Eigentlich macht es keinen Sinn, jetzt schon ein Review zu Destiny 2 abzuliefern. Das Shooter-MMO ist keine zwei Wochen auf dem Markt, der erste Raid nur wenige Tage alt. Als renommierte Gaming-Seite muss man so einen wichtigen Titel aber relativ zeitnah testen und deshalb wurde ein entbehrlicher Freelancer mit der delikaten Aufgabe betraut.

Ihr wollt sehen, was euch erwaretet? Wir haben Destiny 2 angespielt, aber Vorsicht: Die letzten 5 Minuten enthalten einen Spoiler (bis dahin könnt ihr jedoch ohne Bedenken schauen):

Destiny 2 - Bis zum Knall! - Die ersten 28 Minuten Gameplay14 weitere Videos

Wichtige Info vorab: Ich habe die Story-Kampagne komplett durchgespielt, jede Menge Nebenmissionen und Strikes absolviert. Der Raid wurde beschnuppert, aber noch nicht komplettiert. Ich werde hier nicht jeden einzelnen Spielmodus oder jede Sidequest analysieren. In diesem Test geht’s einfach nur um die Frage, ob Destiny 2 bereits etwas taugt oder nicht. Schließlich war der Vorgänger zum Launch (9. September 2014) mehr oder weniger eine Baustelle.

Destiny 2 - Destiny’s Child

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Destiny 2 im Test: Seid ihr bereit für die Reise?
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Als Destiny-Junkie der ersten Stunde nahm ich natürlich an beiden Betas (Konsole und PC) teil. Ich muss gestehen, dass meine Vorfreude durch diese Vorabhäppchen ziemlich gebremst wurde. Das Gezeigte fühlte sich einfach nicht neu an, sondern eher wie eine leicht abgewandelte Version des Alten. Die wenigen Eckpfeiler, die tatsächlich grundsaniert wurden, fand ich anfangs (verzeiht mir den Ausdruck) richtig scheiße. Das neue Bewaffnungssystem, zum Beispiel. Ich habe drei Jahre lang einen Titanen gesteuert, der mit Scout Rifle, Schrotflinte und Raketenwerfer ausgerüstet war. Für bestimmte Situationen wurde der Raketenwerfer durch ein Schwert ersetzt. Dieses Waffen-Layout ist jetzt nicht mehr möglich.

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Verschiedene Ausrüstungsteile sowie Waffen erhöhen euer Powerlevel. Momentaner Maximalwert: 300
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Für Destiny 2 wurden alle Wummen neu kategorisiert. Schwerter, Schrotflinten und Raketenwerfer gehören nun zur Klasse der sogenannten Power-Waffen. Ich muss mich jetzt zwischen meinen Lieblingen entscheiden, weil nur eine Power-Waffe ausgerüstet werden darf. Zu Beginn war das für mich ein Deal-Breaker. Dazu kommt, dass ich zum neuen Granatenwerfer nach wie vor keinen Zugang finde. Er wirkt wie ein Gimmick, das ganz witzig ist, aber keinen echten Mehrwert bietet. Meine ersten Stunden mit Destiny 2 waren deshalb ziemlich „meh“. Ich stand tatsächlich kurz davor, das Spiel zu deinstallieren.

Vielen meiner jahrelangen Mitspieler ging es ähnlich. Die Stimmung in unserem Chat war von Frustration geprägt. Einige fühlten sich von Bungie betrogen, da sie weit über 1000 Stunden in den Vorgänger investiert hatten, und was war der Dank dafür? Ein paar popelige Abzeichen für Destiny 2. Wir dürfen nicht einmal unsere völlig überteuerten Emotes in den Nachfolger übertragen. Es hätte unzählige Möglichkeiten gegeben, Spieler der ersten Stunde für ihre Treue zu belohnen, doch Bungie sah dafür keinen Grund. Wir Idioten spielen es ja trotzdem.

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Versteckte Loot-Boxen verteilen sich über die Maps, während ihr nach dem Abschluss eines Events immer mit Loot belohnt werdet
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Deal With It

Mittlerweile habe ich mich mit den Änderungen arrangiert und darüber bin ich sehr froh. Das neue Bewaffnungssystem entpuppt sich bei näherer Betrachtung als echter Gewinn. Es ist weitaus flexibler und macht vor allem im PvP deutlich mehr Sinn als das alte System. Die Ausrüstung lässt sich präziser den eigenen Vorlieben anpassen. Das haben wir neuen Modifikationen zu verdanken, die Waffen und Rüstungsteilen besondere Eigenschaften verleihen. Ihr wollt eure Primärwaffe schneller nachladen? Eure Auto-Rifle soll keinen Solar-, sondern Arkus-Schaden verursachen? Kein Problem. Einfach die entsprechende Mod installieren und fertig. Früher saß ich oft vor Destiny und hab geflucht, weil mir das Loot-System eine eigentlich tolle Waffe mit doofen Perks versaut hat. Bestimmte Missionen oder Strikes habe ich fünfzigmal und öfter gespielt, nur um eine Wumme mit ganz bestimmten Eigenschaften zu erhalten. Diesen Qualen muss ich mich in Destiny 2 nicht mehr aussetzen.

Apropos: Das Loot-System von Destiny 1 war gnadenlos und geizig, während ich in Destiny 2 das Gefühl habe, in Waffen und Ausrüstungsgegenständen zu ertrinken. Regelmäßig droppen Legendary- und Exotic-Items und zum allerersten Mal beschleicht mich als Destiny-Spieler das Gefühl, zu viel Auswahl zu haben. Waffen, die ich im Vorgänger angebetet hätte, zerlege ich jetzt einfach ohne groß nachzudenken. Destiny 2 bietet einfach mehr von allem. Mehr Waffen, mehr Ausrüstung, mehr Umfang. Im Vergleich mit Destiny 2 wirkt die Ur-Version des Erstlings wie eine Demo.

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Die Story: Schlagt gemeinsam mit den anderen Hütern die fiese Alienrasse Kabale zurück
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Zurück ins Licht

Der Einstieg ins Spiel läuft ziemlich geradlinig und es dauert einige Zeit, bis ihr in die großen weiten Welten eintauchen könnt. Bungie wollte die Neueinsteiger nicht überfordern, darum fühlt sich der Anfang wie eine Fahrt auf Stützrädern an. Es dauert aber nicht lange, bis sich Destiny 2 öffnet, neue Herausforderungen und Planeten aus dem Hut zaubert.

Eure Gegner dürft ihr auf der guten alten Erde, aber auch auf Titan, Nessus und Io perforieren. Obwohl es sich größtenteils um völlig neue Locations handelt, gibt es Déjà-vus am laufenden Band. Das liegt an den altbekannten Gegnerrassen, die sich auf den fremden Welten niedergelassen haben. Man sieht also jede Menge Vex-Bauten, Kabale-Stützpunkte und so weiter. Witziges Detail am Rande: Meine Freundin sieht mir ja hin und wieder beim Spielen zu. Sie wollte mir partout nicht glauben, dass es sich hier um Destiny 2 handelt. Zitat: „Das schaut doch genauso aus wie der erste Teil. Sogar die Gegner sind dieselben! Du verarschst mich doch!

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Peng, peng, peng! Destiny 2 ist ein fantastischer Shooter, der Spaß macht, obwohl die Gegner denen im ersten Teil gleichen
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