Stellt euch vor, ihr wärt nicht nur Herrscher über ein Reich, sondern auch über einen eigenen Drachen. Einen wie Fuchur aus der unendlichen Geschichte. Nur weniger plüschig und glubschig. Und weniger sanftmütig. Mit Flügeln. Und artenspezifisch garantiert nicht als „Glücksdrache“ wie der zottelige Vertreter aus Michael Endes Roman zu beschreiben.

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Beginnen wir am Anfang, schließlich gehört dazu ja auch eine Geschichte erzählt. Wir befinden uns im Land Rivellon. Unser Vater wurde vor geraumer Zeit kaltblütig in die ewigen Jagdgründe getrieben und sein Königsstuhl von der grausamen Kaiserin Aurora besetzt. Es ist nicht überliefert, ob die böse Herrscherin unter chronischem Coitus-Entzug leidet und deswegen auf ihrem „Genau dasselbe, was wir jeden Abend machen. Wir versuchen, die Weltherrschaft an uns zu reißen!“-Trip oder einfach nur verdammt böse ist.

Fest steht, dass sich die unter ihrem Joch leidenden Völker zusammengeschlossen und euch auserwählt haben, Rivellon von der Herrschaft der alten Krähe zu befreien.

Aus diesem Grund hat jedes der Völker euch einen Gesandten unterstellt, die aus den Völkern der Imps, Untoten, Zwerge, Echsenwesen und Elfen hervorgehen. Diese sammeln sich in eurem Hauptquartier, dem „Raven“. Von hier aus entscheidet ihr alles. Diplomatie, Forschung von Einheiten und Politik werden hier genauso umgesetzt wie das militärische und technologische Voranschreiten eurer Einheiten auf der Strategiekarte. All das verlangt Stellungbeziehen in Diplomatiefragen. Um das Ganze optisch nicht zum trockenen Reglergeschiebe verkommen zu lassen, ist Raven in unterschiedliche Räume aufgeteilt: Personalquartiere, Bar, Thronsaal, ein Labor und der War-Room – um nur mal die wichtigsten aufzuzählen.

Divinity: Dragon Commander - Unleash the Dragon!

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Auch ohne Drachen scheint die Kulisse auf den ersten Blick sehr schön anzusehen.
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Everybody's Darling oder stringenter Herrscher?

Wirklich interessant und mitunter sogar gesellschaftsaktuell sind die diplomatischen Streitfragen unter euren Gesandten und euch, wenn es darum geht, wie hart die führende Hand des Herrschers über die eigene Bevölkerung wachen soll. Da kann es dann zu wirklich witzigen und manchmal erschreckend bekannt vorkommenden Diskussionen kommen, wenn es um die Homo-Ehe oder das Recht geht, Haus, Hof, Leib und Leben mit einer Schusswaffe verteidigen zu dürfen, wie es ja in Amerika größtenteils heute noch Realität ist.

Jeder der Gesandten vertritt seine eigene Auffassung und teilt euch diese mit. Dann liegt es an euch, wofür ihr euch entscheidet. Je nach Entscheidung gewinnt oder verliert ihr Sympathien bei den Völkern, die entweder der gleichen Meinung sind oder in der Frage oppositionell zu euch standen.

Keine Bange, die Völker werden alle bis zum bitteren Ende des Rückeroberungsfeldzugs hinter euch stehen. Die Sympathien sind dazu da, dass ihr euch von den jeweiligen Völkern gewisse Boni sichern könnt, wenn ihr deren Philosophie langfristig unterstützt. Sei es nun technologischer oder militärischer Natur oder Karten mit speziellen Fähigkeiten für eure Einheiten oder euren Drachen. Habt ihr alle Entscheidungen getroffen, beendet ihr die Runde auf der strategischen Übersichtskarte à la „Risiko“ und die Handlungen sowie strategischen Planspiele auf der Karte werden durchgeführt.

Dohvakiin! Oh, Moment...

Was passiert, wenn es auf der strategischen Übersichtskarte zu einem Zusammenstoß zwischen zwei verfeindeten Einheiten kommt? Richtig, es kommt zum Kampf. Ihr könnt hier entscheiden, ob ihr diesen Konflikt simulieren oder selbst in das Geschehen eingreifen wollt. Bei Letzterem gelangt ihr allerdings nicht sofort zum Schlachtfeld, sondern könnt vor Kampfbeginn auch noch bis zu fünf verschiedene Karten legen, die euch im Kampf Vorteile verschaffen.

Packshot zu Divinity: Dragon CommanderDivinity: Dragon CommanderErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Das Interessante hierbei: Nur die ersten drei Kartenslots sind für den (menschlichen) Gegner sichtbar, die letzten beiden verhindern buchstäblich, dass der Feind euch in die Karten schauen kann. Sind alle Vorbereitungen getroffen, taucht ihr ab ins Kampfgetümmel.

So sieht eine geglückte Symbiose aus Strategie und packenden Echtzeitschlachten aus – und es gibt Drachen.Ausblick lesen

Die Kämpfe selbst laufen im RTS-Modus ab. Bedeutet, dass ihr eure Einheiten wie bei Starcraft oder Command and Conquer in Echtzeit befehligt, die Manöver also nicht im Rundentakt geplant und abwechselnd ausgeführt werden. Ziel ist es hier, mit euren Einheiten so schnell wie möglich vorher festgelegte Punkte auf der Karte zu erreichen, diese einzunehmen und dort dann je nach Bedarf Kasernen, Häfen, Flughäfen oder Baracken bauen, um bei Bedarf jederzeit neue Einheiten nachzurüsten. Je mehr strategisch wichtige Punkte ihr unter Kontrolle habt, desto mehr Einheiten – die im Kampfmodus nicht nur als Kampfeinheit, sondern auch Währungseinheit dienen – habt ihr zur Verfügung.

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Und jetzt mit Drachen.
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Jetzt der Clou: Mit einem simplen Druck auf die Enter-Taste wechselt ihr zu eurem Drachen und leistet manuell in der Third-Person-Perspektive aktive Unterstützung. Hier stehen eurem Drachen nicht nur diverse Angriffs-Gadgets zur Verfügung – ihr könnt auch feindliche Einheiten „bezirzen“ und somit die Seite wechseln lassen oder eigene angeschlagene Einheiten heilen. Natürlich bleibt es dann nicht aus, dass sich die Drachen auch untereinander bekämpfen.

Und wer jetzt glaubt, die Drachen seien allen „normalen“ feindlichen Einheiten gegenüber eh übermächtig, der irrt. Allzu viel hält euer Schoßdrache nicht aus und wenn er dann erst einmal vom Himmel geholt wurde, müsst ihr die zuvor angesprochenen Einheiten „flüssig“ haben, um ihn wiederzubeleben.

Wer am Ende den Einheitennachschub und die Stützpunkte des Gegner (zurück-)erobert hat, gewinnt. Nach solch einem harten Geschlächtelmechtel darf man sich als Herrscher dann wieder zurück in den Raven begeben und sich trivialeren Problemen widmen, etwa der Wahl einer Braut oder den etwas entspannenden Dingen eines Herrscherdaseins. Oh yeah, it's good to be king.