Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde (PC-Test)
(von Andreas Spies)

Mittlerweile ist es schon ein Jahr her, als mit Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs der dritte und somit letzte Teil der berühmten Fantasy-Serie in die deutschen Kinos kam. Bis heute ist der Bann

rund um die Hobbits Sam und Frodo aber noch lange nicht gebrochen, so dass alle Tolkin-Fans gerne mehr Material aus dem Land der Elben gesehen hätten. Gut, dass sich die Mannen der in Los Angeles ansässigen Spieleschmiede Electronic Arts an die Entwicklung

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eines Echtzeit-Strategiespiels gemacht haben, so dass der Krieg um Mittelerde wenigstens auf dem virtuellen Schlachtfeld weitergeführt werden kann. Herausgekommen ist dabei »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde«, welches mit umwerfender Optik und einer grandiosen Soundkulisse das allseits beliebte Genre im Nu erobert hat.

Nachdem die Spieleindustrie alle Herr der Ringe-Fans bis dato nur mit Adventures und Rollenspielen versorgte, gesellt sich mit »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde« nun endlich auch ein Echtzeit-Strategiespiel in die Regale unserer heimischen Händler.

Für die Entwicklung zeichnen sich die Programmierer von Electronic Arts Los Angeles verantwortlich, die seiner Zeit schon mit »Command & Conquer: Generäle« einen echten Blockbuster landeten und Tausende Spieler vor den heimischen PC fesseln konnten. Anders ist das bei »Der Herr der Ringe:

Die Schlacht um Mittelerde« auch nicht, denn das Strategiespektakel beansprucht wirklich jede freie Minute, macht dabei aber auch genausoviel Spaß.

Missionen auf Film-Basis
Zu Beginn des Spiels solltet ihr euch erst einmal über eine Frage im Klaren sein: Zieht ihr mit Gut oder Böse in die Schlacht? Habt ihr euch für eine Seite entschieden, findet ihr euch auf einer großen Übersichtskarte wieder, auf der ganz Mittelerde abgebildet ist. Wollt ihr auf der Seite des Lichts den Einen Ring im Schicksalsberg vernichten, so steuert ihr in der ersten Mission gleich alle neun Helden durch die dunklen Höhlen von Moria, in denen ihr erst einmal einigen Orks das Fürchten lehren könnt.

An bestimmten Schlüsselpositionen werden dann in eurem Palantir originale Ausschnitte aus den Kinofilmen abgespielt, die direkt auf die entsprechende Szene im Spiel abgestimmt ist. Dieses Feature kommt nur in den storybasierenden

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Missionen vor, in denen ihr mit euren Helden wichtige Ereignisse der drei Kinofilme nachspielt, zum Beispiel die Schlacht um Helms Klamm, die Zerstörung von Isengard mit Hilfe der mächtigen Ents sowie die Verteidigung von Minas Tirith. Ähnlich sieht es natürlich auch in der Kampagne des Bösen aus: Hier müsst ihr Boromir in Amon Hen erledigen, Helms Klamm ausradieren sowie Nord-Ithilien und Minas Tirith den Erdboden gleichmachen.

Packshot zu Der Herr der Ringe: Die Schlacht um MittelerdeDer Herr der Ringe: Die Schlacht um MittelerdeErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

WarCraft 3 lässt grüßen
Mit »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde« greifen die Entwickler das Spielprinzip auf, das schon beiBlizzards »WarCraft 3« zum Einsatz gekommen ist. In jeder Mission stehen euch Helden zur Verfügung, die mit ihren Spezialfertigleiten oder Zaubersprüchen einen entsprechenden Teil zum Kriegsverlauf beitragen können. Neben König Theoden sind dies Eomer, Eowyn, Merry und Pippin, Frodo, Sam, Gandalf, Gimli, Legolas, Boromir, Aragon und natürlich auch Faramir, der Heermeister Gondors.

Auf der Seite des Bösen gibt es auch einige Schlüsselpersonen, die mit Stärke und Weißheit ihre Truppenverbände unterstürzen: Lurtz, der grässliche Anführer der Uruk-Hai und Meister mit Schwert und Bogen, Nazgul und der Hexenkönig, die auf einer Fellbestie für Angst und Schrecken sorgen sowie Saruman, der Herrscher des Bösen. Nach jeder geschlagenen Schlacht gewinnen diese Hauptcharaktere mehr Erfahrungspunkte und können ihre Spezialfertigkeiten und Zaubersprüche ausbauen, vorausgesetzt sie haben auch an der Schlacht teilgenommen.

Aber nicht nur eure Helden können in einen höheren Rang aufsteigen. Auch die normalen Einheiten, sei es Infanterie oder Kavallerie, Belagerungswaffen oder Bogenschützen, können durch einen Levelaufstieg zu mehr Kampfkraft gelangen.

Besiegt einer eurer Einheiten einen Gegner, bekommt sie sogenannte Veteranen-Punkte gutgeschrieben. Habt ihr genug dieser Punkte gesammelt, steigt die Einheit in einen höheren Rang auf. Eure Veteranen-Einheiten solltet ihr dabei aber stets hegen und pflegen, da sie über deutliche mehr Schlagkraft verfügen und somit den Gegner schneller in die Knie zwingen, als es unerfahrene Einheiten tun. Darüber hinaus nehmt ihr eure Gefolgsleute ähnlich wie in »Codename: Panzers« mit in den nächsten Level, so dass dieses System Sinn macht.

Auch eure Gebäude können einen Veteranen-Status erreichen. Dieser unterteilt sich im Grunde in drei Stufen, von denen jede

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beispielsweise neue Einheiten und Upgrades freischaltet. Somit könnt ihr während des Spielverlaufs erst zu einem bestimmten Zeitpunkt einen speziellen Einheitentyp produzieren. Der Veteranen-Status eines Gebäudes hängt von dessen Produktivität ab: Bildet ihr in einer eurer Kasernen beispielsweise keine Soldaten aus, wird diese in ihrem Rang auch niemals aufsteigen. Eine andere Kaserne, in der die Truppen im Fließbandverfahren produziert werden, erreicht hingegen ziemlich schnell die letzte Stufe. Magie als Schlüssel zum Erfolg Dass die Entwickler von »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde« schon für den Strategieknaller »Command & Conquer: Generäle« verantwortlich waren, zeigen auch die "Zaubersprüche" in diesem Fantasy-Spiel. Hier heizt ihr dem Gegner allerdings nicht mit Bombenteppichen aus der Luft, Artilleriefeuer aus 100 Kilometer Entfernung oder mutierten Über-Cyborgs ein, sondern mit reiner Magie. Auf jeder Seite, sei es Gut oder Böse, stehen euch insgesamt zwölf Fähigkeiten zur Verfügung.

Diese werden im Laufe der Kampagne durch eroberte Gebiete und erledigte Gegner zur Verfügung gestellt und sind für jeden Heermeister ein absolutes Muss, um erfolgreich aus einer Schlacht hervorzutreten. Dabei stehen neben Aktiven Fähigkeiten auch Passive zur Verfügung, die während des gesamten Spielverlaufs aktiviert bleiben. Auf der Seite der Guten könnt ihr beispielsweise die Armee der Toten zur Unterstützung rufen oder mächtige Adler herbeirufen, während auf der Seite der dunklen Armee zum Beispiel der schreckliche Balrog beschwört werden kann.

Massenschlachten wie im Film?
Schon in den Kino-Verfilmungen von Der Herr der Ringe faszinierten die Massenschlachten rund um Mittelerde alle Tolkin-Fans am meisten. Tausende und Abertausende Krieger stürzten sich

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mit Pfeil und Bogen, Schwertern und Äxten in den Kampf um erfolgreich aus der Schlacht hervorzugehen. Auch im Echtzeit-Strategiespiel »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde« versuchten die Entwickler von Electronic Arts diesen Aspekt zu vermitteln. Im Spielgeschehen befehligt ihr eure Einheiten in Bataillon zu maximal zehn Einheiten. Dieses Prinzip kam zum Beispiel schon im SciFi-Spektakel »Warhammer 40k: Dawn of War« zum Einsatz, in dem ihr auch keine einzelnen Soldaten in die Schlacht entsenden könnt. Echte Massenschlachten gibt es dabei allerdings nur in den auf der Story basierende Missionen. In der Schlacht um Helms Klamm branden zum Beispiel Hunderte von Einheiten gegen die Befestigungswälle und lassen somit den Anschein entstehen, einer Schlacht epischen Ausmaßes beizuwohnen. Die Genger-KI ist dabei allerdings nicht immer die Beste. Eure Truppenstärke ist bei jeder Mission von sogenannten Kommandopunkten abhängig.

