Gefangen in einer Welt voller mörderischer Riesenspinnen, tödlicher Tentakelmonster, Killerbienen, schleimiger Sumpfwesen und unzähligen anderen unheilvollen Kreaturen sitzt euch in Don’t Starve auch noch der namensgebende Hunger sowie die langsam nachlassende geistige Zurechnungsfähigkeit im Nacken – und dann geht’s nur noch ums nackte Überleben.

Don't Starve - Reign of Giants DLC TrailerEin weiteres Video

Die gezeichnete Welt, die ebenso gut aus der Feder von Kult-Regisseur Tim Burton stammen könnte, ist hübsch anzusehen. Farbenfrohe Landschaften, leicht skurrile Charaktere, alles ist ein wenig windschief und leicht überzeichnet. Ihr startet in einer farbenfrohe Idylle voller Lebensfreude. Mit Karotten, Beeren, Zweigen und Gräsern beginnt das Sammeln auf grünen Weiden mit Schmetterlingen und Blümchen. Sobald ein Feuerstein euren Weg kreuzt, könnt ihr auch schon das erste Werkzeug bauen. Ein herrliches Gefühl, so in den Tag hineinzuleben und sich um nichts zu sorgen.

Doch sobald die Dunkelheit hereinbricht, ist der friedfertige Tag auf der Blumenwiese schnell vergessen und Don’t Starve zeigt sein wahres Gesicht: Es will euren Charakter töten. In jeder erdenklichen Situation. Hinterhältig und erbarmungslos. Die Monster der Nacht erledigen euch im vollkommenen Schwarz mit nur wenigen Schlägen. Wer in letzter Sekunde noch ein Lagerfeuer errichtet hat, um der Finsternis zu entgehen, ist bei Tagesanbruch nicht mehr derselbe.

Don't Starve - Wenn Verhungern zur Nebensache wird

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 13/171/17
Willkommen in der putzigsten Hölle, die ihr derzeit auf der PS4 betreten könnt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Plötzlich seht ihr die zufallsgenerierte Welt wie sie wirklich ist: Alles will euch an den Kragen und der Tipp „Du findest besser etwas zu essen, bevor die Nacht hereinbricht“, mit dem euch Gegenspieler Maxwell am Anfang in die lebensunfreundliche Welt verbannt, wird zum wichtigsten Leitsatz des Spielgeschehens.

Hat euch die trügerisch freundliche Umgebung erst mal in euren Bann gezogen, geht ihr auf Erkundungstour und entdeckt dichte Wälder, schmierige Sümpfe, leise raschelnde Savannen- und kalte Steinebenen – Landschaften, die ebenso rohstoffreich wie tückisch sind. Vergesst nie, dass alles seinen Preis hat. Ein buntes Ei liegt mitten in einem Haufen Felsen. Es scheint die einzige Nahrung weit und breit und der Hunger drückt bereits bedenklich auf den Magen. Ihr schleicht euch verstohlen heran, könnt jedoch keinen liebenden Nesthüter für das schutzlose Ding erspähen.

Packshot zu Don't StarveDon't StarveErschienen für PS4 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Das ist eure Chance: Ihr packt das gepunktete Ei und rennt. Rennt so schnell ihr könnt um den pochenden Hunger zu stillen. Doch zu spät: Der Tallbird hängt an euren Fersen. Der wuschelige, runde Augapfel auf zwei langen Beinen jagt mit bitterbösem, rotstarrenden Blick dem Räuber seines künftigen Jungtiers hinterher. Noch bevor ihr auch nur vom saftigen Spielgei träumen könnt, fallt ihr der Rache des wütenden Muttertiers zum Opfer.

Ein niedliches Survival-Abenteuer, das es faustdick hinter den Ohren hat.Fazit lesen

War es das Risiko wert? Wäre die Suche nach einer anderen Nahrungsquelle nicht vielleicht rentabler gewesen? Ihr werdet es nicht erfahren, denn der Tod in Don’t Starve ist endgültig. Alles was ihr bei euch tragt, alles was ihr gesammelt und erkundet habt ist verloren und wer weiß schon, was euch beim nächsten Spielstart erwartet. Was vielleicht frustrierend klingt, macht den eigentlichen Reiz des Spiels aus und motiviert dazu, sehr bedacht vorzugehen.

Don't Starve - Wenn Verhungern zur Nebensache wird

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Erst wer seinen ersten Winter überstanden hat, kann sich auf die Schulter klopfen. Doch der nächste Kälteeinbruch kommt schon bald.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der Winter naht

Doch nicht alles in der ist euch feindlich gesinnt. Beefalos sind starke Büffelwesen, die in Herden zusammenleben. Lebt im Einklang mit ihnen, schert ihr Fell, aber tötet sie nicht, düngt eure Felder mit ihren Haufen, aber lasst ihnen genug Freiraum in der Brunftzeit und von ihnen geht keine Gefahr aus. Besser noch: Bedrohen eure Angreifer auch die Sicherheit der Herde, so wird euch die gesamte Büffelriege zur Hilfe eilen, wenn ihr in Nöten steckt.

