„Lass mal Vegeta looten!“ war die Überschrift unseres Tests zu Dragon Ball Xenoverse, und wer den Titel vor gut anderthalb Jahren gespielt hat, wird auch ganz gut wissen, warum: Der Ansatz war der, dass man sich seinen eigenen Toriyama-Charakter erstellt, zusammen mit Trunks im Storymodus die Kontinuität der Ereignisse aufrechterhält (schöner Aufhänger dafür, in allen Highlights der Reihe herumzupfuschen) und sein Repertoire an Über-Angriffen über zufällige Drops immer weiter aufbaut. Das nervte, wenn Cell mal wieder diesen einen bestimmten Angriff nicht fallenließ, obwohl man ihn schon 17 mal umgehauen hatte. Es bockte aber, wenn der eigene kleine Saiyajin, Namekianer oder sonstwas irgendwann richtig stark war und die feindlichen Nulpen einfach wegbrutzeln konnte.

Keine Formel für jedermann, aber eine, die vielen geneigten Fans zum ersten Mal überhaupt ein taugliches Dragon-Ball-Abenteuer bot, denn hier gab es zum üblichen Kampfspielgeplänkel in der dritten Dimension einen sehr reichhaltigen Rahmen, der Sog erzeugte. Ich meine, irre ich mich, oder war DBXV tatsächlich eines der wenigen Spiele, in denen man als spielerisches Feature alle Dragon Balls sammeln kann, um sich von Shen Long einen Wunsch erfüllen zu lassen? Gut, statistisch gesehen wird das eh immer nur benutzt, um Krillin wiederzubeleben, aber da es in der Reihe ursprünglich mal um die Bällchen ging, ist es schon auffällig, wie viele DB-Spiele sich nur darum drehen, sich gegenseitig die Kauleiste zu verformen.

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Es ist ein grundsolides Gerüst, um darauf aufzubauen und den zweiten Teil mit denselben Stärken und der Ausbügelung einiger Schwächen ins Rennen zu schicken. Tatsächlich ist es momentan schwer abzuschätzen, ob sich die Änderungen des zweiten Teils nicht ein bisschen in Grenzen halten. Unsere Präsentation jedenfalls fand auf Maps statt, die wir so bereits aus Teil 1 kannten. Dennoch hatten sich Kleinigkeiten getan. In der Arena prasselte ein langanhaltender Konfettiregen nieder, und wenn ein Kämpfer mit Schmackes auf den Boden geschleudert wird, dann splittert das Gestein und ein (temporärer) Krater zeugt vom Einschlag. Wichtig? Nein. Aber nett.

Dragon Ball Xenoverse 2 - Alle freuen sich – bis auf Krillin, der ist tot

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Der Stil ist derselbe, die Grafik nur in Details verbessert worden.
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Wichtig ist, dass die Veteranen beim Studio Dimps verstanden haben, dass sie Arbeit zu leisten haben. Zum Beispiel war eine oft geäußerte Kritik der Fans, dass keine der spielbaren Spezies eine gleichwertige Entsprechung hatte zum Super-Sayajin-Status der… nun, Saiyajin eben. Das wird sich ändern, gezeigt wurde als Beispiel die Goldform der Frieza-Rasse – leider aber nicht geklärt, worin denn nun ihr Vorteil besteht. Auch gut: Um allzu heftigem Projektil-Spam vorzubeugen, gibt es nun neue Möglichkeiten, zum Feind aufzuschließen, als Alternative zum Wald-und-Wiesen-Dash. Und eine neue Mechanik, die vor allem im PvP für einige Bewegung sorgen wird, gab es auch zu sehen: Mit einem besonderen Schlag kann man vorübergehend die Ausdauerleiste des Kontrahenten komplett sperren. Dieser Angriff ist kein Spezialmanöver, das dann im Metagame so stark ist, dass es sowieso jeder mitführen muss, um eine Chance zu haben, sondern ist von Hause aus allen Kämpfern zugänglich.

Natürlich wird es neue Kämpfer geben, beispielsweise Majin Vegeta, und auch, wenn man sich mit neuen Arenen zurückhielt, gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass wir da einiges sehen werden. Kleinere Komfort-Tweaks sind ebenfalls vorhanden. So ist etwa die Oberwelt, in der man shoppen geht und zu neuen Abenteuern aufbricht. Sie ist jetzt im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr segmentiert, sondern offen und nahtlos, und als zusätzliche Nervenschonung kann man hier jetzt auch fliegen wie ein mit Riesenlasern bewehrtes Vögelchen. Wenn sie jetzt noch eine Musik einführen, die nicht in einer extrem kurz abgefassten Dauerschleife läuft, sodass man sich nach 15 Minuten die namekianischen Öhrchen vom Kopf reißen will, bin ich quasi selig.

Packshot zu Dragon Ball Xenoverse 2Dragon Ball Xenoverse 2Release: PC, PS4, Xbox One: 28.10.2016 kaufen: Jetzt kaufen:

Über die Geschichte wurde noch nicht viel verraten, aber offenbar geht es erneut um die Zeitpatrouille und die Aufrechterhaltung der Kontinuität – was natürlich ganz neue Fragen aufwirft, zum Beispiel, welche der lohnenden und noch nicht abgegrasten Szenarien wir diesmal zu Gesicht bekommen.

Dragon Ball Xenoverse 2 - Alle freuen sich – bis auf Krillin, der ist tot

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Viele kleine Tweaks versprechen, Veteranen bei der Stange zu halten.
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Mechanisch wurde uns in einem Kampf gegen Nappa in seiner Great-Ape-Version ein neues Element gezeigt. Nappa schnappte sich mithilfe von Gedankenkontrolle unseren Kämpfer und verbannte ihn in eine andere Dimension. Das hat zweierlei Auswirkungen: In der anderen Dimension muss der Verbannte gegen einen Klon von sich selbst antreten, während ein weiterer Doppelgänger sich in der „echten Welt“ gegen seine vorherigen Verbündeten stellt. Es ist ein reizvolles Konzept, da mit der Stärke des Entführten natürlich auch die Bedrohung wächst. Wird einer der beiden Doppelgänger, drinnen oder draußen, plattgehauen, dann kehrt der Gedankenkontrollierte zurück. Ein ähnliches Konzept sind die Scatter-Angriffe, bei denen der Getroffene aber gleich mal in eine ganz andere Zeitlinie katapultiert wird und sich in einem anderen Kampf behaupten muss, dabei aber einen Kristall zurücklässt, den seine Kameraden wiederum zertrümmern können, um ein süßes Wiedersehen zu feiern.

Es sind alles Kleinigkeiten, die garantiert nicht dazu führen werden, dass diejenigen, die bislang nichts mit Xenoverse anfangen konnten, plötzlich doch auf den Zug aufspringen wollen. Doch wenn neben all diesen Informationen in den üblichen schnell geschnittenen Trailern im Blitzhackertakt neue Angriffe gezeigt werden, wenn das Bewusstsein für neue Abenteuer und die Erinnerung an den langlebigen Spielspaß des ersten Teils zusammenkommen, dann kann man sich als Fan auf den baldigen Release von Xenoverse 2 durchaus freuen.