Was macht ein gutes Videospiel aus? Manche hängen sich an der Grafik auf; als wäre das der Indikator für auch nur einen Hauch mehr, als bloße Oberflächlichkeit. Andere sehen es im Gameplay; für mich das Gaming-Pendant für Hirn-aus-Kino. Manche glauben an die Entscheidungsmöglichkeiten. Schiere Größe. Open World. Oder doch lieber eine gepflegte Charakterentwicklung? Fette Beute, im Sinne der inneren Befriedigung immer mehr zu bekommen? Das Spiel als großes Ganzes?

Dragon Age: Inquisition - The Descent (DLC) Trailer26 weitere Videos

Jeder muss letztendlich selbst entscheiden, wo er den Maßstab ansetzt und welchen Kritikpunkten er wie viel Bedeutung zukommen lässt. Doch wenn ich – durch den Job gezwungen – fünf Tage am Stück nichts anderes tue, als, einem Goblin in seiner Höhle gleich – mit gekrümmten Rücken und schmerzendem Handgelenk -, ununterbrochen auf den Bildschirm zu starren und mich beeile, den Titel so schnell und so umfangreich wie möglich durchzubrechen... Und ich danach keinen größeren Wunsch habe, als mit einem neuen Charakter, das Spiel abermals zu starten... Na. Dann spricht dieses Ereignis doch eigentlich für sich, oder?

Dragon Age: Inquisition - Asit tal-eb - Die Art, wie die Dinge sein sollen

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Nach dem umstrittenen zweiten Teil sind die Erwartungen in Inquisition genauso hoch, wie die Befürchtungen.
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Einleitung: Aus Eins mach Zwei

Eigentlich war die gesamte Dragon-Age-Reihe ein äußerst geschickter Schachzug von Bioware. Erst kommt diese großartige Idee von einem – nennen wir es freimütig mal so - „Elder Scrolls in Vogelperspektive“, welches die Massen bewegte und eine völlig neue Welt erschuf, die das Potenzial für viele, wirklich aufregende Geschichten bereit hielt.

Packshot zu Dragon Age: InquisitionDragon Age: InquisitionErschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: ab 11,98€

Und dann kam der zweite Teil, der den Kern seines Vorgängers in sich trug, aber offensichtlich neue Wege ging. Und Bioware konnte sehen. Sehen, was wir davon wie aufnehmen. Was kommt an? Was schreckt ab? Wo liegen die Stärken und Schwächen des ersten Teils? Was wurde von den Änderungen am Zweiten positiv aufgenommen und was waren absolute No-Gos? Wo musste man noch etwas mehr Arbeit reinstecken und wo durfte man die Arbeit mal etwas hängen lassen; Geld und Arbeit sparen?

Die beiden ersten Teile von DA waren eine groß angelegte Studie. Und wir alle seine Probanden. Teilweise wissend, teilweise unwissend und in wenigen Fällen teilwissend, haben wir unsere Gedanken und Gefühle, unsere Wünsche und Ängste – alles, was uns im Zusammenhang mit diesem Spiel bewegte – an die Entwickler gerichtet und ihnen damit Futter gegeben. Futter, um ein Spiel zu kreieren, das möglichst viele potenzielle Käufer anspricht und die Erwartungen prozentual befriedigend erfüllt.

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Dragon Age: Inquisition. Das beste aus beiden Vorgängern?
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Herausgekommen ist genau das, was ihr euch wohl mittlerweile selbst denken könnt. Eine Mischung aus dem ersten und zweiten Dragon Age. Eine Fusion aus beiden Welten. Ein Epos, der sich mittlerweile über drei Teile erstreckt, die alle ineinander greifen. Drei Flüsse, von denen wir zwei bereits kannten, münden in etwas Neuem und nehmen uns mit auf eine Entdeckungstour.

Die größte Fantasygeschichte aller Zeiten und Maßstab für kommende Rollenspiele.Fazit lesen

Doch orientierte man sich nicht nur an den Vorgängern von Inquisition. Im dritten Teil entdecken wir viel mehr. Überall hat man sich umgesehen. Einflüsse aus den Vorgängern koexistieren mit dem Wahnsinn aus anderen Ideenschmieden. Mass Effect, Fable, World of Warcraft. Überall hat man sich ein bisschen „inspirieren“ lassen. „Never change a running system“. Selbst, wenn es nicht das eigene ist. Und selbst dann, wenn man es doch ändert. Und zwar gravierend.

Auf den nächsten Seiten werdet ihr viel entdecken. Neues. Altes. Bekanntes und Fremdartiges. Manches wird euch gefallen. Andere Sachen werden euch komisch vorkommen. Vielleicht sogar abstoßen. Doch am Ende müsst ihr selbst entscheiden, was davon eurer Meinung nach relevant ist und was nicht.

