Ein 2D-Prügler im Dragon-Ball-Gewand – passt, oder? Ja, zumindest in Sachen brachiale Action und bildgewaltige Schlachten. Bei Story und Umfang geht Dragon Ball FighterZ allerdings schnell die Puste aus.

Kämpfen wie im Anime? Das kann Dragon Ball FighterZ wunderbar:

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Es ist der Traum vieler Dragon-Ball-Fans: Ein würdiges Spiel mit tollen Charakteren, in dem es ordentlich zur Sache geht. Bandai Namco und Entwickler Arc System Works schicken nun Dragon Ball FighterZ in den Ring. Doch gelingt den Japanern der ganz große Finisher?

Son-Goku steht natürlich im Mittelpunkt der Ereignisse. In der Story geht es beispielsweise gegen fiese Klongegner – die sich allerdings oft ziemlich dämlich anstellen.

Story? Welche Story?

Starten wir direkt mit einem der größten Minuspunkte des Spiels: der Story. Selten war eine Handlung so belanglos, selten langweiliger erzählt. Während Neulinge im Dragon-Ball-Kosmos komplett überfordert sind, stören sich alte Hasen vermutlich an den lahmen Kämpfen und gelegentlichen Rechtschreibfehlern in den Dialogen. Als Ersttäter in Sachen „Dragon Ball“ geht es nicht in ruhigen Gefilden und auf Muten Roshis Insel los, sondern im Krieg, gefangen in Gokus Körper, der aber nicht mehr Gokus ist, sondern jemand anderes. Direkt kommt es zum Kampf mit dem Cyborg C16, gefolgt von einem unglaublich dämlichen Dialog mit dem Gott der Zerstörung Beerus und seinem Assistenten Whis, die eigentlich nur Bulmas Essen wollen und mehrere Minute darüber streiten, dass sie nicht die Welt retten, dafür aber Hunger haben. Ähm, ja. Klingt doof? Ist doof – und für Einsteiger in die Story völlig ungeeignet.

Fans, die nach Dragon Ball Z aufgehört haben, kennen einige Charaktere nicht einmal, denn diese tauchen serienmäßig erstmals in Dragon Ball Super auf. Das wäre ja noch in Ordnung. Doch die Story plätschert so vor sich hin, Zwischensequenzen laufen bei gefühlten drei Frames pro Sekunde ab, und irgendwann klickt man sich einfach durch das oft komplett nebensächliche und irrelevante Gelaber. Das Ziel der Story: den Charakter C21 freischalten, um den dünnen Kader aufzufüllen. Und damit sind wir auch schon beim zweiten Problem des Spiels.

Die Auswahl an Helden ist nett, allerdings nicht überragend. Es gibt noch viele weitere Recken, die perfekt passen würden – leider fehlen diese bisher im Spiel. Eventuell hilft ein DLC.

Kleine Auswahl mit kleinen Hindernissen

Sind wir mal ehrlich: Die Story ist in einem Prügelspiel oftmals eher zweitrangig. Es ist also verkraftbar, das sie in Dragon Ball FighterZ so schwächelt, zumal am Ende eine neue Heldin wartet. Doch das ist auch bitter nötig, denn die Riege der Kämpfer ist ziemlich dünn besetzt – für Dragon-Ball-Maßstäbe. Unzählige starke Charaktere leben in diesem Universum (und auch in allen anderen), doch diese finden nur zum Teil den Weg ins Spiel. Neben den Klassikern wie Son-Goku, Vegeta, Piccolo, Freezer, Cell und Co., sind auch einige Exoten wie der bereits erwähnte Beerus und der Assassine Hit am
Start. Doch das war es dann auch schon fast.

Natürlich hätte nicht jeder Held in diesen Smasher gepasst. Man stelle sich nur einmal Bulma im Kampf gegen einen Gott der Zerstörung vor. Aber was ist mit Bardock, Jiren oder Broly? Immerhin: Die SSGSS-Formen (Super-Saiyajin Gott Super-Saiyajin) von Son-Goku und Vegeta bekommt ihr entweder als Vorbesteller des Spiels, für einen aberwitzigen Schwierigkeitsgrad im Arcade oder für viel Ingame-Währung. Außerdem will Bandai Namco DLCs mit neuen Helden liefern. Aktuell begeistert die durchaus solide Auswahl allerdings nur kurzzeitig. Schade, denn die Kämpfe machen wirklich Spaß!

Einfach zu lernen, schwer zu meistern

Die ersten Kämpfe in Dragon Ball FighterZ gelingen auf Anhieb und kosten wenig Mühe. Das ist nett, auch wenn der Schwierigkeitsgrad in der Story beispielsweise nie wirklich anzieht. Doch der eigentliche Kampf findet auch gegen Freunde gemeinsam vor dem Bildschirm oder aber online in kleinen Kämpfen und Turnieren statt. Und hier lässt Entwickler Arc System Works die Muskeln spielen: Reichlich Action, präzise Steuerung und bildgewaltige Hauereien – Dragon Ball passt perfekt in dieses Prügel-Gewand. Profis packen schon nach wenigen Stunden mächtige Kombos aus, die Anfänger in die Schranken weisen. Die Steuerung ist dabei allerdings recht simpel und bei allen Charakteren weitestgehend gleich. „Button Smasher“ gewinnen zudem zu oft, während sie einfach nur wie wild auf alle möglichen Knöpfe drücken. Aber das mag auch an der Unfähigkeit der Gegenspieler liegen.

Dragon Ball FighterZ glänzt in der Kerndisziplin: Die Kämpfe rocken und sehen klasse aus. Das Drumherum in Form von Story und Umfang fällt allerdings zum Teil stark ab.Fazit lesen

Alle Kämpfer in Dragon Ball FighterZ haben für euch hier aufgelistet:

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(24 Bilder)

Wunderschöne Welt

Abgesehen von den Kernelementen eines Kampfspiels haben die Macher auch technisch vieles richtig gemacht. Die Arenen sind wunderschön – auch noch nach der kompletten Zerstörung – und der Sound erinnert an Serie und Filme. Noch wichtiger: Die Charaktere sehen dank des Comic-Looks aus, als wären sie gerade aus der Serie ins Spiel gefallen. In den Kämpfen wird optisch ebenfalls einiges geboten, vor allem bei den Spezialattacken. Das prächtige Effektfeuerwerk begeistert auch noch nach vielen Stunden der fröhlichen Klopperei. Zudem stellen sich viele Zwischensequenzen und Kleinigkeiten in den Kämpfen als echter Fanservice heraus, die einfach die Atmosphäre von Dragon Ball einfangen und nahezu perfekt wiedergeben.