Mit dem Gjallarhorn auf der Mauer des Kosmodroms stehen und eine Rakete nach der anderen in die heranstürmenden Gegnermassen hauen, während ein Ungetüm von einer Maschine auf mich und meine fünf Mitspieler zurollt – für solche Momente liebe ich Destiny. Mit dem neuen DLC Das Erwachen der Eisernen Lords ist nach über einem Jahr endlich wieder neues Futter für den MMO-Shooter verfügbar. Kann dieser mit der starken Vorgänger-Erweiterung König der Besessenen mithalten? Leider nicht ganz.

Destiny: Rise of Iron - Archon-Schmiede finden und Bosse besiegen2 weitere Videos

Ich darf mich wohl ruhigen Gewissens zu den Destiny-Junkies zählen: Ich habe bisher weit über tausend Stunden in das Science-Fiction-Epos versenkt, da kann kein anderes PS4-Spiel mithalten. Dabei bin ich kein blinder Fanboy, im Gegenteil. Ich habe Entwickler Bungie in der Vergangenheit immer wieder für seine Ideenlosigkeit verflucht, die Schwächen des Spiels kritisiert, mir wichtige Features herbeigesehnt – und gelegentlich auch entnervt eine Pause eingelegt. Dennoch bin ich spätestens mit jeder neuen Erweiterung reumütig zurückgekehrt. Das war bei Dunkelheit lauert, bei Haus der Wölfe und auch bei König der Besessenen so. Klar, dass ich mir auch Das Erwachen der Eisernen Lords nicht entgehen lasse.

Destiny: Rise of Iron - Solider Filler statt Killer

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Optisch beeindruckend: der neue Social-Hub, der Eisentempel auf dem „Felwinter-Gipfel“. Am linken Bildrand ist zu sehen, wie einige Hüter den von Bungie eingebauten Hüpfparcours bis zum Gipfel bewältigen wollen. Eine nette Idee.
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Die Faszination dieses mittlerweile zwei Jahre alten Spiels Außenstehenden zu erklären, fällt mir jedoch nach wie vor schwer. Was Bungie uns da im September 2014 präsentierte, war nämlich alles andere als die erhoffte Revolution des Shooter-Genres – und ganz sicher nicht perfekt. Statt riesiger, belebter Planeten mit unendlicher Erkundungsvielfalt gab es nämlich zwar sehenswerte, aber oft leere Landschaften, repetitive Missionen und ein Zufallsbelohnungssystem, das in endlosem Grind mündete. Aber eben auch ein grandioses Gunplay, schöne Bilder (trotz teils steriler Umgebungen), mit der „Gläsernen Kammer“ einen tollen Sechs-Spieler-Raid, eine ordentliche Dosis Sammelsucht und vor allem eine soziale Komponente, die für viele Spieler ein wichtiger Grund ist, warum sie Destiny heute immer noch konsumieren. All dies bietet nun auch die neue Erweiterung. Der große Sprung, der König der Besessenen war, ist Bungie diesmal jedoch nicht gelungen. Aber der Reihe nach.

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Sanfte Evolution

Der letztjährige DLC gilt sowohl unter Spielern als auch in der Fachpresse als elementare Weiterentwicklung von Destiny – er war quasi „Destiny 2.0“. Er bot nicht nur jede Menge spannenden Content, er führte auch zahlreiche sinnvolle Neuerungen ein. Darunter endlich abbrechbare Zwischensequenzen, einen vergrößerten Helden-Tresor, das clevere Infundieren zum Aufwerten von Waffen und Rüstungssteilen oder ein an Rollenspiele angelehntes Levelsystem.

Man könnte sagen, dass Destiny erst mit König der Besessenen das Spiel wurde, das Bungie ursprünglich abliefern wollte. Tatsächlich gibt es mittlerweile viele Berichte und Hinweise darauf, dass Vanilla-Destiny vor seiner Veröffentlichung durch eine kleine Entwicklungshölle gegangen ist und beispielsweise die halbgare Story innerhalb relativ kurzer Zeit neu zusammengeschustert wurde.

