Es ist an der Zeit sich mit einem Thema zu beschäftigen, vor dem sich sicher einige von euch gedrückt haben. Doch heute ist es vorbei mit den Ausreden. Ihr müsst eine Entscheidung fällen. Jetzt. Hier. Ohne Widerworte! Worum es geht? Um eine zweite Chance, um die Erfüllung mancher Träume und vor allem um Sanktuario. Denn in wenigen Tagen landet Patch 2.0.1 auf den Diablo III Servern, in genau einem Monat öffnet die Westmark ihre Tore jedem Nephalem, der sich die Erweiterung gekauft hat. Doch sollten wir das tun?

Diablo 3: Reaper of Souls - Eröffnungssequenz Totenbeschwörer Diablo 329 weitere Videos

Um diese Frage zu beantworten, bin ich ausgezogen, habe die Beta ausgiebig bereist und mich in der letzten Woche sogar noch einmal in die Hallen von Blizzard in Versailles begeben, um dort mit Entwicklern, Pressesprechern und Kollegen über Diablo III Reaper of Souls zu sprechen. Eine Kaufempfehlung auszusprechen ist aber leider nicht so einfach. Denn im Endeffekt kommt es ja sehr auf den Geschmack des einzelnen an, ob ein Spiel oder in diesem Fall eine Erweiterung ihr Geld wert ist oder nicht.

Diablo 3: Reaper of Souls - Kaufen oder nicht kaufen, das ist hier die Frage!

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Patch 2.0 bringt auch schon das neue Paragon-System mit.
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Was kommt mit Patch 2.0?

Wie immer bei Spielen, die eine Erweiterung bekommen, wird es auch bei Diablo III einige Dinge geben, die für alle Spieler freigeschaltet werden und einige, die mit dem Addon gekauft werden müssen. Dabei gab es im Fall Reaper of Souls schon einige Unklarheiten. Also: Was kommt in wenigen Tagen mit Patch 2.0 und was bekommt ihr erst, wenn ihr in einem Monat Reaper of Souls gekauft habt.

Patch 2.0 bringt so gut wie alles, was man als Systemänderung benennen könnte. So wird mit dem Patch 2.0 das neue Lootsystem eingeführt, es wird Paragon 2.0 freigeschaltet und die neuen Schwierigkeitsgrade werden euch das Leben schwer (oder auch leicht) machen. Dabei dürfte vor allem das neue Lootsystem für Freude unter den Spielern sorgen. Denn nun findet ihr Gegenstände, die zumindest für irgendjemanden sinnvoll zu gebrauchen sind, das zufällige Wertemassaker hat ein Ende. Und: Die Anzahl der Gegenstände, die ihr für eure Klasse wirklich nutzen könnt, ist auch deutlich erhöht. Wir finden also endlich das, was wir wollen.

Paragon 2.0 bringt dann auch gleich den nächsten Grund zur Freude, denn ihr seid nun nicht mehr auf Paragon Stufe 100 beschränkt, sondern könnt euch bis in die Unendlichkeit und noch viel weiter austoben. Dabei bekommt ihr für jedes Paragonlevel einen Attributspunkt, den ihr frei auf eure Attribute verteilen könnt. Und das für jeden eurer Charaktere.

Packshot zu Diablo 3: Reaper of SoulsDiablo 3: Reaper of SoulsErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Abschließend stehen noch die neuen Schwierigkeitsgrade an. Vorbei mit Hölle und Inferno, vorbei mit Monsterstärke. Ihr wählt jetzt einfach einen von fünf Schwierigkeitsgraden aus, die dann jeweils nochmal in drei Unterstufen unterteilt sind. Das vereinfacht einiges und ist von euer Charakterstufe losgelöst, ihr könnt es also auch beim Hochleveln schon mit knackigen Gegnern aufnehmen.

Was kommt mit der Erweiterung Reaper of Souls?

Ist dann der 25. März endlich da und ihr hab euch für den Kauf der Erweiterung entschieden, erhaltet ihr noch weitere Neuigkeiten. So wird der Abenteuermodus freigeschaltet, ihr könnt auf Stufe 70 leveln, ihr habt Zugang zu Akt V, zur neuen Klasse Kreuzritter und zur Mystikerin, und noch ein paar Kleinigkeiten mehr.