Diese Punkte können während des Eroberungsfeldzuges durch das Einnehmen von verschiedenen Gebieten erhöht werden, so dass ihr gegen Ende einer Kampagne immer mehr Einheiten produzieren könnt. Stehen euch in einer Schlacht
beispielsweise 160 Kommandopunkte zur Verfügung und ihr habt schon fünf Kavallerie-Bataillone zu je 20 Kommandopunkten rekrutiert, so bleiben euch noch 60 Punkte übrig. Diese reichen noch für maximal vier Bogenschützen-Truppen oder weitere drei Reiter-Einheiten. Gegen Ende einer Kampagne dürft ihr um die 400 Kommandopunkte für eure Armee verwenden.

Dabei ist das allerdings noch nicht das Ende: In verschiedenen Missionen könnt ihr Verstärkung herbeirufen, die das Limit um einige Punkte überschreitet. Auch durch die zur Verfügung stehenden Zaubersprüche könnt ihr das Limit ohne weiteres überschreiten - "Verbündete Elben", "Rohan rufen", "Verbündete Ents", "Armee der Toten" und "Verbündete Adler" sei dank.

Filmreife Präsentation
In »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde« kommt die Grafik-Engine zum Zuge, die schon im Strategie-Kracher »Command & Conquer: Generäle« verwendet wurde. Für Electronic Arts neueste Projekt wurde diese aber stark verbessert, um den großen Ansprüchen letztendlich auch gerecht zu werden. Dank geschickter Kameraführung, düsterer Stimmung und grandiosen Spezialeffekten braucht sich dieses

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Echtzeit-Strategiespiel vor keinem Genrevertreter zu verstecken. Auch die Animationen der Einheiten sind absolute Spitzenklasse: Ein von einem Katapult getroffener Troll fällt benommen zu Boden, Einheiten fliegen durch die Lüfte wenn ein mächtiger Olifant seine Stoßzähne einsetzt und Adler sowie Fellbestien schlagen eine Schneide der Verwüstung, wenn sie mit ihren mächtigen Krallen zum Angriff ansetzen.

Auch die verschiedenen Spezialeffekte versetzen immer wieder in Staunen, während die dynamischen Schattendarstellungen zusätzlich für einen hohen Realitätsgrad sorgen.Allen Tolkin-Fans dürfte die Soundkulisse allerdings am besten gefallen, da diese den Kinoverfilmungen in absolut nichts nachsteht. Der Schwarze Humor des Zwerges Gimli ist genauso vorhanden wie die klirrenden Schwerter und das Todesgeschrei der Einheiten in einer großen Schlacht. Einen besonderen Pluspunkt verdient die Sprachausgabe von »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde«. Dank der originalen Stimmen aus den Kinoerfolgen kommt wahre Gänsehaut-Atmosphäre vor dem heimischen PC auf. Untermalt wird das Ganze natürlich von dem fantastischen Original-Soundtrack.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:

+ Soundkulisse wie im Kino + Original Sprecher + Schlachten epischen Ausmaßes + 2 Kampagnen (Gut/Böse) + Integration von Filmausschnitten + Einheiten und Helden gewinnen Erfahrung

Cons:

- Gegner-KI nicht ausgereift - Teilweise eintöniges Missionsdesign - Unübersichtlichkeit in großen SchlachtenAllen Tolkin-Fans dürfte die Soundkulisse allerdings am besten gefallen, da diese den Kinoverfilmungen in absolut nichts nachsteht. Der Schwarze Humor des Zwerges Gimli ist genauso vorhanden wie die klirrenden Schwerter und das Todesgeschrei der Einheiten in einer großen Schlacht. Einen besonderen Pluspunkt verdient die Sprachausgabe von »Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde«. Dank der originalen Stimmen aus den Kinoerfolgen kommt wahre Gänsehaut-Atmosphäre vor dem heimischen PC auf. Untermalt wird das Ganze natürlich von dem fantastischen Original-Soundtrack.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:

+ Soundkulisse wie im Kino + Original Sprecher + Schlachten epischen Ausmaßes + 2 Kampagnen (Gut/Böse) + Integration von Filmausschnitten + Einheiten und Helden gewinnen Erfahrung

Cons:

- Gegner-KI nicht ausgereift - Teilweise eintöniges Missionsdesign - Unübersichtlichkeit in großen Schlachten