Leo SchmidtWas macht ein Spiel magisch? Die Frage darf als ungelöst gelten und steht im Raum. Seb und ich gucken uns an, beide wissen wir keine Antwort, sind aber um Ideen nicht verlegen. Wir tragen allerlei zusammen, über die großen und kleinen Momente, doch mehr als eine Addition von Elementen kommt dabei nicht raus.
Enorme Entscheidungsfreiheit und morbide Atmosphäre machen aus Dishonored ein Abenteuer, an das man noch lange denken wird.FazitWir beschließen: Es bleibt ein Rätsel. Und vielleicht ist das auch gut so, Rätsel verlieren ja einen Teil ihres Reizes, wenn sie denn einmal entschlüsselt sind.
Denn ein Spiel, das merkt man in wenigen Berufen besser als in unserem, ist oft mehr und manchmal weniger als die Summe seiner Teile, jedoch kaum jemals einfach nur eine Liste aufzählbarer Mechaniken und erzählerischer Kniffe, die entweder funktionieren oder nicht.
Im Idealfall wohnt ihm ein nicht greifbarer Funke inne, eine Genialität. Eine Klischeeformel in Spieletests ist, dass ein Spiel „überzeugt“. Doch die besten Games überzeugen nicht, sie überwältigen.
Und wie also beschreiben, worin die Größe von Dishonored liegt? Einer der deutlichsten und leider aber dümmsten Ansätze ist der Vergleich, eine einfache Parallele, wie man sie so oft in Rezensionen bemüht. Alle Spiele messen wir ständig an GTA, an Diablo oder sonstwem, weil wir diese Titel einst zu Königen, mithin Göttern ihres jeweiligen Genres erklärt haben.
Dishonored, eine Schönheit aus Schrägen und Vertikalen.Wenn wir deren Namen sagen, dann wird der Spieler schon wissen, woran er bei dem neuen Titel ist. Keiner weiß besser als wir, wie blöd das ist. Man erklärt ja auch nicht den Mond, indem man ihn mit der Sonne vergleicht. Was man nicht aus sich selbst heraus erklären kann, darüber sollte man vielleicht lieber schweigen.
Doch ich weiß, dass ich um den Vergleich nicht herumkommen werde, also räume ich ihn aus dem Weg, um ihn nicht später doch ziehen zu müssen. Dishonored ist kein rasantes Spiel. Es fährt keinen sportlichen Flitzer, sondern einen auf Hochglanz polierten Oldtimer, bis in die letzte Schraube getunt. Den steuert es zielsicher auf eine Kreuzung – auf die Kreuzung zwischen Deus Ex und Hitman, zwischen Thief und Bioshock. Dort fühlt es sich wohl und nötigt allen Respekt ab, viel besser noch, verzaubert sie.
Ich bin kein Fan von Deus Ex, nie gewesen. Ich weiß nicht, woran es liegt, sicher nicht am Spiel, das hervorragend ist. Wahrscheinlich war mir dermaleinst irgendetwas sauer aufgestoßen und ich war dann bockig, jedenfalls bin ich alles andere als ein Experte für die Reihe. Doch hierin liegt der Beweis meiner These, denn Dishonored ist tendenziell sehr nah an eben diesem Spiel, schlägt mich aber in seinen Bann. Und seit Stunden sitz ich vor meiner Tastatur, starre drauf, komm einfach nicht darauf, was der Knackpunkt ist, der den gewaltigen Unterschied macht.
Von der ersten Minute an gerät man ins Staunen über die Welt und das, was in ihr steckt, und die Typen, die man in ihr trifft.Muss ich auch gar nicht. Stattdessen beschreibe ich jetzt einfach, was ich mit Dishonored erlebt habe. Wer dann „Das geht in Deus Ex aber auch und besser!“ unken will, der soll. Ich kann ihm dann nur versichern, dass ihm Dishonored wahrscheinlich ebenso gut gefallen wird wie mir, aber wohl aus anderen Gründen. Es ist seine eigene Welt, und in diese kann ich nun mal besser eintauchen.
Denn ich bin Corvo, Leibwächter ihrer Majestät der Kaiserin, frisch heimgekehrt von einer Reise. Am Hof tolle ich mit der jungen Prinzessin Emily, spiele Verstecken, lerne dabei, wie ich mich dem Blick anderer entziehe. Ein heiterer Moment in einer grimmen Realität. Eine Seuche hat das Reich überfallen, die Menschen erst zu willenlosen Monstern macht, dann tötet.
