Erinnert ihr euch an die Schlüsselszene von Bioshock? Als ihr gewahr wurdet, dass euer vermeintlicher Verbündeter in Wirklichkeit nicht nur euer größter Feind ist, sondern dass euch das Spiel die ganze Zeit über an der Nase herumgeführt hat? Dass ihr heimlich manipuliert und gezielt in die Irre geleitet wurdet? Dieses Spielen mit Identitäten und der Identifikation des Spielers mit seiner Spielfigur treibt „Der Fall John Yesterday“ nun auf die Spitze.
Spannend und düster – aber leider zu schnell vorbei.FazitNew York wird von einer grausamen Mordserie an Obdachlosen erschüttert. In bestialischen Ritualen werden sie auf’s Schlimmste gefoltert, verstümmelt, verbrannt und getötet. Während sich die Politik nur wenig für die Ereignisse am schattigen Rand unserer Gesellschaft interessiert, gehen wir als John Yesterday im Auftrag einer wohltätigen Organisation der Sache nach und kommen einem Geheimbund auf die Spur, dessen Ursprünge bis weit ins 16. Jahrhundert, die Zeit der Inquisition, zurückreichen.
Dumm nur: Nach einem Selbstmordversuch hat John sein Gedächtnis verloren. Auf welch schreckliche Wahrheiten mag er bei seinen Nachforschungen nur gestoßen sein, dass sie ihn sogar bis in den Freitod trieben? Oder war es womöglich gar kein Selbstmordversuch? Wenn nicht, wer hat es dann auf Johns Leben abgesehen?
Mit solcherlei Fragen hält „John Yesterday“ die Spannung bis zum Schluss am Anschlag und wird sie mehr als ein Mal auf überraschende Weise beantworten, Gewissheiten infrage stellen und auf den Kopf drehen. Dass hier nichts ist, wie es den Anschein hat, wird bereits im ersten Kapitel offenbar: Hier spielen wir den Streetworker Henry White, der bei seinen Ermittlungen in die Fänge einer mörderischen Sekte gerät – doch gerade, als wir uns in letzter Sekunde aus deren Fängen retten konnten, müssen wir feststellen, dass sich hinter der Fassade des angeblichen Gutmenschen Henry ein sadistischer Psychopath verbirgt.
Düster und blutig: "John Yesterday" ist weit entfernt von Pendulos farbenfroh fröhlichen "Runaway"-Spielen.Derlei Haken wird „John Yesterday“ im späteren Verlauf noch des Öfteren schlagen. Welches doppelte Spiel treibt unser vermeintlicher Freund und Gönner? Ist vielleicht er gar unser Mörder? Und wer ist die attraktive Frau aus Johns Erinnerungsblitzen? Können wir ihr trauen? Oder benutzt auch sie uns nur für ihre eigenen Zwecke? Und wieso verfügt John, wie sein gedächtnisloser Leidensgenosse Jason Bourne, über scheinbar übermenschliche Fähigkeiten?
Mehr über die Geschichte zu verraten, würde sie unwiederbringlich verderben. Sicher ist nur, dass bis zum Schluss eben nichts sicher ist und sicher geglaubte Gewissheiten von den Erzählern bei Pendulo Studios gerne mal in ihr bitteres Gegenteil verkehrt werden.
Wo Spiele für gewöhnlich die Einheit zwischen Spieler und Hauptcharakter suchen, eine größtmögliche Identifikation herstellen wollen, legt Pendulo genau an dieser Stelle den Hebel an wie einen Finger in die Wunde. Wo der Gedächtnisverlust des Hauptcharakters, zumeist in Rollenspielen wie Risen, als erzählerischer Kniff dient, um die Projektionsfläche für die Persönlichkeit des Spielers möglich groß scheinen zu lassen, fungiert er in „John Yesterday“ als Dunkelkammer, aus der sich die Dämonen der Vergangenheit schälen, als Leerstelle, die ihre bösen Geheimnisse erst nach und nach Preis gibt.
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Bioshock habe ich zur Abwechslung durch, auch den zweiten Teil. Aber ich finde den Spoiler hier absolut nicht ok.
Und ich hab Bioshock noch nicht gespielt, ob wohls seit knapp 8 Monaten im Regal liegt OTZ
Auch das man künstlich ein paar mal aus der Story gerissen wird.
Und vorhersehbar ist das Ende ab der Hälfte.
Es war ein gutes Spiel, aber auch nicht der Oberhammer.
Sooooo noch irgendjemand hier, der Bioshock noch nicht gespielt hat?^^