Der Herr der Ringe: die Schlacht um Mittelerde 2 (PC Review)
von Ulli Kunz

Wenn sich Armeen gegenüberstehen, haben sich besonders schlaue Köpfe noch kurz zuvor allerlei Gedanken über eine siegreiche Strategie gemacht. Schade nur, dass eine Taktik nur so lange bestand hat, wie die Waffen ruhen.

Denn wenn Armeen aufeinander treffen, hat das kommende Gemetzel mit Planung und taktischer Voraussicht nur noch wenig gemein. Ähnlich ist es mit Spielen: Sie sind toll und versprechen viel, solange sie noch in der Entwicklung sind.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Xbox 360 Trailer3 weitere Videos

Stehen sie aber erst im Verkaufsregal beim Händler des Vertrauens, zeigt sich, ob das Game all das hält, was Dutzende Previews, Videos und Interviews versprachen.

Die Abenteuer von Frodo, Aragon, Legolas und Co sind durch die vor 50 Jahren erschienen Bücher, drei epochalen Kinofilmen und nicht zuletzt durch etliche Spieleumsetzung der breiten Masse mittlerweile wohlbekannt. Einer der erfolgreichsten Vertreter aus dem Spielebereich war hierbei das fast schon sensationell gute Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde, in dem man mit Strategie, Taktik und nicht zuletzt einer schlagkräftigen Armee den üblen Welteroberungsgelüsten Saurons ein Strich durch die Rechnung machen konnte - oder aber im Dienste Saurons den popeligen Menschen und deren Elben-Mischpoche die wahre Macht des Bösen zu demonstrieren. Da die Kern-Handlung der Filme und der Bücher bereits in Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde abgehandelt wurde, darf man sich natürlich fragen, welcher Handlung der nunmehr veröffentlichte Nachfolger nachgehen wird.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nun, der Ringkrieg beschränkte sich nicht nur auf die Schlachten vor Minas Tirith oder Helms Klamm, sondern es wurden etliche mehr geschlagen, die in Tolkiens Büchern nur in einem Nebensatz abgehandelt beziehungsweise angedeutet wurden.

Sauron führte einen Mehr-Fronten-Krieg, seine Armeen stampften auf Zwergenbingen und Elbenreiche zu, das Auenland wurde von den garstigen Goblins überrannt und die Korsaren vom Umbar hatten im großen und ganzen auch mehr zu tun als sich am Ende von einer miefigen Armee von Untoten aufreiben zu lassen. Es gibt also mehr als genug Schlachten-Potenzial, auch abseits von Frodo und seinen Kumpels.

Auf Wiedersehen, Saruman
Wenn es neue Schlachten auszutragen gibt, braucht man auch neue Gegner, denn in Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 (SuM2) führt man auf der Seite der Guten neben den Menschen - ohne Unterteilung in Rohan und Gondor - nun auch endlich die Elben und die Zwerge ins Feld, während man sich auf Seiten der Bösen nur um die Mordor-Truppen und um die Armee des Goblinkönigs kümmern darf. Saruman und seine Uruk-Hais als eigenständiges "Volk" sucht man leider vergeblich.

Packshot zu Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2Erschienen für PC und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Um dem Feind einheizen zu können bedarf es vorab zunächst einer Basis, denn irgendwoher müssen die Truppen ja kommen.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Durfte man im Vorgänger nur auf festen Bauplätzen bestimmte Einrichtungen bauen, kann man bei Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 seine Gebäude frei in der Landschaft verteilen. Dreh- und Angelpunkt der Siedlung ist hierbei die Festung, die im komplett ausgebautem ein waffenstarrendes Bollwerk darstellt und Bautrupps und Helden ausbilden kann.

Ähnlich wie bei Echtzeitstratigie-Titeln üblich kann der Bautrupp nun Militär- und Wirtschaftsgebäude frei in die Landschaft setzen. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Gebäuden zuteil, die neben der Finanzgewinnung auch die maximale Truppenstärke aufstocken.

