Die Römer (PC Review) von Nedzad Hurabasic

Während Echtzeitstrategiespiele den Spielern meist den Zweiten Weltkrieg als Hintergrundszenario anbieten, konfrontieren Aufbaustrategiespiele sie oft mit der antiken Welt. Das ist auch bei Die Römer nicht anders, einem Vertreter der Aufbauspiele, bei dem es uns in

die Blütezeit des römischen Imperiums verschlägt. Doch sollen hier nicht in erster Linie Heerscharen von Soldaten befehligt werden, sondern vor allem Bürger und Sklaven, die alle ihren Teil zum Aufbau prächtiger Städte beitragen sollen. Das alles natürlich unter fachkundiger Kontrolle des Statthalters: Euch!

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Ihr habt es bereits weit gebracht und seid ein Statthalter Roms - der ewigen Stadt. Das hätte euch zwar sonst keiner zugetraut, aber die Entwickler von Die Römer statten euch mit dem Segen des kaiserlichen Imperators und einem kleinen Teil seiner Macht aus.

Doch es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und deshalb beginnt die zentrale Kampagne des Spiels mit einem ausführlichen Tutorial und einem immer wieder auftauchenden Berater, der sich jedoch auch deaktivieren lässt.Auf diese Weise erfährt das angehende Stadtoberhaupt alles über die wichtigsten Elemente der Spielsteuerung, die Grundlagen der städtischen Bebauungsziele und vieles über die daraus erwachsenden Rechte und Pflichten. Die Bürger einer Stadt in Die Römer sind keineswegs lediglich selbstzufriedene, dahinwuselnde Arbeitsbienen, sie haben Bedürfnisse die vom Spieler befriedigt werden müssen.

Die Römer - Gouverneur sein ist ein Scheißjob: Nie sind die Bürger zufrieden. Spaß machts trotzdem.

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Damit sich der unerprobte Statthalter nicht plötzlich einem Aufstand unglücklicher Bürger oder zu hart arbeitender Sklaven gegenübersieht, machen ihn Benachrichtigungen auf etwaige Miseren in seiner Stadt aufmerksam, die wichtige Infos zu Problemen enthalten.

Drohende Feuersbrünste, die Pest, Nahrungs- oder Ressourcenmangel und andere negative Begleiterscheinungen des
Häuslebauens werden auf diese Weise kontrollierbar gemacht. Die so genannte "Augen-Schaltfläche" weist dabei auf Ereignisse von besonderer Bedeutung hin und erlaubt, sofort mit einem Klick zum Ort des Geschehens zu navigieren.

Neben dem Wohlsein seiner Bürger muss sich das Stadtoberhaupt aber auch um stetigen Nachschub an Sklaven kümmern, denn diese sind für das reibungslose Funktionieren einer Stadt dieser Epoche von essenzieller Bedeutung.

Packshot zu Die RömerDie RömerErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Das Verhältnis der beiden Parteien sollte immer zugunsten der Sklaven ausschlagen (optimal 1:2), schließlich sollen sie die Hauptlast der Bautätigkeiten und niederen Arbeiten erledigen, während die Bürger ordentlicher Arbeit als Bäcker oder Schlachter nachgehen oder sich in der Taverne amüsieren und Gerüchte austauschen. Diese Gerüchte dienen dem Spieler übrigens als Indikator ihrer Wünsche und sollten möglichst rasch in die Tat umgesetzt werden. Allerdings ist es mit dem Bauen neuer Gebäude zur Befriedigung der Bedürfnisse nicht einfach getan.

Wie sich schon sehr bald zeigt, endet planloser Aktionismus im heillosen Desaster. Beim Ausbau der Stadt muss der Statthalter mit Bedacht vorgehen und sich genau überlegen, wie er die vorgegebenen Ziele am besten erreichen kann.Die Reichweite der meisten Bauten ist beschränkt, sie verfügen über ein durch Kreise visualisiertes Einzugsgebiet. Dadurch werden Städte sehr schnell in Bezirke aufgeteilt, in denen alle wichtigen Bauten wie Häuser für die Bürger, Sägewerke, Steinbrüche, Lehmgruben, Tavernen und Altare vorhanden sein müssen.

