Bevor wir auch nur einen Finger an „Demigod“ legen, richtet sich Brad Wardell, seines Zeichens Designer und KI-Entwickler bei Stardock, an uns: “Wenn du dies liest, hast du wahrscheinlich noch eine Menge anderer Spiele auf dem Desktop zu liegen, wie „Dawn of War 2“, „Empire: Total War“ oder vielleicht spielst du sogar gerade irgendeine Beta-Version von „Starcraft 2“. Darum lass dir eines gesagt sein: „Demigod“ ist anders!“

Was im ersten Moment wie eine Warnung klingt, ist im Grunde ein sogenannter „Preview Guide“, der unserer Vorschau-Version des neuen Chris Taylor-Spiels beilag. Darin erklären die Macher, was denn eigentlich der Grund sei, aus dem man ihr Spiel unbedingt und überhaupt kaufen müsse. Und warum macht er das? Ganz einfach – „Demigod“ ist schlicht und ergreifend anders.

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Verteidigung der Ahnen

Schon mal von „Dota“ gehört? Wenn ja, dann liegt wahrscheinlich seit Jahren eine Verknüpfung zum grandiosen Blizzard-Echtzeitstrategiespiel „Warcraft 3“ auf eurem Desktop. Wenn nicht, dann solltet ihr folgende zwei Sätze genau lesen. Erstens: Schämt euch! Zweitens: Macht nichts – als gewissenhaftes Spielemagazin üben wir natürlich gerne unsere aufklärende Funktion aus.

Demigod - Dieses Spiel macht dich zum Halbgott

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Zwei Basen, zwei Fraktionen, unzählige Schlachten: Demigod will das Genre aufmischen.
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„Defense of the Ancients“ (kurz: Dota) gilt seit beinahe sechs Jahren als beliebteste Modifikation für Warcraft 3 und hat seither eine derart große Community um sich gescharrt, dass beinahe jedes zweite Spiel im Battle.Net der genialen Mod zugesprochen werden kann. Dass dieser Erfolg nicht all zu lange unbeachtet bleibt, war absehbar: Den ersten Schritt wagen die Entwickler von Gas Powered Games, der Spieleschmiede von Chris Taylor.

Das geistige Kind dieser Inspriration hört auf den Namen „Demigod“ und will den größten Indikator für den immensen „Dota“-Erfolg aufgreifen: Trotz taktischer Tiefe ist das neuartige Spielprinzip leicht zu lernen - aber nur mit viel Übung wirklich zu meistern. Gepaart mit einem gut ausgeprägten Turniercharakter, ergibt das eine Mischung, die schon so manchen Strategen über Monate an den Bildschirm gefesselt haben soll.

Packshot zu DemigodDemigodErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Halbgötter in Weiß

Das eigentliche Spielprinzip ist dabei so simpel wie eingängig: Auf einem symmetrischen Spielfeld spielen zwei Teams gegeneinander. Beide haben eine gut geschützte Basis, samt Abwehranlagen, Hauptgebäude und Produktionsportalen. Nur: Im Gegensatz zu üblichen Strategietiteln stampft ihr hier nicht zuerst eine schlagkräftige Armee aus dem Boden, sondern steuert lediglich einen einzelnen Helden – die Demigods.

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Eure Armeen bewegen sich völlig eigenständig, den Ausgang der Schlacht bestimmt euer Demigod.
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Den Produktionsportalen entsteigen dennoch normale Kampfeinheiten, die jedoch von der KI gesteuert werden und selbstständig gen Feinbasis marschieren. Logischerweise kommt es also in der Mitte der Karte zum großen Duell der Fraktionen. Als Demigod ist es eure Aufgabe das Kräfteverhältnis zu beeinflussen, indem ihr die gegnerischen Einheiten vernichtet und so den Vormarsch der eigenen Armee sichert. Gewonnen hat üblicherweise, wer das Hauptgebäude des Gegners zerstört – that’s it.

Oder zumindest fast, denn jetzt wird es knifflig: Natürlich führt auch die generische Fraktion ihre Demigods ins Gefecht. Das vorwiegend auf Multiplayerduelle ausgelegte Spiel erlaubt bis zu fünf der göttlichen Wesen pro Team. Jeder Demigod verfügt zudem über spezielle Fähigkeiten, die seinem Gegenüber das Leben reichlich schwer machen können oder besonders nützliche Buffs für das eigene Team wirken.

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Etwas mager: Im Vergleich zu Dota (über 90 Helden) dürft ihr in Demigod nur aus acht Heroen wählen.
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Vor jedem Gefecht dürft ihr aus acht Helden auswählen: Der bullige „Rook“ ist besonders widerstandsfähig, dafür aber reichlich langsam. Der „Torchbearer“ wiederum schleudert seinen Feinden mächtige Feuerattacken entgegen oder friert sie mit Eiszaubern ein. Mächtig austeilen kann auch der „Vampire Lord“, der sich zudem mit jedem erfolgreichen Treffer selbst heilt.