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Reaper of Souls müsst ihr euch kaufen, dafür gibt es hier auch dich richtig guten Sachen!
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Akt V ist generell sehr schön gelungen. Ihr begebt euch nach Westmark, um dort die Geschichte rund um Malthael, den Engel des Todes zu erleben. Die Zonen sind düster, bedrückend, voller toller Events und leider etwas kurz geraten. Für einen Durchgang in den unteren Schwierigkeitsgraden braucht ihr etwa 3 bis 4 Stunden, was ok ist, aber eben auch nicht mehr. Irgendwie wirkt das Ganze zum Ende hin auch etwas gehetzt, aber Akt V ist es definitiv wert, gespielt zu werden.

Stufe 70 ist eigentlich keine große Erwähnung wert, ihr levelt halt einfach noch ein wenig weiter als normal, erhaltet ein paar neue Skills, that's it. Wesentlich interessanter ist da schon die neue Klasse, welche ihr auf 70 bringen könnt. Der Kreuzritter ist quasi der etwas veränderte Paladin aus Diablo II, also ein Krieger in schwerer Rüstung mit Waffe und Schild. Und so spielt er sich auch: schwer, mächtig und mit ordentlich Bumms. Wenn euch auch, wie so vielen, eine solche Klasse in Diablo III gefehlt hat, könnt ihr euch mit dem Kreuzritter sicher eine Freude machen.

Die Mystikerin kommt auch nur mit der Erweiterung und vervollständigt euren Fuhrpark an Handwerkern. Sie wird im Laufe von Akt V freigeschaltet und bietet euch zwei Dienste an. Zum einen könnt ihr über das Transmogrifizieren das Aussehen eurer Waffen und Rüstung verändern, zum anderen erlaubt sie euch, die Werte auf euren Gegenständen anzupassen. So könnt ihr einen Wert entfernen und versuchen, einen anderen dafür einzufügen. Somit könnt ihr eure Rüstung sowohl im Design, als auch in den Werten etwas besser an das anpassen, was euch gefällt.

Abschließend und definitiv mit am wichtigsten: Der Abenteuermodus mit all seinen kleinen Feinheiten. Anstatt ständig irgendwelche alten Questreihen in einem höheren Schwierigkeitsgrad durchzuspielen, könnt ihr mir Reaper of Souls einfach auf der Karte von Gebiet zu Gebiet springen und dort Aufgaben erfüllen, Kopfgelder auf bestimmte Monster einsacken und euch eine goldene Nase oder die perfekte Rüstung verdienen. Habt ihr alle Quests in einem Gebiet erledigt, erhaltet ihr Zugang zu einem Nephalemportal, über welches ihr in einen zufällig generierten Dungeon kommt, an dessen Ende ein Boss auf euch wartet, der gute Belohnung dabei haben sollte.

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Was wäre Diablo III ohne das Auktionshaus gewesen? Etwas besser, aber dafür mit noch weniger guten Items.
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Ade Auktionshaus - wir werden dich nicht vermissen!

Es gilt als eine der großen Design-Fehlentscheidungen von Diablo III: das Auktionshaus. Verbunden mit dem neuen Lootsystem und einigen anderen Kleinigkeiten bildet die Abschaffung des Auktionshauses die Grundlage für eine neue Gameplay-Philosophie in Reaper of Souls. Der beste Weg, neue und vor allem die besten Items zu finden, ist Spielen. Wo vorher der Gang ins AH meist wesentlich lohnender war, erhaltet ihr eure Ausrüstung nun ausschließlich über das Töten von Monstermassen. Genau so, wie es sein soll.

Somit kehrt Diablo III mit der Erweiterung wieder dahin zurück, wo es eigentlich hingehört und wohin es sich so viele Fans von Anfang an gewünscht haben. Wir grinden Monster, wir suchen Schätze, wir finden tolle Gegenstände und am Ende des Abends stellt sich das befriedigende Gefühl ein, besser geworden zu sein. Und ist das einmal nicht der Fall, weil die Göttin des Loots uns nicht hold war, dann haben wir immerhin ein paar Paragonlevel hinter uns gebracht oder dort zumindest Erfahrung gesammelt.

