Domination (PC-Test)
von Sebastian Weidner

Von einem neuen Teil der Battles Isle-Reihe keine Spur, drehten sich die letzten zwei Jahre für die meisten Rundenstrategen mit Vorliebe für spannende Multiplayerschlachten vor allem um ein Spiel: Massive Assault.

Mit ausgeklügelter Spielmechanik und vielen taktischen Möglichkeiten gesegnet, vermissten Fans nur wenig: Zum Beispiel einen motivierenden Einzelspielerpart mit fesselnder Story. Genau den und noch viel mehr bietet nun der Nachfolger Domination!

Domination - Intro Movie

Das Spiel lehnt sich an die Ereignisse des Vorgängers an. Die kommunistisch geprägte Phantom League scheint zerstört, die Union der Freien Nationen feiert den vermeintlichen Sieg und sich selbst. Doch nicht mit den Jungs der League. Passend zum Namen formieren sich die zerstreuten Truppen, um den Saubermännern der Union den Hintern zu versohlen und die verlorenen Welten zurück zu erobern.

Easy to learn, hard to master
Wer denkt, Rundenstrategiespiele wie Domination sind komplex wie Schach, hat Recht. Ohne die richtige Taktik sind eure Panzer und Battlemechs schneller zu Altmetall verarbeitet, als ihr euch darüber wundern könnt.

Stets steht ihr vor komplizierten Entscheidungen, die alle maßgeblich zum Erfolg bzw. Misserfolg eures Einsatzes beitragen. Soll ich in dieser Runde den mächtigen Bullfrog zerstören, der pro Runde zweimal schießen darf, aber nur eine beschränkte Feuerreichweite hat?

Oder schalte ich lieber den Annihilator aus, der meine mächtigen, aber verwundbaren Raketenwerfer in den hinten Reihen aufs Korn nehmen kann? Spätestens, wenn euer letztes Gefährt kurz vor der Zerstörung steht, werden euch die im Laufe des Gefechts gemachten Fehler bewusst. Diese im nächsten Anlauf nicht zu wiederholen und mit einer besseren Strategie den glorreichen Sieg davon zu tragen, motiviert ungemein und zeigt, dass der Schlachtverlauf in Domination keinesfalls von Glück, sondern von taktisch klugen Entscheidungen abhängt! Wer nun glaubt, Domination lässt sich aufgrund der Spieltiefe zwangsläufig auch kompliziert bedienen, täuscht gewaltig. Die Steuerung ist gerade für Rundenstrategiespiele ungewohnt intuitiv und komfortabel. Ein einfacher Linksklick bewegt eure Einheiten oder lässt sie auf Feinde feuern. Dabei zeigt ein Kreis die Maximalreichweite der Waffen an. Nach der Attacke weist ein halbtransparenter Pfeil auf das beschossene Ziel hin.

Domination - Innovative Rundenstrategie läßt Herzen aller Feldherren höher schlagen!

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So wisst ihr stets genau, welche eurer Truppen bereits angegriffen haben und welche noch nicht. Überseht ihr doch einmal einen Panzer und wollt die Runde beenden, macht euch das Programm mit einer Textmeldung darauf aufmerksam. Ungeschickte Truppenbewegungen führen nicht zwangsläufig zur baldigen Niederlage.

Denn per Undo-Button lässt sich der Zug einzelner Einheiten rückgängig machen. Sehr gut gefallen hat uns auch, dass gegnerische Züge bis zu 3-fach beschleunigt werden können. Zwischenzeitlich Essen zu gehen, die Wohnung aufzuräumen oder aus Langeweile den Fernseher anzuschalten, ist somit nicht nötig.Die volle Packung
Für Einsteiger Pflicht ist das überaus gelungene Tutorial, das euch in ganzen 10 Mini-Missionen auf verständliche Art und Weise die Bedienung und das Regelwerk erklärt. Nach Absolvierung seid ihr auf alle Fälle bereit, schwierigere Aufgaben zu übernehmen. Und davon gibt es genug. Denn Domination bietet ganze 5 Spielmodi. Die zwei storybasierten Kampagnen für Union und Phantom League spinnen die Konflikte der beiden Mächte weiter.