Scharen von hungrigen Ratten eilen über die Pflastersteine der feuchten Gassen, zerreißen leblose Körper oder lahmende Bürger gleichermaßen innerhalb von Sekunden. Aller technologischer Fortschritt, alle Uhrwerke oder magisch-okkult anmutende Technologie können nicht helfen. Teure und seltene Medizin hält den Ausbruch der Seuche temporär auf. In die Arme der brutalen und fanatischen Kirche kann man nicht fliehen, vielmehr ist auch sie ein weiteres Übel.
Für Corvo ist Dunwall die Stadt der tausend Wege,Die Kaiserin ist in Gedanken verloren, als ich sie aufsuche. Es sollen ihre letzten sein: Attentäter greifen an, mit Säbel und Pistole töte ich mehrere von ihnen, doch einer ist zu schnell. Die Kaiserin ist tot, ihre Tochter entführt – und ich werde gefunden, die Leiche noch in den Armen. Der Leibwächter wird zum Mörder stilisiert, unter Folter sollen Geständnisse erpresst werden, was natürlich nicht gelingt.
von Bethesda Softworks, Arkane Studios
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Eben. In UO war das noch mit Fantasie verbunden, da die Technik nicht mehr hergab ("Hide"-Verstecken und "Stealth"-Heimlichkeit/List/Verborgenheit waren halt so zu sehen, als ob du dich in hohem Gras versteckst, auf dem Boden entlangrobbst, vielleicht eine entsprechende Decke über dir hast (Vergleich Herr der Ringe vorm Schwarzen Tor ;-) )... da musste dann eine technische Umgehung her.
In MMOs braucht man das, damit solche Klassen funktionieren, denn ein "echtes" Stealth-System würde diese Klassen zu stark beschränken (lange und "mühsam" anschleichen nur um den ersten Schlag zu haben ist im Farm-Alltag nicht praktikabel).
Ein Singleplayerspiel kann das aber noch "natürlich" darstellen und braucht sich nicht mit Skills und Unsichtbarkeit zu behelfen :-)
Hmm, aber das Spiel hat eindeutig mehr mit DX und Konsorten zu tun, als mit irgendwelchen MMOs, bei denen man ja logischweise so etwas nur schwer mit "nicht-sehen" verwirklich kenn.
@Minkazi Ich habe die PC-Version getestet, also ja, es ist auch auf dem PC so. Wobei die
@Minkazi Ich habe die PC-Version getestet, also ja, es ist auch auf dem PC so. Wobei die Texturqualität z.B. auf der Konsole doch nochmal merklich schlechter ist.
Okay danke für die Info!
Ist aber nur meine Meinung.
Dass Stealth nicht immer realistisch ist, ist klar. Aber wenns eh schon Magie oder anderen Voodoo gibt, muss man ja nicht immer alles realistisch zugehen.
Du musst nur das Wort "Stealth" übersetzen und schon bist du bei deiner Heimlichkeit! Ich (und wahrscheinlich fast jeder) verstehe unter dem Begriff eindeutig ein "Schleichspiel" wie Thief, DX etc.
@Minkazi Ich habe die PC-Version getestet, also ja, es ist auch auf dem PC so. Wobei die Texturqualität z.B. auf der Konsole doch nochmal merklich schlechter ist.
Ist aber nur meine Meinung.
Dass Stealth nicht immer realistisch ist, ist klar. Aber wenns eh schon Magie oder anderen Voodoo gibt, muss man ja nicht immer alles realistisch zugehen.
Die physikalischen Gesetze und Gegebenheiten der Welt (Gravitation, Lichtverhältnis, Schattendichte) sollte aber (meiner Meinung nach) meistens realistisch sein.
Magie, SciFi ist dann wieder etwas anderes.
Ist aber nur meine Meinung.
Dass Stealth nicht immer realistisch ist, ist klar. Aber wenns eh schon Magie oder anderen Voodoo gibt, muss man ja nicht immer alles realistisch zugehen.
Betrifft das nur die Konsolenversionen oder auch den PC-Sektor?
www.gamona.de/.../dishonored-die-maske-des-zorns,stealth-system-aus-thief-wurde-wieder-verworfen:news,2164889.html
Es geht nur um das (sowieso sehr unlogische) Schattensystem. Weiterhin ist es auch blöd, wenn die Wachen nicht bemerken, dass plötzlich alle Lichter aus sind.