Kein Knaller wie König der Besessenen, aber für Destiny-Fans ein Pflicht-Download.Fazit lesen

Mit König der Besessenen schaffte es Bungie zwar nach wie vor nicht, die treuen Fans permanent mit neuen Inhalten zu füttern, aber zumindest wurde mit DLC Nummer drei vieles eingeführt, was Spieler des Online-Shooters lautstark gefordert hatten. Im Vorfeld der Veröffentlichung von Das Erwachen der Eisernen Lords kündigten die Macher indes bereits an, dass sie diesmal keine großen Umwälzungen, sondern primär neue Inhalte liefern wollen. Und dies passt zum Eindruck, den die neue Erweiterung nach etlichen Spielstunden bei mir hinterlässt. Dass Das Erwachen der Eisernen Lords von einem kleineren Bungie-Team entwickelt wurde, während der Hauptteil des Studios wohl schon am Nachfolger Destiny 2 arbeitet (der vielleicht sogar für den PC kommt), verwundert dann auch nicht.

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Gelegentlich besucht ihr Orte aus früheren Missionen. Wie den ehemaligen Highway, den Hüter als Startpunkt der Ursprungskampagne kennen. Die neue Erweiterung taucht die Landschaft in weiße Pracht.
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Erhebe dich, junger Wölfling

Im Zentrum von Das Erwachen der Eisernen Lords stehen, ihr ahnt es schon, die Eisenlords – bekannt aus dem monatlichen PvP-Event Eisenbanner sowie diversen im Spiel vorkommenden Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Destiny leidet auch zwei Jahre nach Release noch darunter, dass viele der spannenden Geschichten, die das Universum bietet, in den Grimoire-Karten versteckt sind, aber im Spiel selbst eher stiefmütterlich behandelt werden. Daher ist es sehr begrüßenswert, wenn Bungie, wie in diesem Fall, bekannte Versatzstücke etwas ordnet – auch wenn Destiny wohl nie ein Spiel sein wird, das man primär wegen seiner Geschichte spielt. König der Besessenen war da schon ein riesiger Fortschritt, und obwohl Das Erwachen der Eisernen Lords hier keinen draufsetzt, ist die Präsentation der Handlung ähnlich gut gelungen.

Im Kern geht es um das Verschwinden der ursprünglichen Eisernen Lords im Zusammenhang mit der sogenannten SIVA-Infektion. SIVA stellt eine Art lebende Nanotechnologie dar, die von den Eisernen Lords genutzt wurde, um fremde Planeten zu besiedeln, sich dann dummerweise gegen sie richtete und letztlich nur eingedämmt werden konnte, indem sich die Eisernen Lords opferten. Bis auf einen: Lord Saladin, der allen Destiny-Spielern bekannt sein sollte und euch im neuen DLC durch die Geschichte leitet.

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Ich will Loot! Diesen Anblick liebt vermutlich jeder Destiny-Spieler.
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Es gilt, fünf Storymissionen zu absolvieren, bis man das Böse in Form von SIVA eingedämmt hat – vorerst. Die Aufträge werden durch gut gemachte Zwischensequenzen begleitet, bieten insgesamt jedoch wenig Spielzeit. Selbst unerfahrene Spieler sollten nach rund zweieinhalb Stunden mit der Handlung durch sein. Und auch wenn das Setting und die Thematik als solche sehr überzeugend sind, wirkte die Geschichte von König der Besessenen runder und stimmiger – auch, weil sie einen klaren Antagonisten bot. Dass Bungie in Das Erwachen der Eisernen Lords einige Schauplätz wieder munter recycelt, ihr beispielsweise den aus dem gleichnamigen Drei-Spieler-Strike bekannten Staubpalast auf dem Mars besucht, dürfte dabei keinen Destiny-Kenner überraschen.

