Nach der Kritik um den Deutschen Computerspielpreis soll eine Diskussion um eine Neuausrichtung stattfinden.

GAME-Chef Thorsten Unger sagt dazu: "Wir freuen uns, dass dem GAME seitens des Bundesministers Alexander Dobrindt und der parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär versichert wurde, dass der Preis von Grund auf neu überdacht wird."

Der Bundesverband GAME ist neben dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur der Träger des Preises.

Im nächsten Schritt gehe es also darum, "die beiden im Koalitionsvertrag vereinbarten Themen Stiftung Digitale Spielkultur und Deutscher Computerspielpreis im Sinne des Wirtschaftsstandorts Deutschland weiterzuentwickeln".

Um das erreichen zu können, wolle man auch bestehende Tabus neu überdenken, wie die kritisierte Nichtauszeichnungsmöglichkeit von Spielen mit einer Altersfreigabe von ab 18 Jahren. Da der Preis eine kulturpolitische Fördermaßnahme des Bundes sei, müsse er "schwerpunktmäßig als Stärkung der deutschen Branche" verstanden werden.

"Dies muss die notwendige Neuausrichtung des Preises widerspiegeln und ist die politische wie gesellschaftliche Aufgabe der Beteiligten. Die vom Bund und Ländern investierten Mittel sind zweckgebunden als Fördermaßnahme deutscher Entwickler einzusetzen", heißt es.

Computerspiele seien jedoch nicht nur Kulturgut, sondern auch Technologie- und Innovationsmotor der digitalen Industrie. Die Umsätze deutscher Unternehmen in der Branche würden nur in etwa 1 Prozent im Weltmarkt betragen, was deutlich weniger als 1 Milliarde Euro wären. Deutschland sei bei den geschätzten Konsumentenausgaben von rund 2,7 Mrd. Euro vornehmlich Absatzmarkt.

"Die Rolle deutscher Produzenten von Computerspielen im internationalen Vergleich kann getrost als stark entwicklungsfähig angesehen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, die bereits früh erkannt haben, dass aktive Förderung in diesem Sektor auch Wirtschaftskraft und Technologie-Vorsprung treibt. Wir stellen uns der Aufgabe, dies auch in Deutschland zu verändern", merkt GAME-Vorstandsvorsitzender Dr. Florian Stadlbauer an.