Die bei den Menschenvölkern als Bauernhof gehandelten Gebäude müssen nämlich geschickt und weiträumig platziert werden, um einen stetigen Fluss an Gold zu gewährleisten, denn Ihre Effektivität begründet sich auf die Nutzung des umliegenden Geländes.Das sieht folgendermaßen aus: Will man mit seinem Bautrupp einen Bauernhof platzieren, fallen zunächst zwei Dinge auf. Das Gebäude besitzt einen Radius und beim Setzen des Baugrundes wird dem Spieler ein Prozentwert angezeigt. Der Radius zeigt dabei an, welches Areal der Bauernhof zur Generierung von Ressourcen benötigt und der Prozentwert zeigt an, mit welcher Effektivität das Gebäude dies zu leisten vermag. Bäume, Steine, Flüsse und andere Gebäude senken den Effektivitätswert teilweise rapide, sodass von den maximalen Golderträgen beispielsweise nur 80% eingenommen werden können. Damit ist der Spieler mehr oder minder gezwungen, ein großes Areal einzunehmen, um genügend Gold-Nachschub zu erhalten. Einbunkern auf engstem Raum klappt so nicht mehr.

Steck's in die Bildung
Hat man seine Festung aufgebaut und seine Bauernhöfe in der Pampa verteilt, heißt es, militärische Gebäude zu platzieren, von denen es knapp über ein halbes Dutzend gibt.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Praktischerweise sind diese Gebäude ausbaufähig, sodass nicht nur weitere Einheiten baubar werden, sondern auch Einheiten- und Gebäudeverbesserungen verfügbar werden. Während sich die Gebäudeverbesserungen meist nur auf ein schnelleres Produzieren der Truppen beziehen, können die Truppenverbesserungen teilweise über eine Schlacht entscheiden. Bogenschützen mit verbesserter Rüstung und Flammenpfeilen machen halt doch mehr Schaden - und halten mehr davon aus - als frisch ausgehobene Truppen ohne diese Boni. Allerdings bedeutet die Erforschung einer recht teuren Verbesserung noch lange nicht, dass die Truppen diese auch einsetzen können.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Will man seine bereits erwähnten Bogenschützen mit Flammenpfeilen ausrüsten, kostet die Entwicklung schlappe 1000g, anschließend muss jeder Trupp einzeln für 300g mit der neuen Technik versehen werden. Bei vielen Bogenschützen bedeutet das letztendlich viel ausgegebenes Geld, allerdings mähen die verbesserten Schützen die Feinde mit links nieder, sodass die Kosten/Nutzen-Überlegung beim Spieler liegt.

Eine andere Form der Verteidigung - neben einer starken Armee - ist auch der Bau von Mauern. Konnte man bei Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde nur von freiem Mauerbau träumen, ist der Traum im Nachfolger zur Realität geworden.Das Prozedere des Mauerbaus selber ist völlig intuitiv gestaltet: Einfach mit dem Baumeister eine Art Mauerknotenpunkt auf die freie Ebene setzen und warten, bis das turmähnliche Gebäude gebaut wurde. Durch Klick auf den Turm kann man nun eine Mauer ziehen. Mauer und Endpunkt werden dann anschließen ohne Zutun des Spielers oder eines Bautrupps hochgezogen und man kann sich sicher fühlen.

Um die Mauer zu befestigen oder einen Ein- und Ausgang zu schaffen, kann man auf einzelne Mauersegmente klicken, die dann Bauoptionen wie einen Waffen-Turm oder ein Tor anzeigen. Leider haben es die Designer nicht für nötig erachtet, Wehrgänge auf den Mauern zu ermöglichen, sodass man keine Bogenschützen auf den selbst erbauten Mauern platzieren kann. Dies ist umso ärgerlicher, da einige Multiplayer-Karten - Minas Tirith beispielsweise - über begehbare Wehrmauern verfügen und man sich ständig wünscht, diesen Komfort auch im Kampagnen-Modus genießen zu können.Kurioserweise zeigt die KI auf den Mauern ihre größten Schwächen. Stehen beispielsweise zu beiden Seiten eines Tores Bogenschützen auf den Wällen und belegen einen Gegner mit Beschuss, kommt es mehr als nur selten vor, dass die Schützen plötzlich die Mauer verlassen, und versuchen, HINTER der Mauer den Gegnern zu folgen. Ist der Feind dann tot, bleiben unsere Truppen dann einfach stehen oder kehren nur widerwillig an ihre alten Positionen zurück. Da dies die Verteidigung massiv schwächt, muss der Spieler ständig überprüfen, wo seine Truppen hinrennen, damit sein Gegner nicht die Situation ausnutzen kann.

