreichen. Ihr habt die Wahl zwischen 44 Charakteren, die einzelnen Steigerungsstufen der Sayajins oder Cell-Stufen nicht miteingerechnet.

Im Hauptmenü stehen euch insgesamt sechs Spielmodi zur Verfügung: Der Trainingsmodus, der auch ein Tutorial beinhaltet, und der Kampfmodus, in dem ihr einzeln oder im Team gegen den Computer oder einen menschlichen Mitspieler antreten und euch zwischen anfangs zehn Arenen entscheiden könnt. Ihr bekommt den Weltkampfmodus, in dem ihr mit bis zu 16 menschlichen oder computergesteuerten Teilnehmern einen Wettkampf entweder in der Wettkampf- oder der Cell-Arena austragen könnt. Den Online-Modus konnte ich bis jetzt leider noch nicht austesten. Werde ich dann sofort ergänzen, wenn das dann endlich möglich sein sollte.

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi - Kame-Hame-Ha...llo, was ist das denn?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 71/761/76
Vegeta bei einem hübsch inszenierten Superangriff.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Kapselhaus ist optisch wie ein kleines Zimmer gehalten, in dem ihr auf eine Charakter-Enzyklopädie zugreifen könnt, die manchmal von der Schreibweise an die eines Sechsjährigen erinnern. Davon abgesehen ist die Enzyklopädie aber wirklich liebevoll gestaltet und enthält sogar Sprachsammlungen der einzelnen Charaktere und ihrer Transformationsstadien.
Außerdem könnt ihr euch im Kapselhaus bereits freigeschaltete Filme aus der TV-Serie, Wiederholungen von gespeicherten Kämpfen oder euch anschauen, wie viel Dragon Balls ihr im Story-Modus noch suchen müsst, um einen Wunsch freizuhaben. Der so aussieht, dass ihr entweder zusätzliche Kostüme für die Charaktere oder neue Schauplätze für die Kämpfe freischalten könnt.

Die beiden interessantesten Modi sind der Story-Modus und der Heldenmodus. Ersterer beginnt buchstäblich bei Son-Gokus Geburt und lässt euch die Geschichte der Dragonball-Saga komplett durchleben, was einiges an Stunden in Anspruch nimmt, aber nicht ausschließlich positive Gründe hat. Der Story-Modus ist grundsätzlich so aufgebaut, dass ihr auf eurer Wolke „Jindujun“ durch die äußerst, sagen wir mal überschaubare Welt fliegt. Es lassen sich zwar kleine Orte aus der Serie wiedererkennen, aber die Welt erinnert eher an eine Strategiekarte, auf der ihr von Mission zu Mission fliegt, sonst nichts weiter anstellen könnt und wo doch alles sehr steril wirkt.

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi - Kame-Hame-Ha...llo, was ist das denn?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
Quicktime-Events sind an der Tagesordnung.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

An diesen Missionspunkten werdet ihr mit nur zwei Szenarien konfrontiert: dem einfachen Kampf oder einem Flucht- oder Verfolgerszenario, das eigentlich nur aus Quicktime-Events oder Tastengeklimper besteht. Genauso schnell und häufig, wie sich die Freund/Feind-Konstellationen in der Saga ändern, so häufig ändern sich auch die zu spielenden Charaktere im Story-Modus, was ihr aber nicht beeinflussen könnt. Enttäuschend ist, dass Zeitsprünge in der Geschichte der Serie in Textform kurz runtergerissen werden, ohne auch nur eine Sequenz aus der Serie einzubinden - diese werden dann immer nur völlig willkürlich zwischendurch mal eingestreut.

Ich will aber auch mal Held sein!

Der Heldenmodus wurde ja als große Neuerung und das Feature schlechthin angepriesen, und an sich ist es ehrlich gesagt auch eine ziemliche Mammutaufgabe, einen frei erstellbaren Charakter in die Story der Serie einzubinden, ohne aufgesetzt zu wirken. Das hat sich der Entwickler scheinbar auch gedacht und die Story des Helden-Modus völlig von dem eigentlichen Handlungsstrang abgekapselt.

