Es ist passiert. Nach knapp 650 Spielstunden habe ich endlich das Gjallarhorn bekommen, die wohl beste und begehrteste Waffe im MMO-Shooter Destiny. Geilomat! Treue Leser dieser Kolumne durften meinen Leidensweg ja hautnah mitverfolgen und können sich vielleicht vorstellen, wie laut ich vor Freude und Erleichterung in mein PlayStation-Headset brüllte, als die Waffe vor drei Tagen am Ende eines wöchentlichen Dämmerungsstrikes endlich „droppte“ – sehr zum Leidwesen der zu diesem Zeitpunkt mir mit im Party-Chat befindlichen Mitspieler. Ich kann euch sagen: Selten habe ich mich über einen virtuellen Gegenstand so gefreut – und bin mehr als erleichtert, dass die Zeit des Wartens auf das Gjallarhorn endlich vorbei ist. Doch jetzt, wo ich die Waffe endlich besitze: Was mache ich jetzt in Destiny überhaupt noch in der kommenden Zeit?

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Natürlich erst einmal das Gjallarhorn fertig aufleveln, damit es sein volles Schadenspotenzial entfalten kann. Und alle Spieler hämisch auslachen, die es noch nicht besitzen. Kackn00bs! Loser! Natürlich nur im Scherz, so gehässig bin ich nun wirklich nicht. Im Gegenteil, ich fühle aufrichtig mit allen, denen die Waffe weiterhin verwehrt bleibt.

In meinem Clan gibt es beispielsweise einen von mir sehr geschätzten Kollegen, der Destiny seit Release spielt, also dem 9. September 2014. Er hat drei Charaktere auf Maximal-Level, raidet sich den Wolf ab, zockt PvP im Akkord und ist auch sonst ein extrem fleißiger Hüter. Er besitzt wirklich alle exotischen Waffen, die es in Destiny gibt – abgesehen vom Gjallarhorn. Alter, halte durch, auch du wirst es irgendwann bekommen! Genau das habe ich mir selbst auch immer gesagt – allein von der Statistik her muss das Loot-Glück einem ja irgendwann hold sein.

Destiny - Das Ende einer langen Reise: Ich habe endlich das Gjallarhorn! Und nun?

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Ein wahrhaft epischer Moment: Ich bekomme am Ende eines wöchentlichen Dämmerungsstrikes das Gjallarhorn! Nach knapp 650 Spielstunden. Heureka!
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Zurück zur Eingangsfrage. Was mache ich nun also in Destiny? Ganz ehrlich: Nichts anderes als sonst auch. Ich spiele den Endcontent in Form des wöchentlichen Dämmerungsstrikes, des wöchentlichen heroischen Strikes und vor allem der neuen Endgame-Inhalte Gefängnis der Alten (PvE) und Prüfungen des Osiris (PvP). Wie diese Modi im Detail funktionieren, lest ihr in meinem Test zum neuen DLC Haus der Wölfe. Der ist jetzt auch schon wieder über zwei Wochen alt, und ich habe mich darin ordentlich ausgetobt.

Und mich hin und wieder über einige Design-Entscheidungen von Bungie ziemlich aufgeregt: Warum zur Hölle gibt es im neuen Arenamodus keine verdammten Checkpoints? Die hohen Schwierigkeitsstufen 34 und 35 sind wirklich äußerst knackig, was ja erst mal absolut begrüßenswert ist. Es kann aber einfach nicht sein, dass man sich zwei, drei oder mehr Stunden durchkämpft, bis man endlich beim Endboss angekommen ist und dann keinen Checkpoint erhält, damit man eben diesen Obermotz vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt oder am nächsten Tag ausgeruht angehen kann.

Packshot zu DestinyDestinyErschienen für PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Oder was ist, wenn mein Internet-Provider mal wieder meint, er müsse genauso streiken wie die Deutsche Bahn? Tja, dann hat man eben einfach Pech gehabt und muss alles noch mal von vorne spielen. Nein, das hat mit einer Herausforderung absolut nichts zu tun, das ist einfach überaus bescheuert gelöst.

Bungie denkt momentan offenbar darüber nach, Matchmaking für alle Schwierigkeitslevels des Gefängnis der Alten einzuführen. Meinetwegen, könnt ihr gerne machen. Aber bitte, bitte, bitte (mit viel Zucker obendrauf), baut erst mal ein vernünftiges Checkpoint-System ein.

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Oh, wie ist das schön: Auf dem Mond mit dem neuen Gjallarhorn spazieren gehen...
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Im PvP bringt mir das Gallarhorn herzlich wenig

Da in Destiny bekanntlich der Weg das Ziel ist, spiele ich in diesen Tagen regelmäßig PvP. Denn das Eisenbanner-Event ist zurzeit aktiv, und hier kann man die neue Währung Ätherisches Licht abgreifen, mit der man dank des neuen und wesentlich flexibleren Upgrade-Systems Waffen und Rüstungen ab legendärer Qualitätsstufe beliebig aufwerten kann.

Und siehe da: Zumindest im Clan-internen Sechser-Team macht der Kontrolle-Modus verdammt viel Spaß – auch wenn mir im PvP das nagelneue Gjallarhorn kaum etwas bringt. Die Waffe ist eben definitiv fürs PvE geschaffen worden.

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Aber das Destiny-Leben geht weiter: Der Eisenbanner-PvP-Event steht an, hier kann man das zum Aufwerten der Waffen und Rüstungen so wichtige Ätherische Licht abgreifen.
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Und sonst? Schleicht sich langsam wieder der bekannte Destiny-Alltag ein: Beutezüge absolvieren, Ruf bei den neuen Fraktionen farmen, vielleicht doch noch mal einen der alten Raids besuchen (einen neuen gibt es ja leider nicht), auf die eine oder andere noch fehlende Exo-Waffe hoffen (in meinem Fall zum Beispiel die PS4-exklusive Monte Carlo) – und immer noch richtig viel Spaß mit dem Spiel haben. Ja, ich mag Destiny zurzeit wieder sehr. Was vermutlich auch daran liegt, dass mir der Gjallarhorn-Coup mächtig Auftrieb gegeben hat. Ich muss die Waffe schon fast zwanghaft anlegen und damit nur so zum Spaß durch die Gegend ballern. Das verstehen vermutlich nur diejenigen, die auch ewig darauf warten mussten.

Neuer Destiny-DLC The Taken King: Mehr Infos auf der E3

Bis zu meiner nächsten Kolumne im Juli dürfte sich im Destiny-Kosmos aber wieder richtig viel tun. Auf der E3 2015, die vom 16. bis 18. Juni in Los Angeles stattfindet, will Bungie nämlich neue Details zur Zukunft von Destiny aus dem Sack lassen. Ziemlich sicher wird es dann auch handfeste Informationen zur versehentlich vom Energydrink-Hersteller Red Bull enthüllten neuen Erweiterung namens „The Taken King“ geben. Ich bin wirklich sehr darauf gespannt, wie es mit meinem Lieblingsspiel weitergeht und werde die wichtigsten Informationen an dieser Stelle ausführlich beleuchten.

Bis dahin wüsche ich euch weiterhin viel Spaß mit Destiny und natürlich guten Loot! Vielleicht ist ja auch das Gjallarhorn dabei...