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Viele Änderung. Viele Verbesserungen?
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Wir können euch einen (nämlich unseren) Eindruck vermitteln. Zumindest können wir es versuchen. Doch am Ende müsst ihr „Dragon Age: Inquisition“ selbst erlebt haben. Es ist mit Worten kaum zu beschreiben und dem Ungeduldigen unter euch mag ich hier bereits ein erstes kleines Fazit mitgeben: "DA 3" ist groß. Größer als alles, was vor ihm kam. Und ein neuer Maßstab für jegliche Konkurrenz.

Es ist nicht perfekt. Und hat viele Macken, kantige Enden und einen unsauberen Schliff. Doch wenn sich alles zusammenfügt. Wenn alle Teilchen ihren angedachten Platz erreicht haben und das Einzelne dem Ganzen weicht... Dann entsteht ein Monster von einem Spiel. Demütig verneigen wir uns vor diesem Ungeheuer. Diesem alles andere als perfekten Ungeheuer. Welches keinen Rivalen zu fürchten braucht.

Story: Die Geschichte der Inquisition...

Nein. Die Geschichte der Inquisition ist keine Geschichte voller Missverständnisse. Sie ist das Produkt ihrer Vorgänger. Beide Teile haben auf das hier hingearbeitet. Haben den Spieler darauf vorbereitet. Und auch wenn nicht alles perfekt zusammenläuft, so fassen doch die meisten Zahnräder ineinander und das Uhrwerk, welches sich bildet, ist von imposanter Komplexität.

Der erste Teil ist dabei als Einleitung zu verstehen. Hier wurde uns die Welt erklärt. Wir haben Wunder gesehen und wunderten uns über die vielen kleinen Geheimnisse. Blutmagie. Alte Götter, Die Verderbnis. Das ganze Spiel war ein Testlauf. Man sieht es an den späteren Details. An Charakteren. An seinem oberflächlichen Kratzen an etwas, das die Entwickler zu diesem Zeitpunkt wohl selbst noch nicht recht verstanden haben.

Der zweite Teil leitete dann das große Finale quasi schon ein. Kleine Details (Rotes Lyrium zum Beispiel) und Richtungsänderungen gaben bereits ernsthafte Hinweise auf das, was kommen sollte. Und nun kam. Der Krieg zwischen Templern und Magiern brach aus. Riss die Welt aus den Festen, die wir kennen gelernt haben. Breitete sich aus und schuf das Fundament für den dritten Teil.

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Alte Bekannte, neue Gegner und ungahnte Verbündete.
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Um Spoiler zu vermeiden und euch nicht zu viel zu verraten, hüllen wir uns inhaltlich in Schweigen und verraten nur das Wichtigste. In diesem Fall ist das wohl die Inquisition selbst. Eine Institution, die von einem Sucher (wieder-) gegründet wurde, der die Tatenlosigkeit der Kirche und den Krieg der Templer, nicht mehr mit ansehen konnte. Im Mittelpunkt: Der Spieler.

Euer Charakter war dabei. War dabei, als die Verhandlungen zwischen Magiern und Geistlichen aus dem Ruder liefen. Stand im Zentrum, als die Sache eskalierte. Wurde beschuldigt. Verpflichtet.

Aber genug von Details. Ihr seid der wichtigste Teil der Inquisition. Hauptsächlich, weil ihr ein Macher und kein Redner seid. Ach, ja. Und weil ihr über die einzigartige Fähigkeit verfügt, Risse ins Nichts zu schließen. Und diese Macht ist dinglich erforderlich, denn irgendein Narr, hat die dünne Trennwand zwischen den Welten zerrissen...

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Einen neuen, mächtigen Antagonisten gibt es natürlich auch. Der wird hier aus Spoilergefahr aber nicht verraten.
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Die Inquisition in Dragon Age 3 ist – neben den deutlichen Unterschieden des Gezeigtem im ersten und im zweiten, so wie dritten Teil – der größte Schwachpunkt in der Geschichte. Schade eigentlich. Während das Universum sich fantastisch entwickelt hat und viele neue Geschichten, Informationen und Wissenswertes mit sich bringt, leiden alle neuen Inhalte ein wenig unter Ideenarmut.

Was der Sache nicht ganz gerecht wird. Die Ideen sind ja da. Doch wurden sie oftmals nicht zu Ende gedacht. Logiklöcher machen sich bei allem breit, was die Inquisition selbst betrifft. Jeder, der sich bewusst mit dem auseinandersetzt, was ihm gezeigt und erzählt wird, stößt unweigerlich auf Fragen, die nicht beantwortet werden. Nicht beantwortet werden können.

