The Avengers, Spider-Man, Guardians of the Galaxy – mit Disney Infinitiy 2.0 Marvel Super Heroes holt Disney die erste Riege ihrer Marvel-Helden auf die heimische Konsole und vollführt gleich einen vollen Versionssprung. Ob ein 2.0 gerechtfertigt ist, bleibt dabei natürlich die Frage, denn abgesehen von neuen Spielwelten und Figuren scheint auf den ersten Blick nur der Einstand auf der neuen Konsolengeneration und eine USK-12-Bewertung den großen Unterschied auszumachen.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Die Superhelden8 weitere Videos

Doch natürlich hat sich auch unter der Haube einiges getan. So sind sowohl der Abenteuermodus als auch die Toybox generalüberholt worden. Es wurden kleinere Schwächen ausgebügelt, doch findet sich auch neues Potential für Kritik. Das Spielprinzip bleibt im Kern aber erhalten: Wir sammeln im echten wie virtuellen Leben Figuren, mit denen wir im Abenteuermodus freispielen können, was wir in der Toybox benutzen wollen. Dabei scheint gerade auch die Toybox der Teil des Spiels zu sein, an dem sich die erwachsenere Generation Spieler mit echter Freude vergnügen kann.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Zwei Seelen wohnen, ach! in deiner Brust

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 3/91/9
Die Auswahl der Figuren ist zum Start schon umfangreich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Figuren für Vitrine und Fernseher

Zunächst schauen wir uns aber einmal das an, was Disney Infinity und Activisions Konkurrent Skylanders ausmacht, nämlich die Verknüpfung von Echtwelt-Quängelware und Ingame-Inhalten. Wie auch beim Vorgänger erwerben wir mit dem Starterpaket drei Figuren, die aber nur ein Bruchteil dessen sind, was das Repertoire hergibt.

Und so können wir, das nötige Kleingeld vorausgesetzt, neue Figuren kaufen, in die Vitrine stellen und gleichzeitig im Spiel als Helden steuern. Der Preis ist mit zwölf Euro pro Einzelfigur nicht sonderlich hoch und wenn man die Figur an sich als Bonus betrachtet, handelt es sich nicht einmal um einen teuren DLC. Hübsch gemacht sind die kleinen Plastikfiguren auf jeden Fall. Gute Verarbeitung, kleine, hübsche Details und die magische Anziehungskraft von Marvel verführen hier sicher auch den ein oder anderen Sammler zum Zugreifen.

Und auch im Spiel lohnt sich die Anschaffung neuer Figuren, da sich die Art, das Spiel zu erleben, mit jedem Helden ändert. Jede Figur hat ihre eigenen Fähigkeiten, Talente und beeinflusst dadurch das Gameplay. Ob ihr nun mit Thor eher träge aber mächtig den Hammer schwingt, mit Iron Man aus der Distanz schießt oder mit Black Widow das Ausweichen perfektioniert – jede Figur spielt sich etwas anders.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Zwei Seelen wohnen, ach! in deiner Brust

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
In den Avengers Abenteuern begegnen wir hauptsächlich Eis und Eisriesen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Auf in den Abenteuermodus

Habt ihr das Starterpaket gekauft, erhaltet ihr damit die drei oben genannte Figuren plus die Spielwelt der Avengers, welche in einem fiktiven New York angesiedelt ist. Loki treibt mal wieder sein Unwesen und überzieht mit Hilfe von Modok die Stadt mit Eis und Eisriesen, welche es zu bekämpfen gilt.

Disney Infinity 2.0 macht Spaß und die Toybox ist ein riesiger Sandkasten, in dem eurer Kreativität kaum Grenzen gesetzt werden. Leider schwächelt das Spiel dagegen im Abenteuermodus.Fazit lesen

Auf dem Weg zu Stufe 20 kämpfen wir uns also durch wahre Massen an Eisriesen, die es in unterschiedlichsten Ausführungen gibt: kleine, werfende, große, große mit Schild, sehr große usw. Dabei verfolgen wir eine Geschichte, die uns als eigenständige, von Star-Comicautor Brian Michael Bendis mitgestaltete Story verkauft wird. Bendis scheint aber nur bei jeder fünften Quest involviert gewesen zu sein, denn leider sind die Quests im Abenteuermodus der Avengers reichlich einfallslos und auf Dauer sogar eintönig langweilig.