Der Berg ruft

Den Großteil der Storymissionen absolviert ihr in dem neuen Areal „Die Verseuchten Lande“– ein Bereich auf der Erde, der hinter der bekannten Mauer am Kosmodrom liegt. Dieses neue Gebiet zählt optisch in jedem Fall zu den Highlights im Spiel, das auch 24 Monate nach Release noch attraktiv aussieht. Da erstmalig in der Geschichte von Destiny die letzte Konsolengeneration außen vorgelassen wurde, ist trotz Einsatz der alten Engine durchaus ein kleiner Sprung in Sachen Grafik zu bemerken. Ein gänzlich neues Spiel solltet ihr natürlich nicht erwarten – dazu später aber noch mehr.

Visuell ebenfalls beeindruckend ist der neue Social-Hub „Felwinter-Gipfel“. Diesen muss man in der ersten, stark inszenierten Storymission erst einmal freikämpfen. Danach bietet er ähnliche Funktionen wie die schon bekannten Sozialtreffpunkte Turm und Riff. Sprich: Man kann hier Gegenstände im Tresor einlagern und abholen, Beutezüge oder spezielle Questschritte annehmen, die erspielten Marken in Waffen und Ausrüstungsteile investieren und so weiter.

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Hoch hinaus: Warum die Maschine nicht erklimmen, wenn sie da schon so rumsteht?
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Als besonderes Schmankerl hat Bungie dem in einem Gebirgssetting angesiedelten Hub eine fiese Sprungpassage verpasst, die euch bis zu einem Hochplateau im Berg bringt und mit einer tollen Aussicht sowie einer kleinen Belohnung ködert. Der Weg dahin kann getrost als Hardcore-Version der in den bisherigen Raids von einigen geliebten, von vielen aber auch gehassten Hüpfabschnitte bezeichnet werden und dürfte viele Spieler zur Verzweiflung treiben. Eine geniale Idee!

Immer auf der Suche

Jeder Destiny-Spieler weiß, dass die Storykampagne ohnehin nur ein kleiner Knochen ist, ein Appetit-Anreger eben. Das eigentliche Spiel ist das Endgame, daher gilt es hierauf besonderen Augenmerk zu legen. Also, was bietet Das Erwachen der Eisernen Lords?

Neben den erwähnten neuen Gebieten bekommt ihr natürlich neue Questreihen serviert. Diese mit König der Besessenen eingeführte, sehr RPG-typische Mechanik, lässt euch mehrstufige Aufträge absolvieren, um letztlich eine Belohnung zu kassieren. Nachdem Destiny anfangs dafür kritisiert wurde, dass der Loot größtenteils dem Zufall überlassen war, hat Bungie hier letztes Jahr nachgebessert und so dafür gesorgt, dass die investierte Spielzeit besser belohnt wird beziehungsweise die Belohnung nicht rein zufällig ist. Das Erwachen der Eisernen Lords beinhaltet – zumindest bisher – jedoch weit weniger Quests als König der Besessenen. Ob und was Bungie noch über die kommenden Monate nachliefert, wird ein spannendes Thema sein.

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Auch diesmal gehören zahlreiche Bildschirmtode zum Spiel, gerade zu Beginn des DLCs.
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Die momentan enthaltenen Quests sind als solche gelungen und bestehen aus verschiedenen Spielelementen, etwa Sammelaufgaben oder kurzen Missionen mit speziellen Gegnern. Aus persönlicher Sicht muss ich sagen, dass die Einführung der Quests einerseits eine sehr gelungene Umstellung war. Was habe ich in Jahr 1 geflucht, wenn ich zum zehnten Mal den gleichen unnötigen Raketenwerfer bekommen habe, aber doch nur das Gjallarhorn wollte. Auf der anderen Seite steht, dass die Momente, wenn die Waffe oder der Gegenstand, den man unbedingt haben wollte, endlich „droppte“, Erinnerungen für die ganze Destiny-Laufbahn boten. Ich werde nie vergessen, wie nach etwa 500 Spielstunden das Gjallarhorn in einem Strike auf den Screen ploppte und ich völlig ausgerastet bin – ich hatte es schon aufgegeben.

