Am gestrigen Abend wurde der jährliche Deutsche Computerspielpreis verliehen. Doch dabei kam es zu einigen Ungereimtheiten. Bei der Verleihung der Kategorie "Best Game Design" lehnten die Gewinner den Preis kurzerhand auf der Bühne ab. Doch was steckt hinter dem Ablehnen des Preises?

Deutscher Computerspielpreis 2017 - Entwickler lehnt Preis auf der Verleihung ab

alle Bilderstreckenalle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 1/21/2
Gestern kam es zu einem Vorfall auf dem Deutschen Computerspielpreis.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bei den Gewinnern der Kategorie "Best Game Design" handelt es sich um die Entwickler bei Mimimi Productions, die in diesem Jahr für ihren Titel "Shadow Tactics" ausgezeichnet werden sollten. Doch schon kurz nach der Enthüllung betrat Lead-Designer Dominik Abé die Bühne und lehnte - zur Verwunderung des ganzen Saals- den Preis ab. Man könne heute leider keine Preise annehmen. Einen Grund nannte das Entwicklerteam nicht. Damit verzichtet Mimimi Productions auch auf die 40.000 Euro, die der Preis mit sich bringt.

Unstimmigkeiten bei der Abstimmung

Wie die Seite Gamestar berichtet, könnte es im Vorfeld der Verleihung zu Unstimmigkeiten innerhalb der Jury gekommen sein. Sie erhielten nach dem Vorfall eine interne Mail des Bundesverbands der deutschen Games-Branche (GAME), in der davon berichtet wird, dass während der Hauptjurysitzung einige Stimmen verloren gingen. Sie fehlten in einigen Kategorien, obwohl es keine Abwesenheit oder Enthaltungen gab. Laut der Mail wären diese Stimmen auch das Zünglein an der Waage gewesen und hätten einige Gewinner noch einmal wechseln lassen können. Möglicherweise wurde der Preis aufgrund dieser Interna abgelehnt.

Eine Neuabstimmung wurde aufgrund eines Mehrheitsentscheids nicht durchgeführt. GAME ist jedoch der Überzeugung, dass sich dadurch die fehlenden Stimmen aufgeklärt hätten. Die drei betroffenen Kategorien wollte GAME im Anschluss auch nicht mehr bei der Verleihung mittragen. Die Verantwortung dafür bekamen die Mitveranstalter des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware.