GNARF! Was hab ich mich auf Disney Infinity 3.0 gefreut und dann das! Hat eigentlich schon mal jemand den Entwicklern gesteckt, wie nervenaufreibend es sein kann, deren Games auszupacken? Infinity lag da völlig jungfräulich und begierig vor mir, doch bevor ich überhaupt in den Genuss kam, musste ich die erste Hürde meistern: Das Auspacken. Arg!

Disney Infinity 3.0: Play Without Limits - E3 2015 - Twilight of the Republic & Rise Against the Empire Playset TrailerEin weiteres Video

Das ist ja wie Weihnachten - nur schlimmer! Was sich bei manchen in ekstatische Vorfreude steigern kann, sorgt bei mir jedes Mal für gesteigerten Frust. Ich hörte förmlich, wie die Figuren, eingefercht und gepresst in ihren Plastikkäfigen, danach schrien, endlich befreit zu werden. ATME, ANAKIN, ATME!

Altersunabhängigen Grobmotorikern oder Ungeduldigen kann es da sicherlich schon einmal passieren, dass sie das eine oder andere Detail der Figuren unbedacht in die Ablage P befördern, gerade bei den filigranen Lichtschwertern, wie sie bei den Charakteren im Star-Wars-Playset zu finden sind.

Ergebnis des Ganzen: ein Berg aus Pappe und Plastik, den nicht mal die Müllpresse auf dem Todesstern ohne Weiteres beseitigen könnte.

Egal. Es gibt keine Gefühle, nur Frieden.

Let’s play: Twilight of the Republic

Das eigentliche Erlebnis in Disney Infinity 3.0 kann sich wirklich spielen lassen. Und sehen auch. Die Grafik macht auf dem ersten Blick einen schönen, quirligen und farbenfrohen Eindruck, die Details sind verspielt und liebevoll. Mein besonderer Favorit: Yodas wackelnde Öhrchen beim Laufen, Kämpfen und Reden. Ein bisschen wie ein Hund mit Schlappohren - aaawww!

Disney Infinity 3.0 ist ein gelungener Mix aus Jump’n’Run-, Rätsel- und Bastelspaß. Ein kurzweiliger Spaß, der für jeden Genre-Fan einen Blick wert sein sollte.Fazit lesen

Der Stil der Figuren erinnert ein wenig an The Clone Wars und an Star Wars Rebels, was vielleicht nicht jedem gefallen dürfte. Die Synchronisation der Figuren ist gelungen, da man man offenbar auch auf die Synchronstimmen der Trilogie zurückgreifen konnte.

Disney Infinity 3.0: Play Without Limits - Das grenzenlose Spiel mit der Macht

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Die Figuren sind wie immer sehr detailgetreu.
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Trotz des ungewöhnlichen Art Designs der Figuren, wirkt das Playset sehr "Star Warsy" - die Untermalung mit der Star Wars-typischen Musik sorgt für Gänsehaut, die Bewegungen der Figuren sind harmonisch und die Kämpfe wirken auf Anhieb durchdacht und sind in jedem Fall ein echter Hingucker!

Wir starten zunächst auf Geonosis und kämpfen uns dann über mehrere Planeten bis nach Naboo vor, auf welchem wir nach ca. 6 Stunden Spielzeit dem finalen Endgegner entgegentreten.

Packshot zu Disney Infinity 3.0: Play Without LimitsDisney Infinity 3.0: Play Without LimitsErschienen für Android, iOS (iPad / iPhone / iPod), PC, PS3, PS4, Wii U, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Dieser Kampf hat es durchaus in sich, denn Darth Maul lässt sich nicht so einfach die Lichtschwertlanze (oder die Beine) abnehmen, und wehrt sich eindringlich. Mit einem Charakter kommt man hier nicht weit, da der Sith ganz groß im Verprügeln ist und die dunkle Seite der Macht unbedingt durchsetzen möchte. Das wollen wir ihm natürlich nicht durchgehen lassen - also wird der Hauptcharakter das ein ums andere Mal durch “Ersatzfiguren” im laufenden Kampf ersetzt.

