Special: Doom III mit Zboard (PC)
(von Jörg Pitschmann)

»Doom III« kam auf die Welt, und die Zockergemeinde dieser Welt sah, daß es gut war. Die Jungs um John Carmacks id-Truppe haben wieder einmal ganze Arbeit geleistet und das Ballervolk mit einem geradlinigen Shooter der Ausnahmeklasse versorgt, in dem

einmal mehr Heerscharen mies gelaunter Gegner in die virtuelle Hölle zurückbefördert werden müssen. Und das bedeutet natürlich auch eine hochgradige Belastung für Tastaturen und Mäuse bis an die Grenzen ihrer Stabilität. Was liegt da näher, als der spielhungrigen Menge sinnvolle Zusatzapplika- tionen anzubieten, die das virtuelle

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Leben erleichtern sollen und überdies das Standardequipment des heimischen Rechners schonen? Die Zubehör-Spezies des amerikanischen Herstellers »Ideazon« haben etwas besonderes im Angebot: eine »Doom III«-Tasta- tur. Ob sich die Monsterhorden davon beeindrucken lassen?

Auslegware

Das Prinzip des »Zboard« genannten Zubehörs ist denkbar einfach. Das Keyboard besteht aus zwei Komponenten: einer Fassung, die über USB an den PC angestöpselt wird sowie auswechselbaren Tastatursets, die vom Gerät automatisch erkannt werden. Jede Anwendung bekommt auf diese Weise ihre eigene Tastatur, ohne daß mehrere Keyboards an den Rechner angeschlossen werden müssen.

Das Keyset selbst ist zweifach gefaltet und wird in der Fassung regelrecht "ausgelegt". Am rechten Rand fixiert man das Teil über einen Schnellspannhebel.

Das klingt einfach und ist es auch. Erfreulich: Das Board ist stabil gebaut, und die Einsätze wackeln nicht hin und her, sondern sitzen fest in ihrem Rahmen. Da herstellerseitig bereits weitere Sets angekündigt sind, dürfte einer intensiven Nutzung des Tastenwechselns nichts im Wege stehen.

Selbst klassische Office-Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Schreiben dieses Artikels, können mit dem Zboard erledigt werden - man sollte dazu allerdings das mitgelieferte Standard-Keyset benutzen. Zwar bietet auch der »Doom III«-Einsatz normale Buchstabentasten, doch sind diese zum einen im amerikanischen Layout bedruckt, zum anderen infolge der spieloptimierten Anordnung des linken Tastenblocks gänzlich unpraktisch für Schreibarbeiten.

Ähnliches gilt übrigens auch für die standardmäßig mitgelieferte Spieletastatur, deren Qualitäten ebenfalls eher im ballerischen als im schreiberischen Bereich liegen.

Find das Knöpfchen
Doch zurück zu »Doom III«. Wer das Spiel kennt, weiß, daß es in den Levels der Marsstation zumeist dunkel ist. Sehr dunkel. Liebstes und wichtigstes Equipment neben einer möglichst großkalibrigen Kanone ist daher die Taschenlampe, denn nur mit ihrer Hilfe findet man zurück auf den rechten Weg. Ärgerlich ist allerdings, daß man nicht zugleich leuchten und ballern kann, denn leider erlaubt es das Spiel nicht, in einer Hand die Lampe und in der anderen eine Wumme halten. Deshalb passiert es häufig, daß man seinen Lichtkegel in eine dunkle Ecke funzeln läßt und sehr plötzlich entdeckt, daß sich dort schon jemand aufhält. Zumeist

Doom 3 - Ballern im neuen Gewand: Schnellfeuertastatur für id’s brillanten Gruselshooter

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hat dieser Jemand kein Gesicht, dafür aber kräftige Arme und sehr schlechte Laune. Ein schneller Griff zur Kanone ist dann das einzige, was hilft.

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Daß man dazu erst die Taschenlampe wegstecken muß, entspannt die Situation nicht wirklich. Auf der anderen Seite ist dies natürlich von den Entwicklern so gewollt, denn es trägt zur gruseligen Atmosphäre ungeheuer bei. Um also nicht bei jeder Begegnung mit den Unsympathen ins digitale nicht vorhandene Gras zu beißen, ist eine sinnvolle Anordnung der Tastenbelegung erforderlich, die das Wechseln zwischen Latüchte und Waffe erleichtert.Das Zboard löst diese Anforderung sehr gut, da der Flashlight-Button direkt links neben der »vorwärts«-Taste im linken Buttonblock angesiedelt ist. Bei einem Standard-Keyboard entspräche diese Anordnung den Buchstaben »w« (vorwärts) und »q« (Licht). Ähnliches gilt für die zweite, überlebenswichtige Funktion, das Nachladen der virtuellen Meinungsverstärker, dessen Taste sich rechts neben dem Vorwärtslaufen befindet. Die Belegung an sich wäre nichts besonderes, denn vermutlich legen viele Zocker ihre Kommandos genau auf diese Tasten.

