




Ich mag es ja auch, dieses unbefangene Tänzeln durch verträumte Märchenwelten. Die Waldspaziergänge in „Elder Scrolls: Oblivion“, das bunte Treiben in „Fable“, alles, was irgendwie phantastisch strahlt. Dann blicke ich in dieses depressive Gemälde namens „Demon's Souls“ - und bin begeistert. Vom hohen Himmel, den zerschlissenen Mauern, den stämmigen Türmen und langen Brücken. Natürlich auch von knisternden Höhlen, feuchten Katakomben und schimmelbefallenen Kerkern, dem dicken Stoppschild vor der triefenden Edel-Fantasy. Nach all den Modernisierungen und Vereinfachungen, die in den letzten Jahren wie eine Plage durch alle Genres schwappten, tut es fürchterlich gut, endlich mal wieder ein Abenteuer ohne Netz und doppelten Boden zu erleben. Ohne Stützräder für den Anlauf, ohne Sturzhelm für den Fall.
Statt Sand der Zeit gibt es Schmerz und Leid, statt eines bequemen Checkpoint-Marathons ein „Du bist tot“. Dann kommt die Einsicht, dass das Scheitern ein genauso integraler Spielbestandteil ist wie Grafik und Sound, während Stunde um Stunde Schwerter klirren und Pfeile surren. Und irgendwann akzeptiert man die Fehlschläge einfach als ständigen Begleiter, nimmt sie sogar gern in Kauf, weil dieses erbarmungslose Biest von einem Spiel einfach nicht loslässt. Man wühlt sich durch Minenschächte und verfallene Paläste, den Schild nervös in der Linken, die Klinge in der Rechten. Man zittert im Angesicht des Drachenodems, erstickt tausendmal im eigenen Blut und feiert im Rausch des Erfolgs.
Kleine Komfortfunktionen beim Item-Kauf und -Vergleichen wären schön gewesen, Slowdowns mögen ab und zu auftreten, Leichen auf dem Boden herumflattern oder durch selbigen fallen. Alles nichts Schlimmes. Der Rest wird erdrückt von einem exzellenten Kampfsystem ohne Pardon, dieser wahnsinnig stimmungsvollen Kulisse und einem Bauchgefühl, das man erlebt haben muss.
Demons Souls - Walkthrough Trailer #22 weitere Videos
Düstere, feindselige Umgebungen mit herrlicher Architektur, schummrigen Kerkern, gruseligem Gegnerdesign und so weiter. Eine eindrucksvolle Reise trotz kleiner Texturschwächen.
Wenig Geplapper, das allerdings mit stimmungsvollen englischen Sprechern; ansonsten sparsamer Einsatz der Musik, großartige Sound-Effekte – vor allem die glucksenden, bellenden, keifenden und grunzenden Gegner klingen schaurig.
Kämpft um euer Leben – genau darum geht es in „Demon's Souls“. Es ist ein Action-Rollenspiel, das euch nichts schenkt, in dem ihr euch jeden Meter in den hervorragend designten Leveln erkämpfen müsst; inklusive Charakterentwicklung und riesiger Bossgegner.
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