Vor einem halben Jahr erschien im Spätsommer 2006 zum zehnjährigen Jubiläum des Aufbaustrategiespiels Die Siedler 2 das Remake Die Siedler II: Die nächste Generation. Es bot zwar "eine gelungene Umsetzung des Aufbauklassikers von 1996", so unser Fazit, "hätte aber durchaus mehr 'Politur' vertragen können".

Nun gibt es eine Erweiterung, die unter dem Banner "Wikinger" wieder Feuer ins Spielgeschehen bringen soll. Welche Neuerungen damit verbunden sind und inwiefern der Wusel-Faktor nach wie vor unterhalten kann, haben wir mit einem Besuch bei den Nordmännern herausgefunden.

Hey, hey, Wickie…
Wenn ich an Wikinger denke, fällt mir immer zuerst die Zeichentrick-Serie "Wickie und die starken Männer" mit dem kleinen Jungen aus "Flake" in der Titelrolle ein, und ich beginne zu summen "Hey hey, Wickie, hey Wickie hey, zieh fest das Segel an..." Damit haben natürlich die Wikinger als neues spielbares Volk der Siedler nichts zu tun, aber Wehmut an die gute alte Zeit kommt trotzdem auf.

Die Siedler II: Die nächste Generation - Wikinger - Auf gehts, Männer von Flake: Ran ans Addon!

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So sieht also ein Wikingerdorf aus. Flake war irgendwie schöner...
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Es ändert auch nichts an der Tatsache, dass dies eine der wenigen spielerischen Neuerungen des Addons ist, denn bis auf einige kosmetische Änderungen am Original-Gameplay solltet ihr lieber nicht zu viel von den "Wikingern" erwarten. Sie werden neben den schon existierenden Römern, Nubiern und Asiaten in das Spiel integriert, auf die ihr im Spielverlauf übrigens auch zurückgreift. Schließlich brauchen unsere tapferen Nordmänner im Kampf gegen üble Piraten gelegentlich ein wenig Hilfe.

Die Siedler II: Die nächste Generation - Wikinger - Auf gehts, Männer von Flake: Ran ans Addon!

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Angeblich hatten Wikinger in Wirklichkeit gar keine Hörner an ihren Helmen…
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Die Seeräuber sind in der auf zwölf Einzelkarten verteilten Kampagne nämlich die Wurzel allen Übels und machen den Wikingern das Leben schwer, nachdem diese sich mit einer neuen Erfindung, einem weltumspannenden Portalsystem, schon am Ziel ihrer Träume wähnen. Doch die Piraten machen ihnen ein Strich durch die Rechnung, und so stehen sie nach ihrer Landung in einer fremden Inselwelt plötzlich ohne Rückkehrmöglichkeit da - mit heruntergelassenen Hosen quasi.

Kleine Neuerungen
Was das Addon im Vergleich zum Hauptspiel besser macht, ist recht schnell ersichtlich: Das Gameplay wirkt durch einige interessante Nebenquests (z.B. Befreiung von Sklaven, Tausch von Schürfrechten) nicht mehr so arg eindimensional auf den Aufbauteil beschränkt und erscheint dadurch insgesamt besser strukturiert und lebendiger.

Sogar die Story um die bärtigen Nordmänner ist etwas interessanter, auch wenn sie im Vergleich zur Konkurrenz wie Anno 1701 nicht wirklich zu den Highlights gehört. Mit dafür verantwortlich ist die statische Präsentation, die von einem zwar sympathischen, aber immer gleichen Sprecher vorgetragen wird und nicht durch ansehnliche Zwischensequenzen aufgelockert wird.

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Wikinger sind gute Seefahrer, schließlich waren sie es, die Amerika entdeckten...
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Auch spielerisch hat sich nicht allzu viel getan, vielmehr handelt es sich lediglich um kleinere Anpassungen des Gameplays. Die Wikinger unterscheiden sich beispielsweise kein bisschen von den anderen Völkern. Abgesehen vom Aussehen ist alles gleich, ob das nun die bewährten Gebäudetypen, Militäreinheiten oder die bekannten Waren und Berufe betrifft - Unterschiede gibt's nicht. Als Neuheit wurde lediglich eingeführt, dass Spieler nun selbst bestimmen können, in welchem Haus die Soldatenausbildung vonstatten geht und diese die benötigten Waren dann selbsttätig anfordern.

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Sogar eine Burg gibt es! Die braucht man auch gegen die bösen Piraten.
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Außerdem werden Militärgebäude nun nicht mehr per Default mit Gold versorgt, sodass dieser Rohstoff nun nicht sinnlos verpulvert wird. Das erweitere Questsystem wirkt sich jedoch auch durch einen deutlich erhöhten Schwierigkeitsgrad aus, worunter gelegentlich die wuselige Gemütlichkeit leidet. Dafür werden Spieler mit mehr Action belohnt, da es in der Kampagne öfter zu Kämpfen kommt als bisher. Wer sich nicht schnell genug in Position bringt, bekommt von der KI auf die Mütze oder steht plötzlich ohne Rohstoffe da. Nützlich sind zudem noch einige neue Meldungen, die auf Notsituationen (z.B. zu wenig Rohstoffe) hinweisen.

Für Multiplayerfreunde gibt es diesmal drei neue Standard-Maps. Wem das nicht ausreicht, wird den neuen Kartengenerator begrüßen. Das Erstellen neuer Maps wurde nun automatisiert, sodass per Zufallsgenerator im Handumdrehen eine Vielzahl neuer Maps erstellt werden kann.