Nach gut drei Jahren schaffen die Sims den Sprung auf die aktuelle Konsolen-Generation. Steuerung und Technik trüben das kunterbunte Tamagotchi-Erlebnis allerdings. Wie sich Sims 4 auf der PS4 macht, zeigen wir euch im Test zum Spiel.

Die Sims kommen auf die Konsolen - ob das gut geht? Seht den Trailer zur neuen Version des Spiels:

Die Sims 4 - Xbox One und PS4 Offizieller Trailer13 weitere Videos

Die Sims sind zurück und erobern PlayStation 4 und Xbox One. Während heutzutage Computer- und Konsolenspiele fast immer zeitgleich erscheinen, lagen bei Die Sims 4 zwischen dem PC-Original und den Konsolen-Portierungen über drei Jahre Wartezeit. Dürft ihr auch also über eine rundum perfekte Version mit allen Inhalten und sämtlichem Luxus der PC-Version freuen? Die ernüchternde Antwort: Nein, leider nicht.

Die Sims 4 - Alte Liebe rostet

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Die Charaktererstellung von Die Sims 4 ist umfangreich. Ihr könnt euch eigentlich jeden Menschen (oder Alien) erstellen, der euch in den Sinn kommt!
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Und täglich grüßt der Sims

Das Spielprinzip von Die Sims hat sich in all den Jahren nicht verändert: Ihr erstellt einen Charakter, kauft oder baut ihm beziehungsweise ihr ein Haus und regelt anschließend den Tagesablauf eures Sims. Klingt auf den ersten Blick simpel – und das ist es auch. Das soll allerdings nicht heißen, dass es nicht jede Menge zum Einstellen und Verändern gibt. Das geht bei eurem Alter Ego los: Dieser kann dick sein oder dünn, muskulös oder ein Schlaffi. Frisur, Hautfarbe, Kleidung – alles liegt in eurer Hand. Auch beim Hausbau stehen euch allerlei Möglichkeiten zur Verfügung, angefangen von kleinen farbenfrohen Bungalows, in die „Hello Kitty“ garantiert gerne einziehen würde, bis hin zur mehrstöckigen Grufti-Villa samt Pool. Ihr habt eine tolle Idee? Dann baut sie einfach – sofern ihr das nötige Kleingeld besitzt. Natürlich könnt ihr auch einfach ein fertiges Haus kaufen und anschließend in den Live-Modus wechseln.

Für viele Sims-Veteranen geht das Abenteuer und eigentliche Spiel nach dem Hausbau allerdings erst los, denn eure Charaktere wollen umsorgt werden. Dabei könnt ihr euch zu Anfang auch gleich eine Großfamilie zimmern, um das Chaos perfekt zu machen. Jeder Sim hat einen eigenen Tagesablauf und eigene Bedürfnisse, die gestillt werden müssen, ganz wie bei einem Tamagotchi aus den 90er Jahren. Allerdings gibt es immer wieder Ereignisse, die die Sims von den absoluten Basics abhalten. Schreibt euer Sim etwa gerade ein Buch am heimischen Rechner, dann kann er den Besuch des stillen Örtchens schon einmal vergessen. Das Ergebnis: eine Pfütze auf dem Boden und beschämte Blicke. Habt also immer ein Auge auf die Probleme und Wünsche eurer Sims.

Die Sims 4 - Alte Liebe rostet

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Die Steuerung ist umfangreich und oft auch anstrengend. Bis ihr alle Eingaben meistert, dauert es einige Zeit.
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Zweifelhafte Portierung

Über das Spiel und die Mechaniken gibt es nichts Neues zu sagen, also widmen wir uns der Analyse der Portierung der drei Jahre alten PC-Version. Man sollte meinen, dass die Entwickler Die Sims 4 auf PS4 und Xbox One perfektioniert haben, doch davon ist die Lebenssimulation aktuell weit entfernt. Gerade beim Wechsel zwischen Bau- und Live-Modus hängt das Spiel manchmal einige Sekunden. Beim Kreieren der eigenen vier Wände verzeichnet ihr ebenfalls oft lästige Ruckler, die so manche Montagearbeite ad absurdum führen – und das auf einer PS4 Pro. Zudem nerven immer wieder lästige Fehler: Mal lässt sich eine Tätigkeit eines Sims nicht abbrechen, mal ist eine Aufgabe bereits beendet, taucht aber weiterhin in der Leiste für Aktivitäten auf. Es kam während des Tests sogar vor, dass ich mit meinem Sim ins Fitnessstudio wollte, das Spiel aber scheinbar andere Pläne hatte. So kamen wir weder zum Sport, noch zurück zu unserem Haus. Sogar nach erneutem Laden aus dem Hauptmenü heraus war dies nicht möglich. Erst ein kompletter Neustart des Spiels beseitigte das Problem. Womöglich behebt ein schneller Patch derartige Fehler, doch so etwas darf nach so langer Entwicklungszeit und über drei Jahren Abstand zur PC-Fassung einfach nicht passieren.

Abgesehen davon ist auch die Steuerung oft ein Graus. Das liegt bei einem Titel wie Die Sims 4 aber in der Natur der Sache: Es gibt viel zu viele Menüs, Unterpunkte, Buttons, Übersichten und Aufgaben. Während ihr diese Dinge mit Maus und Tastatur bequem anklicken könnt (und dennoch manchmal Chaos herrscht), bringt euch die Controller-Bedienung gelegentlich an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Vieles ist dabei natürlich Übungssache, doch oft heftet sich der Cursor an Leisten und überspringt den Arbeitsbereich. Ferner sind allerlei Tasten doppelt und dreifach belegt. So wechselt ihr bei der Charaktererstellung nicht nur die Reiter für persönliche Eigenschaften, sondern tauscht gleichzeitig auch die Kleidung des Sims. Das sind zwar Kleinigkeiten, die auf Dauer allerdings echt schlauchen.

Leider haben es auch nur wenige neue Inhalte ins Spiel geschafft. So gibt es nun zwar unter anderem Pools, neue Karriereleitern und sogar Halbwände sowie eine neue Welt für noch mehr Platz. Doch was hätte gegen die unzähligen DLCs gesprochen, die bereits erschienen sind? Sie hätten Die Sims 4 auf Konsole einen Mehrwert gegeben und vielleicht auch Sims-Neulinge angelockt, die sich einfach ein komplettes Spiel mit allen Extras wünschen. Aber klar, damit hätte man natürlich kein zusätzliches Geld verdient.