Weniger ist nicht immer mehr…
Wie bereits eingangs erwähnt, basiert der Handlungsrahmen von Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 auf Schlachten und Ereignisse, die nur andeutungsweise in den Herr der Ringe-Büchern beziehnungsweise deren Anhängen erwähnt wurde. Das bot den Designern eine einmalige Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, die die Schlachten miteinander verbindet und den Spieler ins Geschehen zieht.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Nur leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft, denn über eine inhaltliche Story verfügt SuM2 nicht wirklich, über herausragende Helden oder Bösewichter erst recht nicht. Fieberte man im Vorgänger noch mit Frodo und Sam in Kankras Höhle oder mit Aragon, Legolas und Gimli auf den Perenor-Feldern, haben wir es bei SuM2 mit dem Mund Saurons, dem Goblinkönig, Galadriel, Elrond und ein paar weiteren mehr oder minder bekannten Helden zu tun.

Die Missionen werden aus einem Mix aus gezeichneten Bildern und Ingame-Sequenzen eingeleitet, wobei von einer eigentlichen Story leider nicht zu viel zu merken ist.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Es gibt halt keinen roten Faden, an dem sich die Handlung entlang hangelt, sondern nur eine kurze Einführung, wieso und warum hier und jetzt eine Armee ausgehoben und der Feind fertig gemacht werden soll. Eine persönliche Identifikation mit einem Helden gibt es nicht, die Völker und Gegner storytechnisch austauschbar und Tiefgang haben nicht mal die Schiffe, die man bei einigen Seeschlachten steuern darf. Ein großer Pfeil mit der Aufschrift "DAS DA MUSS WEG!!!!" hätte es ebenso gut getan.

Die insgesamt 16 Missionen - 8 pro Seite - schwanken in ihrem Schwierigkeitsgrad irgendwo zwischen zu einfach und bockschwer.Diese sind strikt linear - sprich hintereinander - angelegt und als Spieler kann man nicht mehr - wie einst noch im Vorgänger - die nächste Schlacht selber auswählen. Alle Level sind mit geskripteten Ereignissen versehen, die einen eben noch sicher geglaubten Sieg in Gefahr bringen können oder aber eine drohende Niederlage dank Unterstützungstruppen abwenden können. Es gibt aber auch einige fragwürdige Ereignisse.

So darf man auf Seiten der Bösen Bruchtal angreifen. Nach langem Hin und Her erhält unsere Seite machtvolle Verstärkung: Sauron gibt sich die Ehre. Doch das ist gar nichts, verglichen mit dem Besuch von Aragon und seiner Untoten-Armee, der als Entlastungsstreitmacht für Elronds Elbenhaufen anrückt. Nun darf man sich fragen, wieso im Storymodus Sauron in Bruchtal auftaucht und wieso auch Aragon mit seinen grünen Geistern bei den Elben herumlungert, anstatt gegen die Orkarmeen vor Minas Tirith zu ziehen.Es mag zwar irgendwo witzig sein, aber bedenkt man die Entfernungen zwischen Mordor und Bruchtal, fragt man sich schon, wie Sauron mit den paar Truppen diese doch eindrucksvolle Strecke zurückgelegt hat.

Missionstechnisch hat SuM2 das Genre ebenfalls nicht neu erfunden. So gibt es immer einen Haupt-Missions-Punkt - in der Regel "Alles feindliche ausradieren" - einige sekundäre Ziele und eine Menge Bonus-Ziele, die erst nach Erfüllung der selbigen als Bonus-Ziele deklariert werden. Greift man als Goblin-König beispielsweise das Auenland an, müssen vier besondere Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden. Haut man nebenbei zufälligerweise auch Bilbos Haus - Beutelsend - und die Taverne "Zum Grünen Drachen" zu Klump, werden die Bonusziele offenbart. Ist das Auenland erst unter der Fuchtel des mopsigen Goblins mit seiner Vorliebe für haarige Spinnen, greifen die Truppen Sarumans an. Schlangenzunge versucht in dessen Auftrag, das Auenland zu sichern.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Klar, was das heißt! Sekundär-Ziel: Schlangenzunge platt machen. Leider sind die Missionen in den meisten Fällen nicht sonderlich zeitaufwändig, sodass ein geübter Stratege keine 15 Stunden für eine Kampagne benötigen wird.