Der Vorteil des Zboards liegt vielmehr in den Abmessungen der Buttons. Die wurde nämlich angepaßt: Sowohl der Licht- als auch der Nachladen-Funktion hat man extragroße Knöpfchen spendiert, die zudem leicht nach innen gewölbt sind. Wer in der Hektik eines Gefechts auf den kleinen Tasten eines normalen Keyboards herumhaut, weiß, wie schnell man hier danebendrückt. Mit dem Zboard-Button wird diese Gefahr minimiert. Eine flinke Maus kann und will das Board freilich nicht ersetzen. Außerdem kann eine handelsübliche Drei-Button-Maus mit Rad zumindest bei »Doom III« bereits einige wichtige Funktionen übernehmen.

Da die Waffen keine Sekundärfunktion besitzen, kann zum Beispiel die Taschenlampe auf die rechte Maustaste gelegt werden, was einen ebenso schnellen Wechsel zwischen Licht und Feuerkraft ermöglicht, wie mit den Spezialtasten des Zboards. Wer seinen Nager allerdings gern mit anderen Funktionen versieht oder womöglich nur mit Hilfe des Keyboards durch die finstere Marsstation schleicht, für den bringt die »Doom III«-Knopfbelegung echte Vorteile.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Kommandos im Spiel. Springen, Rennen, Ducken - flinke Bewegungen, die nicht nur im Umgang mit einer Chefredaktion überlebenswichtig sind, sondern auch im Kampf auf dem Mars. Alle wichtigen Befehle sind hübsch und adrett um die Richtungstasten herum angeordnet und ohne schlimme Fingerverrenkungen zu erreichen. Einzig die Shortcuts für die Kanonen sind in einer Reihe oberhalb der anderen Tasten angeordnet und damit auch nicht schneller zu erreichen als die Zahlen auf einem normalen Keyboard.

Bleibt also auch hier nur das Mausrad für den fliegenden Wechsel zwischen den Ballermännern übrig. Sofern man überhaupt zwischen verschiedenen Vernichtungsartikeln hin und her schalten möchte, denn einschlägige Erfahrungen mit »Doom I-III« haben gezeigt, daß zumeist stets die größtmögliche Bleispritze, über die man verfügt, auch die beste ist.

Geschmacksfrage
Die interessanteste Frage dürfte sein, welche Käufer die Entwickler des Zboards mit »Doom III«-Tastatur ansprechen wollen. Hardcore- und Clanzocker, die wahrscheinlich auf normalen Keyboards weitaus schneller und sicherer arbeiten und die Tastaturkommandos präzise auf ihre Bedürfnisse eingestellt haben, dürften sich weniger für das Board interessieren. Auch eingefleischte Nostalgiker, die jedes Eingabegerät fernab ihrer Maus und ihrer Standardtastatur ablehnen, werden nur schwerlich von den Vorzügen des Zboards zu überzeugen sein.

Das Teil richtet sich vielmehr an die Masse der Durchschnittszocker, diesich in ihrer Spieltechnik nicht absolut festgelegt haben. Und für die kann das Z-Brett eine echte Bereicherung bedeuten. Natürlich ist eine gewisse Einarbeitungszeit unvermeidlich; das trifft allerdings auf jedes neue Eingabegerät zu, mit dem man sich auf Alien- und Feindesjagd begibt. Wer sich davon nicht abschrecken läßt, kann mit dem Tastenbrett von Ideazon durchaus gute Metzelresultate erzielen.

Böse Zungen mögen allerdings die Frage in den Raum stellen, wozu man ein komplettes Keyboard benötigt, wenn sämtliche vitalen Funktionen auf einigen optimal angeordneten Knöpfen Platz finden. Immerhin ließe sich das Keyset auch auf einem Zusatz-Pad realisieren, das man bequem über einen USB-Port anschließen und neben der Tastatur ablegen könnte.

