Der regelrechte Shitstorm über das Wochenende in Bezug auf Blizzards Ankündigung von Diablo: Immortal, einem Mobile-Titel, brachte auch David Brevik, Schöpfer der Kultreihe, auf den Plan. Brevik, der als Senior Designer und Lead Programmer am 1996 erschienenen Diablo arbeitete, kann den Aufschrei nicht nachvollziehen, wie er bei einem Twitch-Stream seiner Ehefrau wissen ließ.

Diablo-Schöpfer David Brevik appeliert an die Fans

Breviks Ehefrau hielt über Twitch eine Gaming-Session ab und sprach dabei auch über Blizzards Ankündigung eines Mobille-Titels im Diablo-Universum. "Seid nicht so gemein", mahnte Brevik an. "Die Leute bei Blizzard haben hart daran gearbeitet, den Diablo-Fans gerecht zu werden. Ob es ihnen gelungen ist oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Man kann kritisch sein, ohne gemein sein zu müssen. Man sollte kein Spiel verurteilen, bevor man die Gelegenheit hatte, es anzuspielen. Man sollte sich nicht allzu sehr dem Hype hingeben, bis man es wirklich spielen kann. Das Spiel wird bestimmt ganz okay sein. Einige Leute, die es gespielt haben, fanden es ziemlich gut und interessant."

Brevik sprach dabei auch über die Leute, die bereits auf der Blizzcon Hand anlegen durften. Die Meinungen seien unterschiedlich ausgefallen. Einigen gefiel es, anderen nicht. Brevik ist davon überzeugt, dass die ungemein negative Reaktion daher rühre, dass viele im Vorfeld trotz Blizzards Blogpost "etwas Großes" erwartet hatten.

"Diablo 4 zum Beispiel. Oder etwas vergleichbar Großes, was auch immer. Diablo 2 Remastered. Sie haben ihre Erwartungshaltung auf 21 ein Halb von 10 geschraubt. Sie haben sich selbst auf lächerliche Weise gehypt. Obwohl Blizzard schon vor Wochen davor gewarnt hat, sich allzu sehr reinzusteigern. Und dann wurden sie enttäuscht, weil Diablo: Immortal nicht die Sorte Spiel darstellt, die sie spielen würden, also nicht ihren Erwartungen entspricht."

Tatsächlich hält Brevik die Idee eines Diablo-Mobile-Titels für gar nicht so schlecht. "Würde ich ein Spiel auf der Toilette spielen - und wir alle wissen, dass wir es tun - ihr wisst, dass ihr Diablo: Immortal herunterladen und es ausprobieren werdet, ihr wisst es."

Er könne ohnehin nicht verstehen, warum alle das Spiel dafür verurteilen, dass es ein Mobile-Titel ist. Viele Hardcore-Gamer, so Brevik, zockten sowohl auf PC, Konsole wie auch einige von ihnen mit Sicherheit auf dem Smartphone. "Ihr müsst Blizzard Anerkennung dafür geben, dass sie es versuchen. Diablo: Immortal mag zwar nicht das sein, was ihr wollt, aber was ihr wollt, wird kommen. Seid geduldig! Ihr wisst es genauso gut wie ich. Alle wissen, dass sie an Diablo 4 arbeiten."

Allerdings erwähnt der Schöpfer der Reihe auch, dass Blizzard nicht ohne Schuld bei diesem Shitstorm sei. Das Unternehmen müsste es besser wissen, dass auf der Blizzcon in erster Linie Hardcore-Fans sein würden. Auf der Blizzcon kündige man von daher keine Mobile-Titel an.

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