Zehn Jahre. Zehn Jahre warten, hoffen, mutmaßen, spekulieren. Unzählige Gerüchte wurden verbreitet, Scherze gemacht, kleinste Informationsschnipsel aufgesogen. Jeder wollte es, wusste, dass es kommen würde. In der vergangenen Woche verdichteten sich die Anzeichen: Rob Pardo erklärte, man würde in Paris ein völlig neues Spiel ankündigen, auf der offiziellen Seite regten mehrere Splashscreens zu allgemeinem Rätselraten an.

Heute ließ Blizzard die Bombe auf der World Wide Invitational endlich platzen: Diablo 3, eines der langersehntesten Spiele aller Zeiten, der größte Massenhype der Gameshistorie, kommt wirklich! Wir haben für euch alle Infos der Eröffnungszeremonie und der europäischen Pressekonferenz zusammengetragen. Lehnt euch zurück und haltet euch lieber fest, denn: „Der Himmel wird beben!“

Diablo 3 - Der Barbar150 weitere Videos

Ein neues Übel

Heute Mittag tat er es wieder: Mike Morhaine, Geschäftsführer von Blizzard Entertainment, erfüllte Spielerträume: „Wir wissen, dass die Spieler schon lange auf eine Fortsetzung der Serie gewartet haben. Wir freuen uns also sehr, sie heute zum ersten Mal unseren Spielern hier in Paris und denen auf der ganzen Welt präsentieren zu dürfen“, erklärt er. Und wahrlich, es hat lange genug gedauert.

Diablo 3 - Jetzt ist es raus - der Himmel wird beben: Wir haben alle Infos zum langersehnten Blizzard-Meisterwerk.

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Es darf wieder gehackt werden: Neun Jahre nach "Lord of Destruction" lädt nun Diablo 3 zu wilder Metzelei.
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Neun Jahre sind vergangen, seit die Irviner mit „Lord of Destruction“, dem offiziellen Addon zu Diablo 2, zum letzten Mal die Geschichte um den Fürsten der Hölle aufgriffen. Viel Zeit also, die man offensichtlich genutzt hat. Zum Beispiel um die Story fortzuführen: Diablo 3 spielt ganze 20 Jahre nach den Ereignissen in „Lord of Destruction“ und beschwört ein völlig neues Grauen herauf.

Wir erinnern uns: Die drei großen Übel Diablo, Mephisto und Baal wurden besiegt, in einem letzten Akt der Verzweiflung zerschmettert der Erzengel Tyrael den Weltstein, der die Menschen vor den Mächten der Hölle und des Himmels schützte. Nun kehrt das Böse nach Sancturio zurück und nistet sich in Tristram ein, jenem legendären Dorf, in welchem Diablo einst zum ersten Mal in Erscheinung trat.

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Die Jahren haben ihn gezeichnet: Deckard Cain ist ebenfalls wieder mit dabei.
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Blizzard möchte mit Diablo 3 nicht nur hinsichtlich der Story nahtlos an die Vorgänger anknüpfen, sondern streut darüber hinaus für die Fans viele Anspielungen und Verweise zu den vergangenen Ereignissen ein. So wird man beispielsweise erneut Tristram besuchen und viele Charaktere aus den alten Spielen wieder treffen. Auch der wohl berühmteste Charakter der Diablo-Reihe bekommt wieder seinen Auftritt als (Achtung: Wortspiel!) Identifikationsfigur: Deckard Cain.

Hacken wie in alten Zeiten

Ähnlich wie bei Starcraft 2 wagt Blizzard in Punkto Gameplay nur wenig: Diablo 3 wird nicht wie vielerorts vermutet als MMO erscheinen, sondern bietet klassisches Hack’n Slay-Gemetzel in seiner reinsten Form. Will heißen: Die Steuerung bleibt gewohnt intuitiv, soll aber weiter verbessert bzw. vereinfacht werden, die Kämpfe verlaufen temporeich und actionlastig, ohne Einsteiger mit unnötigem Taktikfirlefanz zu überfordern.

