Frostattacke in Ost-Rohan: Ein fieser Steinriese namens Núrzum schlägt sein Lager mitten in der Wildermark auf und bringt einen klirrenden Winter mit. Der gigantische Handlanger Sarumans füllt einen kompletten Handlungsstrang im anstehenden elften Update von Herr der Ringe Online.

Der Herr der Ringe Online: Reiter von Rohan - Flug über die Ebenen von Rohan13 weitere Videos

Ein Rückblick auf die jüngste Erweiterung von Der Herr der Ringe Online stellt durchaus zufrieden. Den Reitern von Rohan sprang in jüngster Zeit gewiss das eine oder andere Hufeisen vom Gaul, Stichwort Gummiband-Lag zu Ross, Downtime im Februar und unnötig gestrecktes Endgame in Hythbold. Alles in allem überwog jedoch der Spaß an den neuen Schlachtrössern und modernen Regeln wie dem „Open-Tapping“-System.

Inzwischen tragen mehr Reisende Ost-Rohans den Titel „Than von Hythbold“, als Einwohner in Bree herumlaufen. Der harte Spielerkern, der bis zu 60 Euro für die Erweiterung springen ließ, scharrt längst mit den Hufen: Wo ist der Rest Rohans? Wann geht es endlich weiter in der Geschichte? Bisher gar nicht. Jedenfalls nicht so richtig.

Der Herr der Ringe Online: Update 11 - Schneegestöber in der Wildermark

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Die Wildermark blüht normalerweise ebenso grün wie der Rest Rohans, doch ein fieser Steinriese bringt einen künstlichen Winter ins Land.
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Update 11 trägt den Untertitel „Verrat der Weißen Hand“ und führt uns in ein bislang versperrtes Gebiet namens Wildermark, doch das liegt im Norden Rohans und hat mit der Ring-Queste nichts am Hut. Der Verdacht liegt nahe, dass die Wildermark vornehmlich der optischen Zerstreuung dienen soll, denn hier herrscht unerwarteterweise Winter.

Glitzernden Pulverschnee und frostige Bergseen kennen HdRO-Recken bereits aus der Erid Luin, Forochel und dem Nebelgebirge. Dennoch erfreut die liebevolle optische Gestaltung der Wildermark Augen und Ohren. Einige farbliche Kontraste stechen stark heraus und vermitteln wunderbar, dass die Wildermark normalerweise saftig grün erblüht. Umso mehr steigt der Wissensdurst: Warum ist es hier plötzlich so kalt?

Für den heftigen Temperaturabfall zeichnet sich der klobige, aber übermächtige Riese Núrzum verantwortlich. Ein Gesandter Sarumans, der die Moral der Bevölkerung brechen soll. Dank abnormaler Kräfte, die ihm der vielfarbige Zauberer verlieh, gelingt ihm das spielend. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es gibt da eine Szene, in der die Demonstration seiner Kraft slapstickartige Züge trägt. Núrzum ist im wahrsten Sinne ein Klotz von einem Boss. Er soll sogar so viel interessanten Erzählstoff bieten, dass sich die komplette elfte Erweiterung ausschließlich um ihn dreht. Ein einzelner riesiger Handlungsstrang für ein großes Gebiet, bei dem auch Einzelschicksale ihren Platz haben.

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Nurzum wurde von seinem Meister Saruman mit übernatürlichen Kräften ausgestattet.
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Núrzums Spuren führen durch fünf Subregionen. Während die Bauern in den „Brachen“ vornehmlich mit brandschatzenden Uruk-Hai kämpfen, leidet der Boswald an der zunehmenden Aggression der Fangorn-Huorns. Inzwischen behaupten sich die letzten Bewohner umliegender Dörfer gegen die eisige Kälte. Etwa das Dorf Dunfast, dem sich Núrzum persönlich annimmt. Turbine verspricht zudem eine tragische Liebesgeschichte unter den Dorfbewohnern, von der in unserer Beta-Tour leider noch nichts zu sehen war.

Ein schönes Update samt epischem Gegner, aber ohne größere Überraschungen.Ausblick lesen

Klingt als abgeschlossene Nebenerzählung interessant, aber vom Hocker haut der offensichtliche Lückenfüller keinesfalls. Level 85 bleibt weiterhin als Levelcap aktiv, sodass aus spielerischer Sicht nur nebensächliche Aufstiegsmöglichkeiten bleiben - etwa für das Pferd oder durch neue Rüstungsteile. Update 11 bringt dennoch einige Fortschritte mit, die sich auf zukünftige Ereignisse auswirken. Am ehesten betroffen ist der Kampf zu Ross.

