Geht es um Klassiker des Aufbaugenres, fällt nicht selten der Name "Die Siedler". Was die Entwickler von Blue Byte damals auf die Beine gestellt haben, galt in den Disziplinen Komplexität und Präsentation als revolutionär. Vor Allem der, bei den Fans so beliebte "Wuselfaktor" ,machte das Spiel populär und war ein Grund, warum man sich mit aktuellen Neuauflagen für den PC auch wieder am Original orientiert. Wir testen die DS Umsetzung und berichten, ob das Spiel auch im portablen Format Spaß macht.

Die Siedler - Trailer

Produktionsstätten statt Wohngebiete
Fans des Originals werden mit der DS Umsetzung sicherlich ihre Freude haben, soviel direkt vorweg. Offensichtlich hat man sich bei Ubisoft das Ziel gesetzt, die Ur-Siedler möglichst authentisch auf den Handheld zu portieren. Sämtliche Menüs, die gesamte Grafik und der Spielumfang entsprechen der Vorlage.

Die Siedler - Netter Wuselspaß für unterwegs: Die knubbeligen Siedler erobern den DS.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 6/111/11
Siedeln was das Zeug hält - wer mag installiert Beobachtungskameras.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neben zwei Kampagnen, in denen ihr vorgegebene Ziele habt, dürft ihr auch im Endlosspiel siedeln und selbst bestimmen, mit wie vielen Kontrahenten ihr um die Ressourcen streitet. Anders als bei Anno 1701 steht bei "Die Siedler" der Kampf um Ressourcen im Mittelpunkt. Wie beim Original errichtet ihr nämlich keinerlei Wohnhäuser oder Gebäude die dem Wohlbefinden dienen, sondern konzentriert euch auf Produktionsstätten, resultierende Wirtschaftszweige und militärische Einrichtungen. Militärgebäude jeglicher Art dienen der Erweiterung der Grenzen, womit ihr mehr Platz für Gebäude und Zugriff auf entfernte Ressource erhaltet. Grenzen eure Militärgebäude an die eines Gegners, ist ein Konflikt, der über die zukünftige Landverteilung entscheidet, nicht zu vermeiden.

Fleißige Helfer
Zu Beginn startet ihr mit einem Basislager. Um euer Reich zu erweitern, platziert ihr Wegpunkte und verbindet diese durch Straßen. Für die Konstruktion eines Gebäudes lässt sich die Karte mit Gebäudesymbolen belegen die Auskunft darüber geben, welche Gebäudeklassen wo errichtet werden können. Sämtliche Einrichtungen sind entsprechend ihrer Größe in drei verschiedene Kategorien eingeteilt.

Die Siedler - Netter Wuselspaß für unterwegs: Die knubbeligen Siedler erobern den DS.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 6/111/11
Auch bei dichtem Schnee, büßen die Siedler nichts von ihrem Tatendrang ein.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Sagt euch der mögliche Standort für ein Gebäude zu, reicht eine Touchpen-Berührung und schon könnt ihr aus einem übersichtlichen Menü wählen, welche Konstruktion errichtet werden soll. Wie aus dem Nichts strömen dann auch schon kleine fleißige Siedler aus dem Hauptgebäude, die alle benötigten Baustoffe zur neu erschaffenen Baustelle tragen und mit der Errichtung des Gebäudes beginnen. Auf diese Weise konstruiert ihr ein Gebäude nach dem anderen. Anders als bei Anno 1701 gibt es keinen Kontostand, den ihr im Auge behalten müsst - was zählt sind einzig die Rohstoffe, die beispielsweise eine wichtige Voraussetzung für die Errichtung weiterer Gebäude sind.

Kundschafter und Gelehrte
Um eure Expansion vernünftig planen zu können, sendet ihr Kundschafter aus, die abseits eures Straßensystems das umliegende Umfeld erkunden. Auf diese Weise könnt ihr Informationen über das Terrain und mögliche Gegner außerhalb eurer Grenzen sammeln und euch gezielt in geeignete Richtungen ausbreiten. Neben dem Kundschafter dürft ihr auch Gelehrte in die Pampa schicken und nach Rohstoffen suchen lassen. Vor Allem auf potenziell rohstoffhaltigen Bergen lassen sich somit lukrative Gold und Erzvorkommen aufspüren.