Klar, das Spiel richtet sich nicht an eine Dark-Souls-Zielgruppe, was den doch sehr einfachen, bisweilen etwas unausgewogen wirkenden Schwierigkeitsgrad entschuldbar macht. Doch als ich zum fünften Mal die gleiche Aufgabe nur an einem anderen Ort erledigen musste, hatte ich daran keinen Spaß mehr.

Toll ist hingegen, wie die Atmosphäre und der Stil der Avengers ins Spiel übertragen wurde. Die Synchronsprecher sind fast ausnahmslos die aus den Filmen bekannten und vertrauten Stimmen. Die Figuren sind zwar recht comichaft und vereinfacht dargestellt, vermitteln aber trotzdem das typische Avengers-Feeling. Wer Iron Man oder Thor mit Volldampf durch die Straßen von New York fliegen lässt und beim Kontakt mit einem der Gebäude tiefe Schrammen in die Wände kratzt oder beim Überflug Autos durch die Gegend fliegen lässt, fühlt sich sehr ins Marvel-Universum versetzt.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Zwei Seelen wohnen, ach! in deiner Brust

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 3/91/9
Die Guardians of the Galaxy machen es nicht nur im Kino besser, als die Avengers.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Guardians machen's besser

Guardians of the Galaxy ist mittlerweile wohl in der Beliebtheit an den Avengers vorbeigezogen. Und natürlich gibt es für Infinitiy 2.0 auch eine Box zu den neuen, intergalaktischen Helden. Und wem die Avengers-Welt nicht so zusagt, der sollte auf jeden Fall einen Blick auf diese Erweiterungsbox werfen.

Die Guardians machen einiges besser als ihre New Yorker Kollegen. Die Figuren sind noch abwechslungsreicher, die Quests ebenfalls und – was mir am besten gefallen hat – ihre Spielwelt beinhaltet mehr Kletter- und Jump-and-Run-Einlagen. Sie wirkt voller, actionreicher und deutlich besser gestaltet.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Zwei Seelen wohnen, ach! in deiner Brust

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden6 Bilder
Abwechslungsreichere Gegner, besseres Leveldesign und vor allem eine schönere Story.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Obendrein bekommen wir hier eine geradlinigere Geschichte erzählt, die nicht alle Nase lang von sich wiederholenden und eher stupiden Nebenaufgaben unterbrochen wird. Man möchte die Guardians-Welt allein schon deshalb weiterspielen, weil man wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht.

Kloppen, Sammeln, Dinge bauen

Das grundlegende Prinzip des Abenteuermodus ist aber bei allen Figuren und in allen Welten gleich. Wir nehmen Aufgaben an, prügeln uns durch Gegnergruppen und sammeln dabei alles ein, was uns im Toybox-Modus helfen kann. Seien es nun Erfolge, die Dinge freischalten, Punkte, die wir dort eintauschen können oder sonstige Boni, die uns wiederum Zugriff auf mehr Spielzeug in der Sandkiste verschaffen.

Das soll nicht bedeuten, dass der Abenteuermodus überhaupt keinen Spaß macht, aber wirklich zur Sache geht’s erst in der Toybox, wo wir uns voll und ganz austoben können. Aber so werden wir immer wieder dazu gebracht, doch den Abenteuermodus zu spielen, damit unsere Auswahl an Dingen, die wir in der Toybox nutzen können, größer wird. Also sammeln wir weiter fleißig Punkte und leveln unsere Figuren, damit möglichst alle in den Genuss besserer Talente kommen.