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Spaß am Krawall: Viele Objekte der Umgebung sind zerstörbar.
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Die größte Neuerung: Statt einfach wild auf die dämonischen Monsterhorden einzuhacken, können die Spieler nun frei mit der Umgebung interagieren. Dank einer eigens erstellten Physik-Engine lässt sich ein Großteil der Innen- und Außenlevels zerstören bzw. manipulieren. So könnt ihr beispielsweise in Gefahrensituationen eine nahe Mauer einreißen und so eure Angreifer darunter begraben.

Machen wir es kurz: Tristram, Cain und Wirbelstürme - in neuem Gewand, mit frischen Features und coolen Klassen. Noch Fragen?Ausblick lesen

Auch die beliebten Script-Events, etwa wenn ihr einen geheimen Schrein berührt oder eine Tür durchschreitet, profitieren nun von der lebendigeren Spielwelt. In einer Szene des WWI-Trailers stürzen beispielsweise zentnerschwere Steine von der Decke einer Kathedrale und reißen gerade die Brücke ein, die der Spielcharakter eigentlich passieren wollte. Da hilft nur die Suche nach einem alternativen Weg.

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Viele Levels werden zufallsgeneriert - für Abwechslung ist also gesorgt.
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Wie in den Vorgängern werden alle Levels zufallsgeneriert, auch die Skriptsequenzen sollen deutlich dynamischer werden und sich von Spiel zu Spiel unterscheiden – es lohnt sich also Diablo 3 mehrmals durchzuspielen. Unter absoluter Geheimhaltung steht übrigens das komplett überarbeitete Questsystem – derzeit ist nur bekannt, dass sich die Art, wie ihr eure Aufträge erhaltet, von Diablo 2 unterscheiden soll.

Mit Muskeln und Insekten

Doch mit wem bekämpft man eigentlich die Heerscharen der Hölle? Natürlich wird es wieder eine ganze Reihe wählbarer Charakterklassen geben. Für das fertige Spiel plant Blizzard fünf Klassen, erstmals darf man sogar wählen, ob man als kraftstrotzender Hüne oder zierliche Kämpferin durch die Lande Sancturios zieht. Auf der WWI wurden heute allerdings nur zwei Charaktere angekündigt: der bereits bekannte Barbar und der Hexendoktor, eine neue Klasse.

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Darf nicht fehlen: Der Wirbelsturm ist die wohl mächtigste Attacke des Barbaren.
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Echte Diablo-Fans dürften beim Anblick des mächtigen Barbaren sofort nostalgische Gefühle entwickeln – rein äußerlich erinnert der Nordmann frappierend an sein D2-Vorbild. Auch dessen Skills und Fähigkeiten werden Veteranen schnell wieder erkennen: Kriegsschreie, Betäubungsschläge und der verheerende Wirbelsturm feiern ihr Revival, andere Attacken wie ein riesiger Hammer aus Geisterenergie oder Schockwellen sind neu im Repertoire des versierten Kriegers.

Komplett neu im Heldensortiment ist der Hexendoktor. Dieser Schamane ist witzigerweise einer Charakterklasse aus Warcraft 3 nachempfunden und nutzt sogar dessen Fähigkeiten: Um seine Gegner zu bekämpfen, entsendet er tödliche Insektenschwärme, die sich durch Fleisch und Knochen fressen. Außerdem beschwört er schleimige Helferlinge, entzündet massive toxische Explosionen oder schlägt seine Feinde per Fear-Zauber in die Flucht.

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Der Hexendoktor gehört zu den komplett neuen Klassen.
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Egal welche Klasse man letztlich wählt: Blizzard möchte allen Spielern die Möglichkeit geben, ihren Charakter noch besser zu spezialisieren und in die Richtung zu entwickeln, die den eigenen Spielvorlieben am ehesten entspricht. Über die Talentbäume ist zwar bisher noch nichts bekannt, allem Anschein nach wird man sich aber an Diablo 2 oder World of Warcraft orientieren.

Plastische Metzeleien

Natürlich muss eine echte Fortsetzung auch grafisch immer den nächsten Schritt machen. Und obgleich Diablo 3 zwar den logischen Schritt in die dritte Dimension wagt, fällt dieser relativ zaghaft aus. Ausgedehnte Shader-Spielereien wird es also auch in diesem Blizzard-Titel nicht geben, wie gewohnt achten die Irviner darauf, dass ihr neuester Titel auch auf älteren System läuft. Dafür stimmt jedoch die Atmosphäre.

