Die Sims 2 (PC-Test)
(von Patrick Streppel)

Sie sind wieder da: Die simulierten PC-Bewohner, deren virtueller Alltag weltweit Millionen von Spieler - insbesondere Frauen - in ihren Bann zieht. Mit Sims 2, dem Nachfolger zum meistverkauften Computerspiel aller Zeiten, bietet Maxis eine interaktive Seifenoper

frei nach dem Motto "schöner, größer, besser!"

Es gibt wohl kaum jemanden, der sie nicht kennt: Neben dem Moorhuhn und den Siedlern sind die Sims für viele Gelegenheitsspieler (und Nicht-Spieler) der Inbegriff eines

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Die Sims 2 - Realer wars noch nie! Maxis gelingt eine phänomenale Fortsetzung der Sims!

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gesellschaftsfähigen Computer- spiels. Maxis Geldesel tummelt sich mit seinen 30 Millionen weltweit verkauften Exemplaren (allerdings inklusive Add-Ons) auch auf jenen Festplatten, die sonst als Spiele-Einöde gelten und - ein Novum - zu einem großen Teil Frauen gehören. Was ist es, das so viele Menschen an den Sims fasziniert? Für alle, die den Sims-Hype aus unerklärlichen Gründen verschlafen haben, hier noch einmal die einfache wie geniale Formel: Der Spieler fungiert als eine Art spiritueller Berater, der einer kleinen Gruppe simulierter Menschen durch den ganz normalen Wahnsinn des Alltags helfen muss. Auch wenn jeder dieser Sims über ein Eigenleben verfügt, helfen ihm Anweisungen wie "Essen kochen" oder "mit Gattin lästern" die acht Grundbedürfnisse möglichst gut zu erfüllen.

Sims City
Spielte das Ur-Sims (also ohne Erweiterungen) nur in den vier Wänden des virtuellen Hauses, hat man bei Sims 2 eine ganze Nachbarschaft - also quasi einen kleinen Stadtteil - zur Verfügung. Wer jetzt Parallelen zum eingestellten Sim Ville entdeckt, der muss jedoch enttäuscht werden:

Zwischen den Häusern dürfen sich die Sims nicht frei bewegen, sie werden lediglich per Auto zum Nachbarn oder einem Gemeinschaftsgrundstück wie dem

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Park gebracht, die beim ersten Sims nur in Form von Erweiterungen zur Verfügung standen. In Zukunft darf man für diese Übersichtskarte laut Maxis übrigens auch Sim City 4-Städte importieren. Insgesamt 14 Szenarien stehen derzeit zur Verfügung, drei davon sind
bereits vollgestopft mit Familien, deren Beziehungen und Schicksale wie in einer guten Seifenoper gestrickt sind. So wohnt in Schönsichtingen Familie Grusel, deren Mutter Bella kurz zuvor verschwunden ist - und gerüchteweise bei Frauenheld Don zuletzt gesehen wurde. Genau in den ist ausgerechnet ihr Töchterlein verknallt, während Witwer Mortimer von der jungen Dina Caliente umschwärmt wird. Erklärtes Ziel der Wasserstoffblondine: Einen reichen Sim heiraten… Auch in den anderen Gegenden ist ordentlich was los: So wird in Merkwürdighausen wiederholt von Außerirdischen berichtet, während sich in Veronaville die jüngsten Sprösslinge der Familien Kappe und Monti trotz alter Clan-Feindschaft in einander verliebt haben - Romeo und Julia natürlich. Die insgesamt 13 Familien, die auf diese Weise mit Haus, Kind und Kegel vorgegeben sind, dienen quasi als Missionen für den Schnelleinstieg - wer mag, kann in diesen oder den elf anderen Landschaften aber auch gänzlich von vorne Anfangen.

Schöpfung leicht gemacht
Zunächst sollte man sich eine Familie erstellen, d.h. Alter, Aussehen und Persönlichkeit der einzelnen Charaktere wie im Baukasten zusammenfügen. Im Gegensatz zu Sims 1 ist dieses Element nun wesentlich komplexer: Neben Körperbau, Haar- und Hautfarbe lassen sich selbst kleine Details wie Form von Nase und Augen detailliert festlegen. Zahlreiche Frisuren und Kleidungsstücke warten bereits nach der Installation - mehr Auswahl gibt es wohl schon bald im Internet.