Spaßige Alternative für Taktiker und Strategen: "Demigod" könnte die Offenbarung für Mehrspieler-Puristen werden - vielleicht sogar für Dota-Veteranen.Ausblick lesen

Komplettiert wird das Demigod-Oktett durch „Regulus“, „Sedna“, „Oak“ und die „Queens of Thorns“. Die Wahl des Halbgottes ist dabei besonders im Teamspiel wichtig: Während manche Recken speziell gegen gegnerische Demigods effektiv sind, unterstützen andere die KI-Soldaten oder heilen befreundete Helden. Generell werden jedoch auch Alleingänge belohnt - wer viele „Kills“ erlangt steigt schneller im Level auf, unterdrückt den Fortschritt des Gegnerteams und sorgt so für das Allgemeinwohl der eigenen Mannschaft.

Pimp your Demigod

Schon auf die Heldenauswahl reduziert ergibt sich bei „Demigod“ ein komplexes Fragenspiel: Wer spielt mit wem? Welche Fähigkeiten setze ich ein und wann? Spiele ich defensiv oder aggressiv? Um die taktische Tiefe auf die Spitze zu treiben, gibt es allerdings noch weitere Elemente. Jeder Halbgott gewinnt nämlich Erfahrungspunkte – sowohl durch eigene Kämpfe als auch die der KI-Mitstreiter.

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Im Skillbaum schaltet ihr nach und nach stärkere Fähigkeiten frei.
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Mit jedem Level erhöhen sich Kampfkraft und Widerstand des Demigods, zudem darf aus einem Skillbaum eine Fähigkeit gewählt werden. Anders als in „Dota“ lernt man jedoch nicht automatisch alle verfügbaren Skills, sondern muss sich für einen Weg entscheiden. Ein Beispiel: Der „Torchbearer“ wird dadurch entweder zum gewieften Feuermagier (offensiv) oder Eiszauberer (defensiv) – je nach Skillung ändert sich die Spielweise also frappierend.

Hinzu kommt, dass die Demigods in verschiedenen Itemshops mächtige Artefakte kaufen können – ein stetes Geldeinkommen, dass automatisch auf euer Konto eingezahlt wird, sorgt für den nötigen monetären Backround. Und hier wird’s richtig knifflig: Die Variation der verschiedenen Gegenstände ist derart groß, dass beinahe unzählige Möglichkeiten erlaubt sind, um euren Demigod aufzuwerten.

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Gerade einmal fünf Gegenstände darf der Demigod tragen - wählt also weise.
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Da gibt es die „Boots of Speed“, mit denen euer Demigod weitaus flinker zu Fuß ist, verschiedenste Rüstungen erhöhen eure Lebenspunkte oder legendäre Waffen erhöhen die Chance auf kritische Schläge. Insgesamt dürft ihr auf etwa 50 Gegenstände zugreifen, von denen ihr aber lediglich eine Handvoll anlegen könnt. Auch hier ist Planung gefragt: Mit den richtigen Items lässt sich ein Demigod in eine völlig andere Richtung spezialisieren.

Wer sein Geld stattdessen für das Wohl des Teams ausgeben möchte, kann stattdessen Upgrades im Hauptgebäude erstehen. Hier dürft ihr etwa die Stärke der Abwehrtürme aufwerten, die Hitpoints der Gebäude verstärken oder die allgemeine Goldausschüttung erhöhen. Besonders clever: Wer seine KI-Armeen aufwertet, kann bis zu drei zusätzliche Einheitenwellen aussenden – so wird das Kräfteverhältnis auf lange Sicht stark zu euren Gunsten verschoben.

Der Feldtest

Soweit die Theorie. In der Praxis fügen sich all diese Elemente letztlich kongenial zusammen und sorgen für ein im Grunde simples Spielerlebnis, dass dem geübten Götterführer jedoch ein breit gefächertes Taktikspektrum offenbart. Durch die Kombinationsmöglichkeiten der Helden, Gegenstände und Skillungen spielt sich dabei keines der actionreichen Matches wie das andere.

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Wer so weit in des Gegners Basis vorgedrungen ist, hat quasi gewonnen.
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Schwierigkeiten macht an mancher Stelle noch die Steuerung. Gerade „Dota“-verwöhnte Veteranen brauchen eine Weile zur Umstellung: Die Navigation über die Minimap ist beispielsweise nicht möglich, auch das „Autoattacking“ funktioniert nur müßig. Statt umstehende Gegner anzugreifen, ruht sich euer Demigod des Öfteren lieber aus und ignoriert die anstürmenden Armeen.

Bisher konnten wir uns übrigens nur im Mehrspieler-Modus austoben. Zwar wird man auch als Singleplayer auf seine Kosten kommen, der Fokus von Demigod liegt aber ohnehin klar auf Online-Gefechten. Als Einzelkämpfer setzt euch Demigod dann einfach KI-gesteuerte Halbgötter vor die virtuelle Flinte, deren cleveres Verhalten uns im Probespiel ausgesprochen gut gefallen hat.