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Stimmig und schick: Die Grafik ist im typisch blizzard'schen Comic-Stil gehalten.
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Stilistisch greift Diablo 3 den leichten Comic-Charakter eines jeden Blizzard-Titels auf. Klar gezeichnete Strukturen, satte Farben und verspielt-detaillierte Umgebungen dominieren die optische Präsentation. Die Effekte wirken wuchtig, die Animationen sehen schon jetzt extrem geschmeidig aus. In den Außenlevels weht eine sanfte Brise durch die Bäume, Flüsse bahnen sich ihren Weg, der Himmel wird von gleißenden Blitzen erhellt.

So fantasievoll die Designer bei der Gestaltung der Spielwelt zu Gange waren, so ausufernd gibt man sich bei der Darstellung von Gewalt. Es spritzt und splattert aus allen Richtungen, wenn sich der Barbar durch die Reihen der Dämonen schnetzelt. Leichen platzen, Fleischfetzen fliegen in hohem Bogen durch die Luft, der Boden färbt sich blutrot. Ganz klar, Diablo 3 wird kein Kinderspiel.

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Blut und Morde: Die FSK dürfte ihren Spaß mit Diablo 3 haben.
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Besonders bezeichnend ist z.B. folgende Situation: Wir beobachten eine Schar boshafter Priester bei einem grausigen Opferritual. Mit einer ekelerregenden Explosion zerreißen sie drei Jungfrauen förmlich in der Luft. Doch aus den Kadavern der Opfer erhebt sich etwas viel Grauenerregenderes. Knochen setzen sich zusammen, Muskeln formen sich, das Blut, welches eben noch den Boden benetzte, erschafft ein riesiges Bossmonster – spektakulär!

Kleinvieh macht auch Mist

Ansonsten setzen die Irviner Jungs auf viele kleine Verbesserungen im Detail. Die Minimap blendet man nun z.B. nicht mehr auf Tastendruck ein, sondern weist jederzeit in der rechten oberen Ecke den richtigen Weg. Heiltränke werden durch kleine Essenzen ersetzt, die von den Gegnern hinterlassen werden und schon bei ihrer bloßen Berührung eure Lebenssäfte erneut aufladen.

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Neue Monster wie diesen wandelnden Baum gibt es zuhauf - hoffentlich erhalten sie auch passende Namen.
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Darüber hinaus tastet Blizzard viele der bewährten Features klugerweise nicht an: Noch immer gibt es Items in den verschiedensten Qualitätsstufen, mehrere Schwierigkeitsgrade (sowie möglicherweise ein Hardcore-Modus) verlocken zu erneutem Durchspielen und gesockelte Gegenstände lassen sich mit Juwelen veredeln. Ob der beliebte Horadrim-Würfel zurückkehrt, steht bisher noch nicht fest.

Klar ist jedoch: Gerade in Punkto Mehrspieler muss Blizzard nachbessern. Zwar erfreut sich dieser Modus selbst heute noch größter Beliebtheit, doch war dieser immer ein Ziel von Hackern und Cheatern. Blizzard möchte mit einem komplett überarbeiteten Battle.Net dagegenhalten, samt verbesserter Sicherheitsfeatures und neuer Funktionen, die den Spielspaß in ungeahnte Höhen treiben.

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Bis zu acht Spieler dürfen wahrscheinlich im Online-Modus die Kampagne durchspielen.
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Über Details hält man sich allerdings bedeckt. Sicher ist, dass man vermehrt auf PVP-Features setzen möchte und sogar Pläne für mögliche E-Sport-Aktivitäten im Hinterkopf hat. Der kooperative Online-Teil wird wieder eine wichtige Komponente darstellen, nach aktuellen Planungen soll man mit maximal acht Spielern gleichzeitig durch Sancturio streifen können.

Alle Screenshots und Trailer findet ihr in unserer Galerie bzw. im Videobereich. Natürlich wird euch unser Live-Team in den nächsten Tagen weitere Infos von der WWI präsentieren: Unter anderem gibt es neues Material für Starcraft 2- und World of Warcraft-Fans. Also: Stay a while and listen…