Haut das ins Gewicht? Nicht wirklich. Es mag nicht alles Sinn machen und nicht jede Wendung und Kleinigkeit ist so gut durchdacht, wie das Gesamtpaket. Doch der Zusammenlauf aus den ersten beiden Geschichten und dem (vermeintlichen) Abschluss dieser Reihe, ist großartig gelungen. Die Welt von Inquisition wartet mit vielen Antworten auf Fragen auf, die wir uns schon lange stellen. Geheimnisse werden gelüftet, neue Türen aufgestoßen.

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Die Inquisition soll tun, wozu Kirche und Staat nicht fähig sind.
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Klar kommen auch neue Fragen hinzu. Doch die geschickte Art, diese in die Antworten mit einfließen zu lassen. Die großartige und so variable Erzählweise, mit der uns die Informationen geliefert werden. Fantastisch. Bücher, Gespräche und Beobachtungen. Missionsberichte, Wendungen und Videos. Alles hält so viel bereit. Und für die, die Lust und Zeit haben zu suchen – zu Entdecken – sogar noch mehr.

Dragon Age: Inquisition ist auch ein Monster an Informationen. Wer die Welt liebt und Tage damit verbringen kann, die ganzen Bücher und Manuskripte zu lesen und die Spieldesigner dafür küssen könnte, dass sie unermüdlich schreiben... der kann jetzt noch ein paar Wochen mehr damit verbringen.

Der Aufbau: Viel zu tun, viel zu tun. Keine Zeit, keine Zeit.

Was kann man in Dragon Age: Inquisition machen? Gute Frage. Bessere Frage: was kann man nicht machen? In den vielen kleinen, großen und riesigen Abschnitten warten mehr Geheimnisse, Quests, Sammelobjekte und Möglichkeiten, als in allem, was wir zuvor zu sehen bekommen haben. Wer mal eben ein paar Wochen Zeit hat, kann jetzt schon mal bei seinem Chef nachfragen, ob er nicht noch ein paar Wochen mehr bekommen kann. Die werdet ihr brauchen.

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In der Welt von Dragon Age 3 gibt es unglaublich viel zu entdecken.
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Das Spielprinzip ähnelt in seinem Grundaufbau natürlich den Vorgängern. Ist in seinem Kern jedoch ganz anders. Wie im ersten Teil reist ihr auch in Inquisition wieder von Gebiet zu Gebiet und erledigt eure Aufträge. Ihr spielt euch durch mehr oder weniger wichtige Ereignisse, bis die Möglichkeit gegeben ist, der Hauptquest weiter zu folgen.

Das wird an so genannten Machtpunkten sichtbar, die im Grunde den Einfluss der Inquisition darstellen. Sammelt diese Machtpunkte, indem ihr Nebenmissionen absolviert und gebt sie aus, um die nächste Hauptquest zu starten. Oder eine größere Nebenquest, die meist ein neues Gebiet freischaltet.

Ja, richtig gehört. Nebenmissionen bringen euch in große neue Gebiete. Der Hauptstrang der Geschichte wird in den Hintergrund gerückt und der Aufbau der Inquisition betritt das Podium. Alles was ihr tut, tut ihr nicht, um in der Geschichte voran zu kommen, sondern der Herr über eine immer mächtiger werdende Institution zu werden.

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Der Weg liegt quasi vor euch und ihr dürft an jeder Abzweigung wählen. Auch und gerade da, wo es mehr als einen Weg gibt.
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Findet Verbündete, rettet Zivilisten. Redet mit den Leuten. Nicht für Informationen. Sondern damit sie euch neue Möglichkeiten bieten. Seid ihr ihnen sympathisch oder wart ihr einfach nur eindringlich genug? Egal. Es kann sein, dass ihr unwichtige Fragen über dies und das stellt. Und dadurch ergeben sich neue Dialogoptionen. Plötzlich zeigt sich dieser unbedeutende Zivilist als nützlicher Verbündeter. Oder hat sogar neue Folgemissionen.

Jede Ecke muss untersucht werden und überall gibt es was zu entdecken. Ihr selbst seid dabei genauso beschäftigt, wie eure Stabschefs. Drei an der Zahl: Spionage, Militär und Diplomatie. Und diese drei Teile eurer Organisation können Befehle von euch erhalten. Beim Kriegsrat – den ihr jederzeit einberufen könnt – gibt es Möglichkeiten, die Ressourcen der Inquisition zu nutzen.

Helft der Stadt in einer Krise oder untersucht einen Spionagevorfall. Drängt die dunkle Brut zurück, bekämpft jene, helft diesem gegen den da und so weiter und so fort. Von banalen Kleinigkeiten bis hin zu alles verändernden Aufträgen. Die – und das ist der Clou – nichts mit der Hauptmission zu tun haben. Ihr ändert die ganze Welt um euch herum, nur dadurch, dass ihr anderen sagt, was sie tun sollen.