Auf der Erde herrscht Chaos und schuld daran ist ein einzelner Bösewicht, der die sieben Dragon Balls an sich gerissen hat und sich seinen Wunsch, das totale Chaos auf der Erde auszulösen, erfüllt hat. Eure Aufgabe ist es jetzt, die sieben Dragon Balls wieder einzusammeln und das Ganze rückgängig zu machen.

Fans werden wieder "zuschlagen", trotzdem ist das Spiel eine Enttäuschung.Fazit lesen

Bei der Charaktererstellung habt ihr zu Beginn noch eine ziemlich beschränkte Auswahl an Individualisierungsmöglichkeiten, die sich mit Fortschreiten der Geschichte erweitern lassen. Es ist auch nicht exorbitant viel, was euch zur Erstellung zur Verfügung steht. Ihr könnt die Frisur, die Haarfarbe, die Hautfarbe, das Kostüm (was immer ein Einteiler ist) und seine Farbe auswählen. Und euch überlegen, ob der Charakter einen Scouter vor dem Auge oder ein Clan-Logo auf der Brust tragen soll.

Am Gesicht lässt sich nichts ändern, es ist auf kurz oder lang also unumgänglich, dass euer „individueller“ Charakter immer einem aus der Serie irgendwie ähnlich sehen wird, vor allem weil die freischaltbaren Kostüme durch die Bank Kostüme der prominenten Kämpfer sind.

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi - Kame-Hame-Ha...llo, was ist das denn?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 71/761/76
Son-Goku bei seinem Kame-Hame-Ha-Angriff.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auch was die Superangriffe und Upgrades wie ein Gesundheits-Plus oder Nahkampfangriffs-Plus betrifft, lassen sich durch bestandene Meisterprüfungen freischalten, was sich mit der Dauer auf eine wirklich beeindruckende Anzahl ausweitet. Durch die Möglichkeit, bis zu zehn verschiedene Fertigkeiten-Presets festzulegen, bieten sich einem vor allem vor dem Kampf gegen menschliche Mitspieler erstaunlich viele taktische Möglichkeiten. Natürlich streuen sich in die größeren Raufereien auch Fallobst-Kämpfe auf der Karte, die mit der Zeit monoton werden, aber eure Erfahrungsbalken in den verschiedenen Kampffertigkeiten auffüllen. Auch hier verhält es sich wie im Story-Modus: von Mission zu Mission fliegen, kämpfen, Cutscene. weiter fliegen. Nur dass ihr euren Charakter eben nebenher auflevelt.

Kommen wir zum wichtigsten Punkt, den Kämpfen.
Die Charaktere sind immer noch mit der Cel-Shading-Technologie bekleidet, sahen aber in keinem der Vorgänger jemals besser und echter aus als in diesem Teil. Auch die Kämpfe haben in ihrer Detailverliebtheit zugelegt. So zieht ein Kamehame-Ha-Strahl vom Boden ausgeführt eine aufsprengende Schneise hinter sich her und landet mit einem krachenden, bildschirmfüllenden und den Vibrationsmotor des Pads auf Massage-Funktion duchrasselnden Knall beim Gegner, hinterlässt am Ende nicht nur die Schneise, sondern schon Krater und ich denke mir: Warum die nächste TV-Serie nicht einmal mit dieser Engine verfilmen?

Und täglich grüßt die Supercombo

Das denkt man sich in den ersten Kämpfen bei jedem neuen Superangriff und möchte nur „Geil! Geil! Geil! Ich will noch mehr kaputt, noch mehr Radau, Rabumms, Bäm!“. Aber nach spätestens zehn Kämpfen stellt sich ein ernüchterndes Gefühl ein, das sich nicht nur auf die grafischen Neuerungen beziehen lässt, sondern auch auf die Spielmechanik, sowohl in den Kämpfen als auch beim Erkunden der Welt: "Nicht schon wieder, das hab ich doch eben schon gesehen!"