Die Siedler - Netter Wuselspaß für unterwegs: Die knubbeligen Siedler erobern den DS.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 6/111/11
Bei der Planung der Wege bekommt ihr Auskunft über die Geländebeschaffenheit.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Ziel liegt meistens letztendlich darin, einen möglichst gut funktionierenden und autarken Wirtschaftskreislauf zu schaffen, der letztlich in einem schlagkräftigen und gut ausgerüstetem Militär mündet, mit dem ihr konkurrierende Völker von der Karte scheuchen könnt. Warenhandel, Festlegung von Steuern, oder die Zufriedenheit eurer Bevölkerung spielt anders als bei Anno 1701 dagegen keine Rolle. Zwar sind ausreichende Nahrungsvorräte ein wichtiger Bestandteil für das effiziente Arbeiten eurer Siedler, von echten Ansprüchen wie sie beispielsweise die Bevölkerung bei Anno 1701 stellt, kann hier jedoch keine Rede sein.

Authentisches Gewusel
Technisch hinterlässt die Nintendo DS Version von "Die Siedler" einen recht gespaltenen Eindruck. Nostalgiker und Freunde des Originals freuen sich zunächst über die authentische Präsentation und das typische Gewusel auf dem Bildschirm. So könnt ihr sämtliche Siedler dabei beobachten, wie sie schön animiert ihrem Alltagsgeschäft nachgehen. Der Bauer erntet das Getreide, der Fleischer klopft den frisch angelieferten Schweinskadaver weich und der Förster sorgt für Holznachschub, den der Baumfäller konsequent in die Wagerechte bringt.

Die Siedler - Netter Wuselspaß für unterwegs: Die knubbeligen Siedler erobern den DS.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 6/111/11
Der Wuselfaktor ist auch auf dem Nintendo DS sehr groß.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

All das wird allerdings bei großer Expansion der beteiligten Völker, durch Ruckeleinlagen geschmälert. Vor Allem wenn ihr die Karte per Steuerkreuz scrollt, wirkt der Bildaufbau aller andere als flüssig. Zudem hat man die authentische Portierung des Originals insbesondere bei der Soundkulisse ein wenig übertrieben. Wer die Musik deaktiviert, die zwar an sich gut gelungen ist, deren Thema sich jedoch viel zu häufig wiederholt, wundert sich über die unsauberen Geräusche. Ganz gleich ob es das Zwitschern der Vögel oder die Arbeitsgeräusche der eifrigen Siedler sind - alles wirkt abgehackt und qualitativ unsauber. Besonders beim Einsatz von Kopfhörern sind Sounds und Musik leider gänzlich ungenießbar.

Siedeln im Alleingang
Gelungen ist dagegen die Steuerung des Spiels. Wer das Original kennt der weiß, dass es neben der Kartenansicht auch noch zahlreiche interaktive Menüs und Einstellungsmöglichkeiten gibt. Leider verfügt der Nintendo DS jedoch nur über einen Touchscreen, obwohl bei diesem Titel durchaus zwei benötigt würden. Dieses Problem haben die Entwickler äußerst geschickt gelöst - per Schultertaste lassen sich die Inhalte der beiden Bildschirme jederzeit austauschen.

Die Siedler - Netter Wuselspaß für unterwegs: Die knubbeligen Siedler erobern den DS.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/6Bild 6/111/11
Wer sein Reich verteidigen möchte, errichtet prächtige Festungen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Öffnet sich also auf dem oberen Bildschirm ein Menüfenster, das Stifteingaben erfordert, tauscht ihr Bildschirminhalte kurzerhand aus und bedient das Menü nun bequem auf dem unteren Bildschirm. Hat man sich erstmal an diese Steuerungsfinesse gewöhnt, geht die Bedienung enorm einfach von der Hand. Gesellige Siedler treten bei der DS Version leider schon nach kurzer Spielzeit die Heimreise an. Anders als beim Original, muss die Handheld Fassung komplett ohne Mehrspielermodus auskommen. Schade, denn der offene Schlagabtausch mit menschlichen Kontrahenten, hätte das Spiel sicherlich enorm aufgewertet. Wer dennoch gemeinsam mit Freunden siedeln und seine Grenzen verteidigen möchte, der hisst stattdessen die Segel und sticht mit "Anno 1701" in See.