Am 29. Juni 2001 veröffentlichte Blizzard das Addon „Lord of Destruction“ zu Diablo 2, einem der meistverkauften Spiele aller Zeiten. Seitdem sind fast sieben Jahre vergangen, in denen Fans jedes noch so kleine Gerücht um einen Nachfolger genau analysierten, spekulierten und hofften. Blizzard dagegen gab sich gewohnt schweigsam und kündigte bis zum heutigen Tag keinen Nachfolger des Hack'n'Slay-Klassikers an. Für Fans ist dies allerdings noch lange kein Grund, die Hoffnung zu begraben – im Gegenteil.

Die Gerüchteküche brodelt weit über Siedepunkt und auch die mediale Berichterstattung um einen potentiellen dritten Teil läuft schon seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Wird Blizzard auf der firmeneigenen „World Wide Invitational“, die Ende Juni in Paris stattfinden wird, endlich die Katze aus dem Sack lassen und der Öffentlichkeit Diablo 3 präsentieren? Wir haben uns in der Welt der Gerüchte, Mutmaßungen und Spekulationen umgesehen – aber der Reihe nach…

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Back to the roots

Ein kurzer Rückblick: Diablo und Diablo 2 wurden von Blizzard North entwickelt, das ursprünglich von David Brevik und den Brüdern Max und Erich Schaefer unter dem Namen „Condor Inc.“ gegründet und kurz vor der Veröffentlichung Diablos von Blizzard übernommen und in Blizzard North umbenannt wurde. Diablo wurde daraufhin neu konzipiert und im Januar 1997 veröffentlicht, Teil zwei folgte Ende Juni 2000.

Diablo 3 - Kommt es nun oder doch nicht? Wir fassen die wildesten Gerüchte der letzten Jahre zusammen.

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Schon kurz nach dem Addon Lord of Destruction sollen die Arbeiten am Nachfolger begonnen haben.
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Parallel zur Entwicklung des Addons Lord of Destruction begann auch die Arbeit an einem neuen Projekt. Nachdem allerdings 2000 und 2003 einige Entwickler sowie Brevik und die Schaefer-Brüder Blizzard North verließen, um eigene Studios zu gründen, wurde unbestätigten Gerüchten zufolge das geplante Projekt eingestampft und durch ein neues, geheimes Spiel ersetzt, das sich seitdem in der Entwicklung befindet.

Als im Januar 2005 die Schließung von Blizzard North erfolgte, wurde das dort ansässige Team ins Hauptquartier nach Irvine verlagert und arbeitet seitdem an dem mysteriösen Projekt weiter. Für Fans war von vornherein klar, dass es sich dabei nur um einen Nachfolger der Diablo-Serie handeln konnte. Höchste Zeit also, das Geschehen ab 2005 etwas genauer zu betrachten.

Packshot zu Diablo 3Diablo 3Release: PC: 15.5.2012
PS3, Xbox 360: 3.9.2013
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Die Gerüchteküche brodelt

Im November 2005 ging die Website von Hyboreal Games online, auf der zu lesen war, dass Mitbegründer Michio Okamura bis vor kurzem als Creative Lead bei Blizzard North an einem „bisland nicht angekündigten Nachfolger“ werkelte. Dies veranlasste Fans zu Spekulationen über die Vermutung, dass es sich bei besagtem Nachfolger eigentlich nur um Diablo 3 handeln konnte, da Okamura für das Design vieler Monster der Serie inklusive des Obermotzes Diablo verantwortlich war.

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Kommt es? Oder nicht? Seit Jahren brodelt die Gerüchteküche um Diablo 3.
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Die Gerüchteküche wurde weiter angeheizt, als Anfang 2006 auf der offiziellen Internetpräsenz von Blizzard nach einem „Game Designer“ für das Team, das bereits Diablo und Diablo 2 entwickelt hat, Ausschau gehalten wurde. Für Fans war dies eine weitere Bestätigung dafür, dass es sich bei dem geheimen Projekt nur um den dritten Teil der höllischen Serie handeln konnte. Unterstützt wurde diese Vermutung durch ein Interview auf BlizzPlanet mit Richard A. Knaak, dem Autor einiger Diablo-Romane. In diesem erzählte Knaak, dass er keine Romane zu einer Spiele-Serie schreibe, die nicht mehr fortgesetzt würde.

Anfang 2007 goss dann ein tschechischer Musiker weiter Öl ins Feuer: Der Mann plapperte aus, mit dem Radio Symphony Orchestra in Bratislava die musikalische Untermalung für Diablo 3 aufgenommen zu haben. Das Interessante dabei: Die Musik zu „Lord of Destruction“ wurde ebenfalls genau an diesem Ort eingespielt, wobei das Spiel allerdings bereits vier Monate nach der Aufnahme erschien.