Gib mir Loot, verdammt!

Stichwort Gjallarhorn: Der legendäre Raketenwerfer, dessen Ruf in Jahr 1 sogar außerhalb des Kreises der Destiny-Spieler vernommen wurde, ist zurück! Destiny lebt bekanntlich davon, dass Spieler sammeln: Rüstungsteile, Shader, Embleme, Raumschiffe, Gleiter, natürlich Waffen – eben einfach alles, was sie in die Finger bekommen können. Dementsprechend hat Bungie erneut ein großes Paket an neuen Sammelutensilien geschnürt. Einige wenige davon könnt ihr euch über Quests verdienen, zum Beispiel das Gjallarhorn oder der Dorn, die als bekannte Jahr-1-Waffen mit an Bord sind. Das Automatikgewehr Khvostov feiert ebenfalls ein Comeback, diesmal als exotisches Item. Schön: Gerade diese Quests sind mit reichlich Nostalgie und Anspielungen gespickt und erfreuen Jahr-1-Spieler von Destiny. Schon seltsam, dass ein noch so relativ junges Spiel schon fast melancholische Momente hervorrufen kann, wenn man einen bestimmten Ausrüstungsgegenstand wiedererhält. Der Großteil der Waffen und Rüstungen wird jedoch nach wie vor über die verschiedenen Händler, als Zufallsbelohnung nach einer Mission, durch gefundene Engramme oder durch Ruf-Leveln bei den verschiedenen Fraktionen im Spiel erworben.

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Ordentlich was los auf dem Bildschirm. Zum ersten Mal werden bei Destiny die Konsolen der aktuellen Generation mehr an ihr Limit gebracht. Die Nichtberücksichtigung von PS3 und Xbox 360 macht’s möglich.
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Was gibt’s sonst Neues?

Abgesehen von den „Verseuchten Landen“, dem „Felwinter-Gipfel“ und den dazugehörigen Missionen sowie jeder Menge neuer Ausrüstung, bietet Das Erwachen der Eisernen Lords noch weitere Inhalte – die aber nicht alle überzeugen.

So hat Bungie den neuen Strike „Das elende Auge“ entworfen und zwei alte Strikes – „Die Höhle der Teufel“ und „Die Beschwörungsgruben“ ­­– überarbeitet. Obwohl der neue Strike durchaus gefällt, bleibt es für mich ein Rätsel, warum die Entwickler es nicht schaffen, mehr der beliebten Drei-Spieler-Missionen in der aktuellsten Version ins Spiel zu übernehmen. Man kann zwar auch die alten Strikes spielen, die dafür vorgesehene Playlist bringt mir auf hohem Lichtlevel allerdings kaum Belohnungen – diesen Punkt führe ich gleich noch genauer aus.

Als eine Art neuer Arena-Modus ist die „Archon-Schmiede“ in den „Verseuchten Landen“ vorgesehen. Hier löst man mithilfe von Items Gegnerwellen in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden aus. An sich eine nette Idee, die in der Praxis aber darunter leidet, dass Belohnungen zu zufällig und die Encounter zu eintönig sind. Der letztjährige Modus „Hof von Oryx“, der auf einem ähnlichen Prinzip basiert, war meiner Ansicht nach deutlich überzeugender. Bungie wird hier nachbessern müssen – zumal sich viele Spieler schon jetzt beschweren, dass sie nur jeweils ein Item zum Auslösen des Events tragen können.

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Auf der Suche nach dem Geheimnis der SIVA-Infektionen reist ihr an außergewöhnliche Orte. Das Design bleibt eine Stärke des Bungie-Shooters.
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Überhaupt haben Objekte nun generell eine höhere Bedeutung als zuvor. Viele Bereiche in den „Verseuchten Landen“ lassen sich nur mit Schlüsseln öffnen, die ihr erst durch Besiegen von Gegnern finden müsst. Erweitert wurde zudem die Funktion der sogenannten Artefakte. Diese existieren im Spiel schon seit letztem Jahr, sie waren bisher jedoch ein reiner Ausrüstungsgegenstand, um das Lichtlevel eures Hüters zu pushen. Die neue Erweiterung führt spezielle Artefakte ein, die dem Spieler besondere Fähigkeiten verleihen, etwa die Möglichkeit, mit einem Nahkampfangriff Gegner zu übernehmen und diese für sich kämpfen zu lassen oder die Fähigkeit, auf seinen Super zu verzichten und dafür eine Granate und einen Nahkampfangriff mehr zu haben. Eine tolle Neuerung, die auch im kompetitiven Bereich einigen Einfluss haben dürfte.

