Man kann die Uhr danach stellen. Nur Sekunden nach dem Einpflegen eines Test, der ein Codemasters-Rennspiel behandelt, fällt der Name Colin McRae und das Flehen nach der Rückkehr zu den Rallye-Wurzeln. Peng! Da ist das Ding endlich. Wie aus dem Nichts wurde Dirt Rally angekündigt, ein optisch wie spielerisch grandioser Matsch-und-Schotter-Racer. Das verspricht zumindest unsere Vorabversion.

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Im Moment gibt es nur eine einzige negative Kritik, die ich unbedingt anführen muss, bevor ich mit der Lobpreisung beginne: Dirt Rally schmiert alle Nase lang im Strecken-Ladebildschirm der Karriere ab. Ich habe es selten geschafft, zwei Strecken hintereinander zu absolvieren.

Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, ständig im Spielfluss unterbrochen zu werden, denn wenn ich ehrlich bin, ging ich jede einzelne Strecke mindestens fünf Mal an, bevor ich zur nächsten weiterzog. Nicht weil die Landschaft so schön anzusehen war, oder weil der Schotter beim Aufrieb durch die Reifen so schön gegen das Blech scheppert (was auf mich seltsam beruhigend wirkt). Nein, es ist mal wieder der Anspruch, sauber durch den Kurs kommen zu wollen, was nicht immer so gut gelingt wie erhofft. Schon auf dem ersten Kurs auf einem Bergpfad in Griechenland steckt mir mein Beifahrer, ich solle doch die dritte Kurve nicht schneiden. Haha, du Witzpille!

Der schmale Pfad, den ich entlang düse, ist kaum breiter als meine klapprige Ford-Rennpappe aus den 70er-Jahren, hat ein Profil, das auf meine Reifen genauso greifend wirkt wie der nächstbeste zugefrorene See, und Kurve Nummer drei führt obendrein in S-Form an einem mächtig tiefen Abgrund vorbei. Ob ich da schneide oder nicht ist völlig unerheblich: wenn ich nicht schon ewig vorher auf die Klötzer trete, donnere ich entweder mit Karacho den Hang hinunter, oder verlasse den Pfad bergauf Richtung solide Mauer. Beides wird mit zehn bis vierzehn Sekunden Strafzeit quittiert.

DiRT Rally - Ohne Colin, aber mit Wumms!

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Die Ankündigung von Dirt Rally kam aus dem Nichts.
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Das ist gemessen an der Gesamtdauer des Rennens nicht viel Zeit, aber - meine Herren- , es geht gerade mal um die dritte Kurve und von diesen fiesen Gassenschlenkern kommen noch ein paar. Dirt Rally macht keine halben Sachen!

Ich find's einfach nur geil! Der Schwierigkeitsgrad liegt mir einfach. Die Herausforderung zeckt im Hintern wie der Biss einer Hummel, auch wenn man nie ein anderes Fahrzeug erspäht, weil – typisch für Rallye – nach Zeit gefahren wird. Das gilt natürlich auch für asynchron abgehaltene Online-Meisterschaften, die in mehreren Zeitintervallen zur Verfügung stehen. Sucht ihr Chaos auf der Strecke, so ist Codemasters Schöpfung wohl kaum eure erste Wahl. Wer sich gern an einem Kurs festbeißt, bekommt dagegen Futter für Monate!

Der Karriereaufbau für Einzelspieler kommt allerdings trockener daher als nötig. Man startet mit einem sehr knappen Budget, das nur für eine von zwei Asbach-Kutschen aus den frühen Rallye-Tagen ausreicht. Die Staffelung des Fortschritts ist also nach den Epochen der Wagen gestaffelt und nicht nach Leistungsklasse.

DiRT Rally - Erste Screenshots

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Ist eine Wahl getroffen, geht es schnurstracks auf den ersten Kurs nach Griechenland, bestehend aus vier aufeinander folgenden Etappen. Zwischen den Etappen darf das Fahrzeug notfalls mit dem restlichen Kleingeld repariert werden, ansonsten muss man nacheinander so gut wie möglich durchhalten und hoffen, dass der Wagen den langen Ritt über Stock und Stein verkraftet. Ein grobes, aber aussagekräftiges Schadenssystem zeigt euch bedingungslose Grenzen in der Belastbarkeit auf. Ist der Wagen hinüber, hilft nur noch ein Neustart.

Es knirscht und scheppert

Ich hatte es schon angeschnitten: Die Präsentation von Dirt Rallye kann sich sehen lassen. Überall schön scharfe Schotterbetten, irre Winkel in knappen Schneisen, idyllisches Bergambiente und die gnadenlos grobe Natur. Hier und da glitzern Steine zu sehr in der Sonne, und auch die Cubemap-Reflexionen auf Autos am Straßenrand ist noch zu hell bzw. hat zu wenig Transparenz, aber das sind Kleinigkeiten, die sicherlich noch angepasst werden. Alles andere sieht hervorragend aus.

Packshot zu DiRT RallyDiRT RallyErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Na gut, ich gestehe, ich empfand die Darstellung der Bäume als etwas seltsam. Zumindest aus der Nähe betrachtet, denn der überaus weiche Schattenverlauf auf Tannen und Fichten wirkt einen Tick zu grob im Vergleich mit dem Rest. Ich bin mir nicht sicher, ob sie eventuell auf die Textur gebacken wurden (nicht dass es bei stehender Sonne einen Unterschied macht) aber irgendetwas sticht da sichtbar heraus. Im Gegenzug sehen eben diese Bäume aus der Ferne grandios aus und verdichten die Flora aller Orte sehr gekonnt.

DiRT Rally - Ohne Colin, aber mit Wumms!

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Bislang stehen alle Zeichen auf Hit.
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Bislang gibt es derer drei: Eine Berglandschaft bei Argolis, Giechenland, die Waldstraßen von Bronelen in Wales und ein verschneites Gebiet bei Monaco. Allesamt aufgeteilt in insgesamt 36 Strecken, die keineswegs gleich aussehen. Jeder Abschnitt trägt zwar typische Merkmale für das Gebiet, die in jedem Abschnitt hervortreten, verblüfft aber mit einer völlig anderen Stimmung und neuen Herausforderungen auf der Strecke. Wenn dann noch die Sonne durch das angestaubte Frontfenster strahlt, Kontraste erhärtet und Topografien hervorhebt, ist die Illusion perfekt. Nebel, Pfützen, Wasser auf Frontscheibe – da fehlt nichts!

Ein Traum wird wahr: Diese Early-Access-Fassung verspricht ein irres Rallye-Fahrerlebnis bei grandioser Präsentation.Ausblick lesen

Was der Auswahl noch abgeht, ist ein beinharter Wüstenkurs und etwas Tropisches. Potenzial für DLC ist also vorhanden und er ist bereits angekündigt. Trotzdem zeigt das Spiel schon jetzt ungemein viel. Optische Langeweile ist nicht zu befürchten.

Gleiches gilt für alle Klangeffekte. Steine schlagen aufs Blech, man kann die Reifen durch Matsch schlittern und den Motor angestrengt durchkurbeln hören, was in der Cockpit-Ansicht besonders schön zur Geltung kommt. In der Außenansicht war mit das hohe Motorbrummen manchmal ein wenig zu dominant, aber da hilft ein Besuch in den Audio-Optionen. Musik gibt es abseits der Menüs keine.