Jahr für Jahr gibt es neue Weihnachtssongs, aber was ist eigentlich mit Weihnachtsfilmen? Das haben sich Jonathan Levine, Seth Rogen und Evan Goldberg gefragt. Und wenn man diese Frage schon stellt, dann muss man sie auch erweitern: Was ist mit Weihnachtsfilmen für ein jugendliches Publikum. Also nicht Kinderfilme und dergleichen. Nein, harte Comedy mit Sex, Drugs und Rock’n’Roll, mit derben Zoten, fiesen Gags und totalen Trips.

Die Highligen drei Könige - Der neue Weihnachtsbrauch2 weitere Videos

So was fehlt in der Kinolandschaft einfach. Und wenn sich sonst keiner daran macht, Derartiges als Weihnachtsmann des modernen Kinos zu kredenzen, dann muss man halt selbst ran. Das Ergebnis ist „Die Highligen drei Könige“, ein ziemlich abstruser Titel, für den sich ein Entscheider bei Sony sicherlich gehörig auf die Schultern klopft. Immerhin gibt es einen Pluspunkt für originelles Denken, und das umso mehr, da der Originaltitel „The Night Before“ echt nicht zu Jubelstürmen hinreißt.

Die letzte große Feier

Seit 14 Jahren begehen Ethan (Joseph Gordon-Levitt), Chris (Anthony Mackie) und Isaac (Seth Rogen) den Weihnachtsabend gleich: Sie machen Party, ziehen von Bar zu Bar und lassen sich volllaufen. Begonnen hat diese Tradition, als Ethans Eltern starben und seine Freunde ihren Kumpel an Weihnachten abholten, um einen draufzumachen.

Die Highligen drei Könige - Der Weihnachtsfilm für alle, die Weihnachtsfilme hassen

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Manchmal merkt man tatsächlich, dass der Film zu Weihnachten spielt.
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Nun soll das alles in einer großen gigantischen Nacht enden, denn das Leben ist weitergegangen. Chris ist ein erfolgreicher Football-Spieler geworden und Isaac hat eine Familie gegründet. Nur bei Ethan ist alles so, wie es immer war. Eigentlich sogar schlechter, denn seit drei Monaten ist er von seiner großen Liebe Diana (Lizzy Caplan) getrennt, weil die die nächste Stufe ihrer Beziehung zünden wollte, er aber weiterhin der unreife Non-Erwachsene geblieben ist – und das mit 33 Jahren.

Die letzte große Weihnachtssause soll darum etwas ganz Besonderes werden. Die drei haben schon vor Jahren von einer legendären, an geheimen Orten stattfindenden Party gehört, aber nie herausgefunden, wo sie ist. Bis jetzt! Die Nacht der Nächte kann beginnen!

50/50

Wenn sich das Team von „50/50“ einfindet, kann man mehr als nur bloßen Klamauk erwarten. Den gibt es auch, denn Jonathan Levine und sein Ensemble haben verstanden, dass man Weihnachten wunderbar als Kulisse für eine Nacht der Abenteuer nutzen kann, damit einher aber auch eine gewisse Sentimentalität kommt, die man instrumentalisieren kann.

Die Highligen drei Könige - Der Weihnachtsfilm für alle, die Weihnachtsfilme hassen

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Zumindest für zwei der drei Freunde ist das Leben weitergegangen, deswegen muss ein letzte gute Party sein.
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Natürlich übertreibt man es nicht. Ein bisschen Rührseligkeit, passend zu der Zeit, in der die Geschichte spielt. In erster Linie setzt man aber schon auf zotigen Humor á la „Hangover“. Während Anthony Mackie und Joseph Gordon-Levitt zwar auch witzige Szenen haben, ist es vor allem Seth Rogen, der voll aufdreht. Seine Figur ist fast den ganzen Film über drauf. Hin und wieder nimmt man dabei seinen Blickwinkel ein, was für ein paar der coolsten Gags gut ist.

Vor allem ist dies Rogens Film, da seine Figur so über dir Strenge schlägt. Großartig, wie er mit seinem Davidstern-Sweater in der Mitternachtsmesse sitzt.

Sex, Drugs und derbe Gags zu Weihnachten. So macht der Heiligabend Spaß.Fazit lesen

Bekannte Gesichter

Ein paar Überraschungen hält „Die Highligen drei Könige“ auch parat, nicht zuletzt bei der Besetzung. Eine bekannte Sängerin spielt sich selbst und hat sogar ein Duett mit Joseph Gordon-Levitt, der sich dabei gar nicht so übel anstellt. Natürlich darf im Rogen-Umfeld ein Schauspieler nicht fehlen. Seinen Auftritt erwartet man – und wird nicht enttäuscht. Übertrieben und selbstironisch, so wie man das von ihm gewohnt ist.

Nur in wenigen Szenen zu sehen ist Michael Shannon als Mr. Green, der die Jungs mit Gras versorgt und zugleich eine Art Geist der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht ist, auch wenn das Werk natürlich nur wenig mit Charles Dickens‘ Geschichte zu tun hat.