Entwicklung. Release. Kritiker-Gewitter, Hype, Fanbase-Explosion, T-Shirts, Fanart, Jahre vergehen: Kultspiel. So in etwa hört sich der Traum eines jeden Spielemachers an, denn das füllt zum einen das Portemonnaie, erhöht Jobchancen und geleitet einen in den sagenumwobenen Videospielehimmel. Doch was passiert danach?

Diablo 3: Reaper of Souls - BlizzCon 2013 TrailerEin weiteres Video

Bleiben die genialen Köpfe hinter System Shock, Half-Life, Diablo und Co. auf ihrem Wolkenthron, lassen sich den ganzen Tag mit Weintrauben füttern und sonnen sich im Ruhm? Oder mag das gemeine Sprichwort „Je höher der Flug, desto tiefer der Fall“ so manche arme Seele in die Tiefe gerissen haben?

Diablo: Und was machen sie jetzt? - Wohin es Diablo’s Big 4 verschlagen hat

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Diablo: Schau mir in die Augen, Kleines...
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Wir haben recherchiert und wollen wissen: Was machen die Menschen hinter den kultigen Spiele-Giganten heute? Dieses Mal wagen wir einen Blick auf das Ensemble hinter Diablo: David Brevik, Bill Roper und die Schaefer-Brüder.

Diablo’s Big 4

Es bleibt fraglich, ob die vier hauptverantwortlichen Diablo-Macher tatsächlich in den Spielehimmel gelangten und nicht etwa an einen feurig-warmen Ort unter der Erde: Fakt ist, dass sie mit dem teuflischen Kultspiel eine Kerbe in die Spielebranche schlugen und mehrere Awards für bestes RPG und bestes Online-Multiplayer-Game absahnten. Gamespot spricht von der Geburt des Action-Rollenspiels durch Mutter Diablo und wir lieben den mittlerweile dritten Teil der Reihe. Allerdings verließen die Big 4 Blizzard bereits nach Diablo 2. Was ist also aus ihnen geworden?

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Wie ging es nach Diablo weiter?

Auf das Kultspiel folgte zunächst einmal der zweite Teil, bei dem Roper, Brevik und die Schaefer-Brüder erneut leitende Positionen einnahmen und maßgeblich das Gesicht des Games formten. Dann kam plötzlich das Blizzard-Aus: Die Big 4 verließen das Unternehmen und gründeten Flagship Studios. Später berichtete Roper, sie alle hätten Blizzard gar nicht den Rücken kehren wollen. Grund für den Umzug ins eigene Entwicklerhäuschen war die Unsicherheit bezüglich der eigenen Jobs. Blizzard gehörte zu der Zeit noch allein dem Medienkonzern Vivendi, der 2003 darüber nachdachte, die Games-Unit – inklusive Brevik, Roper & Co. - zu verkaufen.

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Lang ist's her: Die Gründer von Flagship. Quelle: Diabloii
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Diese nicht so rosigen Aussichten brachten Brevik und die Diablo-Jungs dazu, ihr Glück auf eigene Faust zu suchen. Während Roper schon 2003 seine Sachen packte und Blizzard verließ, folgten die anderen zwei Jahre später. Der große Erfolg mit der eigenen Entwicklerfirma blieb jedoch aus: Nach nur zwei Games (Hellgate: London und Mythos) musste Flagship Studios schließen und die vier Gründer verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen.

Bis 2016. Da wurde es um die Väter von Diablo wieder laut. Es ging das Gerücht um, Brevik und Roper würden Diablo 4 bei der Geburt helfen, doch leider wurde daraus nichts: Sie dementierten auf Twitter ihre Beteiligung am Projekt und brachen die Herzen so mancher Fans. Dabei schlossen sie es zwar nicht aus, je wieder für Blizzard Games zu basteln, in Aussicht stünde aber kein neues Diablo.

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Diablo-Vater David Brevik
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David Brevik: Der Schöpfer hinter Diablo

Brevik wird allgemein als Diablo-Vater bezeichnet. Er war Projekt- und Designleiter des höllisch guten Games, hat programmiert und war hauptverantwortlich dafür, dass die Action in Diablo nicht turn-based geschieht (wie zuerst geplant), sondern in Echtzeit. Nachdem Flagship Studios die Pleite ereilte, schlüpfte er in die Position des Creative Directors des MMORPG Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited und arbeitete ab 2013 als Chief Executive für den Entwickler Gazillion Entertainment.

Drei Jahre später verließ er das Unternehmen jedoch, um Grinding Gear Games zum China-Release des Action-RPGs Path Of Exil zu beraten. Dann wurde es recht still um den Entwickler. Womöglich arbeitet er nebenbei noch an Projekten für sein unabhängiges Spielestudio Graybeard Games, doch auch da stammt der letzte Blogeintrag aus dem Jahre 2016.

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Der Diablo-Zauberer: Bill Roper
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Bill Roper: Klingonen & American Folk

Diablo-Produzent Bill Roper hat bereits damals nicht nur produziert, sondern auch am Layout und am Design vom Klassiker sowie von Diablo 2 gewerkelt. Außerdem übernahm er einige InGame-Stimmen in den Spielen, wie etwa die von Tavernen-Besitzer Odgen.

Dem Voice-Acting frönte er bis 2010 weiter; unter anderem als Klingone in Star Trek Online oder als Fenix in StarCraft. Doch das ist nicht alles: Bill Roper war bereits vor dem Spielehit Sänger sowie Musiker in der American-Folk-Band The Poxy Boggards. 2015 kam ihr letztes Album Beer & Loathing auf den Markt und heute kümmert er sich insbesondere um Tabletop-RPG-Podcasts auf seiner Seite Happyjacks. Mit ganz viel Liebe und Bier.

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Von links: David Brevik, Craddock, Erich Schaefer und Max Schaefer. Quelle: Shacknews
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Die Schaefer-Brüder: Vom Flaggenschiff zu Runic Games

Nachdem Flagship Studios 2008 Schiffsbruch erlitt, gründeten Erich und Max Schaefer Runic Games, das für den Action-Titel Torchlight sowie für seinen Nachfolger bekannt wurde. 2014 verließ Erich Schaefer gemeinsam mit Travis Baldree die Firma, um ein eigenes Studio zu gründen – womöglich, da 2010 ein Mehrheitsanteil von Runic Games an den chinesischen Publisher Perfect World ging. Max Schaefer blieb als CEO im Unternehmen und arbeitet mittlerweile am Adventure Hob, das eine Story ganz ohne Wörter erzählen will.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Big 4 jemals wieder ins Diablo-Universum schleichen und gemeinsam mit Blizzard einen weiteren Geniestreich wagen. Vor kurzem sprach David Brevik in einem Podcast über ein Diablo-Remaster, jedoch ohne Versprechungen zu machen – aber wie sagt es sich so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ihr wollt wissen, was aus den Machern von System Shock, Half Life und anderen Kultspielen geworden ist? Lasst es uns in den Kommentaren wissen, ob euch das Format Und was machen sie jetzt? gefällt!