Erfahrungen in der Schlacht
Das Erfahrungs- und Boni-System des Vorgängers wurde indes praktisch unverändert übernommen. Für getötete Gegner erhalten nicht nur Truppen Erfahrungen, die dadurch noch besser und kampfstärker werden, sondern es wird auch wieder global an Erfahrung gesammelt. Je mehr Erfahrungen während einer Schlacht gesammelt wird, desto mehr Punke kann man sammeln.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Hat man genügend Punkte - sie werden im Palantir genannten Benutzermenü angezeigt - zur Verfügung, kann man diese in Fähigkeiten, Fertigkeiten oder besondere Truppen investieren. So erhält man im Laufe des Spieles beispielsweise die Möglichkeiten, einen Trupp Umbar-Korsaren für eine gewisse Zeitspanne auf die Karte zu rufen, Truppen und Gebäude sofort zu heilen bzw. zu reparieren oder ruft mächtige Einheiten wie den Balrog oder die Riesenadler herbei.

Mehr als ein Dutzend Fähigkeiten gibt es im Solospiel, fast ebenso viele im Multiplayer-Modus, und dennoch gibt's Unterschiede.Den mächtigen Balrog kann man nur im Multiplayer-Match herbeirufen und das auch nur, wenn die Schlacht sehr hitzig und lange dauert, denn erst müssen sämtliche vorangegangenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und sonstige Boni eingekauft werden, bevor man sich an den supermächtigen Einheiten erfreuen kann.

Ab und an findet man auf den Multiplayerkarten auch Den Einen Ring. Wer sich diesen sichert und in seine Basis bringt, kann die mächtigste Einheit herbeirufen, die die jeweilige Seite zu bieten hat. So stampft beispielsweise für die Bösen Sauron höchstpersönlich über die Karte und prügelt die Gegner mit seinem Streitkolben bis in die Steinzeit zurück.

Ein bisschen Middleearth: Total War gefällig?
Neben dem enttäuschenden Kampagnenmodus und den üblichen Multiplayer-Karten bietet Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 einen Spielmodus an, der einwenig an ein stark vereinfachtes Rome: Total War erinnert: Der so genannte Ringkrieg.Im Ringkrieg geht es in erster Linie darum, mehr oder minder alle 38 auf der Karte befindlichen Provinzen zu erobern und den Feind, wenn möglich, in das Heimatland zurück zu treiben bzw. komplett zu vernichten, womit EA dem Spieler ein ziemliches Strategie-Schwergewicht präsentiert, das mehr Spielspaß bietet als die eigentliche Solo-Kampagne.

Mit bis zu fünf KI-gesteuerten oder realen Spielern streitet man um die Vorherrschaft der bekannten Länder Mittelerdes, führt ehemals zerrissene Königreiche zusammen, baut bis zu zwei Gebäudetypen - Festung, Kaserne, Bauernhof etc - in den eroberten Provinzen, hebt Armeen aus und schickt diese unter dem Befehl von Helden in die Schlacht.

Die Siegbedingungen lassen sich vor der Partie einstellen. Sollen nur alle Hauptstädte des Gegners eingenommen werden oder müssen es besondere Provinzen sein, die man kontrolliert?

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Da der Ringspiel-Modus rundenbasiert ist, wird Taktik besonders groß geschrieben und es hängt nicht zuletzt von der Qualität der Armee und dem strategischen Können des Spielers ab, ob der Krieg siegreich überstanden wird oder in der Vernichtung mündet. Treffen sich zwei gegnerische Armeen, hat der Spieler die Wahl, die Schlacht automatisch berechnen zu lassen oder aber seine Truppen selber zu steuern.

Da in diesen Schlachten kein Basenbau möglich ist, sind die meisten Kämpfe meist innerhalb von 20 Minuten entschieden.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Zwerge, Elben und die Helden
EA hat sich beim Designen von Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 offensichtlich von einigen Strategietiteln aus eigenem Hause beeinflussen lassen.

So haben die Goblins und Zwerge die Möglichkeit, über ein Tunnelsystem schnell und mehr oder minder unentdeckt Truppen über die Landschaft zu schieben, wie man es aus Command&Conquer: Generäle noch kennt. Man benötigt zwar vor Ort eine Zwergenmine bzw. einen Tunneleingang, doch steht dieser erst einmal, steht unserer Invasion nichts mehr im Wege.

Beim Einsatz der Einheiten greift wieder das Stein-Schere-Papier-Prinzip. So reiten die Spinnenreiter der Goblins gegnerisches Fußvolk einfach nieder, gegen Bogenschützen und nicht zuletzt gegen Pikeniere ziehen sie aber den Kürzeren. Apropos Bogenschützen: Hier zeigt sich leider eine gewisse Unbalanziertheit im Spiel. Wer beispielsweise als Elben-Befehlshaber nur Bogenschützen aushebt und diese mit verbesserten Pfeilen ausstattet, kann die Karte anschließend fast problemlos aufräumen. Mit einem nicht versiegen wollenden Pfeilhagel wird der Feind derart eingedeckt, dass selbst eine schwere Kavallerie des Feindes innerhalb von Sekunden dezimiert wird und kaum die Chance erhält, nennenswerten Schaden bei den Gegnern zuzufügen.

