Fans der „Mario Kart“-Serie warten schon gespannt auf die Neuauflage für Nintendo Wii. Um die Wartezeit zu verkürzen, schickt Nintendo nun mit „Donkey Kong Jet Race“ einen weiteren Arcade-Racer an die Startlinie. Statt mit herkömmlichen Gefährten seine Runden zu drehen, erinnern die raketengetriebenen Vehikel hier jedoch eher an futuristische Titel wie Wipeout oder Extreme-G. Was der Titel wirklich kann, erfahrt ihr im Test.

Donkey Kong Jet Race - Ingame Trailer

Banale Randale

Videospieler, die den Namen „Donkey Kong“ hören, denken für gewöhnlich sofort an größtenteils hervorragende Jump-and-Run-Spiele, die im Laufe der letzten Jahre für verschiedene Nintendo-Plattformen erschienen sind. Bei „Jet Race“ handelt es sich diesmal allerdings um ein Rennspiel. Nintendo hat Donkey Kong samt Freunden und Rivalen jeweils mit einem Bongo-Gürtel ausgestattet. Trommeln die Rennfahrer auf die Bongos, aktivieren sie damit einen Raketenantrieb, der für angelegte Ohren sorgt.

Donkey Kong Jet Race - Wir warten lieber auf Mario Kart: Dem affigen Fun-Racer geht auf halber Strecke die Puste aus.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 21/251/25
Ständiges Trommeln sorgt schnell für ermüdete Arme.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Aufgrund der unkonventionellen Antriebstechnik ähnelt „Donkey Kong Jet Race“ also eher einem Wipeout als einem Mario Kart. Beurteilt man das Gameplay, wäre der Vergleich mit beiden Titeln jedoch sehr weit hergeholt, denn was Nintendo hier bietet, richtet sich wohl eher an Gelegenheitsspieler. Grund dafür ist vor allem die triviale und völlig anspruchslose Steuerung. Um euer Gefährt in Gang zu setzen, führt ihr eine Trommelbewegung mit Wiimote und Nunchuk aus, die euren virtuellen Rennfahrer analog dazu bewegt, die Bongos zu bedienen.

Nun nehmt ihr bei anhaltender Trommelbewegung solange Fahrt auf, bis das Erreichen der Höchstgeschwindigkeit auf dem Bildschirm signalisiert wird. Glücklicherweise könnt ihr das Trommeln nun vorerst einstellen, wenn auch nicht lange. Statt durch einfache Neigung der Controller die Richtung zu bestimmen, müsst ihr erneut zu den Trommeln greifen, um euren Flitzer horizontal auszurichten.

Kurven bewältigt der Jet dagegen völlig automatisch. Somit ist das Lenken eher auf Ausweichmanöver beschränkt, mit denen ihr Gegner überholen oder Hindernisse umgehen könnt. Möchtet ihr euch nach links bewegen, trommelt ihr mit dem Nunchuk, während rechtes Trommeln per Wiimote eine Bewegung nach rechts bewirkt. Die Tatsache, dass euch Kurven herzlich egal sein können, nimmt dem Arcade-Racer natürlich eine Menge Potenzial.

Packshot zu Donkey Kong Jet RaceDonkey Kong Jet RaceErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Gegnerjagd statt Kurvenspaß

Statt echtem Rennspielfeeling vermittelt der Titel lediglich eine Menge Hektik, die durch ständige Auseinandersetzungen mit den sieben Gegnern verursacht wird. Unachtsamkeiten lassen euch mit Hindernissen kollidieren, was zum sofortigen Geschwindigkeitsverlust führt. Aufmerksame Leser können sich bereits denken, was dagegen hilft – genau, es darf erneut getrommelt werden, um den Jet wieder auf Touren zu bringen.

Donkey Kong Jet Race - Wir warten lieber auf Mario Kart: Dem affigen Fun-Racer geht auf halber Strecke die Puste aus.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 21/251/25
Der Streckenverlauf ist häufig abenteuerlich aber größtenteils irrelevant.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So verstrickt sich der Titel in ewigem Getrommel, das jeglichen Anspruch entbehrt. Da helfen auch die zahlreichen Power Ups nicht weiter, mit denen ihr euren Gegnern so richtig eins auswischen könnt. Steht kein Power Up bereit, dürft ihr eure Kontrahenten per Knopfdruck immerhin noch mit eurer Faust vom Gleiter prügeln. Rast ihr auf ein niedriges Hindernis zu, sorgt ihr durch das Hochreißen beider Wii-Controller für einen Sprung, mit dem ihr die Situation elegant löst. Überall auf den Strecken sind zudem Bananen verteilt, die ihr unbedingt einsammeln solltet. Habt ihr nämlich genug Bananen einkassiert, dürft ihr einen Geschwindigkeitsschub aktivieren, mit dem sich einige Plätze gut machen lassen.

Abwechslungsreiche Monotonie

Grafisch bietet der Titel genug Abwechslung und Qualität, um auch anspruchsvollen Arcade-Spielern zu genügen. Abwechslungsreiche Settings sorgen für farbenfrohe und interessante Strecken, deren Verlauf aufgrund des Spielprinzips jedoch fast schon egal ist. Somit spielen sich die Kurse insgesamt zu monoton, was sich spürbar negativ auf die Langzeitmotivation auswirkt.

Donkey Kong Jet Race - Wir warten lieber auf Mario Kart: Dem affigen Fun-Racer geht auf halber Strecke die Puste aus.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 21/251/25
Schnell zum roten Fass – hier winkt eine Abkürzung!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die acht verschiedenen Rennfahrer entspringen allesamt der „Kong“- beziehungsweise „Kremling“-Familie, die Nintendo-Fans sicherlich vertraut sein dürften. Obwohl das Spiel durchgängig flüssig dargestellt wird, mangelt es dem Titel allerdings an Rasanz. Raketengetriebene Arcade-Racer sollten wenigstens ein gewisses Geschwindigkeitsgefühl vermitteln. Bei Donkey Kong Jet Race hat man jedoch leider das Gefühl, dass die Jets nie richtig in Fahrt kommen.

Arcade-Rennspiel mit groben Designschwächen und niedrigem Unterhaltungswert. Spart euch das Geld und wartet auf Mario Kart!Fazit lesen

Obwohl das Spiel aufgrund des stark vereinfachten Spielprinzips und der unangenehmen Steuerung wenig Spaß macht, sorgt es wenigstens im lokalen Mehrspielermodus für Vergnügen. Wenn sich bis zu vier Spieler per geteiltem Bildschirm ein Rennen liefern und Ehrgeiz zu kollektivem Getrommel führt, ist das immerhin kurzfristig unterhaltsam.

Donkey Kong Jet Race - Wir warten lieber auf Mario Kart: Dem affigen Fun-Racer geht auf halber Strecke die Puste aus.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 21/251/25
Auch unter Wasser könnt ihr die Bongos befeuern.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nach zwei bis drei Rennen lässt die Motivation dann jedoch stark nach und der Ruf nach einem anderen Spiel wird laut. Schade, denn die technische Basis hätte ein besseres Gameplay verdient. Auf einen Onlinemodus haben die Entwickler übrigens komplett verzichtet. Einzelspieler wählen aus einem GrandPrix-, Einzelrennen-, Zeitrennen- und einem Herausforderungsmodus. Letzterer gibt euch öde Ziele wie etwa das Erreichen einer bestimmten Platzierung vor.