Was Spieleumsetzungen angeht, waren die Dragon-Ball-Götter in den letzten Jahren wirklich alles andere als gnädig. Vor vier Jahren ein Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi, das an inhaltlicher Anspruchslosigkeit kaum noch zu unterbieten war, und dann vor fast genau einem Jahr das etwas erträglichere Dragon Ball Z: Battle of Z. Gute Ansätze waren vorhanden, Langzeitmotivation hingegen eher weniger. Namco Bandai reichte es. Man nahm sich die Kritik der Fans zu Herzen und holte Entwickler Dimps ins Boot – jenes Studio, das die bis heute als Referenz geliebte Budokai-Serie entwickelte und das Ruder dieses Jahr endlich herumreißen soll.

Dragon Ball Xenoverse - Full Power TrailerEin weiteres Video

Back to the roots 1.5

Größte Neuerung und zugleich Überraschung für alle noch nicht Informierten: Ihr könnt euren eigenen Charakter erstellen. Freude! Freude? Doch lieber eine super umgesetzte Symbiose zwischen den einzelnen Sagas, die zu einer epischen Geschichte verschmelzen? Ich kann verstehen, wenn Fans der Reihe diese Variante vielleicht besser gefallen hätte, aber zur Entwarnung sei vorab gesagt, dass Xenoverse schon in der Vorabversion der beste Teil der letzten Jahre zu werden scheint.

Ihr seid also der unbekannte Kämpfer, der sich zu Beginn seiner Reise zwischen unterschiedlichen Rassen wie den relativ ausbalancierten Erdlingen oder den den flinken, aber schwachbrüstigen Namekianern entscheidet und sich Future Trunks und seiner Zeitpatrouille anschließt. Vorab dürft ihr euren Kämpfer aber noch farblich nach Belieben verändern und festlegen, mit welchem favorisierten Kampfstil ihr im restlichen Spiel die Schlachten austragen wollt.

Dragon Ball Xenoverse - Das Kuckuckskind ist wieder im heimischen Nest gelandet

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Klar, die erste Dragon-Ball-Garde ist durchweg vertreten, doch ihr übernehmt in Xenoverse die Rolle eines noch unbeschriebenen Blatts.
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Future Trunks hat eure Hilfe bitter nötig, denn die beiden Dämonen Mira und Towa besitzen nicht nur die Möglichkeit der Zeitreise, sondern können auch alles und jeden nach Belieben in die sogenannten „Geschöpfe des Bösen“ verwandeln. Diese beiden Fähigkeiten ergeben nun ein unglaubliches Durcheinander auf der Dragon-Ball-Zeitachse und vor allem auch hinsichtlich der Ausgänge der aus den Serien bekannten entscheidenden Kämpfe.

So werdet ihr in bekannte Schlachten der Z- und GT-Saga geworfen und müsst den Protagonisten auf der guten Seite Schützenhilfe leisten, um die Zeitsplitter wieder zu kitten. Eure Basis hierfür ist die geheimnisvolle Tokitoki-Stadt, die in drei Bereiche unterteilt ist, in der ihr nicht nur Haupt- und zahlreiche Nebenmissionen annehmen, sondern auch euren Charakter optisch individualisieren, Tränke und Kapseln kaufen könnt. Mit fortschreitender Spieldauer lassen sich hier aber auch neue Super- und Ultramoves freischalten und sowohl die Haupt- als auch die Nebenquests mit bis zu vier anderen Spielern bestreiten. Sogar Teams lassen sich hier gründen, die ebenfalls aus bis zu vier Spielern bestehen.

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Die Missionen lassen sich allesamt unendlich oft wiederholen – was Stand jetzt auch nötig ist, da einige erste Aufträge bereits ungewohnt knackig ausfallen und zumindest für den höchsten Rang im Koop-Modus gespielt werden sollten, um überhaupt gewuppt werden zu können. Leider war der Online-Modus beim Anspielen der Vorschau noch nicht verfügbar, doch das sollte sich spätestens mit der Retail-Version ändern – dann folgt natürlich auch ein umfangreicher Test.

Packshot zu Dragon Ball XenoverseDragon Ball XenoverseErschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Mit dem im Kampf verdienten Rang erhaltet ihr Zenni und Erfahrungspunkte. Mit den Zenni geht ihr Ausrüstung, Outfits und Fähigkeiten shoppen, die Erfahrungspunkte investiert ihr in unterschiedliche Attribute wie Ki-Explosion, Tempo, Gesundheit, Grundschlagkraft oder Ausdauer, um nur einige zu nennen.

New-Gen-Gekloppe im optischen Last-Gen-Gewand?

Gespielt wird aus der aus den letzten Teilen bekannten Third-Person-Ansicht. Mit den Schultertasten erfolgt das Blocken und Anvisieren der Gegner, während ihr mit den vier Standardtasten Schlag- und Trittkombos in das gegnerische Gesicht salbt und den Ärmsten einmal von links nach rechts respektive oben nach unten durch die Arena prügelt. Jeweils zwei Tasten für die Super- bzw. Ultramoves und schon ist der Grundstein für erste Erfolgserlebnisse gelegt. Und man muss den Machern zugestehen, dass hier doch glatt ein gewisser Hauch des Budokai-Geistes über dem Kampfgeschehen schwebt.

Dragon Ball Xenoverse - Das Kuckuckskind ist wieder im heimischen Nest gelandet

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Welchem Fan geht da nicht das Herz auf?
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Im Vergleich zu den beiden Vorgängern haben wir hier schon eine vielfache Steigerung, vor allem weil allein bei den Super- und Ultramoves jeweils bis zu vier Angriffe einprogrammiert werden können. Und um den Kampf nicht zu einseitig zu gestalten, weil man riskieren muss, bei einer Kombokette aus normalen und Super-Angriffen die eigenen Lichter ausgeknipst zu bekommen, ohne auch nur einmal den Finger gehoben zu haben, sind in den Boden gehämmerte Gegner während des Aufstehens kurzzeitig immun gegen Angriffe jeglicher Art. Man könnte jetzt argumentieren, was der Mist soll, wenn ich meinen Widersacher in den Erdboden ramme und danach mein alles vernichtendes Kamehameha niederprasseln lassen will – aber genau das könnt ihr ja. Nur sollte der Angriff gut abgepasst sein, wenn der Gegner wieder zu sich kommt und nicht bewegungs- und wehrlos die Orientierung zurückerlangen muss.

Ein Dragon-Ball-Teil macht nach vier darbenden Jahren endlich wieder Laune!Ausblick lesen

Optisch fühlt man sich allerdings zumindest auf den New-Gen-Konsolen nicht so wirklich wie in einer neuen Generation, was natürlich auch dem Cel-Shading-Stil geschuldet ist. Dieser fängt die Ästhetik der Reihe auch diesmal gut ein, allerdings werden nach wie vor Abstriche in der Landschaftsgestaltung und auch den Superattacken gemacht, die einfach noch imposanter ausfallen könnten. Das wiederum ist natürlich für die Besitzer der alten Konsolengeneration scheinbar ein gutes Zeichen, denn das sollten auch die beiden alten Hasen im heimischen TV-Schrank noch ohne Probleme stemmen können.