Dragon Age: Origins. Spielen. Alleine. Eine fast fertige Version. So lange wir wollen noch dazu. Ohne Hands-on-Barrieren, ohne PR-Mann im Rücken und Zeitdruck. Haben wir hinter uns. Und damit den zwölfstündigen Anfang eines Abenteuers, das spät in Fahrt kommt, schon vieles richtig macht, bislang aber noch einiges vermissen lässt.
Ach, BioWare! Wieso macht ihr es uns immer so schwer? Wieso müssen die ersten Minuten eurer Spiele, das Fundament der Charaktererstellung, immer so ausufernd sein? In Baldur's Gate war's damals so, in Neverwinter Nights war's so, in Mass Effect und jetzt auch in Dragon Age: Origins. Wer nicht mit einem Helden von der Stange losziehen möchte, kann im Charaktereditor glatt Stunden verbringen, Talente und Attribute ausbalancieren und das Äußere fast ohne Grenzen schieberegeln: „Nackenstärke“? „Wangenknochentiefe“!? „Breite des Nasensattels“!?!? „Breite der Nasenlöcher“ ... Grundgütiger, da fehlen ja eigentlich nur noch Schuh- und Körbchengröße.
Die ersten Stunden unterhalten gut, der große Knall folgt hoffentlich noch.AusblickWobei wiederum die Wahl der Rasse kaum Stirnrunzeln auslöst: Es gibt lediglich Menschen, Elfen und Zwerge, männlich oder weiblich, keine Mischlinge und keine exotischen Ausreißer der Marke Dungeons & Dragons. Selbst die Klassenwahl hält sich vornehm zurück – es warten nur Krieger, Schurke und Magier. Das klingt erst mal unheimlich dünn, aber jede Klasse kann sich später über Spezialisierungspunkte entfalten.
Endlich kann man wieder seelenruhig mit den Begleitern über Gott und die Welt reden.Magier steigen zum arkanen Krieger, Gestaltenwandler, Geistheiler oder Blutmagier auf. Krieger werden entweder zum Champion, Templer, Berserker oder Plünderer. Auf alle drei Klassen gemünzt bedeutet das unterm Strich zwölf Spezialisierungen, natürlich jeweils mit eigenen Charakteristika, Stärken und Boni. Das Besondere: Je nach Kombination aus Rasse und Klasse entsteht einer von sechs verschiedenen Charakterhintergründen. Die wiederum beeinflussen, wie Personen in der Spielwelt auf euch reagieren und an welchem Punkt Fereldens ihr in die Geschichte einsteigt.
Die Attribute wurden ebenfalls zusammengestaucht. Statt neun wie in D&D-Spielen erwarten auch nur noch sechs: Stärke, Geschicklichkeit, Willenskraft, Magie, Klugheit und Konstitution - kein Glückswert und kein Charisma mehr. Zumindest nicht direkt, denn Letzteres wird durch eine der Fähigkeiten kompensiert. Manipulation heißt der Schlüssel, der euren Heroen im Gespräch entweder einschüchternd auftreten lässt, wenn er genug Stärke hat, oder ihn zum spitzzüngigen Charmebolzen macht, wenn die Klugheit überragt.
Die Charaktererstellung umfasst nur drei Rassen, aber Äußeres, Attribute und Fertigkeiten sind ganz euch überlassen.Zudem lauert hier eine stattliche Anzahl von kämpferischen, handwerklichen und alchemistischen Fähigkeiten: Fallenbau, Kräuterkunde für Naturburschen, Giftherstellung für listige Assassinen, Stehlen oder die grundlegende Kampfausbildung wirken vertraut, allesamt in vier Stufen ausbaubar und mit speziellen Anforderungen an bestimmte Attribute oder das Heldenlevel. Danach folgen die klassenspezifischen, ebenfalls in vier Stufen aufrüstbaren Talente: Schurken werden beispielsweise mit „Unfairer Kampf“, „Verstohlenheit“ oder „Geschickte Hände“ glücklich, die das Schlösserknacken und Aufspüren von Fallen erleichtern. Kämpfer verteilen die ersten beiden Punkte auf diverse Kampftechniken und Magier decken sich mit Zaubern aus vier Schulen ein.
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Zumal man ja dann auch den Anreiz hat es öfters zu spielen, um verschiedene Charaktere kennen zu lernen.
Ich bleib dabei...Spiel des Jahres =)
Gruß,
Valen
Zu deiner Party-Frage: Die inaktiven Mitglieder steigen auch auf. Wenn du ein paar Stunden später wechseln möchtest, ist das natürlich kein Problem - kannst mit genauso starken Recken losziehen.
Und ja, die Story innerhalb der Party ändert sich, da jeder Begleiter einen anderen Hintergrund hat, andere Sachen sagt, motzt, lieb ist, sich mit einem anderen Party-Mitglied ganz besonders versteht, ein anderes hasst und so weiter.