Einmal auswechseln, bitte!

Gott sei Dank klappt das auch wunderbar. Sollte eure sich auf der Base befindliche Figur nah dem digitalen Tode befinden, wechselt ihr sie einfach blitzschnell aus, indem ihr einfach eine der anderen Spielfiguren auf die Basis packt, die mit dem Spiel mitgeschickt wurde.

Innerhalb weniger Sekunden wird der Charakter im Spiel durch die Figur eurer Wahl ausgetauscht - Dieses Spiel kann man sehr gut bei schwierigen Gegnern fortsetzen, sollten sich mehrere eurer Figuren an der Schwelle des Todes befinden. Irgendwie bekommt man den Widersacher ja doch dazu, das Lichtschwert zu fressen.

Das Glück ist mit den Tüchtigen

Das Schöne an Disney Infinity 3.0 ist, dass wir dieses Mal nicht einfach nur nach dem “Mache dies, komme wieder und mach es am besten gleich nochmal!”-Schema handeln, sondern dass wir der Geschichte der Episoden I-III folgen und nur nebenbei Missionen der hiesigen Bevölkerung auf Coruscant oder Tatooine erledigen, um unser Level und unsere Fähigkeiten auszubauen und zu stärken.

Meist sammeln wir beim Zermetzeln der Gegner und dem Zerstören herumstehender Bänke, Kisten und sonstigem Inventar sowohl Erfahrungs-, Ultimate-, als auch Toybox-Punkte ein, die uns allesamt weiterhelfen.

Erreichen wir nun eine neue Stufe, können wir unterwegs einfach ein paar neue Fähigkeiten in einer Art Talentbaum auswählen, die uns nicht nur stärker machen, sondern auch beeindruckender und schicker kämpfen lassen.

Disney Infinity 3.0: Play Without Limits - Das grenzenlose Spiel mit der Macht

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Es stehen ganz verschiedene Spielfiguren zur Auswahl.
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Denn kein Charakter gleicht in Disney Infinity 3.0 dem anderen. Während Anakin Skywalker eher den Prolli unter den Jedi darstellt und mit seinen Muskeln und Sprüchen spielt, setzt Obi-Wan eher auf einen gelassenen Kampf und Ahsoka (mein persönlicher Favorit) auf akrobatische Technik. Besonderes die Togruta zeigt, was in ihr steckt, wenn sie mit ihren zwei Lichtschwertern - je nach Fähigkeit - auch aus der Luft ihren Gegnern den Garaus macht.

Um so beeindruckend kämpfen zu können, müssen wir einiges dafür tun! Wir können natürlich einfach der Story folgen und alle Nebenmissionen links liegen lassen, doch wo bleibt da der Spaß? Wenn man diese Missionen nämlich nicht erledigt, verpasst man nicht nur einen Haufen Erfahrungspunkte (und obendrein die richtig geilen Skills!), sondern auch viele Gadgets, die darauf warten, für die Toybox freigeschaltet zu werden.

Aber auch die Missionen lohnen sich! Meinen besonderen Spaß hatte ich, als ich auf Coruscant eine Banthafamilie wieder an Ort und Stelle bringen musste - also hab ich mir die entlaufenen Banthajungen geschnappt und diese mal eben auf zwei Händen tragend wieder in ihren Stall gebracht - weil ichs kann! Mit der Banthamama am Ende gabs dann zwar ein paar zerstörte Bänke und herumgeschubste Bewohner, aber die “Kollateralschäden” nahm ich dafür gerne in Kauf.

Aber auch das “Einfangen” der Schnecken, der Vorbereitung für die Feier des Kanzlers Palpatine oder auch das Zusammenstellen des Benefitskonzertes mittels Droiden und nachträglicher Tanzeinlagen, ist ein Genuss für jeden, der das Star Wars-Universum nicht allzu ernst nimmt und natürlich auch für die Jüngsten unter uns.

Ob jung, ob alt: Star Wars ist für alle da!