Zudem müssen im jeweiligen Einflussbereich auch alle betroffenen Wirtschaftsbereiche angesiedelt sein. Eine Bäckerei, die nicht im Einzugsbereich eines Kornfelds errichtet wurde, wird kein Mehl erhalten und somit nutzlos vor sich hin vegetieren. In ähnlichen Abhängigkeitsverhältnissen stecken fast alle städtischen Einrichtungen und daher ist geplantes Bauen erste Pflicht des Baumeisters.Damit eine Stadt im Rang aufsteigt und ihr Prestige im Römischen Reich steigern kann, lässt sich der Status von Häusern verbessern. Diese gibt es in vier Ausführungen; je talentierter die Bewohner, desto effizienter gehen sie ihren Jobs in der Produktion nach. Praktisch: Bewohner müssen ihren Tätigkeiten nicht zugewiesen werden, sie ergreifen freie Arbeitsstellen nach dem Bau von Gebäuden selbsttätig, sofern es arbeitslose Bürger und Jobs gibt. Sobald es dem Spieler gelingt, das Prestige seiner Stadt mit Errungenschaften zu erhöhen, steigert sich sein Ansehen beim Herrscher in Rom, der diese Anerkennung mit Ressourcen-Sendungen belohnt, die man zum Bau weiterer Monumente einsetzen kann. Gestalten sich die ersten Aufgaben wie die Beseitigung der Pest und das Besiegen von Feuersbrünsten noch recht einfach, steigt der Schwierigkeitsgrad im Spielverlauf deutlich.

So wechselt der Spieler dann nicht nur zwischen verschiedenen Locations und Städten, er ist auch mit den entsprechenden lokalen Widrigkeiten konfrontiert. In manchen Regionen ist es nicht möglich Weizen anzupflanzen oder Schweine zu halten und trotzdem muss die Bevölkerung mit den notwendigen Nahrungsmitteln versorgt werden. Deshalb sollte in solchen Fällen auf alternative Resourcen wie Wein oder Erz ausgewichen werden, die in Handelshäusern mit Rom oder Barbaren getauscht werden können. Nach Etablierung einer Handelsroute stehen dann die benötigten Güter zur Versorgung der Bürger bereit. Oder zum Bau neuer Gebäude...

Die militärische Komponente des Spiels lässt sich in solchen Situationen zwar auch ausspielen, aber aufgrund des ständig herrschenden Ressourcenmangels spielt sie nur eine Nebenrolle.Lediglich zur "Akquirierung" neuer Sklaven oder zur Verteidigung der eigenen Ansiedlungen kann es nützlich sein, kleinere Armeen aufzustellen. Abgesehen davon, dass dies ohnehin nicht in allen Szenarien möglich ist.

So komplex sich die Beschreibung des Gameplays auch anhören mag, so leicht lassen sich die meisten Aufgaben trotzdem meistern. Verantwortlich dafür ist in erster Linie ein durchdachtes und intuitives Benutzerinterface, das mit wenigen Klicks Zugriff auf die wichtigsten Funktionen des Spiels erlaubt.

Zudem lassen sich über die Schaltflächen Wirtschaftsüberblick (Ressourcen) und Siedlungs- überblick (Produktionsstätten) alle wichtigen Werte und statistischen Angaben der Stadt überblicken. Eine Minikarte gibt darüber hinaus Auskunft über Ressourcen und Siedlungen, ist aber nur selten vonnöten. Allerdings kann auch die gelungene Steuerung nicht davon ablenken, dass sich im Laufe der Spielzeit mangels Spieltiefe immer öfter Längen einschleichen.