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Ist eine Familie erschaffen, darf auf einem Grundstück unserer Wahl der erste Spatenstich gemacht werden. Auch den Häuserbau haben die Entwickler kräftig aufgebohrt - kein Wunder, spielen doch viele Käufer The Sims nur um ihrer architektonischen Ader freien Lauf zu lassen. Zunächst werden dafür der Grundriss des Hauses inklusive Fenstern, Türen und Treppen angelegt, dann geht es an den Innenausbau. Obwohl die Bandbreite an Möbeln, Gebrauchsgegenständen oder Luxusobjekten wie Pool und Fitnesscenter bereits üppig ist, werden Fans bald reichlich Nachschub liefern. Somit ist im neuen Eigenheim für die Bedürfnisse ganzer Sims-Generationen gesorgt.Der Lauf der Zeit
Ein weiterer Aspekt, der deutlich ausgebaut wurde, ist der Verlauf der Zeit: Anstatt nur drei Grundlegende Altersstufen (Sims 1) durchschreiten unsere Schützlinge nun sämtliche Phasen des Lebens - von Geburt bis zum Tod. Dabei kommt auch die Genetik nicht zu kurz: Paaren sich zwei eigens kreierte Sims, sieht Sohnemann wie ein realistischer Nachfahre aus. Neben Äußerlichkeiten haben die Designer auch Verhaltensmuster einbezogen: Ist Mutter ziemlich Ängstlich, wird auch Töchterlein nicht zu großen Risiken bereit sein.

Die biologischen und psycholo- gischen Auswirkungen des

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Alterungsprozesses haben auf das gesamte Familienleben Einfluss: Schneiden Kinder in der Schule gut ab, erhöhen sich die Job-Chancen. Waren die Eltern im Beruf erfolgreich, stimmt am Ende die Rente. Ungefähr 30 Spielstunden dauert ein durchschnittliches Sims-Leben, aber auch der vorzeitige Tot steht als Möglichkeit im Raum. Auch wenn der Sensemann eine gewisse Komik versprüht, ist dieser Moment mit weinenden Angehörigen passend in Szene gesetzt.

Bedürfnispyramide
Wie im ersten Teil stellen die acht Grundbedürfnisse den Kern des Spiels dar: Hunger, Harndrang, Schlaf, Spaß, Sauberkeit, Hygiene,

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Komfort und Freunde - diese Dinge müssen im grünen Bereich sein. Glücklicherweise sind die Sims jedoch nicht mehr so unselbstständig und können grundlegende Dinge selbst erledigen, d.h. essen bevor sie verhungern oder ins Bett gehen, wenn die Müdigkeit sie überwältigt - es sei denn, sie sind mit anderen Aufgaben eingedeckt oder von aufregenden Ereignissen wie Feuer oder Einbruch abgelenkt. Sind die Sims unzufrieden, wirkt sich das schnell aus: Da werden Mitbewohner angepflaumt, Besucher halten sich fern oder der Job wird nicht zufriedenstellend erledigt. Andererseits ist zum Wohlbefinden aber noch mehr nötig und mit demerhöhten Intelligenzgrad auch ein wenig der Fokus von der alltäglichen Routine genommen. Wichtigste Richtlinie ist dabei übrigens ein zentrales Lebensziel wie z.b. Ruhm oder Reichtum.

Wünsch dir was!
Ein jeder Sim hat abhängig von seiner Persönlichkeit stets fünf Wünsche, die sich jedoch auch regelmäßig ändern. Das reicht von einfachen Dingen wie "mit dem Sohn spielen" oder "ein Sandwich essen" bis hin zu "heiraten" oder "ein Baby machen". Parallel laufen drei Ängste, die eine Zückweisung durch den Liebsten, den Tot eines nahen Verwandten oder einfach nur schlechte Noten beinhalten.

Für das Erreichen von Zielen gibt es vom Programm Punkte, die für abgedrehte Gegenstände eingetauscht werden können. Von einem Geldbaum, der täglich 100 Simoleons hervorbringt, bis zu einem Elexir, welches das Leben verlängert - die Erfüllung von Wünschen lohnt sich, zumal es oft auch einen guten

Hinweis auf das derzeit beste Verhalten gibt. Manche Wünsche lassen sich mit ein wenig Aufmerksamkeit erfüllen, andere sind es auch Sachgegenstände, die für das Sims-Glück angeschafft werden müssen.

Geld regiert die Welt
Der neue Plasma-Fernseher für Papa, den Pool für die Kinder oder Mamas neue Küche - Geld ist auch bei den Sims von Bedeutung. Mindestens ein Familienmitglied sollte also einen Job haben, der sich über die tägliche Zeitung finden lässt. Die Arbeit selbst ist zwar nicht mit im Spiel (die Sims werden täglich abgeholt und kehren nach einigen Stunden zurück), je besser aber die Bildung und die Stimmung vor Arbeitsbeginn, desto höher darf auf der Karriereleiter geklettert werden.