Höllische Jobangebote

Blizzard kommentierte diese Aussage wie üblich nicht, suchte aber über die Firmenseite fieberhaft nach Designern und Entwicklern für ein Top-Secret-Projekt und lies in den Beschreibungen verdächtig oft den Namen „Diablo“ fallen. Parallel dazu tauchten mysteriöse Jobausschreibungen zu einem „Next-Gen-MMO“ auf.

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Wie könnte es aussehen? Etwa wie die Spielszenen unseres Aprilscherz-Videos?
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Dies könnte zunächst darauf hindeuten, dass Blizzard gleich zwei geheime Spiele entwickelt und zum Beispiel an einem Nachfolger zu World of WarCraft werkelt. Genauso gut könnte allerdings auch an einem MMO zur StarCraft- oder Diablo-Reihe gearbeitet werden und auch die Möglichkeit, dass Blizzard ein völlig neues Spiel abseits seiner drei etablierten Serien aus dem Hut zaubern und somit etwas komplett Neues auf die Beine stellen könnte, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Auf Nachfragen in Interviews gaben die Irviner lediglich Zweideutigkeiten der Marke „Wir sagen nicht, dass Diablo 3 nicht kommt“ von sich. Gleichzeitig begannen sie aber 2008 damit, sich systematisch Domains zu sichern, die mit Diablo 3 in Verbindung standen. Für große Enttäuschung sorgte dabei ein Countdown auf den Fanseiten Diablo3.com sowie Blizzplanet.com, der am 1. Mai 2008 endete.

Paukenschläge und Dementis

Fans begonnen bereits mit Spekulationen um eine mögliche Bekanntgabe des Spiels an diesem Tag, zumal auf es Seiten der Betreiber hieß, dass am Ende des Countdowns eine Überraschung warte und die Hälfte des Webs auf Diablo3.com verlinken würde. Als es soweit war, machte sich Ernüchterung breit: Die Domain Diablo3.com ging offiziell in die Hände von Blizzard, während die Fanseite nun unter diablofans.com zu erreichen war – von einer Ankündigung dagegen keine Spur.

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Die PC Gamer wusste schon oft mehr: Starcraft 2 wurde kurz nach der Ankündigung auf dem Cover der Öffentlichkeit vorgestellt.
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Hoffnung keimte erneut auf, als im Mai 2008 das englischsprachige Spielemagazin PC Gamer ankündigte, in der nächsten Ausgabe ein großes Geheimnis lüften zu wollen. Laut des Magazins sei die Cover-Story so groß, dass die Redakteure dafür „bis in die (zensiert) gehen mussten“ – für viele Fans deutet das zensierte Wort auf „Hölle“ hin, sodass man auf eine mögliche Ankündigung von Diablo 3 hinfiebert.

Die Meldung schlug schließlich so große Wellen, dass sich Blizzard selbst zu Wort meldete und bekannt gab, dass sie derzeit keine neuen Spiele anzukündigen hätten. Auch die PC Gamer dementierte die Gerüchte und gab zu Protokoll, dass im nächsten Heft keine Ankündigung eines Spiels aus der Schmiede von Blizzard stattfinden werde.

Diablo 3 auf der WWI?

Eine Ankündigung in einem Spielemagazin wäre allerdings auch verwunderlich gewesen, da Blizzard seine Spiele in der Regel auf den hauseigenen Messen BlizzCon und World Wide Invitational vor großem Publikum anzukündigen pflegt – und eine Ankündigung auf der WWI ist zumindest hinsichtlich des Releasedatums nicht ganz unwahrscheinlich, da sowohl Diablo 2 als auch Lord of Destruction an einem 28. Juni released wurden und die diesjährige WWI am 28. und 29. Juni stattfinden wird.

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Gibt dieses Teaserplakat zur WWI ein erstes Anzeichen?
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Bereits im letzten Jahr nutzen die Irviner die Messe, um den langersehnten Nachfolger von StarCraft der Öffentlichkeit vorzustellen. Auffällig: Bis vor nicht allzu langer Zeit zierten den Header der WWI-Seite noch Diablo-Grafiken, die aber mittlerweile verschwunden sind. Ob Diablo 3 tatsächlich angekündigt wird – wir wissen es auch nicht. Hinsichtlich der Story wäre eine Fortsetzung allerdings durchaus möglich.

Nachdem Erzengel Tyrael am Ende von Lord of Destruction den Weltenstein zerstörte, um diesen vor dem Einfluss von Obermotz Baal zu schützen, wurde die Energie des Steins freigesetzt. Über die Konsequenzen konnte nur spekuliert werden – aber Mutmaßungen sind im Zusammenhang mit der Diablo-Reihe ja ohnehin an der Tagesordnung. Blizzard verfolgt eine konsequente Veröffentlichungspolitik und lässt uns schmoren – zwar noch nicht in der Hölle, aber auch das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit…