Das Leben ist kein Ponyhof und auch kein Wunschkonzert. Und Destiny ist ganz sicher kein perfektes Spiel. Aber eines, das nach wie vor Millionen Menschen täglich an die Konsole fesselt. In meiner letzten Kolumne konntet ihr lesen, warum ich Destiny immer noch spiele – und warum ich das Gjallarhorn, die wohl mit Abstand begehrteste Waffe in Bungies MMO-Shooter, unbedingt besitzen muss, ihr aber erfolglos hinterherlaufe. Einige Wochen sind seit meinem letzten Text vergangen – das Gjallarhorn habe ich, haha, immer noch nicht bekommen. Ohnehin scheint es, als hätte ich mir eine akute Loot-Seuche eingefangen.

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Höchste Zeit, dass ich mir mir mal ein wenig den Frust von der Seele schreibe: Hier sind die zehn Dinge, die ich mir in Destiny am meisten wünsche (in beliebiger Reihenfolge):

1. Ein sinnvolles, faires Lootsystem

Mein Destiny-Alltag sieht aktuell so aus: Dienstags ist ID-Reset, danach geht‘s im Laufe der Woche mit meinen beiden Level-32-Titanen jeweils einmal in den wöchentlichen Dämmerungsstrike, in den wöchentlichen heroischen Strike, in den „Crotas Ende“-Raid auf Normal und Hard sowie in die Gläserne Kammer zum heroischen Atheon (plus die Gorgonen-Kiste). Und ein Wochenendbesuch bei Händler Xûr steht natürlich auch immer an, wobei der meistens nur Dinge anbietet, die ich ohnehin schon mein Eigen nennen darf.

Destiny - Bungie, bitte mitlesen: Zehn Dinge, die ich mir in Destiny wünsche

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Das Lootsystem von Destiny ist komplett zufallsbasiert, Leistung oder Fleiß werden nicht belohnt. Ein Umstand, den Entwickler Bungie unbedingt ändern sollte.
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Ich nutze also konsequent alle Möglichkeiten, um an exotische Waffen heranzukommen (schöne Grüße ans Gjallarhorn und die Vex Mythoclast!) und vielleicht irgendwann auch einmal den Raketenwerfer Crotas Hunger abzustauben – die einzige Waffe, die ich aus dem aktuellen Crota-Content noch gebrauchen kann.

Ich habe mal auf destinystatus.com nachgesehen: Mit beiden Charakteren habe ich zusammengerechnet Crota normal 31 Mal und Crota schwer zehn Mal beendet. Das macht 41 Kills, doch den blöden Crotas Hunger, den es auch nur im normalen Schwierigkeitsgrad gibt, habe immer noch nicht. Ist neben dem Gjallarhorn der wahrscheinlich zweitbeste Raktenwerfer von Destiny, doch selbst der bleibt mir verwehrt. Will sagen: Ich zocke wie blöd, bekomme vom Spiel aber ständig den Stinkefinger gezeigt. Ein Kumpel, der eine lange Destiny-Pause eingelegt hatte, stieg vor Kurzem wieder ins Spiel ein und hat seitdem all die Waffen erbeutet, die ich gerne hätte. What. The. Fuck. Ja, klingt nach Mimimi, aber irgendwann reicht‘s dann auch mal.

Packshot zu DestinyDestinyErschienen für PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Um mal einen User der Facebook-Gruppe Destiny Deutschland zu zitieren: „Wie wär‘s mit einem Lootsystem und keiner Zufallskacke à la Rubbellos oder Lotto?“ Dem stimme ich voll zu: Bungie sollte sich dringend ein System einfallen lassen, dass fleißige Spieler belohnt, denn selbst dem größten Fan dürfte es irgendwann mal reichen, wenn er ständig leer ausgeht.

2. Mehr und anspruchsvollerer Content

Der erste DLC Dunkelheit lauert ist nun schon wieder fast vier Monate alt. Abgesehen von Neueinsteigern dürfte so ziemlich jeder Destiny-Spieler den Endboss Crota bereits mehrfach umgehauen und den einen (!) neuen Drei-Spieler-Strike „Der Wille von Crota“ bis zum Exzess gezockt haben. Ach ja, da war ja noch der PS4-exklusive Strike „Der unsterbliche Geist“, aber hey, den will doch ohnehin niemand spielen.

