Der Herr der Ringe: Taktiken (PSP Review)
von Andreas Müller

Im Schatten des emotional agierenden Riesenaffen King Kong ist die meisterhafte Trilogie rund um den einen Ring schon fast in Vergessenheit geraten. Mit "Der Herr der Ringe Taktiken" (DHDRT) wird das Mittelerde-Epos nun jedoch wieder in Erinnerung gerufen.

Fans rundenbasierter Strategiespiele dürfen sich fortan auf ein entsprechendes Lizenzspiel freuen - ob diese Freude berechtigt ist, klären wir im Test.

Der Herr der Ringe: Taktiken - Kämpfe um den einen Ring! Taktische Finesse auf der PSP?

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Die Markteinführung der PSP liegt nun bereits einige Monate zurück und das Spieleangebot ist entsprechend umfangreich. Fans des Strategiegenres sind dabei jedoch bisher eindeutig zu kurz gekommen, während rundenbasierte Strategie - wie auf nahezu jeder Plattform - gar zu den besonders exotischen Genrevertretern zählt. Umso erstaunlicher ist es, dass EA die Herr der Ringe Lizenz für ein solches Spiel nutzt.

Gut oder Böse?
Herzstück des Spiels ist die Kampagne, wobei es euch überlassen ist, ob ihr auf der Seite der Auenländer samt Gefährten den Ring vernichten oder lieber im Sinne von Mordor in dessen Besitz kommen wollt.

Ganz gleich für welche Kampagnenvariante ihr euch entscheidet, stehen euch aus dem Film bekannte Helden wie Frodo, Gandalf oder Legolas zur Verfügung. Jede Mission führt euch in Szenarien, die an Szenen des Films angelehnt sind. Meistens leitet ein passender Ausschnitt aus einem der Filme die Mission ein, was Herr der Ringe Fans besonders freuen wird. So steht ihr in einer Mission zum Beispiel in den Minen von Moria auf der steinernen Brücke dem mächtigen Balrog gegenüber. Aragorn, Legolas, Gimli und Frodo müssen sich den Weg vorbei an einem Bergtroll freikämpfen, während Gandalf zurückbleibt und das riesige Feuerwesen aufhält.

Packshot zu Der Herr der Ringe: TaktikenDer Herr der Ringe: TaktikenErschienen für PSP kaufen: Jetzt kaufen:

Missionsvorgaben
Welche eurer Helden an einer Mission teilnehmen ist genau wie das Missionsziel vorgegeben. Seid ihr erfolgreich, werdet ihr mit Goldstücken belohnt, die später in Gegenstände wie Heiltränke investiert werden können. Zudem gewinnen alle Helden nach erfolgreichem Absolvieren einer Mission an Erfahrung und steigen innerhalb eines Levelsystems auf.
Die Attribute der Helden sowie ihre Waffen verbessern sich analog zu ihrem Erfahrungslevel automatisch.

Todesmutig
Ob ein Held in einer Mission stirbt ist leider nahezu irrelevant - solange ihr die Mission trotzdem erfolgreich absolviert, erhält selbst ein gefallener Held Erfahrungspunkte und steht auch in den nächsten Missionen wieder zur Verfügung. In manchen Missionen ist das Überleben bestimmter Charaktere jedoch Bestandteil der Zielvorgabe - der jeweilige Held wird dann von den Gegner besonders stark attackiert und muss unbedingt am Leben bleiben.

Steuerungsschwächen
Die Steuerung des Spiels ist schnell erlernt und wird euch in Form eines Tutorials vermittelt. Jeder der unterschiedlichen Schauplätze ist in ein Gitternetz unterteilt, so dass ihr eure Helden auf quadratischen Feldern bewegt. In der Bewegungsphase könnt ihr jeden einzelnen Charakter anwählen und ihn auf ein Feld im Rahmen seiner Reichweite bewegen.

