




Nach nur zehn Minuten – ach was – zehn Sekunden hatte mich Awakening bereits in seinen Bann gezogen, und es war, als ob ich Origins nie zur Seite gelegt hätte. BioWare wagt mit diesem klassischen Expansion-Pack keine Experimente, sondern verlässt sich auf das altbewährte Schema ihres Party-RPGs. Etwas zu sehr sogar, denn oft fühlte ich mich an Origins erinnert, sei es bei der Queststruktur oder bei bestimmten Entscheidungen. Dennoch will ich meine neuen Gefährten nicht missen und mit dem Architekten und den sprechenden Darkspawn hat BioWare einen ihrer bisher faszinierendsten Feinde geschaffen.
Awakening hinterlässt einen faden Nachgeschmack, denn das große Rätsel, dessen sich nähernde Lösung unsere Hauptmotivation im Verlauf des Add-ons darstellt, bleibt schlichtweg ungelöst, und unser Abenteuer findet ein abruptes und liebloses Ende, das nur durch einen "Bestelle jetzt Dragon Age 2 vor"-Schriftzug hätte eindeutiger ausfallen können. Mit nur etwa 15 Stunden Spielzeit hat Awakening auch gar nicht die Möglichkeit, die erzählerische und spielerische Tiefe von Origins zu entfalten. Nachdem uns BioWare in Mass Effect gezeigt hat, das spielübergreifende Entscheidungen möglich und fantastisch sind, ist es etwas enttäuschend, dass wir in Awakening kaum etwas von den Auswirkungen unserer Taten in Origins zu spüren bekommen.
Aber versteht uns nicht falsch: Dieses Lite-Epos unterhält trotzdem auf gewohnt hohem Niveau und seid ihr erstmal wieder am Kombinieren von Zaubersprüchen, am Tüfteln über Charakterwerte und am Mitfühlen und -bangen eurer Begleiter, lässt euch das Add-on bis zum Ende nicht mehr los.
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Technisch unverändert bietet auch Awakening stimmige, aber detailarme Ortschaften und weitestgehend gut aussehende Charaktere. Bei der ein oder anderen Fratze könnte man jedoch meinen, jemand hat im Charakter-Editor einfach nur auf "Zufall" gedrückt. Die Zaubereffekte sind hingegen eindrucksvoll wie eh und je.
Gute deutsche und hervorragende englische Sprecher bilden zusammen mit den teils markerschütternden Soundeffekten und der orchestralen Musik eine durchweg erstklassige Soundkulisse.
Nach wenig beeindruckendem Beginn fesseln spannende und abwechslungsreiche Quests bis zum erzählerisch enttäuschenden Ende. Durch weitere Klassenspezialisierungen sind neue Taktiken im Kampf möglich, Komfortfunktionen wie Charakter-Respec oder Lagerkiste erleichtern zudem das Heldendasein. Das Inventar füllt sich nach wie vor etwas zu schnell.
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