Völlig überraschend kündigte Bioware am ersten Tag der gamescom die zweite Dragon-Age-Inquisition-Erweiterung an, die auf den Namen „The Descent“ (bei uns „Der Abstieg“) hört. Nach dem ersten DLC-Ausritt zu den Hakkoniten verschlägt es uns nun in die Tiefen Wege Orzammars, das durch mysteriöse Erdbeben erschüttert wird, die nicht nur den Lyriumabbau behindern, sondern auch neue Wege geöffnet haben, durch die die Dunkle Brut nun in Scharen einfällt. Inquisitor, übernehmen sie!

Wandeln auf bekannten (Dragon-Age-)Pfaden

Die weit verzweigten Pfade der Tiefen Wege schlagen optisch natürlich im Vergleich zum ersten DLC grundverschiedene Richtungen ein. Während der Spieler im Hakkons-Fänge-DLC noch weitläufige Areale unter freiem Himmel erkunden durfte, schlängelt man sich nun wortwörtlich durch die verzweigten, düsteren Schlauchareale Thedas' und lootet sich durch die zwergischen Tunnelwirrungen. Auch spielerisch gibt es mit diesem DLC einige interessante Neuerungen. So leveln die Schergen der Dunklen Brut nun mit und verlangen euch in den höheren Schwierigkeitsgraden eine Menge ab.

Bezeichnend, dass die Party schon zu Beginn der Geschichte auf einen dicken Alpha-Oger trifft, der einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt, mit was für einer neuen Qualität an Gegenwehr gerechnet werden muss. Da sich die meisten von euch mit dem Erwerb des DLCs sicherlich schon an den Levelgrenzen bewegen, ist das Mitleveln in diesem Fall ausnahmsweise ein willkommenes Feature. Denn generell ist diese Eigenheit der wohl größte Beschiss am eigenen Spiel und den Spielern, der mir persönlich jegliche Loot-Motivation ausgetrieben hat.

Dragon Age: Inquisition - Der Abstieg - Orzammar, schon wieder die Dunkle Brut?

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Das wird ein langer Abstieg. Ihr versteht, Abstieg!? Ach, egal...
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Neben dem Alpha-Oger darf man sich nun auch wieder über alte Bekannte aus der Dunklen-Brut-Sippe freuen. So macht ihr in den Tiefen Wegen mit Kreischern, Gesandten oder den klassischen Hurlocks Bekanntschaft und dürft an diesen nach Herzenslust eure Dämonentöter-Runen ausprobieren. Ihr bekommt außerdem einen zweiten Kartentisch, der sich ausschließlich auf die Tiefen Wege bezieht und Händler, die mitunter wirklich interessante Materialien und Schemata auf Lager haben.

Leider treibt die K.I. der Partymitglieder einen in den engen Gängen während der Kämpfe manchmal in den Wahnsinn. Von der immer noch fehlenden Deckentransparenz im Taktikmodus ganz zu schweigen. Ob da in dem Punkt überhaupt noch einmal nachjustiert wird, bleibt abzuwarten – verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Aber neben all den spielmechanischen Neuerungen dürfen sich Käufer des etwa sechs bis achtstündigen DLCs natürlich über eine neue Geschichte freuen, die sich losgelöst vom eigentlichen Handlungsstrang bewegt.

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Bewahrerin Valta führt euch immer tiefer in den Kaninchenbau und euch neue Geschichten entdecken, die mich mehr angesprochen haben als die Handlung der Hakkons-Fänge-Erweiterung. Man merkt, dass der Schwerpunkt dieses DLCs diesmal auf der geschichtlichen Entfaltung liegt – was sich auch durch den Mangel an Nebenquests bemerkbar macht. So könnt ihr zwar fleißig Zahnräder sammeln, um versperrte Gänge und Räume zu plündern und hier und da ein wenig in gefundenen Büchern schmökern – die Geschichte wird dadurch jedoch nicht vorangetrieben.

Packshot zu Dragon Age: InquisitionDragon Age: InquisitionErschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Als kleine Entschädigung darf man sich aber nun über neue hochqualitative Waffen- und Rüstungsupgrades freuen, die eurer Party einige nette Verbesserungen mit auf den Weg geben. Auch der Soundtrack wurde um einige Themen erweitert, die sich gut in das düstere Setting einfügen und die beklemmende Atmosphäre in den Tiefen Wegen stimmig einfangen.