Insgesamt trefft ihr fünf neue Charaktere und einen alten Bekannten auf dem Weg zur endgültigen Vernichtung der dunklen Brut. Den Großteil eures Gespanns aus Origins lässt BioWare hinter sich, auch bekannte Orte werdet ihr nicht besuchen. Doch kaum fangen wir an, Leliana und Co. nachzuweinen wachsen uns die neuen Gefährten bereits ans Herz. Sei es Anders, der keiner schönen Frau wiederstehen kann und stets einen witzigen Spruch auf Lager hat, aber auch versucht gegen die Unterdrückung der Magier durch die Kirche vorzugehen. Oder Nathaniel Howe, dessen abtrünnigen Vater wir bereits im Hauptspiel begegnet sind und der nun die einstige Ehre seiner Familie wiederherstellen will.
Anders ist einer der ersten Charaktere, denen ihr begegnet.Kurzum: Es ist nicht einfach nur "dieser Krieger" oder "der eine Schurke da", die uns begleiten. Es sind Personen, an deren Namen und Eigenheiten wir uns auch in zehn Jahren noch erinnern werden. Einige Abstriche gegenüber Origins gilt es dennoch zu machen. Zwar kehrt das Zuneigungs-System mit seinen Stärken und Schwächen zurück (Geschenke lassen nach wie vor jede Schandtat vergessen), Romanzen könnt ihr dieses Mal jedoch nicht beginnen – Schade, waren wir doch bei Origins noch hochmotiviert, die bissige Morrigan zu besänftigen.
Trotz der vielen kleinen Neuerungen, des nach wie vor taktisch fordernden Kampfsystems, den tollen Charakteren und der spannenden Story fühlt sich Awakening stets bekannt an. Wie im Hauptspiel teilt sich unser Abenteuer in drei Abschnitte, wie im Hauptspiel verstärken wir unsere Streitkraft und wie im Hauptspiel wartet am Ende eine große Schlacht auf uns, inklusive einer Entscheidung, die über viele virtuelle Leben bestimmt. Zwar wird uns gesagt, dass unser Feind noch gefährlicher ist als die Verderbnis aus Origins, doch lässt uns das BioWare zu selten spüren. Wo bleiben monumentale Ereignisse wie die Schlacht bei Ostagar? Wo bleiben verblüffende Überraschungen wie Morrigans "Angebot"?
Warum denn so ernst?Insgesamt wirkt Awakening wie ein Lückenfüller, ein Zwischenkapitel, das einem am Ende hungriger macht, als man noch zuvor war. Denn viele Fragen bleiben offen, die den Weg für Dragon Age 2 ebnen. Nach Origins haben wir die große Bedrohung vernichtet, wir waren siegreich, Retter des Landes. Nach Awakening haben wir gerade mal an der Oberfläche der neuen Finsternis gekratzt und rätseln weiter.
Nichtsdestotrotz bietet die Erweiterung erstklassige Rollenspielkost mit vorbildlichem Dungeondesign, mehreren Lösungswegen und einem durchweg fordernden Mix aus Taktik-Gefechten, (meist optionalen) Rätseleinlagen und massig spannenden Entscheidungen, die einer weisen Wahl bedürfen. Außerdem schaffte es das Expansion-Pack uns mehrmals mit unerwarteten, mächtigen Gegnern zu überraschen.
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