Das mit der Stammgruppe ist schon wichtig, aber glaub mir mal: Du wirst grundverschiedene Charaktere treffen (vom Magier über den Heiler bis hin zu Schurken und Assassinen) - da fällt die Wahl absolut nicht leicht, da sie nicht nur als Charakter interessant sind, sondern auch allesamt eigene Stärken haben, auf die man ungern verzichten möchte.
Unterm Strich hat sich BW schon richtig Mühe gegeben, den Geist von Baldur's Gate einzufangen - und es wird in späteren Stunden immer besser, immer feuriger.
Besonders Morrigan ist eine richtige Zicke, die unheimlich köstliche Unterhaltungen anfängt. Du dürftest deinen Spaß haben :-)
Cheers,
Seb
Baldurs Gate war für mich zB nur für den PC denkbar...Aber mal sehn...Dank deiner Aussage werde ich mich evtl. für die Konsole entscheiden =)
Ansonsten...Bin extrem Gespannt auf die Party´s...Ist ja quasi das was BG ausgemacht hat...
Macht es eigentlich einen Unterschied, ob ich immer das gleiche Team am Start habe, oder öfter wechsel? Steigen die inaktiven trotzdem mit, oder verhalten die inaktiven sich evtl. anders? Ändert sich die Storyline in der Gruppe?
Sonst muss man ja schauen, dass man irgendwann seine Stammgruppe zusammen bekommt =)
Anyway...Danke für´s feedback Sebastian!
Gruß, Moritz.
Das ganze Kreismenü erinnert strukturell etwas an Neverwinter Nights und lässt sich mit den Sticks einfach und intuitiv bedienen - keine Sorge.
Mit dem Digikreuz schaltest du unter anderem zwischen den Gegnern hin und her. All das, was du am PC mit der Maus tun würdest, wurde auf Konsole also sinnvoll umbelegt, dass man ohne Fingerkrämpfe spielen kann.
Das Einzige, was fehlt, ist Iso-Ansicht - wie gesagt. Vielleicht liegt das ja auch an der 360-Fassung, die wir haben. Mal sehen, ob da noch was kommt.
Unterm Strich muss man sagen: Keine Angst vpr der Konsolenfassung - klappt nämlich richtig gut!
Und @ Master of Darkness:
Sorry, aber das stimmt einfach nicht. Natürlich ist das von dir angeführte Beispiel übertrieben. Guck dir mal Gothic 1 an, das mittlerweile fast eine Dekade auf dem Buckel hat.
Da reagieren die Bewohner nicht nur auf Diebstahl, nicht nur aufs Schleichen und so weiter. Wenn du dich da in ein Monster verwandelst, dann kriegst du ordentlich die Hucke voll. In Dragon Age gab's dahingehend noch keine einzige Reaktion der Umwelt.
Und dann: ständig auf der Grafik rumhacken? Die Vorschau hat sieben Seiten, auf zweien wird auf die Grafik eingegangen. Da bleibt noch ein riesiger Rest übrig ;)
Aber zu Emotionen und Dialogen mal ein kleines Update nach rund 30 Spielstunden: Die Party wird immer lebhafter. Gerade später, wenn mehr potenzielle Begleiter dazustoßen, hat man oft die Qual der Wahl. Gut, dass man die Gruppenzusammensetzung fast überall - nicht in Dungeons - wechseln kann, um alle mal auszuprobieren.
Da warten schon jede Menge Wortwitz, viele Anfeindungen und Sticheleien - Quasi-Baldur's-Gate, wie wusel meinte, kommt schon fast hin. Und vor allem: definitiv besser, als es Mass Effect gemacht hat.
Außerdem dürft ihr euch auf einige bizarre Plots und kleine Geschichten innerhalb der großen Story freuen - natürlich wieder mit der kribbelnden Wahl: Wer stirbt, wer nicht? Wie geht das Ganze jetzt aus? Da gibt's schon ein paar Szenen, die echt an die Substanz gehen. :-)
Cheers,
Seb
Ich überlege jetzt nur...Konsole (PS3) oder PC? Kann mich gerade einfach nicht entscheiden, wofür ichs mir hole.
@Sebastian: Wie kam es denn auf der Konsole rüber? Also im Vergleich zu bekanntem PC Handling?
Bin eigentlich PC Verfechter der ersten Stunde und zock Shooter und RPG´s eigentlich nur aufm PC, aber andererseits reizt nen großer LCD und die optimierte hardware...Ahh...Kann mich nich entscheiden ;(
Aber der Beschreibung nach ist November ja machbar.
Genau die Kritikpunkte sind mir auch schon auf der gamescom aufgefallen. Die Grafik in Teilen nicht wirklich berrauschend, die Räume größtenteils leer, spannende Plünderzüge durch die Gemäuer wie noch in BG fehlten.
Aber die Stimmung hat mich von Anfang an gefesset. Ebenso die taktische Ansicht von oben. Hoffentlich legen die großen Ortschaften noch an Atmosphäre zu, BGI & II haben es vorgemacht.
Aber selbst wenn nicht wird das sicherlich das Rollenspielhighlight des Jahres. Endlich wieder ein quasi-Baldur's Gate.