Fischfang im Sattel

Obwohl der dreiteilige Fertigkeitenbaum der jüngst etablierten Schlachtrösser viele individuelle Upgrades ermöglicht, erwies sich der Beweglichkeitszweig als enorm populär. So ziemlich jeder Rohan-Recke spendierte seinem Gaul Upgrade-Punkte für Geschwindigkeit und Wendigkeit. Das liegt schon aufgrund der Reisegeschwindigkeit auf der Hand, schließlich will niemand seiner eigenen Sippe hinterhergaloppieren.

Für die Individualisierung der Charaktere somit ein unbrauchbarer Faktor, was Turbine zum Entschluss brachte, den Beweglichkeitszweig zu streichen. Stattdessen darf man nun klassenspezifische Reitfertigkeiten steigern. So kann ein Jäger etwa Tierfallen auslegen, was bisher nur zu Fuß möglich war. Die gestrichenen Geschwindigkeitsboni erhält euer geschätztes Ross von nun an mit jedem Stufenaufstieg.

Da selbst unregelmäßige Mittelerde-Besucher lauthals die Schlacht von Helms Klamm herbeisehnen, die im nächsten große Update gegen Jahresende kommen soll, tweakt Turbine zudem weiter an den Angriffsmethoden. Update 11 liefert einen Vorgeschmack in Form eines Minispiels, bei dem man während des Ritts Fangnetze wirft. Einmal gestartet, stehen drei Netzgrößen für unterschiedlich große Ziele zur Wahl. Die platziert man mit dem Mauscursor, der über eine Farbfläche den Fangradius indiziert. Klappt auf Anhieb wunderbar und macht im Pulk garantiert Spaß, da Zeitlimit und Fangvorgaben den Anspruch erhöhen. Nur ist das Szenario mal wieder zum Haareraufen.

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Netze werfen klappt auch zu Ross hervorragend. Aber warum ausgerechnet Fische?
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Angeln samt Fischverarbeitung wirkt bereits durch das einzig verfügbare Hobby mehr als überpräsent. Daher sorgt die Entscheidung, ausgerechnet stillliegende Fische, die sich irgendwie aufs Land verirrt haben, vom trabenden Gaul aus mit Netzen zu bewerfen, für Kopfkratzen. Warum einfach, wenn's auch umständlich geht? Womöglich dient das Minispiel als Training für den „Ernstfall“ mit beweglichen Widersachern. Schon nach wenigen Sekunden Einfummeln erwacht der Wunsch, fliehenden Orks und wütenden Uruk-Hai so ein Ding überzustülpen.

Ob Fangnetze in Helms Klamm oder anderen Szenarien Verwendung finden, ist nicht absehbar, aber laut den Entwicklern war das Fischfang-Minispiel ein Nebenprodukt, das beim Ausprobieren neuer Zielfunktionen entstand. Somit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir in zukünftigen Updates auf ähnliche Konzepte treffen.

Anderweitig zeigt der Verrat der Weißen Hand nur wenige handfeste Neuerungen. Tägliche Hobbit-Geschenke sollen das regelmäßige Einloggen attraktiver machen, während Abonnenten mit neuen Kleinigkeiten für ihre Treue belohnt werden. Etwa durch hochwertige Hobbit-Geschenke oder einen neuen Rahmen für das Charakterbild. Kleine grafische Anpassungen im Menü, etwa vergrößerte Symbole in der Seitenleiste für Quest-Updates, fallen kaum ins Gewicht.

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Eine der schönsten Aussichten erhascht ihr im Örtchen Einsiedel.
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Ach ja, da wäre noch etwas: Der neue Turbine-Launcher verzichtet fortan auf die Verwendung von Microsofts .net 1.1. Wer in jüngster Zeit mal versuchte, ein bereits auf der Festplatte befindliches HdRO mit einem frisch installierten Betriebssystem zu verwenden, begrüßt den Schritt, denn die automatische Nachinstallation von .net ist seit einiger Zeit nicht mehr möglich.

Für ein kostenloses Gebietsupdate reicht die Fülle der Features allemal. Abonnenten mit der Erweiterung im Säckel stürzen sich am ersten Tag in alle neuen Abenteuer, ohne auch nur einen Cent zu latzen. Für Free-to-Play- und Premium-Kunden gelten hingegen die üblichen Regeln. Man darf überall hin und kann grundsätzlich überall Aufgaben annehmen. Handlungsbezogene Quest-Reihen kosten jedoch Turbine-Punke, die man sich entweder durch endloses Grinden und das Erfüllen von Taten verdient oder gegen handfeste Euros eintauscht.