Apropos kompetitiv: Mit Das Erwachen der Eisernen Lords hat Bungie endlich die ersehnten Privatmatches eingeführt. Heißt konkret: Man kann sich ab sofort – egal in welchem Modus und auf welcher Karte – mit befreundeten Spielern im Kampf gegeneinander austoben oder sich auch mit anderen Teams verabreden. Private Matches bieten meiner Ansicht nach noch jede Menge Optionen und werden Destiny im kompetitiven Shooter-Bereich endgültig salonfähig machen.

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Das Design des neuen Raids wirkt sehr futuristisch und lehnt sich teilweise auch an bekannte Science-Fiction-Elemente an.
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Des Weiteren spendiert Bungie PvP-Liebhabern den neuen Modus „Vorherrschaft“. Hier geht es in Sechs-gegen-sechs-Duellen nicht einfach nur darum, Mitglieder des gegnerischen Teams zu eliminieren, denn dies bringt keine Punkte. Stattdessen müsst ihr kleine Engramme, sogenannte Signa (Plural von Signum), die von den Getöteten fallengelassen werden, aufsammeln, um einen Punkt zu erzielen.

Kommt euch bekannt vor? Richtig, das kennt man so auch von Call of Duty, in diesem Fall als „Kill Confirmed“. Nichtsdestotrotz macht der neue Modus Spaß und ergänzt die vorhandenen Spielarten um eine weitere Facette. Ferner hat Bungie vier neue Maps implementiert, eine davon ist PS4-exklusiv.

Let the grind begin

Das Lichtlevel – also der Wert, der die Ausrüstungsstärke des Spielers angibt – wurde mit Das Erwachen der Eisernen Lords abermals angehoben. Diesmal von 335 auf maximal 385. Der Raid im heroischen Modus wird die Höchststufe in einigen Wochen noch auf 400 steigern.

Dies bedeutet für alle Hüter, die Endgame-Inhalte wie eben den Raid genießen wollen, dass der Grind real ist. Generell ist Bungie bei dem System des Infundierens geblieben. Das heißt, finde ich beispielsweise eine Primärwaffe mit Licht 360, will aber stattdessen meine alte behalten, weil diese bessere Perks hat, so kann die neue Wumme in die alte infundiert werden – und schwupp, hat diese Lichtlevel 360.

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Das neue DLC-Areal, die „Verseuchten Lande“, ist eine Mischung aus schneebedeckten Landschaften und von Lava gesäumten Industrieruinen.
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Das System als solches wurde von fast allen Spielern begrüßt. Für Das Erwachen der Eisernen Lords hat Bungie sich jedoch etwas einfallen lassen, um die Möglichkeiten zu begrenzen, mit denen man sein Lichtlevel ab einem bestimmten Punkt steigern kann. 340 zu erreichen, das ist für alle Spieler erstmal kein Problem. Doch die vielfach zu findenden blauen Engramme hieven ab da keine Items mehr über Lichtlevel 340. Ihr müsst also entweder legendäre oder exotische Items finden, die bis 365 Licht beziehungsweise 385 Licht enthalten können, oder zum Beispiel Strikes spielen, die als Belohnung für den erlegten Boss auch blaue Items bis 365 Licht einbringen können.

