Was ist gelb, herrlich klischeehaft und lebt in Springfield? Richtig, die Simpsons! Nach einem erfolgreichen Kinodebüt tobt sich die gelbe Familie nun auch auf PC, Handhelds und Konsolen aus. Wir haben die PS3-Version unter unsere Fittiche genommen und Marge, Lisa, Maggie, Homer und Bart auf ihren durchgeknallten Abenteuern begleitet. Nach auskuriertem Lachkrampf, liefern wir euch nun unseren Erfahrungsbericht!

Die Simpsons: Das Spiel - Trailer

Talentierte Kultfiguren

Es war eine dieser Meldungen, die einschlagen wie eine Knallerbse. EA sichert sich die Rechte für eine Videospielumsetzung der Simpsons! Nachdem die Fangemeinde den obligatorischen Gähner hinter sich gebracht hatte und gelangweilt auf die ersten Screenshots blickte, wendete sich das Blatt jedoch recht schnell. Vorbei sind die Zeiten von fragwürdigen Software-Perlen wie „Simpsons: Hit and Run“ - endlich scheint sich ein Entwicklerteam Gedanken über eine adäquate Umsetzung der wohl kultigsten Zeichentrickserie unseres Planeten gemacht zu haben! Ey, Caramba!

Die Simpsons: Das Spiel - Gelbes Game ganz gut gelungen: gamona gratuliert! Grafik: Geschmackssache.

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Wenn Lisa zum Saxofon greift, sind die Gegner betäubt!
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Ausgangspunkt der abstrusen Einzelepisoden ist die komplett in 3D gehaltene und frei begehbare Stadt Springfield. Mit dem perfekten Vater-Sohn-Gespann, bestehend aus dem dämlichen Homer und dem vorwitzigen Bart, erkundet ihr zunächst eure Umgebung. Per Steuerkreuz wird zwischen den beiden spielbaren Charakteren gewechselt, was je nach Spielsituation auch zwingend nötig ist.

Alle Familienmitglieder verfügen nämlich über individuelle Fähigkeiten. So kann sich Sohnemann Bart beispielsweise das Bartman-Kostüm überstreifen, elegant durch die Lüfte gleiten und spezielle Wände erklimmen. Homer vertreibt seine Gegner dagegen mit orkanartigen Rülpsern oder er verwandelt sich einfach in den Homerball, der alles niederwalzt, was sich ihm in den Weg stellt. Alle Talente der gelben Akteure müssen stets gezielt eingesetzt werden, um die Level zu bewältigen. Neben der Feinmotorik ist also auch Nachdenken und Knobeln gefragt.

Im weiteren Spielverlauf schaltet ihr natürlich auch den Rest der gelben Sippe frei. Bushaltestellen dienen dem Austausch der aktuell gesteuerten Charaktere und bringen euch zudem auf schnellem Wege zum gewünschten Stadtteil. Wer die Story vorantreiben möchte, steuert eine der hell erleuchteten Säulen im friedlichen Springfield an, die jeweils den Startpunkt einer weiteren Episode kennzeichnen.

Die Simpsons: Das Spiel - Gelbes Game ganz gut gelungen: gamona gratuliert! Grafik: Geschmackssache.

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Im Museum müssen Homer und Bart gemeinsam vorgehen!
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Jede dieser Episoden ist in sich abgeschlossen und erzählt eine kleine Geschichte. Dies sorgt zwar insgesamt für wenig Tiefgang, weil das Spiel keine zusammenhängende Story erzählt, gab den Entwicklern aber die nötige Freiheit, die Episoden sehr abwechslungsreich zu gestalten.

Grandiose Videospielumsetzung der legendären Zeichentrickserie! Simpsons-Fans werden jede Spielminute genießen!Fazit lesen

Games-Humor a la Simpsons

Mal schlagen sich Homer und Bart im Call-of-Duty-Dress durch gefährliche Einsatzorte, mal heizt Marge den Spingfield-Mob zu einer Demo gegen Gewalt verherrlichende Videospiele an. Natürlich gibt es auch haufenweise Anspielungen auf zurückliegende Folgen der beliebten Simpsons. Homers Wettfressen darf dabei ebenso wenig fehlen wie Lisas fragwürdige Saxofonkünste, mit denen sie umherlaufende Gegner lähmt.

Eingeleitet wird jede Episode zudem durch eine qualitativ hochwertige Videosequenz, ganz im Stile des TV-Vorbildes. Da auch alle Originalsprecher der Serie mit an Board sind, werden Simpsons-Fans bestens bedient. Wer mag, darf sich sämtliche Videosequenzen jederzeit erneut ansehen. Zahlreiche Anspielungen auf populäre und traditionelle Videospiele lockern das Geschehen ständig auf. So müssen Lisa und Bart in einer Episode beispielsweise einen Fluss überqueren.

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Homer hat es mit der Nahrungsaufnahme mal wieder ein wenig übertrieben.
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Bart alias Bartman bewältigt diese Aufgabe souverän, in dem er per Seilbahn über das Wasser gleitet. Danach legt er einen Schalter um, der einen Damm zerstört, worauf Bäume, Krokodile und andere Wasserviecher die Strömung entlang schwimmen. Nun hüpft Lisa in alter Frogger-Manier mit passender Originalmusik über Krokodilrücken und Baumstämme bis zum anderen Ufer. Solche kreativen Momente treiben nicht nur Nostalgikern ein breites Grinsen ins Gesicht, sondern sorgen auch für erfrischende Abwechslung.

Zeichentrickoptik mit Simpsonsflair

Neben den schicken Zwischensequenzen punktet das Spiel vor Allem mit einer perfekten Darstellung des Spielgeschehens. Mit Hilfe der Cel-Shading-Technik, wirkt die 3D-Umgebung jederzeit wie ein Ausschnitt aus einer Simpsons-Folge. Alle Charaktere wurden vorbildlich modelliert und fügen sich hervorragend in die interessante Umgebung ein.

Weniger gelungen ist dagegen die Kameraperspektive, die das Geschehen häufig aus sehr ungünstigen Winkeln zeigt. Dies fällt vor Allem bei kniffligen Hüpfpassagen auf, bei denen sich die Kamera häufig nicht per rechtem Analogstick nachjustieren lässt. Wer hier aufgrund der unübersichtlichen Perspektive ins Leere springt, erlebt frustrierende Momente. Schade, denn eine gelungene Steuerung und ein stets fairer Schwierigkeitsgrad bilden das Fundament für ungetrübten Spielspaß.

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Die Grafik im Zeichentricklook sieht in hoher Auflösung genial aus.
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Wer Springfield nicht alleine unsicher machen möchte, drückt einem Freund den zweiten Controller in die Hand und bewältigt die Episoden gemeinsam. Dank Splitscreen dürft ihr alle Abschnitte im Team durchforsten, was deutlich lustiger ist, als mit einem KI-gesteuerten Familienmitglied unterwegs zu sein.

Lediglich in Springfield, dem Ausgangspunkt aller Episoden, ist euer Mitspieler zum Zuschauen verdammt. Wer mag begibt sich zudem in den Abschnitten auf die Suche nach Bonusitems. Auf diese Weise könnt ihr neue Highscores aufstellen. Witzig ist auch die Möglichkeit, bereits gespielte Episoden in einer Art Zeitrennen zu bewältigen. Gerade bei diesem Modus empfiehlt es sich, das Geschehen mit einem menschlichen Mitspieler zu bestreiten, da sich das Vorgehen dann sehr effizient und zeitsparend koordinieren lässt.