Und ein bisschen fördern wir auch die dunkle Seite in uns, wenn wir zum Beispiel auf Tatooine arme Wompratten und sonstiges Getier als Opfergabe in das tiefe Maul eines Sarlaccs werfen, um an unser Missionszubehör zu gelangen. Als Jedi reden wir uns an dieser Stelle natürlich ein, dass dies alles dem guten Zweck diene...

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Lange Strecken sind kein Problem
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Lange Lauftsrecken überwinden wir übrigens mit Gleitern und sonstigen Fahrzeugen. Glückerlicherweise spazieren auf Tatooine schon bereits gesattelte Banthas durch die Wüste, sodass wir nur noch aufhüpfen müssen, damit sie uns schneller an unsere Ziele bringen, yeeha!

Sogar ein Podrennen gegen den durchtriebenen Sebulba müssen wir bewerkstelligen - da wir aber schon mit Gleitern und Banthas in freier Wildbahn geübt haben, sollte sich das nicht als Problem herausstellen. Wir gewinnen also gegen den den tatooinischen Vettel und können weiterhin unserer Mission folgen, die Galaxie zu unterjoch… zu retten!

Während wir von Planet zu Planet reisen, können oder müssen wir uns teilweise dem Raumkampf stellen, der relativ einfach zu meistern ist, sollte man nicht, so wie meine Wenigkeit, unter fehlender Orientierung und fehlender Treffsicherheit leiden. Andernfalls benötigt man einfach das Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen eines Sturmtrupplers, um die 10 bis 20 gegnerischen Flieger auszuschalten.

Ich geh mal eben ein Bantha melken…

Für mich eines der größten Mankos des Spiels. Die Ladezeiten zwischen den einzelnen Gebieten, Aufgaben und Planeten sind manchmal so lang, dass man locker einen Besuch auf der Toilette oder eine Kaffeepause in der Küche einplanen kann, ohne etwas zu verpassen. Niemand mag lange Ladezeiten und den Ladebalken des Todes - das muss das nächste Mal besser werden! Das macht so einfach keinen Spaß.

Ich bau mir meine Welt...

... wie sie mir gefällt! Sobald man den eigentlichen Spielmodus verlässt und die Toybox betritt, geht der Spaß des Bastelns los. In der Toybox kann man sich eine ganz eigene Welt erschaffen, der Kreativität sind quasi kaum Grenzen gesetzt.

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Mit den Playsets sind ganz eigene Ideen möglich.
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Auch wenn die Toybox für 3.0 modernisiert wurde, ist man auf Anhieb immer noch ein wenig überfordert. Gerade für Kids könnte die Toybox ein schier unmögliches Unterfangen werden: Die Auswahl an Items ist so gigantisch und auch das Handling ist bisweilen noch nicht das Allerbeste. Dennoch geben sich die Macher von Disney Infinity 3.0 die größte Mühe, die Toybox dem Spieler näherzubringen - in einem ausführlichem Tutorial werden die Funktionen und Möglichkeiten des Bastelmodus erklärt. Dennoch ist die Toybox am Ende sicher nicht Jedermanns Sache - vor allem den Ungeduldigen sollte dieser Sim-Spielmodus ein Dorn im Auge sein. Auch deswegen, weil hinter dem Bastelspaß kaum ein weiterer Sinn zu erkennen ist.

Quietsch, quietschiger - und alles steht Kopf!

Pixars "Alles steht Kopf" kommt auch als Playset für Disney Infinity 3.0 und hier muss ich zugeben, dass meine Motivation, dieses Playset durchzuspielen, gleich zu Beginn in der obskuren Welt des Fantasielandes ertrank.

Die Figuren und der Humor - alles kein Problem, doch das weitere Spielvergnügen ist gar kein so großes Vergnügen, wie man meinen könnte. Vorwiegend dreht sich in diesem Minispiel-Modus alles um Timing und Sprungeinlagen.

Dieses Playset ist für Zwischendurch sicher ein kurzweiliger Zeitvertreib, doch ob dies den Preis von etwa 30 Euro rechtfertigt, bleibt zu bezweifeln. Einige Male habe ich aus Frust in den Controller beißen müssen, weil die Steuerung nicht allzu genau erscheint und man demnach häufiger mal ins Leere springt.