Mit etwas Glück findet ihr sogar ein Schweinemenschendorf. Diese einfach gestrickten Gesellen könnt ihr zu euren Freunden machen, indem ihr sie füttert. Dann stehen sie euch sogar im Kampf bis in den Tod zur Seite. Zieht ihr mit einer Horde Schweinefreunde in den Kampf und verliert, so bringt Don’t Starve euch sogar dazu, den arglosen Verlust der tapferen Kämpfer einen Moment lang zu bedauern. Diese treuen Wesen haben niemandem was getan und doch für euch das Leben gelassen. Am Ende bleiben wir aber ganz Mensch; die Profitgier siegt. Ihr sammelt den saftigen Schinken der gefallenen Kameraden ein und sorgt euch weiter um das eigene Überleben, denn eins ist gewiss: Der Winter kommt.

Wo im Sommer das Überleben mit ein bisschen Erfahrung beinahe schon ein Kinderspiel ist, – sofern man sich nicht mit überstarken Gegnern anlegt – wird im Winter die Nahrung knapp; Kälte und Dunkelheit treiben euch schnell in den Wahnsinn. Obst und Gemüse fallen als Nahrungsquelle weg; wer sich jetzt keinen Vorrat angelegt hat, macht es nicht lang. Erfrieren ist eine weitere große Gefahr und Gott bewahre, dass eure geistige Gesundheit zu weit fällt. Schon mal von euren eigenen Horrorvorstellungen gejagt und um die Ecke gebracht worden? Kein schöner Tod.

Lebt ihr nicht nachhaltig, tötet übermäßig viele friedfertige Wesen oder rodet unachtsam ganze Wälder, dann machen euch übermächtige Beschützer der Natur das Leben schwer. Habt ihr Pech, erledigen euch zufällig angreifende Monsterhunde, noch bevor die Tage anfangen wieder länger zu werden.

So unfair das klingt und so sehr der endgültige Tod manchmal nervt, so motivierend ist es auch, wenn man überlebt. Wer seinen ersten Winter überstanden hat, dem beschert Don’t Starve, sobald der Schnee anfängt zu tauen, ein Erfolgsgefühl, dass nur wenige Spiele hervorrufen. Man fühlt sich mächtig, unantastbar und heldenhaft. Schließlich wird der nächste Sommer im Vergleich ein Kinderspiel. Doch bloß nicht übermütig werden: Der Tod lauert noch immer an jeder Ecke.

Don't Starve - Wenn Verhungern zur Nebensache wird

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 13/171/17
Eher früher als später solltet ihr ein sicheres Lager aufschlagen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bekämpft den Hunger und erobert die Welt

Je länger ihr überlebt, desto mehr Möglichkeiten bieten sich euch. Ihr könnt mehr bauen, mehr erwirtschaften, euch mit größeren Feinden anlegen und euer eigenes kleines Heim mit Mauern, Feldern, eigenen Bienenstöcken und Verteidigungsanlagen errichten. Im Gegensatz zu Terraria oder Minecraft steht das Erbauen aber nicht im Vordergrund. Hauptziel ist stets das bloße Überleben.

An Abwechslung fehlt es da kaum, schließlich bieten sich immer neue Möglichkeiten mit jedem Tag, den ihr überlebt. Je länger ihr lebt, desto mehr vertraut ihr in euem Können. Mal lasst ihr das eigene Lager zurück, um nur mit einem Rucksack und einer Axt vollkommen neue Umgebungen zu erkunden. Mal steigt ihr hinab in die ewig währende Dunkelheit der Höhlen, wo ihr ohne Zeitgefühl standhaft gegen die Monster der Unterwelt antretet, nur um mit seltenen Pflanzen und kostbaren Errungenschaften, die ihr an der Erdoberfläche niemals gefunden hättet, zurückzukehren.

Don't Starve - Wenn Verhungern zur Nebensache wird

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Neben einem weiteren Spielmodus gibt es auch verschiedene Charaktere mit Spezialfähigkeiten. Was diese Dame wohl auf dem Kerbholz hat?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Es ist ein endloses Vor-sich-hinleben in Don’t Starve – nichts, das jedem gefällt. Wem der Survival-Mode nicht zielgerichtet genug ist, der sucht dort Maxwells Zaubermaschine und startet damit Adventure-Modus. Das Spielprinzip bleibt dasselbe, dort kämpft ihr euch aber durch fünf Welten, in denen ihr bestimmte Gegenstände finden müsst, um in die nächste Welt vorzudringen.

Jede Welt hat eine eigene Besonderheit, wie den ewigen Winter, die das Überleben und Erkunden erschwert. Ein simpler Handlungsfaden hält das Abenteurer zusammen und eine spannende Auflösung der Geschichte warten am Ende der letzten Welt - doch die zu erreichen ist alles andere als einfach.