Dies wäre vermutlich nicht nur preiswerter als das Spielbrett, sondern vermutlich genauso effizient wie das Teil mit dem Z. Denn immerhin ist das gute Stück nicht

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gerade billig. 59,95 Euro muß der geneigte Zocker für die Grundausrüstung auf den Tisch des Hauses zu blättern und nochmal 24,95 Euro zusätzlich für den »Doom III«-Einsatz. Macht Summa Summarum 74,90 Euro - ein stolzer Preis, für den man auch eine richtig gute normale Tastatur im Laden bekommt.

Immerhin: wenigstens bekommt man gute Ware für sein sauer verdientes Geld. Und wer sich schlichthin eine neue Tastatur kaufen will, für den mag die Anschaffung eines Zboards lohnend sein, denn schließlich ist ihr Einsatz nicht auf Ballerarbeiten eingeschränkt.Schreibkraft
Zum Lieferumfang des Zboards gehören zwei Keysets. Zum einen befindet sich eine Spieletastatur in der Packung, zum anderen die oben bereits erwähnte normale Office-Tastatur, die aus dem schwarzen Brett ein gewöhnliches Schreibinstrument machen. Legt man die Spieleklaviatur in die Fassung, fragt das automatische Setup-Programm, für welches Spiel die Voreinstellung geladen werden soll.

Bereits vorkonfiguriert finden sich Titel aktuelle Titel wie »Battlefield 1942« oder »Jedi Knight Academy«, weitere Konfigurationen sind von der Herstellerseite downloadbar - sofern die Seite online verfügbar ist. Wer sich auf der Internetseite des amerikanischen Hersteller tummelt - die übrigens per Schnellknopfdruck im voreingestellten Webbrowser startet -, der kann sich über weitere Anwendungsmöglichkeiten des Brettchens informieren. Denn ursprünglich war das Teil für Anwendungen wie Photoshop oder Word konzipiert. Praktischerweise

sind dabei die am meisten genutzten Funktionen der Anwendungen auf einzelne Tasten gelegt. Wer Photoshop & Co. kennt, weiß um die Vorteile von Shortcuts, die einem mühevolles Geklicke durch üppige Menüs ersparen. Anzunehmen, daß das Zboard im Anwenderbereich auf viel Interesse stößt, denn hier bedeuten spezielle Keysets eine echte Arbeitserleichterung. Ob sich diese Vorzüge allerdings auch auf die Zockerwelt übertragen lassen, wird die Zukunft zeigen.

Fazit:
Mit dem »Zboard« haben die amerikanischen Entwickler von Ideazon ein ordentliches Spielgerät entwickelt, das beim Zocken von »Doom III« in Verbindung mit dem entsprechenden Keyset einige Vorteile gegenüber normalen Keyboards mit sich bringt. Die Anordnung der Tastaturbefehle ist sinnvoll und das Layout der zum Teil deutlich größeren Buttons pfiffig. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase erlaubt das Z-Brett ein präzises und schnellesZocken, das die virtuelle Monsterhatz in id's Ausnahmeshooter tatsächlich erleichtern kann. Die schwarze Schlachtplatte mit den dunkelroten Tasten sieht dabei nicht nur stylisch aus, sondern zeigt sich auch in ihrer technischen Verarbeitung von einer guten Seite.

Hardcore- und Clanzocker werden sich von diesen Lobeshymnen freilich nicht beeindrucken lassen, denn für sie bietet das Board vermutlich keine Alternativlösung zu ihren individuell eingestellten Tastaturkommandos auf einem Standard-Keyboard. Hinzu kommt der stolze Preis des Tastenvirtuosen, der zusammen mit dem »Doom III«-Set bei mehr als 70,00 Euro liegt. Das schränkt den Kreis der potentiellen Käufer eher auf solche Zocker ein, die künftig weitere Zboard-Innenleben anschaffen wollen. Immerhin hat Publisher bigben zumindest für kommende Actiontitel weitere Tastatureinsätze in Deutschland angekündigt.

Auf der amerikanischen Webseite des Herstellers kann man sich

außerdem darüber informieren, welche Spiele auf dem US-Markt schon unterstützt werden. Außerdem vermittelt die Seite einen guten Eindruck darüber, welche Einsatzmöglichkeiten das Brettchen sonst noch bietet. Wer bereit ist, für sein liebstes Hobby tief in die Tasche zu greifen und neues Equipment auszuprobieren, der sollte dem »Zboard« eine Chance geben.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ Sinnvolle Anordnung der Tastaturbefehle + Vielseitig erweiterbar + Gute technische Verarbeitung

Cons:
- Teuer - Nix für Profizocker