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Verschiedenes Hintergrundwissen und bereits absolvierte Mission bringen interessante Vorteile bei anderen Begegnungen.
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Wichtig ist natürlich auch, wer von den drei Anführern die Mission übernehmen soll. Das führt zu Veränderungen. Neuen Missionen (für euch und für eure Stabschefs). Neuen Gebieten. Und damit zu noch mehr Quests, Charakteren und Möglichkeiten.

Und während ihr im Grunde alle Entscheidungen selbst trefft, die großen und kleinen Auswirkungen eurer Regentschaft beobachten und regelrecht mitfühlen könnt, seid ihr von Arbeit nicht befreit. Denn ihr seid in persona die Inquisition. Ihr bringt Recht und Ordnung. Und das heißt: Gegner prügeln, Quests annehmen, mit Leuten reden, Kräuter sammeln, Erz abbauen, Lager für die Inquisition errichten, Risse ins Nichts schließen, Welten entdecken und staunen, staunen, staunen.

Wenn etwas am Umfang von DA: Inquisition zu den Kontrapunkten gehört, dann ist es genau das. Es ist nämlich einfach zu viel. Ihr werdet mit Möglichkeiten erschlagen. Die schiere Unendlichkeit der Dinge ist faszinierend und kräftezehrend zugleich.

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DA: Inquisition ist einfach nur riesig.
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Ihr müsst in einer riesigen Burg von 'A' nach 'B' rennen und seid genervt, weil alle so verdammt weit auseinander stehen. Das ihr woanders abgesetzt werdet, als das Gespräch begann und wieder über den großen Hof rennen müsst. Waffen und Rüstungen wollen von euch hergestellt werden. Verbesserungen wollen erfunden und angebracht werden.

Ihr müsst eine Vielzahl an Charakteren ausrüsten, Entscheidungen von großer Bedeutung treffen und im Grunde alles selbst tun. Kräuter sammeln, Tränke brauen und verbessern, Rezepte finden und anwenden. Rüstungen schmieden. Alle Verbündeten auszurüsten und leveln ist eine halbe Lebensaufgabe und frisst manchmal schon einen ganzen Abend.

Nein, Dragon Age Inquisition ist nichts für diejenigen, die wenig Zeit haben. Außer, sie sind bereit, lange, lange Zeit damit beschäftigt zu sein.

Die Welt: Open World oder Schlauchgedöns?

Die einzige Antwort zu dieser Frage dürfte dann wohl „Weder noch.“ sein. Open World ist anders und Schlauchlevel (und vor allem die verhassten Copy-Paste-Dungeons des zweiten Teils) gehören der Vergangenheit an. In Dragon Age: Inquisition schaltet ihr nach und nach (entweder, weil es die Hauptmission so will oder weil ihr sie durch Handlungen, Aufträge, und so weiter bereisbar gemacht habt) neue Gebiete frei.

Manche von ihnen sind kleine Abschnitte und erinnern an die alten Teile. Und andere sind so groß, dass ihr ein Reittier brauchen würdet, um in angemessener Zeit von einem Punkt zum nächsten zu reisen. Und genau das gibt es jetzt auch: Reittiere. Vom klapprigen Gaul, über den erhabenen Waldhirsch, bis zur imposanten Stachelechse. Und nicht in einer Ausführung. Nein. In Massen. Und alle unterscheiden sich leicht, was ihre Attribute angeht. Und vor allem im Aussehen.

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Viel Spaß beim erkunden. Das kann eine Weile dauern.
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Aber ich schweife ab. Von der Tatsache, dass man seine eigene Burg auch noch einrichten kann und Thron, Vorhänge, Bett und so einen Murks, selbst auswählen darf, habe ich ja auch nicht angefangen. Auch wenn es imposant zeigt, wie verdammt umfangreich dieses Spiel ist.

Nein, wir sind bei den Welten. Eine Vielzahl von Gebieten lässt sich aus den unterschiedlichsten Gründen und auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen bereisen. Diese Abschnitte sind frei begehbar und haben nur zwei Grenzen: das Ende der Map, wie wir sie aus unzähligen anderen Spielen dieser Art kennen. Und durch verschüttete Durchgänge und verschlossene Tore.. Die wir natürlich auch durch unsere Stabschefs beseitigen lassen können (sofern zuvor persönlich aufgesucht) und damit neue Abschnitte, Missionen und Charaktere freischalten. Es ist krank.

Jedes Gebiet unterscheidet sich mal mehr und mal weniger stark von den anderen. Düstere Sumpfgebiete. Heiße Sandlandschaften, Kalte Tundra und mit Wiesen gesegnete Taiga. Bedrohliche alte Ruinen und malerische kleine Dörfer. Küstenabschnitte. Regen. Sonne. Heiß. Kalt. Tag, Nacht. Hier gibt es nicht eine Welt zu bereisen, sondern viele. Und alle lohnen einen Besuch.