Alleskönner
Nachdem ihr eure Einheiten bewegt habt ist der Gegner an der Reihe. Es folgt die Kampfphase, in der ihr entscheiden könnt, welcher eurer Helden einen Angriff startet. Hier kristallisiert sich ein weiterer Kritikpunkt heraus - analog zur Originalvorlage würde man erwarten, dass sich die Kampfeigenschaften der verschiedenen Charaktere stark unterscheiden. Während Legolas als Meister des Bogens selbst aus großer Distanz erheblichen Schaden verursachen kann, sollten die Hobbits dagegen eher auf den Nahkampf beschränkt sein. Im Spiel greift Legolas jedoch auch gerne im Nahkampf zum Schwert, während die Hobbits selbst aus großer Distanz zielsicher mit Steinen werfen.

Die speziellen Eigenschaften gehen somit teilweise verloren und das Spiel büßt eine Menge taktischen Tiefgang und Authentizität ein.

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Leider ist die Koordination der Einheiten äußerst schwierig. Besonders wenn mehrere Helden auf engem Raum versammelt sind, stehen sie sich häufig gegenseitig im Weg - dies hat zur Folge, dass Einheiten die gesamte Bewegung schlicht verweigern und einfach stehen bleiben. Da ihr das erst merkt, wenn ihr die Bewegungsphase abgeschlossen habt, geht euch dabei eine komplette Runde verloren. Das kann durchaus entscheidend sein für den Ausgang der Mission sein kann.

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Gelungene KI
Positiv ist dagegen die KI der gegnerischen Einheiten und die Nutzung der Geländeeigenschaften aufgefallen. Steht Legolas zum Beispiel auf einer Anhöhe, ist seine Trefferquote höher als wenn er auf ebenem Boden steht. Ein Gesundheitsbalken informiert euch über den Zustand eines jeden Charakters. Abhängig von den Attributen eurer Helden können Angriffe pariert und sogar gekontert werden, somit sorgt jede Kampfphase für viel Spannung.

Dank drei unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade stellt das Spiel selbst für erfahrene Spieler eine große Herausforderung dar. Die Missionen werden im späteren Spielverlauf zunehmend anspruchsvoller und erfordern auch viel Zeit.Erfolgreich absolvierte Missionen können zwecks Verbesserung der Helden und zum Sammeln von Gold beliebig oft wiederholt werden. Um den Helden späterer Missionen gewachsen zu sein, ist dies auch dringend erforderlich, was ein wenig an der Motivation kratzt. Schön ist übrigens, dass die Kampagne jederzeit gespeichert und somit auch Gefechte zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden können.

Gelungene Präsentation
Grafisch hinterlässt das Spiel einen soliden Eindruck - die Schauplätze wecken Erinnerungen an die Filme, die Charaktere verfügen optisch über einen hohen Widererkennungswert und schöne Effekte verleihen dem Geschehen viel Flair. Per Analogstick lassen sich die 3D Level stufenlos drehen und zoomen. Schade ist jedoch, dass die Kameraperspektive in der Kampfphase selbständig auf meist eher unglückliche Positionen wechselt. Das sorgt dafür, dass man schnell den Überblick verliert und sich zunächst orientieren muss.

Die Framerate bricht zudem häufig spürbar ein, was sich zum Glück aufgrund der Gegebenheiten des Genres spielerisch kaum auswirkt.Erfolgreich absolvierte Missionen können zwecks Verbesserung der Helden und zum Sammeln von Gold beliebig oft wiederholt werden. Um den Helden späterer Missionen gewachsen zu sein, ist dies auch dringend erforderlich, was ein wenig an der Motivation kratzt. Schön ist übrigens, dass die Kampagne jederzeit gespeichert und somit auch Gefechte zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden können.

Gelungene Präsentation
Grafisch hinterlässt das Spiel einen soliden Eindruck - die Schauplätze wecken Erinnerungen an die Filme, die Charaktere verfügen optisch über einen hohen Widererkennungswert und schöne Effekte verleihen dem Geschehen viel Flair. Per Analogstick lassen sich die 3D Level stufenlos drehen und zoomen. Schade ist jedoch, dass die Kameraperspektive in der Kampfphase selbständig auf meist eher unglückliche Positionen wechselt. Das sorgt dafür, dass man schnell den Überblick verliert und sich zunächst orientieren muss.

Die Framerate bricht zudem häufig spürbar ein, was sich zum Glück aufgrund der Gegebenheiten des Genres spielerisch kaum auswirkt.