Das fängt in der Schule an: Nur wenn wir unsere Tochter anhalten, auch täglich die Hausaufgaben zu machen, zahlt es sich in guten Noten aus. Mama hingegen darf nach kurzer Arbeitslosigkeit täglich Bücher

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wälzen und selbst Opa hält sich mit Kreuzworträtseln fit. Bei all der Paukerei und Arbeit sollte jedoch auch nicht der Spaß vergessen werden: Vor allem am Wochenende ist der ideale Zeitpunkt, um Partys zu schmeißen, in Ruhe zu daddeln oder sich auf den Gemeinschaftsgrund- stücken an neue Bekanntschaften zu wagen.

Nur die Liebe zählt
Was wäre eine Seifenoper ohne Liebe? Wie schon der Vorgänger ist auch Sims 2 hormonbeladen - im Interaktionsmenü gibt es haufenweise Befehle zum virtuellen anbaggern, flirten und betätscheln. Schritt für Schritt kommt man so seinem Traumpartner näher:

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Erst ein paar witzige Sprüche, dann ein tiefes Gespräch, irgendwann eine Berührung und schließlich die erste Umarmung. Haben beide Sims in etwa die gleichen Interessen und Ansichten, kann es schon bald zum ersten Kuss kommen - über kurz oder lang entsteht dann vielleicht eine richtige Beziehung. Egal ob im Whirlpool oder im Bett, natürlich stehen auch intimere Zärtlichkeiten auf dem Plan. Im Gegensatz zu den deutschen Singles ist Sims 2 jedoch völlig jugendfrei - gekuschelt wird nur unter der Decke und nackte Stellen werden (wie im Bad) verfremdet. Bei den Komplikationen einer Beziehung nimmt Maxis jedoch kein Blatt vorden Mund: Fremd gegangen wird ebenso wie homosexuelle Beziehungen möglich sind.

Reality-TV
In Sachen Technik ist Sims 2 noch ein größerer Schritt nach vorn: Haben wir uns im Original mit Iso-Männlein angefreundet, interagieren wir nun mit detaillierten 3D-Figuren in einer komplett modellierten 3D-Welt mit frei dreh- und zoombarer Kamera. Neben den gelungenen Animationen ist es vor allem die Detailverliebtheit der Entwickler, welche das Spiel zum Leben erweckt: Viele Kleinigkeiten, die erst bei genauem Hinsehen auffallen, aber auch ihren Preis haben: Das Spiel lief auf unserem 1800er Athlon mit GeForce 3 zwar flüssig, für hohe Auflösungen und volle Details wechselten wir aber auf einen Athlon 64 mit aktueller Grafikkarte.

Volle Punktzahl gibt es auch in Sachen Sound: Das Geplapper der Sims wirkt noch besser als im Original und bringt die Stimmung mit unterschiedlichen Betonungen perfekt zum Ausdruck.

Die unterschiedlichen Sounds und Musikstücke von Stereoanlagen und Fernsehern passt ideal zum Geschehen - einzig das Gedudel im Bau-Menü geht relativ schnell auf die Nerven.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ detailverliebte Grafik mit grandiosen Animationen + simuliertes "Leben" wirkte nie so real + variantenreiche Familienerschaffung + spannende Szenarien + extra langer Spielspaß

Cons:
- kleinere Steuerungsproblemeden Mund: Fremd gegangen wird ebenso wie homosexuelle Beziehungen möglich sind.

Reality-TV
In Sachen Technik ist Sims 2 noch ein größerer Schritt nach vorn: Haben wir uns im Original mit Iso-Männlein angefreundet, interagieren wir nun mit detaillierten 3D-Figuren in einer komplett modellierten 3D-Welt mit frei dreh- und zoombarer Kamera. Neben den gelungenen Animationen ist es vor allem die Detailverliebtheit der Entwickler, welche das Spiel zum Leben erweckt: Viele Kleinigkeiten, die erst bei genauem Hinsehen auffallen, aber auch ihren Preis haben: Das Spiel lief auf unserem 1800er Athlon mit GeForce 3 zwar flüssig, für hohe Auflösungen und volle Details wechselten wir aber auf einen Athlon 64 mit aktueller Grafikkarte.

Volle Punktzahl gibt es auch in Sachen Sound: Das Geplapper der Sims wirkt noch besser als im Original und bringt die Stimmung mit unterschiedlichen Betonungen perfekt zum Ausdruck.

Die unterschiedlichen Sounds und Musikstücke von Stereoanlagen und Fernsehern passt ideal zum Geschehen - einzig das Gedudel im Bau-Menü geht relativ schnell auf die Nerven.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:
+ detailverliebte Grafik mit grandiosen Animationen + simuliertes "Leben" wirkte nie so real + variantenreiche Familienerschaffung + spannende Szenarien + extra langer Spielspaß

Cons:
- kleinere Steuerungsprobleme