Das einzige, was hier etwas unschön auf den Magen drückt, ist, dass es kein anständiges Wetter- und Tag- und Nacht-System gibt. In den einzelnen Abschnitten herrscht immer die gleiche Tageszeit und immer das gleiche Wetter. Was vor allem in Gesprächssequenzen irritierend ist, die zu ganz anderen Gegebenheiten abspielen, als die Umgebung tatsächlich bereit hält. Da unterhält man sich im schönsten Mondschein und steht im nächsten Moment in der sengenden Hitze der unermütlichen Sonne...

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Die Gebiete unterscheiden sich oft stark voneinander. Das gefällt.
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Die Gebiete ähneln von ihrem Aufbau her „Skyrim“. Doch in einer kleineren, kompakteren Version. Wodurch – und das ist der springende Punkt – sie aber auch viel realistischer wirken. Skyrims Welt wirkte wie eine feste Größe, die mit Inhalten gefüllt wurde, bis sie beinahe platzte. DA: Inquisition hat Kartenabschnitte, die immer genauso groß sind, wie sie sollen. So wirkt nichts überladen, es gibt Platz für Natur; Fauna und Flora.

Dadurch gelingt es diesem Titel, über lange Zeit immer wieder mit Abwechslung und Überraschungen aufzuwarten. Die Gebiete haben eine viel größere Chance, auf euch einzuwirken und ihre „Magie“ zu entfalten. Entspannende Idylle, bedrohliche Kulisse. Eine Mischung? Das Ändern der Gegebenheiten in einem Landstrich. Alles ist möglich. Und alles ist vorhanden. Man muss es nur entdecken.

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Die Lobgesänge auf die Landschaften sind völlig ernst gemeint.
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Die Größe dieser Abschnitte kann natürlich auch abschrecken. Es ist teilweise genauso deprimierend, wie es befriedigend ist, wenn man ein großes Gebiet gerade komplett durchgespielt hat. Wenn man alles gesammelt, mit jedem geredet und alle Aufträge absolviert hat. Und dann in eine neue Region kommt, die einen direkt wieder zu erschlagen droht. Man weiß nicht, wo man anfangen soll und wie viel Zeit das wohl kosten mag.

Das mag nicht für jedermann gelten. Bei mir war es nicht so. Doch dafür habe ich mich stark an der Burg der Inquisition gestört. Zu groß. Und alle stehen sonstwo. Ein Gerenne und Gesuche, welches Zeit und Antrieb frisst. Klar, niemand zwingt euch, dauernd mit jedem zu reden und alles zu erkunden. Aber genau das ist doch der Kern dieses Spiels. Ihr könnt es fünf Mal durchspielen und sollt immer noch die Möglichkeit haben, Neues zu entdecken.

Gameplay: Teil 1 oder 2?

Und wieder lautet die Antwort: eine Mischung aus beiden. Und eine frische Brise neuer Ideen. Die Kämpfe sind – wie aus dem zweiten Teil gewohnt – recht actionlastig. Doch wird der strategische Anspruch nun wieder größer geschrieben und wer den Taktikmodus nicht nutzt (und dadurch das Spiel pausiert und sich die Zeit nimmt, den Charakteren neue Befehle zu geben) stirbt. Sehr schnell. Selbst auf „normal“.

Das Gameplay ist in seinem Kern natürlich gleich geblieben. Genauso, wie das Kampfsystem. Ihr könnt alle vier Charaktere der Gruppe selbst steuern und/oder ihnen Befehle geben. Doch gerade dieser schöne Taktikmodus, der das Geschehen von oben betrachtet und euch den Überblick über die Schlacht gewährleisten soll, hakt und kratzt an so mancher Stelle.

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Der Taktikmodus... Nervt ein bisschen.
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Das Auswahlkreuz kann nicht durch Gegenstände (zum Beispiel Mauern) fahren, weil euer Charakter da ja auch nicht durchgehen kann... Aber er kann doch drum herum laufen, oder? Und wieso ist die Handhabung hier generell so frickelig? Ob ich nun die Tastatur zum steuern verwende oder die Maus. Oder den Controller. Es ist egal. Es ist ein Geklicke und Gefluche und am Ende findet man sich einfach damit ab. Aber schön ist es nicht.

Generell ist es schade, dass man auf dieses pausieren immer noch so stark angewiesen ist. Es ist – abgesehen vom Schwierigkeitsgrad „einfach“ - nicht möglich, gegen seine Feinde anzukommen, wenn man seinen Verbündeten nicht selbst Befehle gibt. Die sind nämlich – mal wieder – nicht die hellsten Leuchten unter dem Sternenhimmel des Erbauers.

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Die KI hat sich deutlich verbessert. Eure Verbündeten stellen sich im Alleingang trotzdem oft ziemlich blöd an.
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An sich kann man zwar eine gute Tendenz erkennen und die Charaktere aus den ersten beiden Teilen würden hier ihren Hut ziehen, aber gegen schwere Gegner und ohne euer Eingreifen, ist es die reinste Zirkusnummer.