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi - Kame-Hame-Ha...llo, was ist das denn?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden5 Bilder
Die Charaktere sehen detaillierter denn je aus.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Schlimmste ist, dass der eigentliche Kampf so dermaßen vereinfacht wurde, dass er ein absoluter Witz ist. Ihr prügelt drei mal auf den Gegner ein und es kommt zum unvermeidlichen „Zusammenstoß“, in dem ihr und der Gegner die Wahl zwischen zwei Buttons treffen müsst, also eine 50/50-Chance für beide Kontrahenten besteht. Ziel ist es, als Angreifer den anderen Knopf als den des Gegners zu wählen, damit der Angriff erfolgreich ist. Oder als Angegriffener den gleichen Button zu erwischen, um den Angriff somit abzuwehren und gleichzeitig zu kontern. Kommt ihr durch, schleudert euer Kämpfer den Gegner durch die Arena, bei der ihr nur vier mal kurz entscheiden müsst, in welche Stick-Richtung in Kombination mit dem Schlag-Knopf ihr die nächste Kette dieser Angriffsserie fortsetzt. Das war's. Das gibt’s dann als leichtere und schwerere Schlagvariante, dazu 2 Superangriffe und einen ultimativen Angriff und fertig ist jegliche Kampf-Erörterung.

Es wurde eine zerstörbare Umgebung versprochen. Mir hat aber niemand gesagt, dass sich die Umgebungsschäden auf drei Varianten beschränken: Riesenkrater, vereinzelte kleinere Krater und die Kraterschneise. Jeder Superangriff sucht sich nur einen der drei geskripteten Zerstörungsarten aus. Wenn mir versprochen wird, dass die Umgebung zerstört wird, warum ist sie dann nach meinem verheerenden Angriff oftmals wieder hergestellt?

Warum muss ich mir nach einem gescheiterten Bosskampf die kompletten Zwischensequenzen noch einmal anschauen, ohne abbrechen zu können? Und warum starte ich nicht vor dem Kampf, sondern darf mich erneut zum Ort des Geschehens begeben, nur um dann noch einmal eine nicht abbrechbare Sequenz mit allen dazugehörigen Ladezeiten erneut zu ertragen?

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi - Kame-Hame-Ha...llo, was ist das denn?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 71/761/76
Son-Goku gegen Vegeta.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Ladezeiten sind das mit Abstand Zeitfressendste an dem Story-Modus, ach, was sage ich, am ganzen Spiel. Ich hasse diesen Ladebildschirm, ich hasse ihn abgöttisch. Nach den kleinsten Zwischensequenzen, die manchmal nur aus einem zweizeiligen Dialog bestehen – Ladebildschirm, Cutscene Ende, Ladebildschirm. Flieg zum nächsten Missionspunkt – Ladebildschirm. Kurze Provokation der Protagonisten mit jeweils einem Satz – Ladebildschirm. Ja, er macht aggressiv, da reißt auch das Minispielchen im Ladebildschirm nichts raus. Im Gegenteil, das macht mit der Zeit noch aggressiver.

Was den Sound anbelangt, sind die anfangs erwähnten Originalsprecher wirklich der einzige Pluspunkt. Was die Musikauswahl betrifft - mal davon abgesehen, dass sie mickrig ist - macht sie mindestens genauso aggressiv wie der omnipräsente Ladebildschirm. Diese schrillen, dauerkrakeelenden Gitarrenriffs. Chefredakteur Matthias spielt daraufhin die Titelmelodie der Serie „Beverly Hills 90210“ an und es stimmt! Sie ähneln sich dermaßen, dass es unheimlich ist. Und das müsst ihr euch jetzt das ganze Spiel über antun. Ich träume mittlerweile davon und schlafe besch...eiden.

Von der Musik abgesehen sind auch die oralen Entweichungen der Charaktere während der Kämpfe äußerst einfallslos und variantenarm. Abschließend bleibt nur zu sagen, dass hier abgesehen von der Grafik in allen Belangen ein Schritt zurück gemacht wurde, und gleichzeitig zu hoffen, dass wir im nächsten Jahr mit mindestens zwei Schritten nach vorn rechnen dürfen.