Der Deutsche Computerspielpreis (DCP) findet dieses Jahr bereits zum neunten Mal statt. Seit 2009 ist der DCP das wichtigste Förderinstrument der deutschen Gamesbranche und zeichnet in enger Zusammenarbeit mit einer Fachjury die "Besten Spiele des Jahres" aus. Und sorgt damit nicht nur für mehr Wahrnehmung der deutschen Spieleindustrie und jeweiligen Entwickler, sondern ermöglicht mit den vergebenen Preisgeldern auch die Finanzierung neuer Projekte und Arbeitsplätze. Letztes Jahr wurden in Kategorien wie etwa "Bestes Deutsches Spiel", "Bestes Nachwuchskonzept" und "Bestes Serious Game" Preisgelder in einem Gesamtwert von 470.000 Euro ausgeschüttet. 2017 wird dieser Betrag nochmals anwachsen: Insgesamt 550.000 Euro gehen bei der DCP-Gala, die am 26. April in Berlin stattfindet und per Live-Stream verfolgt werden kann, an die glücklichen Gewinner.

Publikumspreis-Voting für alle

Neben diesen von der Jury ausgewählten und von Preisgeldern begleiteten DCP-Auszeichnungen gibt es auch noch den undotierten Publikumspreis. Hier kann jeder von euch an der Wahl teilnehmen, um für sein Lieblingsspiel abzustimmen - und mit etwas Glück sogar einen Gaming-PC oder eine Nintendo Switch gewinnen.

Drei Preisträger von 2016

Um zu erfahren, wie ihnen die DCP-Auszeichnung weitergeholfen hat und wo das erhaltene Preisgeld investiert wurde, haben wir mit drei DCP-Preisträgern von 2016 gesprochen: Ahoiii Entertainment aus Köln, den Entwicklern von Fiete Choice ("Bestes Kinderspiel", Preisgeld 30.000 Euro), den Mooneye Studios aus Hamburg mit ihrem Titel Lost Ember (2. Preis "Bestes Nachwuchskonzept", 25.000 Euro) sowie LudInc aus Berlin mit Professor S. ("Bestes Serious Game", 35.000 Euro).

Laut Wolfgang Schmitz, Managing Partner bei Ahoiii Entertainment, dem Entwickler der international erfolgreichen Kinder-App Fiete, hilft das vom DCP zur Verfügung gestellte Preisgeld genau da, wo es für eine kleine Firma ohne Investor zu Beginn am schwierigsten ist: Bei der Finanzierung der Arbeitszeit, die für die Herstellung neuer Produkte benötigt wird. Querfinanzierungen, wie etwa durch Kredite oder Arbeit an zusätzlichen Kundenprojekten, seien dadurch nicht mehr nötig - man könne sich also voll auf die qualitativ hochwertige Umsetzung eigener Produkte konzentrieren. Das 2016 erhaltene Preisgeld floss bei Ahoiii komplett in die Entwicklung neuer Fiete-Titel und ermöglichte zudem, bezahlte Praktikumsplätze für zwei Programmierer einzurichten.

Deutscher Computerspielpreis - So hilft der DCP kleinen deutschen Studios

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Für den DCP 2017 ist Ahoiii Entertainment erneut mit einem Titel nominiert: Fiete Cars
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Im Juli 2016 entstand so Fiete Sports, dass es bis in die Top Ten von Apples „Best of 2016“ schaffte. Außerdem konnte Fiete Cars fertiggestellt werden, mit dem Ahoiii erneut eine Nominierung für den DCP 2017 (ein weiteres Mal in der Kategorie „Bestes Kinderspiel") erhielt. Eine neue App, Fiete Hide and Seek, konnte ebenfalls zur Marktreife gebracht werden und erscheint Mitte April dieses Jahres. Der Computerspielpreis helfe Ahoiii aber nicht nur finanziell, sondern sorge auch für einen erhöhten Bekanntheitsgrad inner- und außerhalb der Softwarebranche. Abschließend bringt Wolfgang Schmitz aus seiner Sicht das Förderziel des DCP auf den Punkt: “Der Deutsche Computerspielpreis hat das Potential, aus kleinen Studios international erfolgreiche Unternehmen zu machen.”