Der Magier rennt in die Gegnermassen. Der Bogenschütze springt von der Klippe und ist weg. Der Krieger und Tank meiner Gruppe, zieht sich – ohne ersichtlichen Grund – von dem Drachen zurück und stellt sich hinter den anderen Magier. Der prompt eine Ladung Feuer ins Gesicht bekommt. Früher konnte man sowas noch einigermaßen gut verhindern, da das Menü einem die Macht gab, fast jede Kleinigekit im Vorgehen der KI selbst zu bestimmen.

Doch das ist – leider – nicht mehr möglich. Ihr könnt nur noch nebensächliche Details einstellen, wie den Zeitpunkt, wann der Chara einen Heiltrank nehmen soll. Wie viele Tränke er übrig lassen muss. Solche Sachen eben. Aber von den Möglichkeiten aus Teil 2 fehlt jede Spur. Man hat sich wohl darauf verlassen, dass die KI mittlerweile schon weiß was sie tut. Tut sie aber nicht. Nein, der blaue Fleck auf meinen Knöcheln bezeugt es: tut sie nicht.

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Ohne die einstellbaren KI-Befehle - wie aus dem zweiten Teil bekannt - ist der Taktikmodus jedoch überlebenswichtig.
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Dann level die Charas ordentlich, dann klappt das schon!“. Ja. Guter Tipp. Danke. Aber auch das ist nicht ganz so einfach. Die Werte eures Charakters – also die Attribute -. könnt ihr nämlich ebenfalls nicht mehr selbst verteilen. Diese definieren sich jetzt durch die Werte eurer Kleidung und durch die Fähigkeiten, die ihr erlernt habt.

So haben manche Talente nämlich Zusätze wie: „Gewährt beim erlernen Konstitution +3“ und ähnliche Spaßfaktoren, die es recht umständlich machen, die verschiedenen Charaktere ordentlich zu verbessern. Das automatische Leveln mag da ganz sinnvoll sein, aber wer nutzt das schon? Es ist ja auch nicht unmöglich, anständig zu leveln, doch es ist kompliziert geworden.

Der wichtigste Punkt hierbei sind die eben erwähnten Waffen und Rüstungen. Durch diese könnt ihr die Werte der einzelnen Figuren wunderbar abrunden. Doch das bedeutet: selber herstellen. Das wiederum heißt nichts anderes als: sammeln, sammeln, sammeln. Denn die richtigen Werte gibt es nur mit den richtigen Rohstoffen. Manche mögen ihren Spaß damit haben. Ich ja eigentlich auch. Doch es frisst Zeit. Sehr viel Zeit. Und davon hat nicht jeder unbedingt unendlich. Arbeit, Arbeit.

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Ausrstung und Waffen dürft ihr jetzt selber basteln. Ihr findet aber auch bei geplünderten Leichen und in Truhen mehr als genug.
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Eine weitere, wichtige Änderung betrifft die Heiltränke. Diese werden nun automatisch aufgefüllt, wenn ihr ein Lager der Inquisition betretet oder eine Vorratskiste findet. Doch kaufen oder finden tut ihr diese wichtigen Phiolen nicht mehr. Ihr müsst sie selber herstellen (was wieder eines bedeutet: sammeln), verbessern und erforschen.

Das frisst weitere Ressourcen und damit abermals Zeit. Und um die Sache noch schlimmer zu machen: wirklich nur die Heiltränke werden im Lager aufgefüllt. Lyriumtränke, Regenerationstränke und all die anderen Fläschchen, müsst ihr komplett selbst herstellen.

Das bringt aber auch ein ganz neues Feeling in das Spiel. Wie weit kann ich jetzt erkunden? Wann gehe ich zurück ins Lager und fülle wieder auf? Will ich den ganzen Weg wirklich noch einmal ablaufen? Muss ich ihn wirklich noch einmal ablaufen? Was bringt die nächste Ecke? Ganz bestimmt keinen neuen Heiltrank, so viel ist schon mal sicher...

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Noch eine Schlacht oder habt ihr euch überschätzt? Behaltet immer die Heiltränke im Auge.
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Der letzte Punkt steht ein wenig in der Waage. Halb 'ja', halb 'nein'. Das Dialogsystem wurde so beibehalten, wie im zweiten Teil bekannt. Kurze, knackige Aussagen stehen für ganze Antworten/Sätze und stellen quasi die Kurzform dessen dar, was euer Charakter von sich geben wird.

Der Vorteil liegt hier ganz klar auf der Hand: Ihr müsst nicht erst ellenlange Sätze lesen und die Spielzeit völlig unnötig und sinnlos strecken. Der Nachteil ist „DA 2“-Veteranen ebenfalls kein Unbekannter: Die Antworten fallen oft nicht so aus, wie man die kurzen Satzschnipsel interpretiert hat. Die Antwort gefällt einem nicht; Frust macht sich breit.