Neben den Dutzenden Helden, die bereits fest im Spiel integriert sind, haben Spieler für Multiplayer-Schlachten die Chance, ihre eigenen Helden zu kreieren.Neben Aussehen und Kleidung kann der Spieler besonders bei den Spezialfähigkeiten Hand anlegen und diesen anschließend mit Namen versehend bei der nächsten Partie herbeirufen und in die Schlacht führen.

Das Auge isst mit
Wirft man das allererste Mal einen Blick auf Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2, kann es passieren, dass man sich lieber erst einmal die Animationen, die Texturen, die Einheiten, Gebäude und Landschaft anschaut. Grandiose Effekte wie Feuerbälle und andere farbenfrohe Zauber lassen spüren, mit wie viel Herzblut die Grafiker an diesem Spiel gearbeitet haben.

Besonders die Waffen-Effekte sind erstaunlich gut gelungen. Wenn Sauron sich durch eine Einheit mäht und wie im Film die Körper wild durch die Gegend fliegen, während sich an einer anderen Stelle eine monströs-gigantischer Balrog mit Flammenpeitsche und Feuerschwert auf seine Gegner losgeht, bleibt einem der Mund vor Staunen offen stehen.

Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 - Der Ringkrieg geht weiter: Ist der zweite Teil wirklich ein Megahit?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/12Bild 28/391/39
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Besonders dem Wächter, dieses grotesk-hässliche Tentakel-Monster, dass im Film vor dem Tor der Zwergenbinge Moria lauerte, könnte man stundenlang zuschauen. Während seine unzähligen Tentakel nämlich einfach die Gegner niederschlagen, greift sich ein Tentakel des Öfteren einen schreienden Gegner, hebt diesen hoch und stopft ihn sich anschließend in sein riesiges Maul.

Oder der Schlachter der Orks, der das Schlachtvieh anlockt und sich anschließend boshaft und mit Vorfreude die Hände reibt.Ebenfalls ein Hingucker sind die Lichteffekte. Es gibt zwar keinen Tag/Nacht-Wechsel, dennoch spielen einige Karten in einer schummrig/dunklen Atmosphäre. Bei diesen Lichteffekten wirken die Feuerpfeile und besonders die von den Katapulten abgeschossenen Feuerballen besonders beeindruckend. Und wenn man als Mordor-Truppführer seine Festung komplett ausgebaut hat, darf man über gruselig-schönes grünes Anstrahlen der Festungsmauern staunen. Leider haben die Designer es verpasst, den Schatten der Einheiten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, da diese arg pixelig und kantig wirken.

Soundtechnisch gibt sich EA keine Blöße. Dank des oskarprämierten Soundtracks von Howard Shore, einer hervorragenden (englischen) Synchronisation und einem bereits aus dem Vorgänger herausragenden Sound-FX bietet Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 alles, was der audiophile Spieler von heute sich wünscht: eine fast perfekte Sound- und Musik-Kulisse, die ihresgleichen sucht.Ebenfalls ein Hingucker sind die Lichteffekte. Es gibt zwar keinen Tag/Nacht-Wechsel, dennoch spielen einige Karten in einer schummrig/dunklen Atmosphäre. Bei diesen Lichteffekten wirken die Feuerpfeile und besonders die von den Katapulten abgeschossenen Feuerballen besonders beeindruckend. Und wenn man als Mordor-Truppführer seine Festung komplett ausgebaut hat, darf man über gruselig-schönes grünes Anstrahlen der Festungsmauern staunen. Leider haben die Designer es verpasst, den Schatten der Einheiten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, da diese arg pixelig und kantig wirken.

Soundtechnisch gibt sich EA keine Blöße. Dank des oskarprämierten Soundtracks von Howard Shore, einer hervorragenden (englischen) Synchronisation und einem bereits aus dem Vorgänger herausragenden Sound-FX bietet Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 alles, was der audiophile Spieler von heute sich wünscht: eine fast perfekte Sound- und Musik-Kulisse, die ihresgleichen sucht.