Doch Bungie lässt sich Zeit mit neuen Inhalten – viel zu viel Zeit! Für den zweiten DLC Haus der Wölfe gibt es immer noch kein konkreten Termin, stattdessen schwadroniert man Woche für Woche in den wöchentlichen Updates, was man noch alles Tolles machen, fixen und korrigieren will. Ist ja schön und gut, aber mehr Spielinhalte gibt mir das auch nicht.

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Bisherige DLCs bieten eher wenig Content. Erst mit dem ersten „richtigen“ Add-on Comet, das im Herbst erscheinen soll, dürften auch Vielspieler wieder auf ihre Kosten kommen.
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Und der schon Anfang Dezember versprochene größere Tresor ist auch noch immer nicht da. Laut einem Interview mit Bungies Community Manager DeeJ ist eine größerer Vault übrigens einer der Hauptwünsche der Destiny-Spieler – neben der Erhöhung des Glimmer-Caps.

Wenn denn dann Haus der Wölfe im zweiten Quartal 2015 endlich erscheint, so hoffe ich doch wenigstens, dass uns der DLC einen ähnlich gelungenen Raid wie die Gläserne Kammer beschert. Denn dieser erste Destiny-Schlachtzug war doch wesentlich besser designt und zudem anspruchsvoller als der Crota-Raid. Da sich Bungie mit Content-Nachschub so vornehm zurückhält, sollten uns doch die aktuellen Spielinhalte wenigstens so lange wie möglich herausfordern.

Also: Content-Frequenz erhöhen – und das Ganze deutlich herausfordernder gestalten. Wenigstens der Hard-Modus sollte sich seinen Namen verdienen. Es kann nicht sein, dass sich wirklich jeder Spieler durch Glitches und Bugs durchs Spiel mogelt – von denen immer noch reichlich existieren.

3. Mehr PVE-Inhalte und bessere Belohnungen

Mal ehrlich: Die meisten Beutezüge in Destiny – neben Strikes und Raids die Hauptbeschäftigung für PVE-Spieler – sind Kinderkram und schnell erledigt. Und selbst die exotischen Bounties kosten vielleicht deutlich mehr Zeit, fordern mich aber nur in den seltensten Fällen wirklich heraus. Warum lässt sich Bungie hier nicht viel mehr einfallen? Ich will knackige, abwechslungsreiche Questreihen, die mich am Ende mit coolen Sachen belohnen. Gerne auch mit Rüstungsteilen, die das Licht-Level erhöhen – derzeit sind die Raids und mit Abstrichen PVP-Events wie das Eisenbanner die einzige Möglichkeit, die Höchststufe 32 zu erreichen.

Eine coole Sache wäre auch eine Überarbeitung der zufällig auf den Planeten stattfindenden PVE-Events. Diese sollten deutlich schwerer und umfangreicher sein und die Spieler gerne mit besonders seltenen Exo-Waffen belohnen. Denkbar wäre auch eine Art Überlebensmodus: Hier treten Teams von drei oder sechs Spielern gegen ganze Horden von Aliens an, die sie gemeinsam bekämpfen müssen. Alle zehn Runden kommt dann ein dicker Bossgegner vorbei, der etwas Nettes fallen lässt. Und die Teams mit der höchsten Rundenzahl werden im Turm auf einer Ehrentafel angezeigt, sodass sie jeder Spieler bewundern kann.

4. Möglichkeiten zur Individualisierung der Charaktere

In diesem Punkt könnte Destiny so viel mehr bieten: Waffen-Shader, Housing (betretbare Raumschiffe!), optisch anpassbare Rüstungssets wie in Diablo und so weiter. Gerne eintauschbar gegen Lichtpartikel oder die alten Bruchstücke aus dem Classic-Content, die man derzeit ohnehin fast nicht mehr benötigt. Die Möglichkeiten wären schier unendlich.
Mich nervt ohnehin schon lange, dass jeder Hüter, der im Turm herumgammelt, irgendwie gleich aussieht. Auch eine Option, jederzeit Gesicht und Frisur meines Hüters anzupassen, sollte doch nicht allzu schwer zu implementieren sein.