Charaktere und Geschichten: was macht Varric?

Der größte Punkt von Dragon Age: Inquisition wurde heute ja schon angesprochen: der Umfang. Der gigantische, pompöse, unfassbare Umfang. Und dieser wirkt sich auch auf das aus, was ihr erlebt (welch Erkenntnis!). Das mag banal klingen, da wir hier ja schließlich von einem Bioware-Titel sprechen, sollte hier aber noch einmal besonders erwähnt werden, da dieses Spiel ganz neue Maßstäbe setzt.

Die Ereignisse der Hauptquest sind erneut recht unberührt von euren Entscheidungen. Es sind minimale Details, die sich auf Grund eurer Entscheidungen ändern. Mal mehr, mal weniger merklich. Ist mein letzter Gegner ein großer Mutant oder ein Magier? Erwähnt mein Gegenüber diese eine Sache oder ist das nie passiert? Verreckt dieser unwichtige Charakter oder der da? Eure Entscheidungen laufen erst in der Endschlacht so richtig zusammen und werden dann elementar für das Ende.

Was sich aber in erschreckendem Ausmaß auf die Welt, die Nebenquests und die Charaktere in diesem Farbenspiel aus rot und schwarz auswirkt, sind eure Entscheidungen. Die des Inquisitors, die von Hawke und die des berühmten Helden von Ferelden (ist eigentlich mal jemandem aufgefallen, wie blöd das in deutsch klingt?).

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Die Entscheidungen aus dem ersten und zweiten Teil haben große Auswirkungen auf allerlei Details in Inquisition.
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In „Dragon Age: Keep“ habt ihr die Möglichkeit, alle Entscheidungen aus den Vorgängern noch einmal zu treffen. Und das sind viele. Mit vielen Details. Und die wirken sich stark auf die Welt von Inquisition aus. Stärker noch, als es Mass Effect 3 damals getan hat.

Dadurch, dass ihr alle Entscheidungen noch einmal ändern könnt und die Wege, die ihr in DA 3 geht, sich bei jedem Durchspielen ändern können, ergibt sich ein immens großes Wiederspielwert, der Seinesgleichen nicht zu suchen braucht. Es gibt keine Konkurrenz.

Manchmal sind die Unterschiede nur Erwähnungen. Beiläufige Bemerkungen. Texte aus einem Brief, den ihr gefunden habt. Missionsbeschreibungen. Manchmal sind sie stärker erkennbar. Charaktere die fehlen oder anders sind, als ihr sie kanntet. Ganz neue Nebenmissionen, die es nicht gäbe, wenn ihr in dem Teil nicht jene oder diese Auswahl getroffen hättet. Und in manchen Fällen stellen die Unterschiede die ganze Welt auf den Kopf.

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Wie ist es den altbekannten Helden so ergangen? Das kommt stark darauf an, wie ihr bisher gespielt habt.
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Außerdem sind eure Entscheidungen für eure Verbündeten und Feinde wichtig. Denn auch hier ändert sich viel, je nachdem, wie ihr zuvor gespielt habt. Und auch die Dialogoptionen und Folgequest können ganz andere sein. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, haben wir bis jetzt noch nicht ganz begriffen. Doch tut der Hals vom ewigen nach oben starren weh, wenn ihr versteht, was wir meinen.

Das Potenzial von Dragon Age ist kaum einzuschätzen. Der Wiederspielwert gigantisch.

Einen kleinen Abzug gibt es aber auch hier. Ein Problem, mit welchem bereits die ersten beiden Titel zu kämpfen hatten und die durch die deutsche Synchronisation noch verstärkt wird. Oft scheinen die Sätze, die ihr so zu hören bekommt, nicht ganz zueinander zu passen. Bei so vielen Variablen, die es zu berücksichtigen gab, haben sich Fehler eingeschlichen. In den Antworten, in der Reaktion an sich.

Nichts grauenerregendes. Aber es fällt auf. Und die falsche Betonung, die immer wieder ihren Auftritt hat, macht die Dialoge manchmal unfreiwillig komisch... Das mag motzen auf hohem Niveau sein. Aber Inquisition ist ein Rollenspiel auf dem höchsten Podest. Der Titel kann das bisschen Gemecker durchaus ab.

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Fehler hat das Spiel durchaus. Aber die gehen in der Flut an Möglichkeiten unter.
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Was die Qualität der Geschichte, der Erzählung angeht, dürfen wir gar nicht zu viel verraten. Fast alles, was man als Beispiele für die Wertung anbringen könnte, verrät vielleicht schon den einen Tick zu viel.