Wiederspielwert

Schon allein Akt V, der Kreuzritter, Paragon 2.0 und das neue Lootsystem führen dazu, dass man wieder ein paar Stunden im Spiel verbringen kann. Doch mit dem Abenteuermodus und den dazugehörigen Nephalemportalen eröffnet sich uns eine ganz neue Welt. Reaper of Souls macht hier so vieles besser als das Original, so dass wir, sofern uns das Spielprinzip gefällt, einen sehr guten Grund haben, die alten Charaktere zu entstauben.

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Der Abenteuermodus bringt das größte Plus zum Thema Wiederspielbarkeit von Reaper of Souls.
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Denn eins sollte jedem klar sein: auch Reaper of Souls setzt auf das, was in vielen anderen Spielen so verhasst ist, in Diablo aber sehnsüchtig betrieben wird: der Grind! Ihr schnetzelt Monster um Monster um Monster, immer auf der Suche nach dem besseren Item. Diablo II und vor allem dessen Addon Lord of Destruction haben dieses System nahe an die Perfektion getrieben, Diablo III hat es leider nicht hinbekommen, doch Reaper of Souls bringt es uns endlich wieder zurück.

Soll ich es mir denn nun kaufen?

Gehen wir einfach von ein paar unterschiedlichen Grundeinstellungen aus und schauen uns an, ob es sich lohnt, das Addon zu kaufen:

Ich habe Diablo III gemocht, lange gespielt oder spiele es noch! - Klare Empfehlung: Mitnehmen! RoS ist besser, macht alles besser und allein Akt V ist schon einen erneuten Besuch in Sanktuario wert. Oben drauf packen wir den Abenteuermodus, der für viel Abwechslung und noch mehr Spielspaß sorgt.

Ich fand Diablo III doof, aber Diablo II habe ich geliebt! - In diesem Fall solltet ihr vermutlich auch zuschlagen. Denn: Reaper of Souls ist so nah an Diablo II, wie es nur geht. Lediglich das Handeln, das für manche Spieler den Reiz in D2 ausgemacht hat, ist hier nicht möglich.

Ich habe Diablo III nicht gespielt, fand Diablo II aber toll! - Wenn ihr mal wieder Lust auf Diablo habt, ist jetzt der beste Zeitpunkt, um nach Sanktuario zurückzukehren. Und ehrlich: eigentlich habt ihr keinen großen Fehler gemacht, euch Zeit bis zum ersten Addon zu lassen.

Ich habe Diablo III nur kurz und nur für die Story gespielt! - Wenn ihr zu viel Geld habt und es euch nicht weh tut, könnt ihr die durchaus gelungene Story in Akt V mitnehmen. Habt ihr das nicht, lasst es lieber. Denn Akt V ist für reine Story-Spieler und Leute, die nur kurze Zeit danach noch weiterspielen, einfach zu schnell rum.

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Wenn ihr euch Reaper of Souls zulegt, wird sich einer sicher freuen: der blizzardsche Schatzgoblin.
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Fazit

Ein Blick auf Diablo III Reaper of Souls zu werfen kann nicht schaden. Die Erweiterung macht das Spiel an so gut wie allen Ecken und Enden zu einem besseren Diablo und auch zu einem besseren Hack'n'Slay. Eigentlich kann man den Kauf nur jedem empfehlen, der bereit ist, Diablo III noch eine Chance zu geben. Braucht ihr diese Bereitschaft nicht, da ihr eh treuer Fan des großen Übels seid, dann stellt sich euch die Frage vermutlich einfach nicht. Lediglich reine Story-Spieler sollten sich überlegen, ob ihnen die Erweiterung ihr Geld wert ist.

Natürlich basieren all diese Einschätzungen auf der Beta, aber wenn Blizzard in den verbleibenden Wochen bis zum Release nicht plötzlich wahnsinnig wird, sollte das Ding in trockenen Tüchern sein. Also freuen wir uns auf den 25. März, hoffen, dass Error 37 und seine Kumpanen uns dieses Mal in Ruhe lassen und kehren dann auf unserem Kreuzritter-Schlachtross in die Weiten Sanktuarios zurück.