Wer den neuen IMAX-Trailer zu Doctor Strange gesehen hat, weiß, dass auch dieser Marvel-Streifen einen gewissen Humor besitzen wird. Darüber und über den Charakter Wong und Rassismus sprach nun Regisseur Scott Derrickson.

Doctor Strange - Regisseur Scott Derrickson spricht über Humor und Rassismus

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Doctor Strange auf dem Cover des aktuellen Empire-Magazins
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Auch wenn Doctor Strange allein optisch gesehen einen völlig neuen Weg geht und auch inhaltlich sich vom bisherigen Marvel Cinematic Universe unterscheidet, gibt es, neben denselbem Universum, ein gemeinsames Element: Humor.

"Es gibt Humor im Film", bestätigt Regisseur Scott Derrickson, "aber nicht so wie in Guardians of the Galaxy. Nicht in diesem Sinne. Der Humor ist näher an Captain America 2: The Return of the First Avenger, der ebenfalls Humor und einige wirklich lustige Momente besitzt. Ich habe gerade übrigens zwei meiner Favoriten unter den Marvel-Streifen genannt. Einen Teil meiner Faszination für Captain America 2 machen die realistische Action und die subversiven Ideen innerhalb dieses großartigen Actionfilms aus. Wir haben viel Humor verstreut, aber grundsätzlich ist es ein realistischer Film über einen Mann, der viel erleidet und sich verwandelt, also auch ein dramatischer Film."

Wongs Veränderung, um den Rassismus-Vorwürfen zu entgegnen

Einer der größten Vorwürfe im Vorfeld war jener, dass die Marvel-Verantwortlichen den Charakter des Ancient Ones mit Tilda Swinton besetzt und auf diese Weise eine potenziell wichtige und große Rolle für einen asiatischen Darsteller ausgelöscht haben. Dem Protest gegen das Whitewashing schlossen sich selbst bekannte asiatische Schauspieler wie George Takei an: "Nur damit ich es richtig verstehe, ihr besetzt die Rolle mit einer weißen Darstellerin, damit ihr der Auswertung nicht schadet - in Asien? [Takei bezieht sich hierbei auf die Aussage von Doctor Strange-Drehbuchautor C. Robert Cargills Aussage, man habe politische Gefahrenzonen umschiffen wollen, indem man das Thema Tibet aus dem Film streicht] Dieses Zurückrudern ist fast genauso peinlich wie die Besetzung. Marvel denkt wohl, wir sind alles Idioten."

Marvel Studios' Präsident Kevin Feige begründete diesen Schritt als einen kreativen und redete sich quasi damit heraus, dass mit Chiwetel Ejiofor Mordo ein schwarzer Darsteller dabei sei und die Nebenrolle des Wong doch tatsächlich vom asiatischen Schauspieler Benedict Wong verkörpert werde.

Tatsächlich sollte der Charakter des Wong zunächst gar nicht im Film auftauchen, wie Derrickson erklärt. Der Sidekick und Diener Doctor Stranges, der eine sehr gewichtige Rolle in den Comics spielt, kam erst dann wieder ins Spiel, als die Kontroverse um Tilda Swintons Besetzung losbrach und Derrickson einen Asiaten im Film als "Wiedergutmachung" brauchte.

"Wong ist wieder eine komplett andere Angelegenheit, weil er ein rassistisches Stereotyp darstellt", so Derrickson. "Lasst uns ehrlich sein, es gab nichts Fundamentales an seinem Charakter, das wir hätten nutzen können. Anstatt ihn zum Sidekick zu machen, ist er nun ein Meister der mystischen Künste. Statt ein Diener zu sein, leitet er die Bibliothek von Kamar-Taj und ist ein intellektueller Mentor für Strange. Wir haben alles verändert, was er zuvor war. In Bezug auf die Comics haben wir alles Beleidigende herausgenommen und ihn so verändert, dass wir dachten, 'Wow, das ist ein großartiger Charakter.'"

Alles, was nun geblieben ist, sei der Name Wong und der chinesische Hintergrund des Charakters. Andererseits, auch wenn das klingt, als habe man der asiatischen Community einen Gefallen getan, muss man doch erwähnen, dass man dem Charakter nun jeglicher Relevanz beraubt hat. Vom Sidekick Doctor Stranges mit gewisser Präsenz in den Comics zu einer jederzeit ersetzbaren Nebenfigur. Ob das wirklich ausreicht, um die erhitzten Gemüter zu besänftigen?

Was denkt ihr darüber?

Doctor Strange soll bereits kommenden Monat am 27. Oktober 2016 in die Kinos kommen.

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