Die Toybox - Ein Abenteuerland

Doch der Aufwand lohnt sich. Für alle Infinity-Veteranen direkt zu Beginn eine gute Nachricht: Das Tresorsystem, in dem wir mit erbeuteten Losen Teile für die Toybox gewinnen mussten, ist passé. Es wurde durch einen sehr stimmigen und einfach zu bedienenden Shop ersetzt, in welchem man mit den Punkten aus dem Abenteuermodus neue Dinge kaufen kann.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Zwei Seelen wohnen, ach! in deiner Brust

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 3/91/9
In der Toybox kommen die Welten dann durcheinander und der Spielspaß steigt deutlich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ansonsten ist die Toybox ein einziger großer Sandkasten. Ihr wollt eine Murmelbahn bauen? Kein Problem. Ihr wollt Quests mit eigenen Gegnern und neuer Geschichte bauen? Kein Problem. Autorennen? Hubschrauberflüge? Eurer Fantasie sind in der Tat kaum Grenzen gesetzt.

Und dieser Modus ist es auch, der mich mit Infinity wieder versöhnt hat. Wo mir im Abenteuermodus die Abwechslung fehlte, kann ich hier mein Sandbox-Herz mit Glück erfüllen. Und auch die Möglichkeiten, hier die alten Figuren aus dem ersten Infinity mit einzufügen, macht den Spaß noch größer. Wer wollte nicht schon immer ein Marvel-Abenteuer aus der Sicht von Buzz Lightyear erleben?

Hier gibt es für jüngere oder unerfahrene Spieler auch ein sehr umfangreiches Tutorial, welches in so gut wie alle Bereiche des Modus einführt und den Umgang mit der teils doch etwas komplexeren Steuerung einfach und verständlich macht. Hier hat Disney ganze Arbeit geleistet.

Im Vergleich zu anderen Spielen ähnlicher Art braucht sich die Toybox auch nicht zu verstecken. Die Funktionen sind umfassend, die Auswahl an möglichen Designs und Bauteilen ist groß und reicht vollkommen aus, um so gut wie alle erdenklichen Gebäude, Landschaften und ähnliches zu erstellen. Und auch die Möglichkeiten, eigene kleine Spiele zu erstellen geht locker und leicht von der Hand und lässt wenige Wünsche offen.

Spielsets für die Toybox

Neben dem Erstellen eigener Welten gibt es für die Toybox auch noch kleine Spieldiscs, welche in Form von Plastikplaketten gekauft werden können. Legt man diese auf die Infinity Base, erhält man Zugriff auf 8 bis 10 neue Level, welche man mit allen Charakteren und Goodies aus der Toybox spielen kann.

Disney Infinity 2.0: Marvel Super Heroes - Zwei Seelen wohnen, ach! in deiner Brust

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 3/91/9
Auch im Starterpaket sind diesmal mehrere Figuren dabei, die in der gleichen Spielwelt angesiedelt sind.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diese kleinen Erweiterungen stellen also quasi eine immer wieder wiederholbare Erweiterung des Abenteuermodus dar, welcher aber auf den Regeln der Toybox aufsetzt. Die Level sind nicht sehr viel abwechslungsreicher oder schwerer, als die normalen Abenteuer, bieten aber durch die Möglichkeit, alle Fahrzeuge und Charaktere der Toybox zu nutzen deutlich mehr Abwechslung.

USK 12? Die Frage nach der Zielgruppe

Während Konkurrent Activision mit Skylanders voll auf die Zielgruppe der jungen Gamer setzt und auch Disney Infinity noch mit einem USK-Rating von 6 in die Regale kam, wurde 2.0 mit einer 12er-Wertung abgestraft.

Abgestraft? Ja, irgendwie schon, denn generell richtet sich gerade das Sammeln der Figuren und auch der Abenteuermodus doch eher an Kinder als an Jugendliche und Erwachsene. Trotzdem hat Infinity 2.0 genug zu bieten, um auch für Jugendliche und Erwachsene interessant zu sein, vorausgesetzt, man liebt Marvel und hat Spaß daran, sich in der Toybox auszutoben.