Ungewöhnlich: So und nicht anders darf man wohl die diesjährige Oscarverleihung bezeichnen. Ungewöhnlich vor allem deshalb, weil es im Vorfeld kaum echte Favoriten gab. Die Kritik feierte die Nominierten in der Kategorie "Bester Film" durchweg als erstklassig, die Golden Globes gaben vor kurzem schon erste Impulse - die sich als falsch erwiesen.

Der große Globe-Abräumer "Abbite" ging bei den Oscars völlig leer aus, stattdessen heißt der große Gewinner des Abends "No Country for Old Men". Der neueste Streich der Regie-Brüder Ethan und Joel Coen gilt mit vier Trophäen als Sieger des Oscar-Rennens 2008. Bei den Darstellern wurden die ganz großen Namen in diesem Jahr übergangen: Daniel Day-Lewis setzte sich u.a. gegen Johnny Depp und George Clooney durch, die unbekannte französische Schauspielerin Marion Cotillard stach Konkurrentinnen wie Julie Christie oder Cate Blanchet aus.

Große Überraschung auch für Österreich: Das kleine, aber feine Kriegsdrama "Die Fälsche" siegt in der Kategorie "Bester ausländischer Film". Witziges Detail am Rande: Betrachtet man die reine Oscaranzahl, wäre "Das Bourne Ultimatum" eigentlich der zweite Sieger des Abends. Die drei Trophäen gab es allerdings nur für Schnitt, Ton und Soundmix.

Bester Film

"Michael Clayton"
"No Country for Old Men"
"There Will Be Blood"
"Abbitte"
"Juno"

Bester nicht-englischsprachiger Film

"Beaufort" - Israel
"Die Fälscher" - Österreich
"Katyn" - Polen
"12" - Russland
"Mongol" - Kasachstan

Beste Regie

"Juno" - Jason Reitman
"Michael Clayton" - Tony Gilroy
"Schmetterling und Taucherglocke" - Julian Schnabel
"No Country for Old Men" - Joel Coen and Ethan Coen
"There Will Be Blood" - Paul Thomas Anderson

Bester Hauptdarsteller

Tommy Lee Jones in "Im Tal von Elah"
George Clooney in "Michael Clayton"
Viggo Mortensen in "Tödliche Versprechen - Eastern Promises"
Daniel Day-Lewis in "There Will Be Blood"
Johnny Depp in "Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street"

Beste Hauptdarstellerin

Julie Christie in "An ihrer Seite"
Cate Blanchett in "Elizabeth - Das goldene Königreich"
Ellen Page in "Juno"
Marion Cotillard in "La Vie en Rose"
Laura Linney in "Die Geschwister Savage"

Bester Nebendarsteller

Casey Affleck in "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford"
Javier Bardem in "No Country for Old Men"
Philip Seymour Hoffman in "Der Krieg des Charlie Wilson"
Hal Holbrook in "Into the Wild"
Tom Wilkinson in "Michael Clayton"

Beste Nebendarstellerin

Cate Blanchett in "I’m Not There"
Ruby Dee in "American Gangster"
Saoirse Ronan in "Abbitte"
Amy Ryan in "Gone Baby Gone"
Tilda Swinton in "Michael Clayton"

Bestes Originaldrehbuch:

"Ratatouille" Drehbuch von Brad Bird, Story von Jan Pinkava, Jim Capobianco, Brad Bird
"Die Geschwister Savage" von Tamara Jenkins
"Juno" von Diablo Cody
"Lars und die Frauen" von Nancy Oliver
"Michael Clayton" von Tony Gilroy

Bestes adaptiertes Drehbuch:

"An ihrer Seite" von Sarah Polley
"Abbitte" Christopher Hampton
"No Country for Old Men" von Joel Coen & Ethan Coen
"There Will Be Blood" von Paul Thomas Anderson
"Schmetterling und Taucherglocke von Ronald Harwood

Beste Ausstattung

"American Gangster"
"Der Goldene Kompass"
"Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street"
"Abbitte"
"There Will Be Blood"

Beste Kamera

"Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford"
"Abbitte"
"Schmetterling und Taucherglocke"
"No Country for Old Men"
"There Will Be Blood"

Bester Schnitt

"Schmetterling und Taucherglocke"
"Das Bourne Ultimatum"
"No Country for Old Men"
"Into the Wild"
"There Will Be Blood"

Beste Kostüme

"Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street"
"Abbitte"
"La Vie en Rose"
"Elizabeth - Das goldene Königreich"
"Across the Universe"

Bester Dokumentarfilm

"Operation Homecoming: Writing the Wartime Experience"
"No End in Sight"
"War/Dance"
"Sicko"
"Taxi to the Dark Side"

Beste Kurzdokumentation

"Freeheld"

"La Corona (The Crown)"
"Salim Baba"
"Sari’s Mother"

Bester animierter Film des Jahres

"Ratatouille"

"Persepolis"
"Könige der Wellen"

Bestes Make-Up

"Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt"
"La Vie en Rose"
"Norbit"

Beste Musik

"Abbitte" - Dario Marianelli

"Drachenläufer" - Alberto Iglesias
"Ratatouille" - Michael Giacchino
"Michael Clayton" - James Newton Howard
"Todeszug nach Yuma" - Marco Beltrami

Bester Song

"Falling Slowly" aus "Once" von Glen Hansard und Marketa Irglova

"Happy Working Song" aus "Verwünscht" von Alan Menken und Stephen Schwartz
"Raise It Up" aus "Der Klang des Herzens"
"So Close" aus "Verwünscht" von Alan Menken und Stephen Schwartz
"That’s How You Know" aus "Verwünscht" von Alan Menken und Stephen Schwartz

Bester animierter Kurzfilm

"I Met the Walrus"
"Même Les Pigeons Vont au Paradis (Even Pigeons Go to Heaven)"
"My Love (Moya Lyubov)"
"Peter & the Wolf"

Bester Kurzfilm

"At Night"

"Il Supplente (The Substitute)"
"Le Mozart des Pickpockets (The Mozart of Pickpockets)"
"Tanghi Argentini"
"The Tonto Woman"

Bester Tonschnitt
"Das Bourne Ultimatum"
"No Country for Old Men"
"Ratatouille"
"There Will Be Blood"
"Transformers"

Bester Ton

"Das Bourne Ultimatum"

"No Country for Old Men"
"Ratatouille"
"3:10 to Yuma"
"Transformers"

Beste Spezialeffekte:

"Der Goldene Kompass"

"Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt"
"Transformers"