Viele Tätigkeiten müssen zu oft wiederholt werden, ohne dass sich irgendwie Abwechslung einstellen würde. Die meisten Missionen sind daher ähnlich aufgebaut und bieten nur wenig Abwechslung. Ein weiterer Minuspunkt dürfte für viele die langsam voranschreitende Spielzeit sein, die sich zwar z.B. fürs Bauen beschleunigen lässt, aber das Gameplay an sich natürlich nicht dynamischer macht.Viele Missionen dauern Stunden, ohne dass es möglich erscheint, sie schneller zu beenden, da man ständig von einem Krisenherd zum nächsten rennt und versucht seine Bürger freudig zu stimmen oder das nächste Missionsziel zu erreichen. Insgesamt verfügt die Story auch über zu wenig Zusammenhalt und Dichte, sodass die Identifikation mit den eigenen Bürgern oder einer (fehlenden) Hauptfigur nicht aufkommen kann. Langzeitmotivation sieht anders aus.

Wem die knapp 30 Missionen umfassende non-lineare Kampagne in einer der zehn klassischen Städte des Römischen Reichs, u.a. Pompeji, Florenz und natürlich Rom nicht genug bietet, der kann sich auch auf eine Herausforderung einlassen, die ihm direkt von Cäsar angeboten wird.

Für Endlos-Bastler bietet sich darüber hinaus im Freebuild-Modus die Möglichkeit, die Stadt seiner Träume zu bauen - und zwar ohne jegliche Beschränkungen. Der Multiplayer-Modus lädt außerdem zum Online-Challenge und lässt die Statthalter in aller Welt um die Wette bauen. Ein Vergleich aller Ergebnisse ist dabei natürlich auch möglich. In grafischer Hinsicht macht das Spiel sehr viel Spaß und bietet eine Menge fürs Auge: Detailreiche Landschaften und Häuser, wohin man auch scrollt, vom Dachziegel über frisches Brot, das aus dem Ofen der Bäckerei kommt bis hin zu Handlungsabläufen der Bewohner wurde vieles liebevoll in Szene gesetzt.

Auch die Licht- und Schattenspiele sowie das in der Sonne glitzernde Wasser sind mehr als einen Blick wert. Nicht ganz so überzeugend ist hingegen der Soundtrack, der schon nach kurzer Zeit eher einschläfernd als motivierend wirkt. Die Vertonung ist solide, aber ohne große Höhepunkte erfolgt, gleiches gilt für die zahlreichen Soundeffekte.Viele Missionen dauern Stunden, ohne dass es möglich erscheint, sie schneller zu beenden, da man ständig von einem Krisenherd zum nächsten rennt und versucht seine Bürger freudig zu stimmen oder das nächste Missionsziel zu erreichen. Insgesamt verfügt die Story auch über zu wenig Zusammenhalt und Dichte, sodass die Identifikation mit den eigenen Bürgern oder einer (fehlenden) Hauptfigur nicht aufkommen kann. Langzeitmotivation sieht anders aus.

Wem die knapp 30 Missionen umfassende non-lineare Kampagne in einer der zehn klassischen Städte des Römischen Reichs, u.a. Pompeji, Florenz und natürlich Rom nicht genug bietet, der kann sich auch auf eine Herausforderung einlassen, die ihm direkt von Cäsar angeboten wird.

Für Endlos-Bastler bietet sich darüber hinaus im Freebuild-Modus die Möglichkeit, die Stadt seiner Träume zu bauen - und zwar ohne jegliche Beschränkungen. Der Multiplayer-Modus lädt außerdem zum Online-Challenge und lässt die Statthalter in aller Welt um die Wette bauen. Ein Vergleich aller Ergebnisse ist dabei natürlich auch möglich. In grafischer Hinsicht macht das Spiel sehr viel Spaß und bietet eine Menge fürs Auge: Detailreiche Landschaften und Häuser, wohin man auch scrollt, vom Dachziegel über frisches Brot, das aus dem Ofen der Bäckerei kommt bis hin zu Handlungsabläufen der Bewohner wurde vieles liebevoll in Szene gesetzt.

Auch die Licht- und Schattenspiele sowie das in der Sonne glitzernde Wasser sind mehr als einen Blick wert. Nicht ganz so überzeugend ist hingegen der Soundtrack, der schon nach kurzer Zeit eher einschläfernd als motivierend wirkt. Die Vertonung ist solide, aber ohne große Höhepunkte erfolgt, gleiches gilt für die zahlreichen Soundeffekte.