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Clan-Kriege könnten den PVP-Modus ordentlich aufwerten.
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5. Clan-Kriege im PVP

Ich bin in Destiny zwar definitiv der PVE-Typ, trotzdem spiele ich mit meinem Clan auch immer wieder gerne mal eine Runde Kontrolle, ganz klar mein Lieblingsmodus im PVP. Wie schön wäre es, wenn die zahlreichen Clans hier (oder gerne auch einer anderen Spieler-gegen-Spieler-Variante) gegeneinander antreten könnten? Bungie könnte doch einfach auf der Übersichtskarte im Orbit eine neue Option „Clan-Kriege“ anlegen, in deren Warteschlange sich ausschließlich Clans einreihen dürfen. Das Ganze wird dann natürlich in Rankings festgehalten, um die Spieler zusätzlich zu motivieren.

6. Abbrechbare Zwischensequenzen

Nicht zu fassen, dass uns Bungie die Storymissionen beim Twinken oder dem Absolvieren der täglichen Missionen immer und immer wieder spielen lässt, die teils ausufernden Zwischensequenzen aber nach wie vor nicht abgebrochen werden können. Argh! Wann wird das endlich geändert?

7. Mehr Serverstabilität, weniger Bugs

Stabile Server sollten in einem Onlinespiel eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, doch in Destiny sind sie leider immer noch ein Sorgenkind: Viel zu oft werde ich urplötzlich aus dem Spiel geworfen, auch in Raids kommt es immer wieder zu nervigen Lags oder Verbindungsabbrüchen. Hier bitte unbedingt nachbessern. Ebenso bei den zahlreichen Bugs, die einem selbst in einem über sieben Monate alten Raid wie der Gläsernen Kammer immer noch begegnen. Andererseits muss ich fast schon gestehen: Was wäre Destiny ohne seine zahlreichen Glitches? Hier übrigens ein noch recht neuer: Ein Spieler schubst Raidboss Crota einfach in den Abgrund.

8. Einen globalen Textchat

Vielleicht habe ich auch einfach zu lange World of Warcraft gespielt, mir fehlt aber ein globaler Chat, mit dem ich mit anderen Spieler direkt per Texteingabe kommunizieren kann. Zwar gibt es dank Facebook und Co. zahlreiche Möglichkeiten, sich mit anderen Hütern für Raid oder Strikes zusammenzuschließen, dennoch würde ein Chat das MMO-Feeling von Destiny deutlich erhöhen. Es wäre einfach etwas mehr Leben im Spiel.

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Die Destiny-Geschichte findet zu großen Teilen in den Grimoire-Karten statt. Kein Wunder, dass die dünne Story für viele Spieler nach wie vor ein großer Kritikpunkt ist.
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9. Eine Geschichte, die nicht in Grimoire-Karten stattfindet

Mir persönlich ist die Hintergrundgeschichte von Destiny nicht übermäßig wichtig; ich bin eine alte Grind-Sau, die ballern und looten will. Trotzdem wüsste ich doch manchmal schon ganz Geschichte, warum ich gerade diesen oder jenen Feind bekämpfe und wie das alles zur Story passt. Wer sich mal die Mühe macht, per Destiny Companion App die Texte der Grimoire-Karten zu lesen und sich über Orte und Feinde zu informieren, wird feststellen, dass die Geschichte von Destiny eigentlich gar nicht so übel ist. Man bekommt sie nur eben einfach nicht mit. Könnte man doch direkt ins Spiel integrieren – und wenn schon nicht im Rahmen der Missionen, dann doch wenigstens in einer Art Bibliothek oder Datenzentrum auf dem Turm, wo man sich Filmchen anschauen kann. Nur mal so ein Gedanke.

10. Kürzere Ladezeiten

Alter Schwede, wie oft habe ich mich schon über die langen Ladezeiten in Destiny aufgeregt! Der Anflug vom Orbit in den Turm ist für Bungie offenbar ein derart episches Ereignis, dass man es minutenlang zelebrieren muss. Es muss doch irgendwie möglich sein, die Ladezeiten zu reduzieren?

Solltet ihr auch eigene Wünsche haben und diese Bungie mitteilen wollen: Im offiziellen Destiny-Forum startete Ende Februar eine Mitmach-Aktion, in der ihr eure Top-3-Wünsche posten konntet. Hier geht‘s direkt zum entsprechenden Foreneintrag – vielleicht werdet ihr ja noch rechtzeitig von den Entwicklern erhört.