Sims 2: Open for Business (PC Review)
von Sebastian Weidner

In Die Sims 2 macht ihr Karriere, ohne euch die Hände schmutzig zu machen. Einfach in partiell aufploppenden Textkästen die richtigen Entscheidungen treffen, und schon läuft eure berufliche Laufbahn wie am Schnürchen.

Was im wirklichen Leben ein Traum wäre, ist im Spiel momentan noch einer der größten Kritikpunkte. Kein Wunder also, dass sich Electronic Arts mit dem neuesten Addon Open for Business diesem heiklen Thema widmet und das Geschäftsleben zum zentralen Element macht.

Ob Ackern für höhere Lebensqualität ähnlich viel Spaß macht wie Studieren in Wilde Campus Jahre und nächtliches Abfeiern in Nightlife, verraten wir euch in unserem Test.

Los geht`s
Der Weg zum Erfolg ist steinig. Bevor ihr über ein riesiges Imperium gebietet, dutzende Angestellte habt und im Geld schwimmt, müsst ihr ranklotzen und richtig hart arbeiten. Als erstes solltet ihr euch überlegen, mit welchen Produkten ihr euer erstes Geld verdienen wollt. Verkaufen könnt ihr theoretisch alles, was im Materialpool von Die Sims 2 enthalten ist. Von Blumen über Spielzeug bis hin zu Autos.

Doch wie bringt ihr die Sachen an den Mann bzw. die Frau? Ganz einfach: Richtet euch im eigenen Haus einfach eine Verkaufsecke ein und wartet auf Kundschaft. Oder besser: Kauft euch im frisch hinzugekommenen Einkaufsgebiet Bluewater ein Grundstück und baut einen Laden ganz nach euren Bedürfnissen.

Die Sims 2: Open for Business - Erfolg ist geil: Unser Review verrät, wie viel Spaß die Arbeit machen kann!

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Maxis hat eine Reihe neuer Objekte implementiert, die eurem Geschäft den nötigen Charme verleihen. Waren stapelt ihr in Regalen oder stellt sie in Schaukästen aus. An der Kasse wird abgerechnet. Und hübsche Zierelemente wie aufstellbare Teddybärenstatuen sorgen für eine wohlige Atmosphäre beim Einkaufen. Ihr verfügt über massig Kohle, aber wenig Kreativität bzw. Lust, ein eigenes Geschäft von Grund auf aus dem Boden zu stampfen?

Packshot zu Die Sims 2: Open for BusinessDie Sims 2: Open for BusinessErschienen für PC kaufen: ab 3,93€

Kein Problem. Dann kauft einfach einen der vorgefertigten Läden und führt ihn zum Erfolg! Die Auswahl ist immens. Ob Bäcker, Autohändler oder Solarium. Im Addon sollte jeder Spielertyp einen passenden Geschäftszweig finden.

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Wirklich interessant wird Open for Business dadurch, dass ihr nicht nur Fertigerzeugnisse verkaufen müsst, sondern auch eigene Waren herstellen könnt. Das funktioniert über so genannte "Werkbänke", auf denen ihr Spielzeuge, Roboter und vieles mehr in Handarbeit zusammenschraubt oder etwa schöne Blumensträuße bindet. Je öfter ihr das macht, desto bessere Ergebnisse erzielt ihr. Insgesamt kann euer Sim im Lauf seines Geschäftslebens um vier Geschicklichkeitsstufen aufsteigen. Vom laienhaften Stümper zum virtuosen Meister, sozusagen. Wer seinen Gewinn maximieren will, sollte auch tunlichst Gebrauch machen von der Eigenproduktion.Denn diese ist wie im echten Leben im Verhältnis zu eingekauften Produkten deutlich kostengünstiger. Um das zu erkennen, bedarf es keines BWL-Studiums. Überhaupt ist Open for Business deutlich weniger komplex als ähnlich gelagerte Wirtschaftssimulationen. Euren Handelsgegenständen etwa weist ihr keine exakten, in anderen Titeln mit dem Taschenrechner ermittelten, Preise zu. Stattdessen setzt ihr per Schieberegler global oder für jedes einzelne Objekt auf Vorgaben, von spottbillig bis sündhaft teuer. Auswertungen im Excel-Look bleiben euch erspart. Spätestens, wenn Nase rümpfende Kunden aus dem Laden rennen, wisst ihr, dass ihr die Preise ein wenig nach unten schrauben solltet. Und falls ihr trotz fantastischer Verkäufe mit einem Fuß in der Schuldenfalle sitzt, ist es Zeit für eine kleine Preissteigerung.