Die Mooneye Studios, ein junges Team aus Hamburg, bewarben sich bei der Jury des DCP nicht mit einem fertigen Spiel, sondern traten mit ihrem in frühem Entwicklungsstadium befindlichen Titel Lost Ember in der Kategorie "Bestes Nachwuchskonzept" an. In Lost Ember geht es um eine untergegangene Zivilisation namens Inrashi, in der Spieler mit der letzten überlebenden Seele die Rolle von verschiedenen Tieren übernehmen. Das Gameplay dreht sich dabei vor allem um Rätsel und lässt vermeintlich frustrierende Spielaspekte wie etwa Kämpfe außen vor. Der gewaltlose Ansatz von Lost Ember überzeugte die Jury und so gewannen die Mooneye Studios den 2. Preis in ihrer Kategorie.

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2016 war für Mooneye Studios ein klasse Jahr: Erst die Auszeichnung beim DCP für Lost Ember, dann eine enorm erfolgreiche Kickstarter-Kampagne
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Tobias Graff, CEO bei Mooneye Studios, freute sich mit seinem Team natürlich sehr über die Auszeichnung und die Finanzierungshilfe per Preisgeld. Dadurch konnten die Teammitglieder ihre vorher zum Lebensunterhalt nötigen Nebenjobs kündigen und sich zu 100% der Weiterentwicklung von Lost Ember und der Vorbereitung ihrer Kickstarter-Kampagne widmen. Gleichzeitig weist Graff aber auch darauf hin, dass die DCP-Auszeichnung für einen enormen Aufmerksamkeitsschub und weltweites Renommée für ihr Spiel sorgte. “Das Preisgeld und generell der Gewinn war für uns extrem wichtig als Grundlage für unsere Kickstarter-Kampagne zu Lost Ember Ende letztes Jahres. Wir konnten uns ein paar Monate wirklich Vollzeit darauf konzentrieren und hatten in der deutschen Branche schon mal einen gewissen Stand.” kommentiert Tobias Graff zusammenfassend. Die erwähnte Kickstarter-Kampagne war übrigens ein voller Erfolg: Mooneye konnten damit 326.000 Euro sammeln! Geplanter Release von Lost Ember ist März 2018.

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LudInc gewann mit Professor S. die Kategorie "Bestes Serious Game" beim DCP 2016
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Das Berliner Entwicklerstudio LudInc gewann 2016 mit Professor S., einer unterhaltsamen Mischung aus Spiel und Realwelt zur Förderung und Motivation von Kindern im Grundschulunterricht, die Kategorie "Bestes Serious Game". Dabei profitierten die Berliner ebenfalls in mehrfacher Hinsicht von der Auszeichnung: Neben der finanziellen Unterstützung sorgte die durch den Preis erlangte Aufmerksamkeit für viele wervolle Kontakte, die dank einer gemeinsamen Einladung des DCP und Goethe-Instituts nach Brasilien sogar zu einer internationalen Koproduktion mit Bossanova Films aus Sao Paulo führte. Zusammen mit der Animations-Abteilung des brasilianischen Studios arbeiten LudInc nun an ihrem kommenden Titel: Ashta, einem Yoga-Lernspiel für Kinder im Alter von 6-12 Jahren, das von einem kleinen Tintenfischmädchen handelt und neben den Grundlagen des Yogas auch viel über Musik und Kulturen aus aller Welt vermitteln soll.

Weitere Infos zum Deutschen Computerspielpreis und den nominierten Spielen für 2017 findet Ihr hier auf der offiziellen DCP-Website.