Was das bedeutet? Farmen. Und zwar richtig. Der Raid etwa hat ein empfohlenes Lichtlevel von 370, in der letzten Phase sogar 380. Und obwohl ich ihn mit meiner Gruppe am vergangenen Wochenende bereits abschließen konnte, stellt allein der Weg, ihn betreten zu können, für viele Spieler mit wenig Zeit wohl eine ziemlich hohe Hürde dar. Ich habe drei Nächte lang sehr wenig geschlafen, um bis zum Raid-Release wenigstens auf Lichtlevel 360 zu sein.

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Die „Khvostov“ ist zurück – die erste Waffe, die man im ursprünglichen Spiel findet. Diesmal als allerdings exotische Waffe mit allerlei Modulationen. Bungie liefert Jahr-1-Spielern jede Menge nostalgische Momente.
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Klar, man muss natürlich nicht direkt am ersten Tag in den Raid gehen. Dennoch hat Bungie mit dem Update vielen Spielern einen ganz schön dicken Klotz vor die Brust gelegt, falls sie daran interessiert sind, jemals den Raid erleben zu wollen. Wohl auch, um die Spielzeit der Erweiterung zu verlängern.

Der neue Raid: Zorn der Maschine

Für viele Destiny-Fans sind die Raids mit das Beste am Spiel. Mit den Schlachtzug-Dungeons von Online-Rollenspielen à la World of Warcraft können diese zwar sicherlich nicht verglichen werden, dennoch sind die Sechs-Spieler-Missionen, die aus mehreren Phasen nebst Geschicklichkeitselementen und verschiedenen Bosskämpfen bestehen, im Shooter-Kosmos fast schon ein Alleinstellungsmerkmal von Destiny.

Das Erwachen der Eisernen Lords bringt uns „Zorn der Maschine“ als neuen Raid – und wieder einmal zeigt Bungie hier alle Stärken seines Shooters. Das Setting wirkt äußerst futuristisch – das coole Design kann als Höhepunkt der Erweiterung gelten. Hier wird zum Beispiel in der eingangs erwähnten Passage im Kampf auf der Mauer auch deutlich, warum Bungie auf Versionen für PS3 und Xbox 360 verzichtet hat. Zum ersten Mal in den hunderten Stunden, die ich in der Welt von Destiny verbracht habe, geht auch mal die PS4 an ihre Grenzen. Die Inszenierung ist wahnsinnig gut, und jedem Destiny-Fanboy wird dabei das Herz aufgehen.

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Neue Ausrüstung: Wie in jeder Erweiterung locken auch in Das Erwachen der Eisernen Lords jede Menge neue Waffen, Rüstungsteile, Shader und mehr. Sammler sollten hier lange zu tun haben. Destiny ist eben auch ein Style-Shooter.
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Schade allerdings: „Zorn der Maschine“ ist deutlich kürzer als der letztjährige „Königsfall“-Raid. Gelegenheitsspieler werden diese Tatsache begrüßen, für sie sind die Mechanismen, die zu sechst koordiniert werden müssen, sowieso schon herausfordernd genug. Hardcore-Zocker aber könnten sich unter Umständen bald unterfordert fühlen. Jedoch bleibt hier erstmal abzuwarten, was die schwierige Variante des Raids, die in wenigen Wochen nachgeschoben wird, mit sich bringt. Mir persönlich ist ein rundum gut geplanter Raid in tollem Setting im Zweifelsfalls immer lieber als einer, der künstlich gestreckt wird, um auch den härtesten Spielern noch mehr Spielstunden zu bieten.

Jeder, der Mitspieler finden kann – Raids haben nach wie vor kein Matchmaking – sollte versuchen, „Zorn der Maschine“ zu spielen. Hier zeigt sich alles, was Destiny ausmacht: Gegnerhorden niederstrecken, die Mechaniken rausfinden, sich mit den Mitspielern im Chat koordinieren und Aufgaben verteilen. Das gemeinsame Erlebnis ist großer Bestandteil von Destiny, und wer keine Mitspieler kennt, sollte sich allein für den Raid in den diversen Foren und Boards zum Spiel anmelden, um welche zu finden. Generell gilt die Community als recht offen und hilfsbereit.