Wie bei Deus Ex gefällt es mir eigentlich am meisten. Denn wo hat man schon Schatten, welche so dunkel sind, dass man wirklich nichts sieht (außer in Räumen ohne eine einzige Lichtquelle) und die Wachen aber komischerweise normal durchlaufen können.
Freue mich auf das Spiel und hoffe das es erfolgreich wird. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich noch ein paar Monate warte, da ich zur Zeit sowieso nicht spiele und noch genug zu spielen habe.
Arkane wünsch ich aber den Erfolg, immerhin war Arx Fatalis schon gut und Dark Messiah auch. Nur eine gute Handlung haben sie wohl wieder nicht hinbekommen, aber wenn dafür die Atmosphäre gut ist, reicht es mir, wenn die Handlung motiviert.
"Zwar können Spieler in Dishonored: Die Maske des Zorns durchaus leise und heimlich vorgehen, sich in den Schatten zu verstecken bringt aber nur wenig. Ein auf Licht und Schatten basierendes Stealth-System war zwar vorgesehen, wurde aber wieder verworfen."
Und genau so ist es. Schleichen ja. Schatten nein. Wo ist Deine Frage?
"Knick in der Optik" meint die verwaschenen Texturen und verschwommenen Kanten, die ich kurz angeschnitten habe. Es ist etwas schwer, mit dem Finger drauf zu deuten, aber das ganze Spiel wirkt unscharf. Und nein, das liegt nicht an meiner dreckigen Brille.
Manche Kollegen sagen, das sei Absicht, es solle das Spiel aussehen lassen wie ein sich bewegendes Ölgemälde. Damit gibt es nur zwei Probleme: Erstens können Ölgemälde durchaus photorealistisch sein, der Look von Dishonored ist also bestenfalls der eines Ölgemäldes, das nicht so recht geworden ist. Und zweitens, selbst wenn es gewollt ist, es sieht einfach nicht besonders gut aus.
Wie jetzt? Vor einer Woche habt ihr noch die News gebracht, dass Stealth aus dem Titel entfernt wurde:
www.gamona.de/.../dishonored-die-maske-des-zorns,stealth-system-aus-thief-wurde-wieder-verworfen:news,2164889.html
mfg
Was ist denn mit "Knick in der Optik" gemeint? Die eigenartigen Proportionen der Charaktere fallen dann wohl mehr in den Bereich des Art-Design.
Ich glaube da musst du dir keinen Kopf machen. Es wird nicht gut, es wird herausragend. ;)
Weil es in dem Spiel nicht darum geht, sich im Schatten zu verstecken ;)
Ein Biest von einem Test. Wunderbar! Dicken Dank dafür!
Dass das mit der Handlung jedoch nicht 100%ig hingehauen hat, stimmt mich leicht traurig. Unter diesen Umständen werde ich mir "Dishonored" ZWAR IN JEDEM FALL kaufen (wenn auch etwas später, als ursprünglich geplant). Aber von einem herausragenden Spiel wie diesem erwarte ich PRIMÄR, dass es mich dramaturgisch und/oder emotional in seinen Bann zu ziehen vermag. Das kann auf simple ("Transformers - War for Cybertron") oder auf komplexere ("Heavy Rain", "ICO") Art und Weise geschehen.
Meine Frage ist: Gibt es Momente, in denen die Handlung wirklich eine (und möglicherweise zu dem Zeitpunkt auch die einzige) Triebfeder des eigenen Handelns darstellt? In denen man sich als Spieler so fühlt à la: "Ich MUSS diesen Auftrag einwandfrei erledigen, sonst ist alles verloren..."?
Wäre dem nicht so, wäre es selbstverständlich auch in Ordnung. Wenn man laut Review ein solch grandioses Gameplay serviert bekommt, reicht das schon fast vollends. Aber es genügt nicht, um es mir UNMITTELBAR nach der Lesung dieses großartig geschriebenen Tests zu erstatten.
Sieht man in den "Cat" Playthroughs
Granate regelt... Aber das geht auch nicht ^^
Einzel verkabelte SMD LED Chips. Versuch die mal zu treffen...
Weiß jemand mehr???