Viele Wege zum Erfolg
Die Möglichkeiten, reich zu werden, sind vielfältig. Wer nicht die Muße hat, selbst Waren zu kaufen bzw. herzustellen und dann feilzubieten, verdient sein Geld einfach als Dienstleister.Richtet euch ein schmuckes Studio ein und schneidet anderen Sims die Haare oder versucht euch als professioneller Visagist. Je besser ihr im Lauf der Zeit werdet, desto mehr Geld könnt ihr für eure Künste verlangen. À propos Künste: Falls euch das Dienstleister-Gewerbe auch nicht so recht zusagt, eröffnet doch eine Galerie und verlangt Eintrittsgelder. Einfach ein so genanntes Ticket-System installiert und schon müssen fremde Sims beim Eintritt in euren Laden einen Obolus abdrücken. Theoretisch könnt ihr jede Art von Geschäft mit diesem System versehen.

Aber wundert euch nicht, wenn die so ausgestattete Bäckerei auf ihren Brötchen sitzen bleibt oder dem Frisör reihenweise Kunden abspringen. Wirklich sinnvoll ist das Modell eigentlich nur bei Einrichtungen mit einem gewissen Entertainmentfaktor.

Als Geschäftsideen fallen uns da spontan Muckibuden, Discos oder Wellness-Oasen ein.

Verkaufen will gelernt sein
Kein Profi ohne ausgiebiges Training! Um in Open for Business zum echten Top-Verkäufer zu werden, müsst ihr vor allem eines: üben, üben, üben. Kundenverkaufsgespräche laufen nicht automatisch ab, sondern erfordern euer Zutun und sind vergleichbar mit dem altbekannten Knüpfen von Freundschaften.

Einige schmeichelnde Dialogoptionen ausgewählt, schon habt ihr nach kurzer Konversation den Kunden im Sack und er kauft euch das Objekt der Begierde ab. Nun müsst ihr ihn wie im echten Leben abkassieren. Das kann sich allerdings zum echten Stolperstein entwickeln.

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Ungeübte Sims fuhrwerken quälend lange an der Kasse herum und vergraulen so den ein oder anderen Kunden. Oder aber ihnen knallt unter lautem Getose gleich die ganze Kasse gegen den Bauch. Gerade unter den Augen andersgeschlechtlicher Sims ein wahrer Alptraum!

Einen Beinbruch stellt das allerdings nicht dar. Schließlich fängt jeder mal klein an. Und nur Übung macht den Meister! Umso versierter euer Sim im Umgang mit dem Geldschrein ist, desto schneller und effektiver kassiert er ab.Über kurz oder lang führt dennoch kein Weg an Angestellten vorbei. Denn fünf oder mehr Kunden gleichzeitig können selbst absolute Arbeitstiere nicht bedienen. Das Personal kümmert sich völlig autonom um die Kunden und lernt genau wie eure Spielfigur hinzu. Mit Schulungen verbessert ihr die Skills der Untergebenen zusätzlich. Doch aufgepasst: Bessere Gehilfen wollen auch bessere Gehälter. Bekommen sie die nicht, werden sie auf Dauer unzufrieden und kündigen sogar. Rollt der Rubel erst einmal, könnt ihr weitere Filialen (oder ganz andere Geschäfte) eröffnen und das Management an Angestellte übertragen.

Zurücklehnen und Cocktails trinken solltet ihr aber nicht. Wir raten euch dazu, des Öfteren nach dem Rechten zu sehen und darauf zu achten, dass die fleißigen Arbeitsbienchen auch wirklich fleißig sind und den Laden richtig führen. Unfreundliche oder inkompetente Gesellen werden kurzerhand gefeuert.Optisch und beim Sound hat sich im Vergleich zum Hauptprogramm wenig getan. Genügend Prozessorpower vorausgesetzt, machen die Sims allerdings nach wie vor einen geschmeidig animierten und detaillierten Eindruck. Einzig die langen Ladezeiten ermüden auf Dauer. Daran haben sich wahre Sims-Fans aber sowieso schon gewöhnt…