Wer schlussendlich den Sieg und damit die Herrschaft über ganze Universen erringt, liegt an eurem taktischen Geschick. Leider haben die Entwickler auf auflockernde

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Videosequenzen verzichtet. Stattdessen erhaltet ihr von Oberkommandierenden gesprochene Textmitteilungen vor und während der Einsätze, die das Kriegsgeschehen zumindest etwas auflockern.

In 20 separaten Szenarios müsst ihr einzelne Gebiete mit einer festgelegten Anzahl von Truppen einnehmen. Im Modus "Angriff" dürft ihr vor der Schlacht selbst Einheiten kaufen und platzieren. Nachschub ist aber auch hier nicht vorgesehen. In den Modi "Weltkrieg" und "Karriere" sollen komplette Planeten mit vielen unterschiedlichen Sektoren erobert werden. Die "Karriere" zieht sich gar über eine ganze Reihe von Welten. Nach jeder erfolgreichen Besetzung steigt ihr im Rang auf und könnt zudem wie in einem Rollenspiel mit gewonnenen Erfahrungspunkten die Feuerkraft einzelner Einheiten erhöhen, die Panzerung verstärken oder komplett neue Truppengattungen erforschen. Langeweile kommt hier garantiert nicht auf!

Gestatten, mein Verbündeter!
Gänzlich neu an Domination ist das Konzept der "Geheimen Verbündeten". Zu Beginn eines jeden Welt-Eroberungsfeldzugs startet ihr mit einem Hauptquartier und einigen alliierten Gebieten, die für den

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Gegner so lange als neutral erscheinen, bis ihr sie offiziell als "verbündet" ausweist. Enthüllt ihr einen Sektor sehr früh, müsst ihr unter Umständen mit sofortigen Angriffen eures Kontrahenten rechnen, dürft dort von nun an aber auch Truppen ausheben und erhaltet für einige Runden zusätzliche Ressourcen .

Wartet ihr hingegen länger, sind angrenzende, bereits enthüllte Feindgebiete vielleicht gerade ohne Verteidigung und ihr habt leichtes Spiel. Genauso ist es aber möglich, dass ein starker Feind ohne Vorwarnung in euren Bezirk einfällt und ihr dabei mehr oder weniger tatenlos zusehen müsst. Denn die automatisch bei Invasionen generierten Guerilla-Einheiten sind für die meisten Armeen leichtes Spiel. Nervenkitzel ist garantiert!

Die äußeren Werte
Technisch präsentiert sich Domination grundsolide. Die 3D-Engine kommt zwar ohne Highlights daher, erstrahlt dafür aber in detailliertem Glanz und punktet mit einer eingängigen Kamerasteuerung. Die Zerstörung gegnerischer Einheiten könnt ihr bei Wohlgefallen in schicker Zeitlupe betrachten.

Wenn ein Panzer in alle Einzelteile zerspringt und das Kanonenrohr gemächlich Richtung Boden

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schmettert, vermag das durchaus zu gefallen. Doch nach einiger Zeit hat sich auch der größte Grafik-Fetischist daran satt gesehen und deaktiviert das Feature. Die Musikuntermalung während der Schlachten ist passabel, ebenso die Soundeffekte wie Kettengerassel oder Schussgeräusche.

Den sprichwörtlichen Blumentopf können die Domination-Musiker so zwar nicht gewinnen. Doch blutet uns zumindest nicht das Ohr. Genervt abgestellt haben wir den Sound jedenfalls nie.Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Große Spieltiefe, clever verpackt - Intuitive Bedienung - Transparentes Regelsystem - Innovatives "Geheime Verbündete"-Feature - Zahlreiche Spielmodi - Sehr gutes Tutorial

Contra:
- Story ohne große Highlights - Wenig Unterschiede zwischen beiden Fraktionen - Vereinzelte AbstürzePro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Große Spieltiefe, clever verpackt - Intuitive Bedienung - Transparentes Regelsystem - Innovatives "Geheime Verbündete"-Feature - Zahlreiche Spielmodi - Sehr gutes Tutorial

Contra:
- Story ohne große Highlights - Wenig Unterschiede zwischen beiden Fraktionen - Vereinzelte Abstürze