„Hey, möchtest du nicht das neue Herr-der-Ringe-Spiel testen?“ Wie was, schon wieder eins?! Ich meine, kaum ein modernes Märchen, Star Wars vielleicht ausgenommen, hat in den letzten Jahren so viel mediale Beachtung erhalten wie J.R.R. Tolkiens Roadnovel von den ungleichen Gefährten, die sich zusammenraufen müssen, um die Welt von Mittelerde vom Bösen zu befreien, indem sie ein bestimmtes Schmuckstück in einen Vulkan schmeißen.
Natürlich hat vor allem Peter Jacksons Verfilmung Schuld daran und auch Headstrongs neues Action-Adventure „Aragorn's Quest“ nutzt die Filmlizenz als Vorlage und schlägt ästhetisch in dieselbe Kerbe. Oder vielleicht doch nicht?
Ein Abenteuer für junge Spieler und Familien, das aber letztendlich flach und anspruchslos bleibt.FazitAragorn's Quest erzählt im Großen und Ganzen die Geschichte des „Herr der Ringe“ nach, allerdings mit einem kleinen Twist: Es ist 15 Jahre her, seit Frodo den Ring zerstört und sich danach mit den Elben gen Schlaraffenland eingeschifft hat. Der fast schon hündisch devote Gärtner Samweis Gamdschie ist mittlerweile zum Bürgermeister von Hobbingen aufgestiegen und hat eine eigene Familie gegründet, seinen Sohn hat er – wie sonst? – „Frodo“ genannt.
Hobbingen in Knuddeloptik: Sam und sein Sohn Frodo.Der junge Frodo und die anderen Kinder des Auenlands sind in heller Aufregung, denn König Aragorn/Elassar/Streicher/Viggo will Hobbingen einen Besuch abstatten. Daher wird ein Fest veranstaltet und Sam nutzt die Gelegenheit, den Kindern von dem großen Abenteuer zu erzählen, das er zusammen mit Aragorn und den anderen Gefährten erlebt hat. Zwischendurch legt er immer mal wieder Pausen ein, um Vorbereitungen für das Fest zu treffen.
Diese erzählerische Struktur führt dazu, dass wir aus der Third-Person-Perspektive zwei Charaktere steuern: In Hobbingen erforschen wir das Auenland mit dem jungen Frodo, und in Sams Geschichten übernehmen wir die Rolle von Aragorn. Die Passagen mit Frodo dienen vor allem als Tutorial, das immer wieder eingestreut wird, um eine Mechanik zu erklären, die man in Aragorns nächster Mission brauchen wird.
In Rückblenden erfahren wir die bekannte Geschichte des Ringkrieges.Die Strukturierung ist dem Spielfluss und der Atmosphäre nicht unbedingt zuträglich, da das Versteckspielen in Hobbingen doch eine, vorsichtig ausgedrückt, andere Stimmung vermittelt als, sagen wir, ein Kampf auf Leben und Tod mit Ringgeistern. Auch die Tatsache, dass man durch Frodos Spielstunde immer wieder daran erinnert wird, dass die ach-so-gefährliche Quest ohnehin erfolgreich verlaufen wird und das Auenland hinterher wieder als dasselbe Paradies erscheint, nimmt ein wenig die grundlegende Spannung. Auf der anderen Seite wissen wir ja eh alle, wie das Abenteuer endet und eine frische Erzählstruktur mit einer Rahmenhandlung ist zumindest eine nette Idee.
von Warner Bros. Interactive, TT FusionGenre: Action AdventureDS, PS2, PS3, PSP, Wii: 29.10.2010Freigegeben ab 12 Jahren
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Klasse Test, ehrlich. Nett geschrieben und und mit einer markant unmissverständlichen Message: Ein Fall für jüngere Semester (oder für den kurzweiligen Familienabend)! So muss das sein. Botschaft rübergebracht, ohne das Spiel wegen seiner eher anspruchlosen Note und/oder der comichaften (Knuddel)Optik in's Lächerliche zu ziehen. Sehr gut gemacht!
Find's ein klein wenig schade, dass das Potenzial kaum ausgeschöpft wurde. Hätte mich persönlich stark interessiert, was Aragorn und Gefährten nach ihren ganzen Torturen so treiben (auch wenn ich nicht ganz verstehe, wie man MIT Gandalf im Coop-Modus zocken kann... Der ist doch gemeinsam mit Frodo und Bilbo per Schiff gen "unsterblichen Landen westlich des Meeres" aufgebrochen). Thematisch doch überaus interessant, macht sich bei mir jedoch schnell eine kleine Spur von Unverständniss breit, warum man aus dem Stoff nichts Erwachsenes, Episches, der ganzen "Der Herr der Ringe"-Franchise Angemessenes produziert hat. Einfach nur schade... Ganz ehrlich...
Gruß, Moritz.
Die Idee gefällt mir irgendwie XDD