Mit meiner Aussage lehne ich mich vielleicht ein bisschen zu weit aus dem Fenster, aber ich möchte behaupten, dass es keine gewaltigere Geschichte gibt als diese. Das Kribbeln der wirklich fantastischen Szenen aus Herr der Ringe. Die Kunst des Geschichten Erzählens, die Bioware mittlerweile gemeistert hat. Der große Epos, der hier weitergeführt wird. Es ist ein Gesamtkunstwerk. Und es sprüht aus jeder Pore, es kribbelt an jedem Nerv und es zuckt mit den Mundwinkeln zusammen, unweigerlich, nach oben. Großartig.

Die Grafik: na, wie schaut´s aus?

Mit Dragon Age: Inquisition ist die Reihe endlich richtig erwachsen geworden. Alles sieht viel detaillierter und schöner aus. Nicht unbedingt der Gipfel dessen, was möglich gewesen wäre, aber im Vergleich zu der schieren Größe des Spiels, ist der Grafikzustand schon als beeindruckend zu bezeichnen.

Die Welten sehen einfach nur fantastisch aus und harmonieren perfekt mit dem Lichtspiel und der dezenten Musikuntermalung, die teilweise auch komplett fehlt und damit, absichtlich, ein schönes Feeling erzeugt. Durch die Liebe bis zum kleinsten Detail, wie Verzierungen, Schnallen, Narben und kleinen Härchen, entsteht etwas, das weniger Wert auf ultimative Qualität, als viel mehr auf das Gesamtpaket legt. Und das ist gut so.

Dragon Age: Inquisition - Asit tal-eb - Die Art, wie die Dinge sein sollen

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Inquisition kann sich durchaus sehen lassen und braucht sich für (fast) nichts zu schämen.
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Die Effekte knallen, die Gesichter sehen liebevoll detailliert aus und selbst die vielen Tiere, die die Welt von Dragon Age nun beheimaten, wurden nicht mal eben nebenbei entworfen. Da steckt eine Menge Zeit und Liebe hinter. Sollte man die Grafik als Ganzes bewerten, doch gleichzeitig als einzelnen Teil des gesamten Pakets, so ist sie ein klares 'gut' bis 'sehr gut'.

Wenn man sich manche Dinge jedoch genauer ansieht, entdeckt man kleine, gemeine Details, die den Eindruck trüben und DA: Inquisition nicht im besten Licht dastehen lassen.

Es sind vor allem die ungeliebten Clipping-Fehler, die nach dem ersten und zweiten Dragon Age noch einmal ordentlich an Aggressivität zugelegt haben. Sie sind jetzt überall. Hände verschwinden in Armen; Waffen in Köpfe, Kleidungsstücke in Beinen, Arme in Kleidungsstücken und so weiter und so fort.

Sie sind überall und man kann sie kaum übersehen. Nicht einmal dann, wenn man sich ganz doll anstrengt. Sie sind so allgegenwärtig wie die hässliche Fratze des NPCs, der selten undetailliert und blöde aussieht, dass er neben dem Hauptcharakter – mit all seinen Details – so fehlplatziert erscheint, als wäre aus dem zweiten DA importiert worden.

Und das ist wirklich schon alles, was es gegen die Grafik von Inquisition zu sagen gibt. Hier und dort merkt man, dass es den Entwicklern einfach zu viel wurde. Das ihnen die Zeit und/oder die Lust zur Neige ging. Manche Dinge ließen sich vielleicht auch einfach nicht mehr fixen. Wenn der Wurm erst mal im Code steckt...

Dragon Age: Inquisition - Asit tal-eb - Die Art, wie die Dinge sein sollen

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Die leidigen Clippingfehler konnten immer noch nicht beseitigt werden. Schade.
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Ganz am Ende sei eine Sache noch erwähnt. Hauptsächlich, weil wir so viel Gutes zu sagen hatten und kaum gegen das Spiel schießen konnten. Aber eine Sache schlägt ebenfalls schwer auf den Magen. Das Menü.

Denn leider ist es irgendwie so stark auf den Controller ausgerichtet, dass die Navigation per Maus und Tastatur zur Fummelarbeit wird. Dinge, die sich mit einem schnellen Druck auf die Pfeiltasten ausführen lassen sollten benötigen die Maus. Fiese, kleine Pfeiltasten erwarten von euch hohe Konzentratiuon, damit ihr nicht daneben klickt.

Objektedetails werden nur erneuert, wenn ich die Maus noch einmal weg- und wieder hinbewege. Was vor allem beim vergleichen und verkaufen/einkaufen zu einem Spiel mit den Nerven wird. Alles ist irgendwie so hakelig. So undurchdacht. So...

Na, ja. Wir haben es ja schon erwähnt. Mit dem Controller geht das alles wunderbar. Wir wünschen uns nur, mit der Maus und Tasta würde es genauso sauber ablaufen...